Die achtjährige Katie Cannon verschwindet unter mysteriösen Umständen spurlos in Kairo. Acht Jahre später leben Katies Eltern Larissa und Charlie Cannon sowie ihre Geschwister wieder in den USA. Die leidvolle Ungewissheit hat ein Ende, als die Familie eine Nachricht aus Ägypten erreicht, laut der die vermisste Katie in einem antiken Sarkophag gefunden wurde und nach Hause zurückkehren soll. Aus dem freudigen Wiedersehen entwickelt sich jedoch schnell ein wahrer Albtraum für die Familie, denn die katatone Katie ist Trägerin eines dämonischen Erbes aus der ägyptischen Kultur.
Lee Cronin's The Mummy ist ein US-amerikanischer Horrorfilm von Lee Cronin aus dem Jahr 2026. Cronin wurde einst von Sam Raimi eigens dazu auserwählt, das Spin-off Evil Dead Rise (2023) innerhalb der Tanz-der-Teufel-Reihe zu inszenieren. Das nun vorliegende Werk versteht sich als Neuverfilmung von Karl Freunds Horrorklassiker Die Mumie (1932). Das Ehepaar Larissa und Charlie Cannon wird von Laia Costa und Jack Reynor, den ich aus Midsommar (2019) kenne, gespielt. Natalie Grace übernahm die Rolle der so genannten Mumie. Der Film ist insgesamt mit einem sehr internationalen Ensemble besetzt; wir sehen viele neue, frische Gesichter. James Wan und Jason Blum produzierten den Film, Stephen McKeon ist für die nervenaufreibende Filmmusik verantwortlich.
Um es gleich vorwegzunehmen: Lee Cronin's The Mummy hat außer ein paar Bandagen und einem Sarkophag nichts mit dem Mumiensubgenre zu tun, sondern ist vielmehr ein Dämonenfilm. Katie Cannon ist keine Untote, sondern sehr lebendig und bei bester physischer Gesundheit. Sie ist vielmehr von einem Dämon heimgesucht und zeigt alle klassischen Symptome einer Besessenheit, wie seltsame Geräuschäußerungen, eine unmenschliche Stimmlage, selbstverletzendes Verhalten, Gewaltaffinität, Appetit auf Insekten und Fäkalsprache. Statt altägyptischer Mythologie gibt es hier nur den gängigen christlich geprägten Dämonengrusel.
Irgendwo zwischen Der Exorzist (1973) und Lee Cronins Evil Dead Rise angesiedelt, ist diese vermeintliche Neuverfilmung eines Mumienfilmklassikers mit ihrem an manchen Stellen sehr konstruiert wirkenden Plot, einer ziemlich konventionellen Story, den obligatorischen Jump-Scares und der unverschämten Tonspur eher als typischer Horror-Standard zu bezeichnen. Der Film hat ein paar tolle Splatter- und Ekelszenen, gute Schauspieler und das Finale ist durchaus unterhaltsam, aber “atmosphärisch” oder “ästhetisch” sind Adjektive, die Lee Cronin's The Mummy nicht ferner stehen könnten.
Ich hatte mich sehr auf den Film gefreut, weil ich dachte, es ginge um Mumien und das alte Ägypten, bekam aber letztendlich nur schon tausendmal gesehene Besessenheitsdämonenaction im Stile der Evil-Dead-Reihe.
https://www.imdb.com/de/title/tt32612507/ (Abre numa nova janela)