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schreiben gegen ohnmacht, juli

zweige einer mit blüten bedeckten linde, von unten betrachtet, vor einem leuchtend blauen himmel / branches of a lime tree in full bloom, viewed from below, vibrant blue sky in the background

(english below)

jeden tag nachrichten, die mich erstarren lassen, in einen abgrund stoßen. wie soll das werden, wie soll ich dieser zukunft entgegenschauen. ich beschließe, es anders anzugehen. mich auf einen moment, einen schritt nach dem anderen zu konzentrieren, ein erprobtes mittel bei panikattacken. eine romanidee ausarbeiten. mich zu einem problem austauschen statt zu dutzenden auf einmal. diesen newsletter zu einem bestimmten thema schreiben.

kürzlich hörte ich “deutsches haus” von annette hess als hörbuch, weil ich mich grad nicht gut konzentrieren kann und in der bücherei nach etwas “leichter” geschriebenen titeln suchte.

das buch reiht sich erst einmal ein in das subgenre “starke frauen im zwanzigsten jahrhundert”. ich fasse darunter bücher, die ihre protagonistinnen durch gesellschaftliche umbrüche hindurch private (mehr oder minder) tragödien erleben lassen. oft kommt dabei gruseliges heraus, beispielsweise, wenn ns-gewalt plötzlich zum spannenden gimmick wird. oder wenn eine frauenfigur im deutschland der fünfziger jahre ein geschäft aufbaut: nazis allerorten, verleugnen der deutschen kriegsverbrechen, trauma, aber in diesen romanen geht es dann um aufbruchsstimmung und wirtschaftswachstum. darin steckt auch eine sehnsucht nach “den guten alten zeiten”, die es so nie gegeben hat, und ich glaube nicht, dass das ein zufall ist.

“vor dem hintergrund einer bewusst geschürten angst vor einer sich zu schnell und progressiv wandelnden gesellschaft, insbesondere in geschlechterfragen, gewinnt ein rückwärtsgewandtes, autoritäres stabilitätsversprechen an attraktivität, die berühmte ‘rückkehr zu altbewährtem’. große teile der sogenannten mitte bewegen sich auf ein rechtskonservatives ideal mit einem menschen- und rollenbild aus den 1950er-jahren zu” (rebekka endler).

es gibt aber auch solche unterhaltungsTM-literatur, die den lesenden themen nahebringt, mit denen sie sich sonst vielleicht nicht auseinandergesetzt hätten. und nicht in allen historischen romanen, die in deutschland zwischen 1930 und 1945 spielen, wird der ns zum hintergrundkolorit verharmlost. es gibt die versuche, bezüge zur gegenwart herzustellen, siehe die bücher, die auf den babylon-berlin-hype aufspringend den alltag in ns-deutschland schildern und bei denen sich unweigerlich parallelen zum hier und heute aufdrängen.

zugleich frage ich mich: warum werden arnold zweig, irmgard keun, victoria wolff so wenig gelesen? sind zeitzeug_innenromane unheimlich? ist es einfach fluffiger, krimis und familiengeschichten zu lesen, die zwar ebenfalls in der ns-zeit spielen, sie aber aus heutiger perspektive framen?

“deutsches haus” spielt in den sechziger jahren. wie in vielen ähnlich angesiedelten romanen steht auch hier das familienschicksal der hauptfigur im vordergrund, die prämisse ist allerdings eine andere. es geht um den ersten auschwitzprozess und sowohl titel als auch figuren schreien: diese verbrechen wären nicht möglich gewesen ohne die vielen, die mitgetan haben.

die persönliche involvierung der hauptfigur ist ein kniff, wie wir ihn übertrieben aus krimis kennen, wenn die kommissarin plötzlich den entführer ihrer tochter jagen muss, oder ihr lover wird ermordet etc., thanks, i hate it. in “deutsches haus” geht dieses mittel zumindest etwas über seinen selbstzweck hinaus, es sagt uns: ihr alle. auch deine familie. bachmanns tätertochterbegriff findet hier seine sehr konkrete bedeutung.

unweigerlich denke ich an vowinckels roman “gewässer im ziplock”, in dem die figuren yad vashem als einen gedenkort beschreiben, der sich ganz dem leid der opfer widmet, der ihre namen nennt, sie in den mittelpunkt rückt. dagegen die täter_innenbesessenheit der deutschen.

ich frage mich: wozu dieses stetige sich den täter_innen zuwenden in buch und film? wir können/sollen etwas daraus lernen, “wie es soweit kommen konnte”. und doch ist das im jahr 2025 ein lächerlicher satz, denn wir lernen nicht.

ich frage mich: aber wie viele menschen hören sich die aufnahmen dieses prozesses an? wie viele menschen werden im alltag mit den unerträglich selbstsicheren tätern konfrontiert, mit den aussagen der zeug_innen?

ich frage mich: “darf” unterhaltungsliteratur uns von auschwitz berichten? und warum akzeptiere ich es von “ernster” literatur eher als von einem unterhaltungsroman?

kann ein roman, ein hörbuch ein vehikel sein? sollten sie eines sein?

ich habe beispielsweise von allende viel über den alltag und die verbrechen in der pinochetdiktatur gelernt. allende schreibt sowohl als betroffene, nämlich über chile, als auch aneignend über das leid anderer länder und bevölkerungsgruppen. aneignung finde ich auch bei erpenbeck (wörterbuch), und dennoch habe ich durch sie von den flugzeugen erfahren. ich habe von den desaparecidos (verschwundenen) und den entführten kindern in argentinien erfahren, weil ich mich wie eine raupe durch erpenbecks werk las.

unterdrückt die aneignung die stimmen der zeitzeug_innen oder kann sie ein werkzeug sein, auf sie aufmerksam zu machen? sollte ich, zum beispiel, grjasnowa lesen, wenn ich, zum beispiel, souleimane oder wannous lesen kann? sollten wir überhaupt hess lesen, wenn wir die berichte von klüger oder rolnikaite (an deren beschreibungen ich mich beim hören von “deutsches haus” teils erinnert fühlte) lesen können? oder dient das eine als vorbereitung für das andere? ist es nicht sinnvoll, wenn bekannte autor_innen ihre reichweite für solche themen nutzen?

ich komme zu keinem schluss.

sicher bin ich mir nur darüber, dass wir stets nur eine, unsere, interpretation der welt aufschreiben, und diese ist niemals neutral.

in “deutsches haus” findet sich brutales fatshaming in bezug auf die schwester der protagonistin. angeekelte, mit dem finger zeigende beschreibungen von zügellosem vollstopfen, von flecken auf der kleidung und krümeln, die hinterlassen werden, dicksein als verwahrlosung, als äußere manifestation der inneren verwerfungen der figur. es sind bösartige textstellen, die hier eine patriarchale anspruchhaltung an den weiblich(gelesen)en körper verherrlichen. warum tut die autorin das, warum muss sie eine bestimmte gruppe herabwürdigen?

hess hat sich außerdem entschieden, rassistische und antisemitische sprache zu reproduzieren, vielleicht nach dem motto: es spielt anfang der sechziger, da reden die leute halt so. aber das ist eine entscheidung. keine notwendigkeit. ich kann die werte des ns, die im kleinen bruder der protagonistin fortleben, ich kann die brutalität der szene, in der ein kind einen spielzeugsoldaten wieder und wieder mit einem spielzeugpanzer überfährt, weil er einen schwarzen GI darstellt, begreifen. ich brauche dazu kein n-wort.

die verwendung dieser wörter impliziert, dass betroffene von rassismus und antisemitismus nicht davon verletzt werden können, weil sie dieses buch nicht lesen werden. sie impliziert, dass sie als lesende ausgeschlossen werden. das ist eine aussage.

ich lese in den zurückliegenden wochen das z-wort und das n-wort in büchern von 2021 und 2024 (verschiedene autorinnen). warum entscheidet sich jemand dafür, gewaltvolle wörter, deren problematik hinreichend bekannt ist, in die eigene literatur zu schreiben? auch hier die idee, dass betroffene nicht verletzt werden können, i.e. dass sie diese bücher nicht lesen werden. wie kommt jemand darauf?

ich denke an den dude-zitatklassiker schlechthin, formuliere um zu: aus der macht, gelesen zu werden, folgt große verantwortung. die verantwortung nämlich, sich über die eigene sprache gedanken zu machen. oder anders: wenn ich es schon nicht (warum auch immer) für mich selbst wichtig und richtig finde, diskriminierung zu vermeiden, dann sollte ich es spätestens dann wichtig finden, wenn ich an die öffentlichkeit gehe. wenn mir zugehört wird.

es geht mir nicht darum, einzelne personen zu shamen, ich werde diese zwei bücher nicht nennen, denen ich nichts positives abgewinnen konnte, ich betrachte diese hemmungslose verwendung gewaltvoller sprache als ein strukturelles problem. und als marker für unsere zeit, ebenso wie den ausschluss queerer menschen, sei es im roman, im diskursTM oder in institutionen, die pride flags/regenbogenfarben dieses jahr plötzlich verbieten.

wir rennen rückwärts. das schlimmste in uns wird wieder hervorgeholt und abgestaubt.

die verwendung von sprache und die darstellung der welt in der literatur ist daher nie trivial oder zufall, sie ist bezeichnend für die entwicklung unserer gesellschaft. sie zeigt uns, wohin sich die grenzen des sagbaren verschoben haben. umgekehrt ist die literatur aber auch ein mittel zum widerstand. autor_innen, die gelesen werden, haben ein publikum. sie haben die möglichkeit, die gegenwart zu beeinflussen und die vergangenheit einzuordnen. leser_innen können entscheiden, welche bücher sie lesen, besprechen, empfehlen.

morrison schreibt: “fiktionale literatur könnte der letzte und einzige weg der erinnerung sein (ich persönlich glaube: sie ist es), das letzte bollwerk gegen den verheerenden schwund von gewissen und gedächtnis. fiktionale literatur kann eine alternative sprache sein, die widerspruch einlegen, analyse leisten, flucht ermöglichen kann angesichts des regimes, der macht der elektronischen bilder, der verführungskraft des virtuellen.”

sie schrieb diese rede 1998. zumindest hielt sie sie im jahr 1998. wenn ich sie lese, kommt es mir vor, als habe sie diese worte gestern verfasst.

eine kollegin sagt: diese welt bringt eine_n auch dazu, immer mehr am limit zu sein.

ich merke das, wenn ich aufwache, wenn ich nachrichten lese. ich werde in bälde persönlich die folgen dieser politik spüren, die den klimawandel lästig findet und daher befördert, die mir die unterstriche, sterne und doppelpunkte entreißen, die listen für meine freund_innen anlegen will, die queere menschen in akute gefahr bringt, und ja, ich fühle mich am limit. und eben darum will ich schreiben, und beschreiben, was ich lese. denn mit der verantwortung geht auch mein hoffnungsschimmer einher. worte sind widerstand.

was kleines tun:

setze dich damit auseinander, was du sagst, zu freund_innen, am arbeitsplatz, im netz. was du liest. falls zutreffend: was du schreibst. die normalisierung menschenfeindlicher sprache ist kein selbstläufer, sie wird von uns allen mitgetragen - oder eben nicht.

welche begriffe und ansichten möchtest du in die welt bringen?

literatur:

annette hess: deutsches haus

rebekka endler: witches, bitches, it-girls. wie patriarchale mythen uns bis heute prägen.

arnold zweig: das beil von wandsbek

irmgard keun: nach mitternacht

victoria wolff: gast in der heimat

dana vowinckel: gewässer im ziplock

isabell allende: das geisterhaus, übersetzt von anneliese botond

isabell allende: der wind kennt meinen namen, übersetzt von svenja becker

jenny erpenbeck: wörterbuch

olga grjasnowa: gott ist nicht schüchtern

omar youssef souleimane: der letzte syrer, übersetzt von christiane kayser

dima wannous: die verängstigten, übersetzt von larissa bender

ruth klüger: weiter leben. eine jugend

mascha rolnikaite: ich muss erzählen

toni morrison: literatur und öffentliches leben, in: toni morrison: selbstachtung. ausgewählte essays, übersetzt von thomas piltz, nikolaus stingl, christiane buchner, dirk van gusteren, christine richter-nilsson

film:

babylon berlin (serie), regie: tom tykwer, achim von borries, hendrik handloegten, seit 2017

spider-man, regie: sam raimi, 2002

deutsches haus (miniserie), regie: randa chahoud, isabel prahl, 2023

the daily news are terrifying me, throwing me into the abyss. where is this going, how am i supposed to face this kind of future? i decide to tackle this another way. to focus on one single moment, baby steps, it’s a proven method during panic attacks. to develop one idea into a novel. to talk about one problem at the time instead of dozens at once. to write this newsletter on a single topic.

recently i’ve listened to the audiobook “deutsches haus”, a novel written by annette hess, because i can hardly concentrate atm and was looking for some “lighter” stuff in the public library (i’ve listened to the german original but it has been published in translation as “the german house”, so from now on i will refer to the book’s english title).

at first glance, the novel is joining the subgenre “strong women in the 20th century”, a definition i made up for books with female protagonists experiencing their own private (more or less) tragedies during societal turmoil. more often than not this will take a disgusting turn, for example when nazi crimes become pure suspense gimmicks, or when a woman in 1950s’ germany is founding a business: nazis everywhere, denial of german war crimes, trauma, but these novels depict optimism and economic growth. therein also lies a nostalgia for the “good old times” which never existed as such, and i don’t think that’s a coincidence.

“in the light of an intentionally fueled fear of society making too much progress too fast, especially regarding gender issues, a reactionary, authoritarian promise of stability becomes increasingly attractive: the famous ‘return to the tried and trusted’. huge parts of the so called center are heading towards a right wing conservative ideal with its conception of humans and gender roles from the 1950s.” (rebekka endler) (translation by me)

there is, however, also popularTM fiction that teaches readers about topics they otherwise might never have encountered. and not all historical novels set in germany between 1930 and 1945 are downplaying nazi crimes to a mere background atmosphere. there are efforts to connect the past with the present, for example those novels in the wake of the babylon berlin hype which by describing everyday life in nazi germany are inevitably drawing parallels to our life today.

having said that, i am wondering: why are arnold zweig, irmgard keun, victoria wolff so rarely read? are novels written by real witnesses too creepy? is there just more fluff in reading mysteries and domestic novels that are set in nazi germany, but framed from a contemporary perspective?

“the german house” takes place in the 1960s. as many novels with similar a setting, this, too, focuses on the fate of the protagonist’s family. the premise however is something else. the novel deals with the first auschwitz trial in frankfurt and the book title as well as the characters are screaming in your face: these atrocities would not have been possible without all those citizens who participated.

to involve the main character on a personal level is a trick overdone in mystery stories where the detective suddenly has to hunt down her daughter’s kidnapper or her lover gets murdered etc., thanks, i hate it. in “the german house” this device is at least going beyond its usual self-purpose. it’s telling us: “all of you. your family, too”, nailing down ingeborg bachmann’s term of tätertochter (daughter of the perpetrator).

inevitably i am thinking of vowinckel’s novel “gewässer im ziplock”, where the characters describe yad vashem as a memorial dedicated to the victims’ suffering, saying their names, giving them priority. in contrast, the german obsession with the perpetrators.

i am wondering: why do we turn to the perpetrators over and over again, in books, in films? we could/should learn “how it has come to this”, but this sentence is ridiculous in 2025. because we do not learn anything.

i am wondering: but how many people will listen to the recordings of these trials? how many people will be confronted in their day to day life with those unbearably scoffing criminals, with the testimonies of the witnesses?

i am wondering: is popular fiction “allowed” to tell us about auschwitz? and why is it easier for me to accept this topic in “serious” fiction?

can a novel, an audiobook be a vehicle? should they?

for example, i have learnt a lot from allende about the life under and the crimes in the pinochet dictatorship. allende writes own voice, about chile that is, as well as appropriating other perspectives about the suffering in other countries, from other people. i am finding appropriation in erpenbecks “book of words”, too, and still it is her novel through which i found out about the airplanes. i learnt about the desaparecidos (disappeared persons) and robbed children in argentina just because i was eating my way through erpenbecks work like a caterpillar.

is appropiation repressing the voices of the witnesses or can it be a tool for bringing them into focus? should i, for example, read grjasnowa, while i could, for example, read souleimane or wannous? should we read hess at all when there are the stories by klüger or rolnikaite (of whose descriptions i felt reminded several times while listening to “the german house”) available to us? or is one a preparation for the other? couldn’t it make sense for well known authors to use their range for important topics?

i can’t make up my mind.

the only thing i’m sure about is that we will always write down only one, that is, our own, perspective on the world, and it is never neutral.

in “the german house” i’ve noticed brutal fatshaming regarding the protagonist’s sister. disgusted and compromising descriptions of rampant bingeing, of spotted clothes and crumbs left behind, depicting being fat as being unkempt, as a visible manifestation of the character’s inner disintegration. vicious lines glorifying patriarchy’s claim of the female (read) body.

why would an author do this? why does she have to degrade a certain group of people?

apart from that, hess decided to reproduce racist and antisemitic slurs, maybe like: it’s the 60s, people would talk like that. but this is a decision. it is not a necessity. i am able to recognise the nazi values’ continued existence in the protagonist’s little brother, i can grasp the brutality of a scene where a child is using a toy tank to run over a toy soldier again and again because that toy soldier is a black GI. i don’t need any n-word for that.

using these slurs implicates that people affected by racism or antisemitism etc. cannot be hurt by them because they won’t read the book. it implicates that they are excluded as potential readers. and that’s a statement.

in recent weeks, i have read the n-word and other slurs in books released in 2021 and 2024 (by different authors). what makes someone decide to write violent terms, each of which well known to be problematic, into their own fiction? here, too, lies the implication that affected people can’t be hurt, that they will not read these books. where does that idea come from?

i am thinking of a classical dude quote, i rewrite it into: from the power of being read comes great responsibility. the responsibility to give your language a second thought. or to put it another way: if i don’t (for whatever reason) think it important to avoid discrimination for my own sake i should start to find it important at the latest when i go public. when i am listened to.

this is not about shaming single authors, therefore i won’t name those two books i couldn’t find any positive trait in. i consider this unrestrained use of violent language a structural issue. a marker of our time, as well as the exclusion of queer people, from novels, from public discourseTM or from german institutions where this year pride flags are suddenly banned.

we are running backwards. the worst deep inside us is retrieved and dusted off.

so the use of language and the depiction of our world in fiction can never be trivial or coincidental. it is characteristic for our society’s development. it shows us where the line of what can be said and what not has been moved. in reverse, fiction is a means of resistance, too. authors who are read do have an audience. they have the opportunity to improve the present and classify the past. readers are up to decide what kind of books they read, review and recommend.

morrison writes: “fictional literature may be (and i believe it is) the last and only route to remembrance, the only staunch in the wasteful draining away of conscience and memory. fictional literature can be an alternative language that can contradict and elude or analyze the regime, the authority of the electronically visual, the seduction of ‘virtual’.”

she wrote this in 1998. at least it was 1998 when she held this speech. reading those words now, it feels like she wrote them yesterday.

a colleague says: this world is pushing you to your limits.

i feel this when i wake up, when i am reading the news. i will soon be feeling the consequences of politics that finds climate change annoying and therefore fuels it even more, that wants to take gender neutral language away from me and to set up lists for my friends, that puts queer folks into severe danger, and, yes, i feel pushed to my limits. and that is why i want to write and to describe what i read. for with the responsibility also comes my glimmer of hope. words are resistance.

tiny call to action:

consider what you are saying, to friends, at work, on the internet. what you are reading. if applicable: what you are writing. normalising inhumane language does not come automatically. we all contribute to it - unless we don’t.

what terms, what kind of ideas would you like to spread?

books:

annette hess: the german house, translated by elisabeth lauffer

rebekka endler: witches, bitches, it-girls. wie patriarchale mythen uns bis heute prägen.

arnold zweig: das beil von wandsbek

irmgard keun: after midnight, translated by anthea bell

victoria wolff: gast in der heimat

dana vowinckel: gewässer im ziplock

isabell allende: the house of the spirits, translated by magda bogin

isabell allende: the wind knows my name

jenny erpenbeck: the book of words, translated by susan bernofsky

olga grjasnowa: city of jasmine, translated by katy derbyshire

omar youssef souleimane: the last syrian, translated by ghada mourad

dima wannous: the frightened ones, translated by elisabeth jaquette

ruth klüger: still alive. a holocaust girlhood remembered

mascha rolnikaite (macha rolnikas): i must tell, translated by daniel h. shubin

toni morrison: literature and public life. in: toni morrison: the source of self regard. selected essays, speeches and meditations

film:

babylon berlin (series), directed by tom tykwer, achim von borries, hendrik handloegten, since 2017

spider-man, directed by sam raimi, 2002

the interpreter of silence (mini series), directed by randa chahoud, isabel prahl, 2023

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