Kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg beginnt der vierzehnjährige Bettlerjunge Krabat in einer geheimnisvollen Mühle im Koselbruch als Lehrling zu arbeiten. Doch die Mühle mahlt in jeder Neujahrsnacht neben Korn auch Menschenknochen und der Meister der Mühle lehrt seinen insgesamt zwölf Gesellen und Lehrlingen nicht nur das Müllerhandwerk, sondern auch die schwarze Magie. Doch die hat ihren Preis, der mit Menschenleben bezahlt werden muss. Krabat merkt nach einem Jahr auf der Mühle, dass der Meister sich auf Kosten seiner Burschen die Unsterblichkeit erschleicht. Vermag Krabat den dunklen Bann des Meisters zu brechen, um seine Freiheit wiederzuerlangen und kann ihm dabei das Dorfmädchen Kantorka helfen?
Krabat ist ein deutscher Fantasyfilm von Marco Kreuzpaintner aus dem Jahr 2008 und die zweite Verfilmung einer sorbischen Volkssage. Das Werk basiert auf dem Roman "Krabat oder Die Verwandlung der Welt" von Otfried Preußler. Die erste Filmadaption hieß Die schwarze Mühle (1975) und fußt dagegen auf dem gleichnamigen Roman von Jurij Brězan. Die alte Sage um den Zauberlehrling Krabat wurde durch die beiden Bücher erst richtig bekannt.
David Kross spielt den Krabat. Mit Daniel Brühl, Christian Redl, Robert Stadlober, Hanno Koffler, Charly Hübner und Tom Wlaschiha ist das Werk prominent besetzt. Der Film ist an manchen Stellen ein bisschen anders als das Buch, das beginnt bereits mit der zeitlichen Einordnung der Geschichte. So spielt er nicht während der Zeit des Nordischen Krieges, in der die Sage entstand, sondern 60 Jahre früher zum Ende des Dreißigjährigen Krieges.
Diese Verfilmung des Stoffs kann nur als gelungen bezeichnet werden. Hier steht die Atmosphäre im Vordergrund; die düstere und spannende Inszenierung lebt von der passenden Kulisse, den großartigen Schauspielern und den zurückhaltenden Effekten. Krabat ist keine bunte Fantasy-Klischeetreiberei, sondern ein behutsames und stimmungsvolles Werk, das beweist, dass der Genrefilm in Deutschland nicht begraben bleiben muss.
Für einen deutschen Film jüngeren Datums ist so viel ästhetische Vision sehr ungewöhnlich. Und auch wenn mir die Story mit der Message von Menschlichkeit und Liebe gegenüber den Kräften der Dunkelheit etwas zu dualistisch ist, hat mir Krabat sehr gut gefallen. Alte Sagen, dunkle Magie und Folkhorror, damit kann man mich immer begeistern. Dass dies ein deutscher Film aus den 2000er-Jahren schafft, ist wirklich etwas Besonderes.
https://www.imdb.com/de/title/tt0772181/ (Abre numa nova janela)