Saltar para o conteúdo principal

Captain Kirk

Meine lieben Buddys,
es ist Montag, und heute möchte ich mal wieder ganz exklusiv und nur für Euch etwas ganz Aktuelles beleuchten, nämlich die Vorgänge der letzten Woche. Denn mal ehrlich und Hand aufs Herz, wer von Euch hatte zuvor schon mal den Namen Charlie Kirk gehört? Ich jedenfalls nicht. Kirk kannte ich nur vom "Raumschiff Enterprise", und der hieß mit Vornamen James T.

Aber seit auf einer Podiumsdiskussion an einer Universität in Utah der 30-jährige Trump-Unterstützer Charlie Kirk erschossen wurde, orgeln unsere Medien diese Person von vorne bis hinten durch unsere Infokanäle, bis auch der Letzte mitbekommen hat, dass da ein glühender Verfechter der Meinungsfreiheit einem hinterhältigen Verbrechen zum Opfer fiel. Und auf einmal gehen alle steil. Sogar bei uns in Deutschland.

Deswegen möchte ich jetzt gleich zu Anfang, bevor Missverständnisse aufkommen, klarstellen, dass ich es selbstverständlich absolut nicht in Ordnung finde, jemanden zu erschießen. Und auch nicht, so eine Tat hinterher abzufeiern. Wobei ich mich aber auch frage, ob das grundsätzlich alle so sehen, und zwar grundsätzlich immer?

Denn wenn jetzt vor allem Leute aus dem linken Spektrum über das Opfer aus dem rechten Spektrum es an Pietät mangeln lassen, empören sich darüber vor allem Leute aus dem rechten Spektrum. Als würde das andersrum nicht ganz genau so ablaufen! Als würde der ein oder andere, der jetzt Pietät einfordert, bei einem anderen Opfer selber eine solche Tat nicht genau so pietätlos abfeiern!

Was mich zu der grundsätzlichen Frage führt: Hat grundsätzlich jeder Mensch ein Recht auf Pietät? Oder gibt es Ausnahmen? Oder hat nicht jeder Mensch auch ein Recht auf Ausnahmen von Pietät? Und ist dieses Recht bei allen Menschen rechtens? Oder dürfen das nur rechte Menschen rechtfertigen? Und wie selbstgerecht ist das dann?

Natürlich sind wir uns schnell einig, dass Gewalt immer zu verurteilen ist. Nur meiner Meinung nach beginnt Gewalt eben nicht erst, wenn sie physisch ausgeübt wird, sondern auch schon verbal. Und es gibt zudem verbale Gewalt, die physische Gewalt relativiert und rechtfertig, und sie mitunter sogar verharmlost und verherrlicht.

Auch jemand, der mit Worten verletzt, fügt Schmerz zu!

Und von dieser Art Gewalt hatte Charlie Kirk einiges zu bieten.


Ihr alle kennt inzwischen seine Aussagen zu den Themen Schusswaffen und Hinrichtungen, oder dass Empathie ein New-Age-Begriff sei, der großen Schaden anrichtet. Oder sein Aufruf, den Attentäter von Nancy Pelosis Ehemann auf Kaution aus dem Gefängnis zu lassen. Und angesichts solcher Äußerungen kann ich zumindest nachvollziehen, warum einige Leute meinen, dass Karma eine bitch sei. Eine Ansicht, die ich aber nicht teile. Weil ich nicht an Karma glaube. An bitches hingegen schon.

Und was Kirk sonst noch zu den Themen Frauen, Schwangerschaft, Transpersonen oder über Minderheiten, sozial Benachteiligte, Arme und Schwache vom Stapel ließ, will ich hier nicht weiterverbreiten. Ihr könnt das alles problemlos selber recherchieren und dann von mir aus gerne als Meinungsfreiheit bezeichnen.

Viel interessanter ist für mich dabei sowieso etwas ganz anderes! Nämlich,

dass diese ganze Diskussion, die ich jetzt kurz angerissen habe, sich von Donald Trump wunderbar als Ablenkungsmanöver instrumentalisieren lässt,

und ihm als willkommener Anlass dient, sein ganz eigenes Süppchen zu kochen.

Denn als erstes ließ er Trauerbeflaggung anordnen und fand umgehend heraus, dass die "Radikale Linke" schuld ist. Womit er die Demokraten meinte. Eine Partei, die in Deutschland als SPD durchgehen würde. Und dass die SPD als radikal links bezeichnet werden kann, gab es zuletzt, als unser Kanzler noch Otto von Bismarck hieß. Ein Mann, der nach einem Hering benannt wurde.
Als Mitte Juni in Michigan zwei Demokraten von einem Rechten erschossen wurden,
ordnete Trump an, die Flaggen oben zu lassen. Weil radikal sind ja immer nur die anderen.


Aber der viel entscheidendere Nebeneffekt ist ein anderer. Wenige Tage vor dem Attentat wurde von einem Gericht bestätigt, dass Donald Trump wegen Verleumdung 83 Millionen Dollar an Jean Carroll zahlen muss, nachdem er von einem anderen Gericht bereits zuvor wegen sexuellen Missbrauchs und Körperverletzung eben jener Jean Caroll ebenfalls verurteilt worden war. Interessiert jetzt nur keine Sau mehr. Wegen Charlie Kirk. Na, welch glückliche Fügung.

Aber vor allem und nicht zuletzt wurde Trump ebenfalls wenige Tage vor dem Attentat mit der Veröffentlichung eines vertraulichen Schreibens an Jeffrey Eppstein konfrontiert. Einem nachgewiesenen sexuellen Ausbeuter Minderjähriger. Ein Schreiben, das von Trump stammen soll und mit der gemalten Silhouette einer nackten Frau umrahmt ist, und das endet mit dem Satz: "Möge jeder Tag ein weiteres wunderbares Geheimnis sein."
Interessiert jetzt ebenfalls keine Sau mehr. Noch mehr glückliche Fügungen sind ja kaum noch möglich.

Und wisst Ihr, was auch keine Sau interessiert: Hätte ich diesen Artikel in den USA veröffentlich, müsste ich jetzt befürchten, dafür entlassen zu werden. Während J. D. Vance sich Sorgen um die Meinungsfreiheit in Europa macht.
James T. Kirk würde sagen: "Scotty, beam me up. There is no human intelligence on this planet"

In diesem Sinne, noch eine besinnliche Restwoche wünscht Euch,
Euer HG.

2 comentários

Gostaria de ver os comentários?
Torne-se membro de Butzko's best Buddys para participar no debate.
Torne-se membro