Passa al contenuto principale

Allegorie des Wartens

Ich bin darin geübt. Nicht aus Neigung, nicht aus Lust an der Verzögerung, nicht weil Geduld mir als Tugend in die Wiege gelegt worden wäre.

Im Gegenteil.

Ich bin ungeduldig. Ausgesprochen. Mein inneres Wiesel ohnehin – ein Wesen der schnellen Regung, der zackigen Gedankensprünge, des permanenten Vorwärtsdrängens.

Und doch: Das Leben insistiert. Mit jener leisen, unerbittlichen Hartnäckigkeit, die keinen Widerspruch duldet. Es konfrontiert uns mit Disziplinen, die fern jeder Kernkompetenz liegen.

Eine davon: das Warten.

Ich warte viel.

Sehr viel.

In Wartezimmern, Fluren, Zwischenräumen. In den neutral getönten Zonen medizinischer Institutionen, die selten Trost spenden und doch zuverlässig Zeit anhalten. Nein, schön ist das nicht. Nie gewesen. Wird es auch nicht.

Und dennoch habe ich mir diesen Zustand reskribiert. Umgedeutet. Umfunktioniert.

Ich erkläre das Warten zur me time.

Zu einer Enklave der Verantwortungslosigkeit im besten Sinne. Hier geht es – ausnahmsweise – ausschließlich um mich. Ich muss nichts leisten, nichts organisieren, nichts zusammenhalten. Keine Erwartungen moderieren, keine Bedürfnisse antizipieren, keine Rollen bedienen. Ich sitze. Ich bin. Mehr wird nicht verlangt.

So verliert das Warten seinen Stachel.

Es stresst mich nicht.

Denn es ist – wie Karl Valentin

0 commenti

Vuoi essere la prima persona a commentare?
Abbonati a Frau_Kruemelkuchen, Diana - hört! Oder doch nicht? - e avvia una conversazione.
Sostieni