SACHBUCH (Si apre in una nuova finestra)-&-WAS MIT LESEN (Si apre in una nuova finestra)
Huihuihui! Es ist wieder an der Zeit: Zwar kommt kein Rabe, uns zu holen (unseres Wissens nach), dafür aber wurden heute Vormittag die acht nominierten Autor*innen, deren Bücher und die veröffentlichenden Verlage bekanntgegeben, die für den Deutschen Sachbuchpreis 2026 nominiert sind. Und wer uns folgt, kennt (und bestenfalls schätzt), weiß, dass uns das Sachbuch (Si apre in una nuova finestra) im Schnitt näher ist, als der Roman (Si apre in una nuova finestra).

Die Jury aus der Sachbuchkritik, dem Journalismus, der Wissenschaft und dem Buchhandel um Jurysprecher Pascal Mathéus hatte aus 212 Einreichungen von 133 Verlagen auszuwählen.
„Was für ein beeindruckend hoher Bücherstapel – doch die Vorfreude auf die Lektüre ist noch größer. Die enorme Vielfalt verspricht spannende und intellektuell bereichernde Einsichten. Mit dieser hervorragend besetzten Jury darüber zu diskutieren, welches Buch den Titel Sachbuch des Jahres verdient, verheißt schon jetzt ein besonderes Vergnügen.“
– Pascal Mathéus, Jurysprecher
Sicherlich auch 2026 keine leichte Aufgabe (zumal am Ende 239 Bücher zur Auswahl standen). Doch vermutlich eine, die, mit Blick auf das Juryfoto sowie das vorgenannte Zitat, bei allem debattierfreudigen Abwägen wohl einige wissbegierige Wonne mit sich brachte.

Sibylle Anderl (Die Zeit; Autorin u. a. von Dunkle Materie, C.H. Beck Verlag)
Maja Brankovic (Wirtschaftswoche; Gründungshost des Podcasts F.A.Z. Finanzen & Immobilien)
Manuela Lenzen (Wissenschaftsjournalistin; Autorin Der elektronische Spiegel. Menschliches Denken und künstliche Intelligenz, C.H. Beck Verlag)
Pascal Mathéus (Buchhandlung Wassermann, Hamburg-Blankenese; Literaturblog „Aufklappen“), Jurysprecher
Patricia Rahemipour (Institut für Museumsforschung / Stiftung Preußischer Kulturbesitz; promovierte zum Thema „Archäologie im Scheinwerferlicht. Die Visualisierung der Prähistorie im Film 1895–1930“)
Stefan Spiegel (Head of Content bei funk (ARD & ZDF) / Marmota Maps)
Katrin Vohland (promovierte Biologin; Naturhistorisches Museum Wien, leitete zuvor den Forschungsbereich Museum und Gesellschaft am Museum für Naturkunde Berlin (MfN)
Welcher Titel nun am 8. Juni 2026 im Kleinen Saal der Elbphilharmonie in Hamburg als Sachbuch des Jahres ausgezeichnet wird, entscheidet eben diese sieben Köpfe. [Die Jury wird jedes Jahr neu von der Akademie Deutscher Sachbuchpreis zusammengestellt. Eine mehrmalige Jurymitgliedschaft ist möglich.]
Doch welche acht Titel sind nominiert? Nun, hier sind sie (in alphabetischer Reihenfolge):
Heike Behrend: Gespräche mit einem Toten. Gustaf Nagel, Prophet vom Arendsee, Matthes & Seitz Berlin, August 2025
Florence Gaub: Szenario. Die Zukunft steht auf dem Spiel, dtv, November 2025
Tilmann Lahme: Thomas Mann. Ein Leben, dtv, Mai 2025
Konstantin Richter: Dreihundert Männer. Aufstieg und Fall der Deutschland AG, Suhrkamp, Oktober 2025
Irina Scherbakowa: Der Schlüssel würde noch passen. Moskauer Erinnerungen, Droemer, November 2025
Bettina Schöne-Seifert: Leben, Körper, Tod. Zwölf aktuelle Kontroversen der Medizinethik, Wallstein, Oktober 2025
Roberto Simanowski: Sprachmaschinen. Eine Philosophie der künstlichen Intelligenz, C.H. Beck Verlag, Oktober 2025
Ronen Steinke: Meinungsfreiheit. Wie Polizei und Justiz unser Grundrecht einschränken – und wie wir es verteidigen, Berlin Verlag, Februar 2026
Gedanke eins: 2026 ist keine Graphic Novel nominiert. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an Ulli Lust für ihr Werk Die Frau als Mensch. Am Anfang der Geschichte (Reprodukt Verlag, queer review folgt). Ebenso ist kein Titel der Ullstein Buchverlage unter den Nominierten, was nicht nur mit Blick auf Birgit Aschmanns Die Deutschen und die Natur - Eine andere Geschichte des 19. Jahrhunderts überrascht. Überhaupt vermissen wir naturwissenschaftliche Titel (Si apre in una nuova finestra), irgendwas zum Klima und seiner wie unserer Krise (Si apre in una nuova finestra), den Verbrechen am wichtigen Grün (Si apre in una nuova finestra), dem Wert der Natur (Si apre in una nuova finestra), etc. Umso verwunderlicher, da in der Jury Menschen mit entsprechendem Hintergrund sitzen. Die Gedanken eins bis zweieinhalb machen uns also eher unzufrieden (Si apre in una nuova finestra)…
https://steady.page/de/thelittlequeerreview/posts/2f41347b-50e3-4f67-8a60-8bc60120768d (Si apre in una nuova finestra)Doch: Im besten Sinne überrascht die Nominierung von Florence Gaub. Die Review zu ihrem Szenario findet ihr in Kürze, die Sprachmaschinen sind weniger überraschend, standen sie doch bereits auf diversen Bestenlisten, waren hier und dort Teil von Preisdebatten usw., usf. Dass Tilmann Lahmes Thomas Mann-Biografie nominiert sein würde, dachten und hofften wir ebenso wie bei Richters Dreihundert Männern. Meinungsfreiheit ist immer gut, fragt da mal die Frau Scherbakowa.
https://steady.page/de/thelittlequeerreview/posts/8ce6ec61-20df-4d9c-b947-2a13157ab8fe (Si apre in una nuova finestra)Mit Heike Behrend ist eine Autorin nominiert, die bereits 2021 für den Deutschen Sachbuchpreis nominiert war und den Preis der Leipziger Buchmesse in eben dieser Kategorie gewann (für Menschwerdung eines Affen – wir empfehlen die Rezension auf Elementares Lesen (Si apre in una nuova finestra)). Matthes & Seitz ist also gut beraten, an der erfahrenen Autorin festzuhalten.
Der C.H. Beck Verlag ist in diesem Jahr nur mit einem Buch vertreten, was schon beinahe irritiert. Doch nun, so ist es eben. Allerdings hätten wir uns gewünscht, dass etwa Thomas Sparr mit Come Out unter den Nominierten wäre. Verdient hätten es Autor und Buch allemal. Mehr dazu in unserer Rezension, die es in der kommenden Woche zu lesen gibt.
Letzte Gedanken: Mit Leben, Körper, Tod. Zwölf aktuelle Kontroversen der Medizinethik wird Bettina Schöne-Seifert ein Buch der Stunde geschrieben haben, das sich ähnlich Ronen Steinkes wie gewohnt im Berlin Verlag veröffentlichten Bandes als Beitrag zu aktuellen Debatten positionieren dürfte.
https://steady.page/de/thelittlequeerreview/posts/b811bd4b-ac70-46ff-9afb-63b19a15159e (Si apre in una nuova finestra)Wie auch in den vergangenen Jahren werden wir uns der Titel teils vor und teils nach der Verleihung Anfang Juni widmen.
QR [mit Pressematerial]
Zum Deutschen Sachbuchpreis: Die mit 42.500 Euro dotierte Auszeichnung wird von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels (Si apre in una nuova finestra) verliehen. Der oder die Gewinner*in erhält 25.000 Euro, während die sieben weiteren Nominierten mit jeweils 2.500 Euro gewürdigt werden. Der Preis zeichnet ein herausragendes Sachbuch in deutscher Originalsprache aus, das gesellschaftlich relevante Impulse setzt.
https://steady.page/de/thelittlequeerreview/posts/a9732302-ad85-4583-88e2-db8fcbd32e96 (Si apre in una nuova finestra)Schirmherr des Deutschen Sachbuchpreises ist der umstrittene Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer . Hauptförderer ist die Deutsche Bank Stiftung, darüber hinaus unterstützen die Stadt Hamburg und die Frankfurter Buchmesse die Auszeichnung.
PS: Zwei Geburtstage: Luisa Neubauer wird dreißig Jahre. Ihr jüngstes Buch Was wäre, wenn wir mutig sind? (Rowohlt Taschenbuch) war im vergangenen Jahr als Wissensbuch des Jahres nominiert (Si apre in una nuova finestra). Und: Die Queen, also Elizabeth II. nicht Queen V., wäre heute 100 Jahre geworden.

In diesem Zusammenhang wollen wir euch gern auf Craig Browns ausführliche Biografie Q - Das unglaubliche Leben der Queen aufmerksam machen, das kürzlich in der Übersetzung von Tobias Gabel im C.H. Beck Verlag erschienen ist und in Bälde von uns besprochen wird.
PPS: Es ist nun übrigens ein gutes Jahr her, dass wir unseres ersten Beitrag hier bei Steady veröffentlicht haben (ein Haupt-Sachbuch mit dem feinen Titel RAUSCH (Si apre in una nuova finestra)). Was auch bedeutet, dass wir nach wie vor an der Wiederbelebung unseren ursprünglichen Online-Magazins dran sind (Si apre in una nuova finestra). Ausgereifte technische Finesse ist bei eher schrumpeligen Budget allerdings so eine Sache… In diesem Sinne 👇🏼
IN EIGENER SACHE: Da unser reguläres Online-Magazin noch immer nicht wieder am Start ist, veröffentlichen wir vorerst hier. Mehr dazu lest ihr in unserem Instagram-Post (Si apre in una nuova finestra) oder auf Facebook (Si apre in una nuova finestra). Außerdem freuen wir uns immer, wenn ihr uns einen Kaffee spendieren wollt (Si apre in una nuova finestra) oder uns direkt via PayPal (Mail: info_at_thelittlequeerreview.de) unterstützen mögt.
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