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Alltagshilfen-Ausprobiertag

Alltagshilfen umfassen eine Vielzahl von Hilfsmitteln, die älteren Menschen im Pflegeheim den Alltag erleichtern. Hierunter fallen einfache mechanische Hilfen wie Greifzangen, Anziehhilfen oder rutschfeste Unterlagen ebenso wie elektronische Geräte mit Sprachausgabe, digitale Kalender und Erinnerungssysteme. Ziel dieser Hilfsmittel ist es, die Selbstständigkeit und Sicherheit der Bewohner im täglichen Leben zu fördern. So können etwa rutschfeste Badmatten oder Haltegriffe das Sturzrisiko im Badezimmer deutlich reduzieren, während ergonomisches Essbesteck mit rutschfesten Griffen den Bewohnern ein selbstständiges Essen ermöglicht. Technische Helfer wie sprechende Uhren und elektronische Erinnerungsgeräte richten sich zudem speziell an Menschen mit Seh- oder Gedächtniseinschränkungen, um ihnen beispielsweise die Orientierung zu erleichtern und zu mehr Eigenständigkeit zu verhelfen.

Alltagshilfen sind nach Ansicht von Experten entscheidend dafür, die Lebensqualität im Alter zu erhalten. Sie wirken nicht nur unterstützend bei körperlichen Einschränkungen (z. B. bei Mobilität oder Feinmotorik), sondern erhöhen auch das subjektive Wohlbefinden der Bewohner, da sie trotz Pflegebedarf ein gewisses Maß an Autonomie bewahren können. Forschung und Praxis belegen, dass schon kleine technische oder mechanische Lösungen im Haushalt oder bei der Körperpflege mehr Sicherheit und Komfort schaffen und so das Wohlergehen steigern.

In der stationären Pflege stellen Pflegeheime den Bewohnern in der Regel eine Grundausstattung an Hilfsmitteln zur Verfügung. Dazu gehören standardmäßig etwa Rollstühle, einfache Gehhilfen, Pflegebetten oder Badewannensitze, die die Grundversorgung sicherstellen. Ist darüber hinaus ein spezieller Bedarf vorhanden – etwa wegen einer neuen Einschränkung –, kann dieser durch Verordnung über die Pflegekasse abgedeckt werden. Wichtig für die Betreuungsqualität ist, dass Hilfsmittel immer individuell auf die Bedürfnisse der Heimbewohner abgestimmt werden. Fachleute raten daher dazu, gemeinsam mit Pflegekräften und Therapeuten passende Hilfsmittel auszuwählen, damit sie den Alltag der Senioren möglichst wirkungsvoll verbessern. Durch einen bewusst geplanten Ausprobiertag können Pflegeeinrichtungen diese Beratung zur Unterstützung der Bewohner im Alltag praktisch umsetzen.

Zielsetzung eines Alltagshilfen-Ausprobiertags

Der Alltagshilfen-Ausprobiertag hat das Ziel, Bewohnern, Angehörigen und Betreuungs- oder Pflegekräften die Gelegenheit zu geben, verschiedene Hilfsmittel aktiv kennenzulernen und zu testen. Konkret soll er aufzeigen, wie simple mechanische Helfer und moderne technische Lösungen den Alltag der Pflegebedürftigen erleichtern können. Dabei werden die Bewohner angeregt, sich auszuprobieren: Sie sollen Greifhilfen, Anziehhilfen oder rutschfeste Unterlagen in die Hand nehmen und erleben, welche Unterstützung diese konkret bieten. Gleichzeitig können digitale Geräte wie sprechende Uhren oder elektronische Tabletten- und Medikamentenspender vorgeführt werden. Durch diese “Technik zum Anfassen” erfahren die Teilnehmer direkt, wie die Hilfen funktionieren und welchen Nutzen sie stiften. Fachpersonal oder externe Berater stehen bereit, um Fragen zu beantworten und bei der Handhabung zu helfen.

Ein wesentlicher Zweck dieser Veranstaltung ist es, Hemmschwellen abzubauen: Viele ältere Menschen und ihre Angehörigen wissen nicht im Detail, welche Hilfsmittel es gibt oder wie sie benutzt werden können. Indem Pflegekräfte und evtl. externe Fachleute anschaulich erklären, in welchem Moment eine Anziehhilfe oder ein Trinkbecher mit rutschfestem Boden hilfreich ist, entsteht Bewusstsein für bedürfnisgerechte Lösungen. Bewohner lernen so ungewohnte Möglichkeiten kennen und können selbst entscheiden, ob ein Hilfsmittel ihnen weiterhilft. Die Angehörigen erhalten einen Einblick, welche zusätzlichen Hilfen die Selbstständigkeit ihrer Verwandten steigern. Auch das Pflege- und Betreuungspersonal wird erreicht: Durch das gemeinsame Ausprobieren verbessert sich das Verständnis für die Arbeit mit Hilfsmitteln. Langfristig führt dies zu einer besseren Nutzung der vorhandenen Ressourcen im Heim und einer Entlastung des Personals, da sie bei Bedarf gezielt Hilfsmittel einsetzen können.

Insgesamt ist die Zielsetzung des Ausprobiertags also dreifach: Erstens sollen Bewohner durch praktische Erfahrung und professionelle Anleitung zu mehr Selbstständigkeit motiviert werden. Zweitens wird die Informationsvermittlung über moderne Hilfen intensiviert – es geht darum, bekannte und neue Hilfsmittel vorzustellen. Drittens dient der Tag dazu, Angehörige und Pflegekräfte einzubeziehen, damit auch sie die Vorteile erkennen und in die Versorgung integrieren. Experten sehen hierbei einen direkten Gewinn: Bewältigen Pflegebedürftige ihren Alltag mit geeigneten Hilfsmitteln selbstbestimmter, nimmt die Belastung der Pflegenden ab. Vor diesem Hintergrund ist der Alltagshilfen-Ausprobiertag ein aktives Instrument, um Lebensqualität, Sicherheit und Effizienz in der stationären Pflege zu fördern.

Vor- und Nachteile dieser Methode für Bewohner, Angehörige und Personal

Vorteile für Bewohner:
Ein zentraler Vorteil ist die Steigerung der Eigenkompetenz und des Selbstbewusstseins der Bewohner. Wenn sie spüren, dass sie selbstständig Anziehhilfen bedienen oder Essen mit ergonomischem Besteck einnehmen können, stärkt dies ihr Selbstvertrauen. Die aktive Teilnahme an der Veranstaltung macht Spaß und weckt oft Interesse an mehr. Technische Hilfsmittel wie sprechende Uhren oder digitale Kalender unterstützen zudem Alltagsabläufe für Seh- und Gedächtnisbehinderte, was den Alltag vereinfacht und Freiheit gewährt. Insgesamt können Bewohner durch den Tag eine deutliche Zunahme an Unabhängigkeit erfahren, da sie lernen, Hilfen für sich zu nutzen, statt im Alltag auf Hilfe angewiesen zu sein.

Nachteile für Bewohner:
Nicht alle älteren Menschen sind offen für neue Technik. Manche fühlen sich unsicher beim Umgang mit fremden Geräten oder scheuen Veränderungen. Ein Ausprobiertag kann in solchen Fällen Ängste vor Überforderung auslösen. Auch kann es Situationen geben, in denen eine vorgestellte Hilfestellung für einen Bewohner ungeeignet ist oder schlichtweg nicht gefällt, was zu Frust führen kann. Zudem erfordert die Teilnahme Konzentration und Geduld, was für demenzkranke oder stark eingeschränkte Personen anstrengend sein könnte. Daher muss das Personal darauf achten, jeden Bewohner angemessen zu begleiten und nicht zu überfordern.

Vorteile für Angehörige:
Angehörige profitieren, indem sie erkennen, welche konkreten Lösungen den Alltag ihrer Liebsten verbessern können. Sie erfahren aus erster Hand, wie Geräte funktionieren und welche Möglichkeiten es gibt. Dies verringert Unsicherheiten im Umgang mit dem Pflegeheim-Alltag. Zudem stärkt der Tag das Vertrauen zwischen Angehörigen und Einrichtung: Wenn Familien sehen, dass das Heim sich um Innovation und Lebensqualität kümmert, entsteht ein positives Gefühl der Mitverantwortung. Einige Angehörige fühlen sich entlastet, wenn sie sehen, dass Hilfsmittel den Pflegeaufwand vermindern können. Der gemeinsame Erlebnischarakter – etwa wenn Bewohner zusammen mit ihren Kindern oder Enkeln etwas ausprobieren – schafft zudem emotionale Nähe und fördert die Kommunikation über den Pflegebedarf.

Nachteile für Angehörige:
Auf der anderen Seite kann die Veranstaltung Angehörige auch verunsichern. Sie könnten feststellen, dass der Pflegebedarf höher ist als erwartet, weil ihre Mutter oder ihr Vater einige Hilfsmittel nicht selbst beherrschen kann. Das kann zu Sorgen oder Schuldgefühlen führen. Ebenso kann der Zeitaufwand für Familien ein Nachteil sein: Wer weit weg wohnt, muss möglicherweise extra für diesen Tag anreisen. Auch das gebotene Spektrum an Hilfsmitteln kann überfordern – es ist mitunter schwierig, das Passende auszuwählen, wenn die Auswahl sehr groß ist.

Vorteile für Personal:
Für die Pflege- und Betreuungskräfte bietet der Ausprobiertag vor allem Weiterbildungscharakter. Sie erweitern ihr Wissen über aktuelle Hilfsmittel und erlernen praktische Tipps zur Anwendung. Durch eigene Erfahrungen in der Demonstration entwickeln sie ein besseres Gefühl für die Vorteile und Grenzen jedes Geräts. Gut geschulte Mitarbeiter können später im Alltag gezielt Hilfsmittel einsetzen und so handlungsfähiger reagieren. Ein weiterer Vorteil ist die positive Atmosphäre: Gemeinsame Aktionen mit Bewohnern und Angehörigen stärken das Teamgefühl. Zudem können neue Erkenntnisse direkt in die Pflegedokumentation und -planung einfließen – wer einen Bewohner etwa selbständig mit einer Esshilfe sieht, weiß sofort, was im Pflegeplan ergänzt werden muss. Nicht zuletzt fördert ein solcher Tag die Akzeptanz von Hilfsmitteln im Team, da Technik heute als Hilfsmittel der Pflege den Alltag erleichtert und Entlastung schafft.

Nachteile für Personal:
Auf der negativen Seite bedeutet der Aktionstag zusätzlichen Aufwand. Die Planung, Vorbereitung und Betreuung der Veranstaltung erfordert Arbeitszeit, die anderen Aufgaben entzogen wird. Besonders in kleineren Heimen kann dies eine erhebliche Belastung darstellen. Auch die Kosten können anfallen – sei es für Verbrauchsmaterialien (z. B. Desinfektionsmittel für ausprobierte Geräte), zusätzliche Technikanschaffungen oder externes Personal und Beratung. Hinzu kommt, dass nicht alle Pflegekräfte sofort mit allen Neuerungen vertraut sind. Die Einführung neuer technischer Hilfen setzt Schulung voraus, wie Experten betonen: „Die Akzeptanz neuer Technologien benötigt Zeit. Pflegekräfte müssen lernen, mit neuen Technologien umzugehen und Prozesse anzupassen“. Dieses notwendige Training bindet Ressourcen. Außerdem besteht immer die Gefahr, dass nicht jedes Gerät dauerhaft im Heim eingesetzt wird – womöglich haben manche Anschaffungen am Ende nur einmal während der Aktion ihre Bewährungsprobe. Dies muss bei der Kosten-Nutzen-Abwägung berücksichtigt werden. Schließlich erfordert der Ausprobiertag eine klare Verantwortungsteilung: Wenn dies nicht gut geregelt ist, können Missverständnisse über Zuständigkeiten auftreten und das Personal zusätzlich belasten.

Anleitung zur Planung, Vorbereitung und Durchführung des Tages

Die erfolgreiche Realisierung eines Alltagshilfen-Ausprobiertages beginnt mit einer detaillierten Planungsphase. Im Vorfeld sollten die Organisatoren (z. B. Einrichtungsleitung und Pflegedienstleitung) folgende Punkte berücksichtigen und vorbereiten:

  • Bedarfsanalyse und Zielgruppen klären: Legen Sie fest, welche Bewohnergruppen (z. B. Rollatornutzer, Demenzpatienten) und welche Hilfsmittel besonders berücksichtigt werden sollen. Bestimmen Sie, ob der Tag offen für alle Bewohner und Angehörige ist oder zunächst auf einen Wohnbereich beschränkt bleibt. Entscheiden Sie außerdem, ob externe Fachleute (Ergotherapeuten, Pflegeberater, Pflegestützpunkt) eingeladen werden, um zu beraten.

  • Termin und Dauer festlegen: Wählen Sie ein Datum, das zu Ihrem Einrichtungsalltag passt (z. B. Wochentags vormittags, da dann Besucher kommen können). Rechnen Sie genügend Zeit ein – ein halber bis ganzer Tag ist üblich. Klären Sie frühzeitig, ob eventuell Kollegen freigestellt werden müssen, um Dienstplanengpässe zu vermeiden.

  • Raumplanung: Wählen Sie einen großen, barrierefreien Raum oder mehrere Räume, in denen verschiedene Stationen aufgebaut werden können. Der Raum sollte gut beleuchtet und bodengleich erreichbar sein. Achten Sie auf genügend Sitz- und Stehmöglichkeiten für die Besucher und auf ausreichend Platz für Rollstühle oder Rollatoren. Verteilen Sie Tische so, dass Arbeits- und Demonstrationsflächen entstehen (z. B. ein Tisch mit Ess- und Trinkhilfen, ein anderer mit Badhilfen). Sorgen Sie für eine klare Beschilderung, damit die Teilnehmer verschiedene Stationen leicht finden.

  • Materialliste erstellen: Erstellen Sie eine umfassende Liste aller Hilfsmittel, die präsentiert werden sollen. Denken Sie dabei an verschiedene Kategorien:

    • Mechanische Alltagshilfen: Greifzangen, Anziehhilfen (Schuhanzieher, Knöpfer, Reißverschluss-Helfer), spezielle Bestecke und Trinkhilfen, Rutschmatten, Haltegriffe (für Bad und WC), Aufstehhilfen, Badewannensitze, mobilitätsfördernde Kleingeräte (z. B. Ein- und Ausstiegshilfen) usw.

    • Technische Hilfsmittel: Sprechende Uhren und Wecker, digitale Kalender oder Erinnerungsgeräte (Tablettendispenser, Medikamentenwecker), Erinnerungssysteme für Termine, sprechende Waagen oder Messgeräte, Notrufsysteme, GPS-Ortungsgeräte für Demenzkranke, Tablets/Smartphones mit seniorengerechter Oberfläche, Hausnotrufgeräte usw.

    • Demonstrations- und Infomaterial: Neben den eigentlichen Hilfsmitteln sollten Informationsmaterialien bereitliegen. Dazu gehören gedruckte Produktinfos, Herstellervideos (falls möglich per Bildschirm oder Tablet zeigen), Ratgeberbroschüren oder Flyer vom Pflegestützpunkt über Hilfsmittel. Legen Sie auch Listen mit den Kontaktdaten von Lieferanten und Sanitätshäusern aus, bei denen die gezeigten Geräte bezogen werden können.

    • Technik und Ausstattung: Stellen Sie sicher, dass Stromanschlüsse oder WLAN für elektronische Geräte verfügbar sind. Bereiten Sie ggf. Laptops oder Bildschirme vor, um digitale Kalender-Anwendungen zu präsentieren. Bringen Sie Verlängerungskabel und Mehrfachsteckdosen mit, um mehrere Geräte gleichzeitig zu versorgen. Außerdem sollten Tische, Stühle, ggf. eine Leinwand (für Präsentationen) und Reinigungstücher/Desinfektionsmittel bereitstehen.

  • Aufgaben und Verantwortlichkeiten verteilen: Benennen Sie ein Planungsteam mit einer Hauptverantwortlichen (Koordinator/in) und verteilen Sie spezifische Aufgaben. Typische Rollen sind: Organisation (Termin, Raum, Einladungen), Materialbeschaffung (Hilfsmittel zusammenstellen, Technik organisieren), Verpflegung (Snacks/Getränke für Besucher und Personal), Öffentlichkeitsarbeit (Aushänge im Heim, Einladungsschreiben an Angehörige), Empfang (Begrüßung und Registrierung der Gäste) sowie Helfer an den Stationen (Pflegekräfte oder Freiwillige, die bei den jeweiligen Hilfsmitteln Auskunft geben). Kennzeichnen Sie deutlich, wer Ansprechpartner für welche Station ist. Einbezogen werden sollten auch hausinterne Dienste wie Hauswirtschaft (für Catering) und Technik (für Elektronikfragen).

  • Ablauf und Zeitplan: Planen Sie den Tagesablauf in Einzelpunkten. Zum Beispiel könnte der Vormittag um 9:00 Uhr mit einer kurzen Begrüßung und Vorstellung des Programms beginnen. Anschließend folgt eine offene Phase, in der Besucher die Stationen frei durchlaufen können. Optional können auch Kurzpräsentationen oder Workshops angeboten werden (z. B. „Richtiges Anlegen von Kompressionsstrümpfen“ oder „Tipps zum Sturzmanagement“). Legen Sie feste Zeiten für Pausen fest, damit sich das Personal erholen kann. Schreiben Sie den Ablauf auf und hängen Sie ihn am Eingang aus. Informieren Sie vorab alle Beteiligten per Aushang, Flyer oder Rundmail über den Zeitplan.

  • Informationsflyer und Werbung: Gestalten Sie einen Flyer oder Aushang, der kurz den Zweck des Tages und den groben Ablauf beschreibt. Dieser sollte klar formuliert an alle Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter verteilt werden. Erwähnen Sie Datum, Uhrzeit und Ort sowie die Höhepunkte (z. B. „Probieren Sie Hilfsmittel aus“ oder „Fachberatung vor Ort“). Weisen Sie darauf hin, dass die Teilnahme kostenlos ist und keine Anmeldung erforderlich ist (sofern zutreffend). Ergänzen Sie Kontaktinformationen für Nachfragen (z. B. die Telefonnummer der Veranstaltungsleitung). Hängen Sie die Flyer gut sichtbar aus (in Wohnbereichen, am Pflegedienstzimmer, beim Haupteingang).

  • Sicherheit: Sicherheit hat oberste Priorität. Prüfen Sie vorab, ob alle Hilfsmittel gefahrlos vorgeführt werden können (z. B. keine Geräte mit beschädigten Kabeln verwenden). Stellen Sie sicher, dass an den Stationen jeweils ausreichend Personal anwesend ist, um den Gebrauch der Geräte zu überwachen. Halten Sie Erste-Hilfe-Material und Desinfektionsmittel bereit. Achten Sie auf brandschutzgerechte Vorgaben (Freihalten von Fluchtwegen, funktionierende Rauchmelder) und dass der Ausstellungsbereich barrierefrei zugänglich ist. Besprechen Sie Notfallpläne mit dem Team (Ansprechpartner, Evakuierungswege, Rufnummern).

  • Technische Vorbereitung: Testen Sie alle Geräte und Präsentationsmedien unbedingt vorab. Laden Sie bei digitalen Anwendungen (Apps, Videos) alle notwendigen Dateien herunter oder streamen Sie sie kurz vor der Veranstaltung, um technische Pannen zu vermeiden. Sorgen Sie für Ersatzbatterien bei funkbetriebenen Geräten und für Ladekabel bei Handys/Tablets. Wenn Sie den Tag für Foto- oder Videodokumentation nutzen wollen, legen Sie auch hierfür Zuständigkeiten fest – etwa wer fotografiert und wie die Bilder verwendet werden dürfen.

  • Nachbereitung einplanen: Schon im Voraus sollten Sie festlegen, wie die Ergebnisse des Tages ausgewertet werden. Verteilen Sie Feedbackbögen an Bewohner, Angehörige und Personal, um Rückmeldungen zum Ablauf und zu den Hilfsmitteln zu erhalten. Planen Sie Sitzungen ein, in denen das Team bespricht, welche Hilfsmittel eingeführt oder angeschafft werden sollen und welche Verfahren im Alltag geändert werden. Stellen Sie sicher, dass geeignete technische Helfer auch nach dem Aktionstag weiter verfügbar sind (z. B. durch Bestellungen bei Sanitätshäusern oder Beratungen durch Therapeuten).

Jeder Schritt der Planung sollte dokumentiert werden (Checklisten helfen), damit nichts vergessen wird. Bei Erfolg kann der Alltagshilfen-Ausprobiertag auch in regelmäßigen Abständen wiederholt oder zu einer festen Einrichtung im Jahresprogramm werden. Durch klare Verantwortlichkeiten und gründliche Vorbereitung erhöht sich die Sicherheit und Effizienz der Veranstaltung deutlich.

Umsetzung in der Praxis – mit Varianten

In der Praxis kann ein Alltagshilfen-Ausprobiertag auf unterschiedliche Weise realisiert werden, je nach Größe der Einrichtung und Zielsetzung:

  • Interne Stationsveranstaltung: In kleineren Heimen oder auf einzelnen Wohnbereichen kann der Ausprobiertag als internes Angebot organisiert werden. Dabei richten Pflegekräfte in einem gemeinsamen Raum mehrere Stationen ein (z. B. „Anziehen“, „Essen“, „Pflege“, „Mobilität“). Nur Bewohner der betreffenden Station und deren Angehörige sind eingeladen. Diese Variante ist überschaubar und bedarf keiner großen Werbung nach außen. Sie bietet den Vorteil, dass sich die Bewohner in ihrer gewohnten Umgebung bewegen und der enge Wohnbereichscharakter erhalten bleibt. Auch bleibt die Kontrolle über die Teilnehmerzahl übersichtlich. Allerdings ist das Angebot dann auf die vorhandenen Hilfsmittel der Einrichtung beschränkt; externe Aussteller oder Fachfirmen werden in der Regel nicht hinzugezogen. So können die Materialien aus dem eigenen Lager genutzt werden. Beispielsweise könnte an einer Station ein vorhandener Rollator mit Sitz ausprobiert werden, an einer anderen rutschfeste Materialien im Bad gezeigt werden. Die Organisation kann kurzfristig erfolgen und wird meistens von den Stationsleitungen oder Praxisanleitern durchgeführt.

  • Stationsübergreifender Projekttag: Größere Seniorenheime oder Einrichtungen mit mehreren Wohnbereichen bieten sich als Austragungsort für einen gruppenübergreifenden Projekttag an. Hierbei werden Bewohner aller Bereiche eingeladen. Der Vorteil ist, dass ein viel größerer Teilnehmerkreis erreicht wird und der Austausch zwischen den Wohnbereichen gefördert wird. Mehr Personal und Freiwillige können involviert werden. Oft werden dann einzelne Themen gezielt bearbeitet, zum Beispiel bilden sich in der Cafeteria einzelne Themen-Inseln („Technik“, „Mobilität“, „Pflegehilfen“, „Hauswirtschaft“), die stationenartig angefahren werden. In dieser Form kann auch zeitweise mit externen Experten kooperiert werden (z. B. ein Ergotherapeut oder Berater vom Pflegestützpunkt leitet einen Workshop). Angehörige werden aktiv eingebunden und können beim Ausprobieren assistieren. Die Öffentlichkeitsarbeit wird vorab stärker betrieben (Flyer, Pressemitteilung). Der Aufwand ist höher, doch die Vorführungsvielfalt ebenfalls – es können auch neue Hilfsmittel aus Lieferantenkatalogen vorgeführt werden. In der Nachbereitung ergibt sich oft eine Liste konkreter Anschaffungen oder Schulungen für das Personal, da sich aus vielen Rückmeldungen leichter ein Bedarf ableiten lässt.

  • Offene Hausmesse mit Fachfirmen: Eine aufwändigere Variante ist die Organisation einer Hausmesse oder eines Tages der offenen Tür speziell zum Thema Alltagshilfen. Hierbei laden Pflegeheime gezielt Hersteller, Sanitätshäuser oder ambulante Dienste ein, die ihre Produkte vorstellen. Die Veranstaltung ist nicht nur auf Bewohner und Angehörige beschränkt, sondern kann auch interessierte Bürger, Ratsuchende und Fachleute ansprechen. Die Räumlichkeiten werden als Messehallen genutzt, die nach Anbieter oder Themen gegliedert sind. So können Aussteller z. B. Pflegebetten, Treppenlifte, Sprecheinrichtungen oder Esshilfen aufbauen. Die Fachfirmen demonstrieren die Bedienung, geben Prospekte und Muster ab und stehen für Fragen zur Verfügung. Für die Einrichtung besteht der Vorteil, neue Kontakte zu knüpfen und eventuell Sonderkonditionen für Sammelbestellungen zu erhalten. Bewohner und Angehörige genießen vielfältige Beratungsmöglichkeiten und können Geräte direkt vergleichen. Meist gibt es bei solchen Messen auch ein Rahmenprogramm (Vorträge, Gewinnspiele, Verpflegung), um die Veranstaltung attraktiver zu machen. Ein Nachteil ist der hohe Organisationsaufwand und die räumliche Größe, die eine gründliche Vorbereitung verlangt. Dennoch zeigen Beispiele aus der Praxis, dass solche Messen – etwa in Zusammenarbeit mit lokalen Pflegestützpunkten – sehr gut angenommen werden können. So organisierte ein Pflegestützpunkt etwa einen „Hilfsmittel-Flohmarkt“ im Rahmen eines Tags der offenen Tür, bei dem gebrauchte Gehhilfen und Rollatoren gegen Spenden abgegeben wurden. Das zieht viele Besucher an und sammelt zugleich Spenden für gemeinnützige Zwecke.

Bei allen Varianten ist entscheidend, dass das Pflegepersonal die gewonnenen Erkenntnisse umsetzt. Nach dem Aktionstag sollte entschieden werden, welche Hilfsmittel neu angeschafft oder in den Alltag übernommen werden. In kleinen internen Veranstaltungen mag dies bedeuten, ein neues Besteck-Set für einen Bewohner zu bestellen. In großen Hausmessen könnte es zur Kooperation mit einer Firma führen oder zur Schulung des gesamten Teams im Umgang mit bestimmten Geräten. Wichtig ist, dass aus der Aktions-Atmosphäre konkrete Verbesserungen resultieren: Sind Bewohner beispielsweise vom Nutzen eines Erinnerungsweckers überzeugt, sollte das Gerät dauerhaft zur Verfügung gestellt werden. So wird aus dem Ausprobiertag eine nachhaltige Maßnahme für die Lebensqualität und Sicherheit der Pflegeheimbewohner.

Argomento Kreative Beschäftigungen

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