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Was für ein Abend.

Ein Saal voller Exzellenzen.

Das Who is Who, Chefitäten, Forschende, Entscheidungsträger.

Das konzentrierte Kapital an Expertise, Einfluss und Eloquenz – geschniegelt, gebügelt, mit diskreter Duftnote von Ambition und Aftershave.

Und ich.

Kleid. Clutch. Heels. Haltung.

Nur eines fehlte.

Batterien für Hörlibert.

Man könnte sagen: Prioritäten wurden gesetzt. Der Lipgloss passte perfekt ins Mini-Handtäschchen – das Notwendige hingegen blieb auf dem Küchentisch zurück. Eine kleine soziologische Feldstudie zur Hierarchie weiblicher Vorbereitung.

Und dann – auf der Anfahrt – dieses Stakkato - dieser Warnton.

Dieses akustische Memento mori moderner Hörtechnik.

Hörlibert: gleich leer.

Das Wiesel?

Randale.

Es biss ins Lenkrad, kratzte imaginär am Sitzleder, wollte Regressforderungen vorbereiten und innerlich bereits die Versicherung kontaktieren.

Die Büffelin hingegen saß stoisch daneben:

„Hilft nichts. Dann eben so. Du hast mit Hörmine trainiert. Vertrauen.“

Und so musste Hörmine ran.

Allein.

Das erste Mal auf einer Veranstaltung dieser Größenordnung. Mit mir fremden Menschen, die erstmal keine Ahnung haben werden, wieso ich so seltsam aufmerksam, ins Gesicht und auf die Münder starre….

Die ersten dreißig Minuten waren sensorisch… abundant. Überbordend. Stimmen, Gläserklirren, Musik nicht wirklich im Hintergrund, Lachen in Intervallen. Mein auditives System oszillierte zwischen Überforderung und resignativer Ironie.

Ich erwog ernsthaft die Strategie:

Nicken.

Lächeln.

Gelegentlich „Absolut!“ sagen.

Eine Taktik, die sozial erstaunlich tragfähig ist – inhaltlich allerdings von begrenzter Nachhaltigkeit.

Und dann geschah etwas Faszinierendes.

Mein Nervensystem regulierte sich.

Das Gehirn – dieses grandiose, bisweilen konfabulierende Organ – begann, Muster zu extrahieren.

Plötzlich verstand ich. Nicht alles. Aber ausreichend.

Vielleicht 30 bis 60 Prozent – je nach Distanz, Artikulation und Raumakustik.

Konfabulieren war punktuell involviert, ja. Aber kontrolliert.

Im Eins-zu-eins-Gespräch, mit jener pandemisch einst verpönten Nähe, funktionierte es erstaunlich gut. Ich erklärte meine Notwendigkeit, etwas dichter zu treten. Entschuldigte mich mit einem Lächeln – und erntete keine Irritation, sondern Entgegenkommen.

Das Eis brach nicht nur.

Es schmolz.

Netzwerken.

Smalltalk.

Deep Talk.

Ich liebe diese Räume. Dieses geistige Flirren. Diese Konvergenz von Ideen. Kontakte knüpfen und Brainstorming. Ich liebe wirklich alles daran.

Und Hörmine – mein vollimplantiertes, exponiertes Stück Zukunft

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