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In den letzten Tagen gab es zwei große Themen in den Medien: Eine 55-jährige Frau stirbt, weil kein Intensivbett für sie frei ist. Und: Haben bestimmte Leute im SOS-Kinderdorf schon seit Jahren gewusst, dass dort Kinder Gewalt und sexuellen Missbrauch erleiden mussten?
Doch all diese Informationen sind nur dann nützlich, wenn sie auch verstanden werden. Deshalb schreiben wir unsere Texte so, dass du sie gut verstehen kannst, auch wenn Deutsch nicht deine Muttersprache ist. Dieser Newsletter richtet sich an alle, die leicht verständliche Nachrichten schätzen.
Das sind heute unsere Themen:
🔸 Kein freies Intensivbett: 55-jährige Frau stirbt
🔸 Missbrauch im SOS-Kinderdorf: Immer mehr Fälle
🔸 22,7 Prozent: Mehr Menschen aus dem Ausland in Österreich
🔸 Ab Samstag: Winter-Reifen sind Pflicht
Kein freies Intensivbett: Frau (55) stirbt
Der Tod einer 55-jährigen Frau aus Oberösterreich sorgt seit Tagen für Aufregung. Sie kam am 14. Oktober mit starken Bauchschmerzen ins Spital Rohrbach. Dort stellten die Ärzt:innen einen Riss in der Hauptschlagader fest. Das ist eine lebensgefährliche Verletzung. Sie muss sofort in einem Spital mit Herz-Spezialist:innen, Operations-Saal und Intensivbett behandelt werden.

Kein freies Bett. Doch genau hier begann das Problem. Das Krankenhaus in Rohrbach konnte diese Behandlung nicht durchführen. Also riefen die Ärzt:innen bei den großen Kliniken in der Nähe an: In Linz, Wels, St. Pölten, Passau und Salzburg. Doch in keinem Spital gab es ein freies Intensivbett.
Nur die Klinik in Salzburg hätte die Frau später aufnehmen können. Aber da war es schon zu spät. Der Zustand der Patientin war zu schlecht für einen Transport. Die 55-Jährige starb noch am selben Abend.
Mehrere Fälle. Jetzt fragen sich viele Menschen: Wie kann das passieren? Wie kann eine Patientin sterben, weil kein Platz im Krankenhaus frei ist? Außerdem wurden in den letzten Tagen mehrere ähnliche Fälle bekannt, wo Menschen starben, weil sie zu spät die richtige Hilfe bekommen haben.
Untersuchung. Die zuständige Politikerin in Oberösterreich lässt den Fall jetzt genau untersuchen. Auch Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) will das.
Nächste Woche trifft sich die Ministerin mit Politiker:innen aus allen Bundesländern. Gemeinsam wollen sie besprechen, wie Notfälle in Zukunft besser organisiert werden können. Sie will, dass die Krankenhäuser in den Regionen besser zusammenarbeiten, damit Patient:innen schneller die Hilfe bekommen, die sie brauchen.
Missbrauch im SOS-Kinderdorf: Neue schwere Vorwürfe
Die Fälle von Gewalt und Missbrauch im SOS-Kinderdorf sind weiter ein Thema, über das auch in den letzten Tagen berichtet wurde. Seit die Wiener Wochenzeitung “Falter” aufgedeckt hat, dass im SOS-Kinderdorf Kinder Gewalt und Missbrauch erlebt haben, melden sich jeden Tag weitere Betroffene. Einer davon hat als Kind im SOS-Kinderdorf Altmünster (Oberösterreich) gelebt und dort viel Gewalt erlitten.
Die meisten, die sich jetzt melden, sind inzwischen erwachsen. Doch viele davon leiden noch immer unter dem, was sie als Kinder im SOS-Kinderdorf erlebt haben.
Was ist das SOS-Kinderdorf? SOS-Kinderdorf ist ein Verein, der Kindern und Jugendlichen hilft, die nicht bei ihren Eltern leben können. In Österreich leben derzeit rund 1.800 Kinder und Jugendliche in SOS-Kinderdörfern oder in Wohngruppen des Vereins. Dort leben sie mit Betreuer:innen in kleinen Gruppen, ähnlich wie in Familien.
Der Verein wurde 1949 in Imst (Tirol) vom Österreicher Hermann Gmeiner gegründet. Heute gibt es SOS-Kinderdorf in vielen Ländern weltweit.
SOS-Kinderdorf Nepal. Vor ein paar Tagen berichtete der „Falter" auch über Fälle von sexuellem Missbrauch im SOS-Kinderdorf in Nepal. Der Täter soll ein reicher Mann gewesen sein, der viel Geld an das SOS-Kinderdorf gespendet hat. Zwischen 2010 und 2014 reiste er mehrmals nach Nepal, weil er Geld für den Bau eines Dorfes gab.
Doch dann wurde bekannt, dass er dort Buben sexuell missbraucht hat. Jetzt zeigt sich, dass Helmut Kutin über diesen Missbrauch informiert war. Kutin war der Ehrenpräsident des Kinderdorfes.
Sexuelle Übergriffe. Trotzdem hat er diesem Mann erlaubt, im Kinderdorf zu übernachten. Und es gibt E-Mails, die zeigen, dass auch andere Personen bereits 2015 wussten, dass es diese Übergriffe gab. Der Täter und auch Kutin sind inzwischen verstorben.
Wie schon berichtet, soll auch Hermann Gmeiner acht Buben missbraucht haben. Gmeiner hat das SOS-Kinderdorf gegründet. Auch seine Taten sollen schon 2013 bekannt gewesen sein.

Alles aufklären. Vor einigen Wochen wurde eine Gruppe eingesetzt, die alle Vorwürfe und Fälle aufklären soll. Diese Gruppe wird von Irmgard Griss geleitet. Sie war früher Präsidentin des höchsten Gerichts in Österreich. Heute ist sie Politikerin bei den NEOS.
Sie hat von der Führung des SOS-Kinderdorfes verlangt, dass sie offen und ehrlich sein müssen. Das heißt: Die Gruppe muss alle Dokumente sehen dürfen. Und Mitarbeiter:innen müssen frei mit dieser Gruppe sprechen dürfen.
Die Gruppe arbeitet auf mehreren Ebenen: Sie spricht mit Opfern, untersucht alte Fälle neu und besucht Kinderdörfer, um zu sehen, wie es dort heute läuft.
Jeder fünfte Mensch in Österreich wurde im Ausland geboren
In Österreich leben immer mehr Menschen, die im Ausland geboren wurden. Das zeigen neue Zahlen des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF). Am 1. Jänner 2025 waren es 2,085 Millionen, das entspricht 22,7 Prozent der Bevölkerung. Ein Jahr davor lag der Anteil noch bei 22,3 Prozent.
Die meisten kommen aus Deutschland (270.500 Menschen). An zweiter Stelle folgt Bosnien und Herzegowina (179.800), dann die Türkei (166.800) und Rumänien (148.600). Aus Syrien leben 94.800 Menschen in Österreich, aus der Ukraine 88.700 und aus Afghanistan 48.200.

2024 sind etwa 178.600 Menschen nach Österreich gekommen. Auch 2024 kamen die meisten aus Deutschland.
Fast 40 Prozent aller Menschen mit ausländischem Geburtsort wohnen in Wien. In der Hauptstadt machen sie sogar 40,9 Prozent der Bevölkerung aus. Das Burgenland hat mit nur 2 Prozent den kleinsten Anteil.
Auch in den Schulen zeigt sich diese Entwicklung: 26,4 Prozent der Schüler:innen sprechen zu Hause eine andere Sprache als Deutsch. In Wien ist es jedes zweite Schulkind.
Winterreifen sind ab Samstag Pflicht
Ab 1. November gilt in Österreich wieder die Winterreifen-Pflicht. Sie dauert bis 15. April. Die Regel lautet: Bei Schnee, Matsch oder Eis müssen Autos Winterreifen haben.
Wer ohne Winterreifen fährt, kann bei einer Kontrolle eine Strafe bis zu 10.000 Euro bekommen. Wenn es bei winterlichen Straßen zu einem Unfall kommt, kann die Versicherung Ärger machen. Sie kann Geld zurückfordern oder den Schaden nicht bezahlen.
In vielen Werkstätten muss man für den Wechsel der Winterreifen bis zu 14 Tage warten. Manche Werkstätten bieten aber auch am Wochenende extra Termine nur für den Reifenwechsel an.
Das waren die wichtigsten Nachrichten der Woche. Wir hoffen, dass auch für dich etwas Interessantes dabei war.
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Der nächste Newsletter erscheint am Donnerstag,
6. November 2025.
Bis dahin wünschen wir dir alles Gute.
Liebe Grüße
Petra und Michi
Team „Österreich für dich“