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Viel Waymo, wenig Energie

Howdy, y’all!

Endlich habe ich in der Waymo-Lotterie gewonnen! Mit den selbstfahrenden Taxis von Waymo verhält es sich nämlich so: Sie sind nur über Uber buchbar. Aber man kann nicht aktiv ein Waymo buchen, sondern wenn man Glück hat, wird es einem zugewiesen.

Hat also geklappt. Ist man einmal drin in den umgebauten E-Wagen von Jaguar ist alles sehr entspannt. Der Wagen fährt halt vor sich hin, das Lenkrad bewegt sich, die Beinfreiheit hinten ist sehr begrenzt. Wovon klassische Taxis lernen könnten: Fahrgäste bestimmen über ein Display Temperatur und Musik selbst.

Der Haken: Es gibt in Sachen Navigation noch erhebliche Probleme. Uber platzierte mich auf die falsche Straßenseite, ich ging rüber. Zu diesem Punkt war der Waymo noch mehrere hundert Meter und mehrere Ampeln entfernt. Plötzlich drehte er eine weitere Runde um den Straßenblock, ohne dass dies nötig gewesen wäre.

Das gleiche beim Absetzen: Der Wagen sucht sich eine ruhige Ecke zum Aussteigen und kalkuliert das von Anfang an ein. So landete ich 3 Minuten zu Fuß vom Ziel weg. Das ist nicht viel für mich, aber wer gebrechlicher ist oder wer etwas Schweres zu transportieren hat, für den sind diese 3 Minuten ein Thema.

Nun ist Waymo nicht erst seit gestern in der Stadt unterwegs, im vergangenen Jahr waren schon viele Wagen zu sehen. Dass diese Probleme noch immer auftauchen macht mich ein Stück weiter pessimistischer in Sachen selbstfahrende Taxis.

Hat das Patriarchat wieder mal gewonnen? Das fragte sich unsere Airbnb WG gestern einen Hauch weit ironisch, als uns auf der Straße einer jener kleinen Lieferrobter begegnete. Ganz intuitiv sprachen wir männlich über ihn. Und genauso über “den” Waymo.

Sollten wir nicht versuchen, unsere neuen Helfer ein Stück weit weiblicher zu machen?

Warum Du heute bis zum Ende Lesen solltest:

  • Weil Du erfährst, wie es um Fusionsenergie bestellt ist.

  • Weil die Macherin des Munich Haus berichtet, warum das German Haus in Austin ihr nicht reicht.

  • Weil Du eine futuristische Druckbetankung bekommst.

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Improv mit Futuristen

Einige Top-Futuristen probierten in Austin ein neues Format aus; Improv-Prognosen. Zuschauer konnten online über Themen abstimmen oder welche per Karte einwerfen – und die Redner entwarfen spontan Szenarien.

Das war ein wenig chaotisch und ging selten in die Tiefe – aber dafür war es sehr unterhaltsam. Hier die besten Zitate:

Annie Harley, Futuristin bei Cisco

“Wir müssen bei Brain Computer Interfaces über neurale Security nachdenken, niemand tut das bisher. Wir müssen uns auch fragen, wie wir die Interfaces absichern, wenn Unternehmen pleite gehen.”

“Es wird eine starke Hinwendung zu menschlichen Verbindungen geben. Verschwörungstheorien haben deshalb etwas Gutes, denn sie führen zu Misstrauen gegenüber Informationen, die man bekommt.”

“Langeweile ist wichtig, aber wir sind in einer Attention Economy. Wir müssen Langeweile aktiv annehmen und sie den Kindern beibringen. Die Aufmerksamkeitsspanne der GenZ beträgt nur 50% der von Millennials.”

Henry Coutinho-Mason, Autor bei Future Normal (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

“Verschwörungtheorien entstanden früher aus einem Mangel an Informationen. Meine These ist, dass es bei ihnen nicht um die Informationen geht, sondern um die Verbindngen zwischen den Menschen, die sie teilen.”

Matt Carmichael, Chefredaketur von What the Future (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

“Transparenz ist die Antithese zu Vertrauen: Man muss transparent sein, weil das Vertrauen fehlt.”

“Langeweileist so wichtig, weil in langweiligen Momenten unsere Kreativität hervorkommt.”

Alexandra Whittington, Futuristin bei Tata Consulting

“Das Konzept eines Teenagers ist relativ neu. Es ist ein Beiprodukt der Industrialisierung. Wir werden vielleicht Crispr oder andere Methoden nutzen, um die negativen Folgen der Pubertät zu beseitigen.”

Diana Lou David – Futuristin bei Service Now (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

“Jeder wird in der Zukunft seine eigene Führungskraft, jeder ist sein Unternehmen. Alles, was wir gemacht, geschrieben oder gesagt haben, wird vermarkter sein als Tokens auf der Blockchain.”

“Währung ist ein Mittel zum Tausch. In der Zukunft wird Agentic AI viele der Kaufoperationen übernehmen. Doch wir haben eine Sehnsucht nach dem non-digitalen und nach Verbindung. Und deshalb werden wir Gegenstände mit Wert tauschen, vielleicht sogar Kamele oder Kühe .”

Neil Redding, The Near Futurist (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

“Zusammenarbeit bewegt sich heute schon schnell in Richtung einer Zusammenarbeit mit KI. Deshalb wird sich menschliche Kollaboration viel spannender und aufregender anfühlen.”

Frage des Tages

Zahlende Abonnenten dürfen mir Fragen zur SX stellen (einfach als Antwort auf diesen Newsletter. Christian schrieb mir:

“Worin unterscheidet sich die SXSW - abgesehen von der Größe - von der re:publica. Auf Letzterer war ich schon öfter und komme dieses Jahr auch wieder, auf Ersterer noch nie. Und was könnte sich die re:publica von der SXSW abschauen?

Danke, für die Frage. Was den letzten Bereich betrifft: Das sind Exklusiveinschätzungen für meinen Arbeitgeber. ;-)

Die SXSW ist erheblich größer und dauert länger. Sie führt ein bunteres Publikum zusammen, weil es eben nicht nur den Innovation-Arm gibt, sondern auch ein Filmfestival mit -konferenz und ein Musikfestival mit -konferenz. Das sorgt für neue, inspirierende Gespräche den ganzen Tag über. In Berlin dagegen sind die netteren Menschen, dort will nicht jeder Business machen.

Während die re:publica fokussiert auf die Station ist und so an einem Ort eine immense Energie entsteht, spielt die SXSW quer durch die Stadt. Somit macht man ordentlich Meter und der Energiepegel ist weniger hoch, dafür aber verteilter. Außerdem ist die SXSW natürlich stärker kommerzialisiert.

Wie steht es um Fusionsenergie?

Die SXSW liefert immer wieder Panel, bei denen durchaus kritisch debattiert wird, wie es um Deep Tech-Technologien so steht. Diesmal zum Thema Fusionsenergie.

Was gesagt wurde, können aber nur zahlende Mitglieder lesen. Du zahlst nur einmal und kannst dann alles Holy Smokes-Inhalte lesen:

Seid gestern dabei: Salima, Elisabeth und Ruth – danke!