Die konservative Standardfamilie Carter ist mit ihrem Wohnwagen auf dem Weg nach San Diego. Ausgerechnet in einer gottverlassenen Wüstengegend in New Mexico, in der die Regierung vor Jahrzehnten Atomwaffen testete, werden die ahnungslosen Carters plötzlich von einem aggressiven Kannibalen-Clan angegriffen und müssen sich verteidigen, wie sie es bisher noch nie in ihrem Leben tun mussten.
The Hills Have Eyes - Hügel der blutigen Augen ist ein Horrorfilm von Regisseur Alexandre Aja und ein an manchen Stellen leicht abgewandeltes Remake von Wes Cravens Hügel der blutigen Augen (1977). Das Werk ist die erste US-amerikanische Regiearbeit des Franzosen, der vor allem durch den Terrorfilm High Tension (2003) international bekannt wurde. Das Drehbuch schrieb er zusammen mit Grégory Levasseur. Wes Craven trat als Produzent in Erscheinung. Die Filmmusik stammt vom Filmkomponisten-Duo Tomandandy.
In den Hauptrollen sind Aaron Stanford als Doug Bukowski, Emilie de Ravin als Brenda Carter, Dan Byrd als Bobby Carter, Vinessa Shaw als Lynn Carter-Bukowski, Ted Levine als Big Bob Carter und Kathleen Quinlan als Ethel Carter zu sehen. Die Mitglieder der Mutantenfamilie werden u.a. von Laura Ortiz, Michael Bailey Smith, Robert Joy und Billy Drago verkörpert.
Ajas Neuinterpretation des Wes-Craven-Films setzt auf praktische Spezialeffekte und aufwendiges Make-up, auf stimmungsvolle Einstellungen, einen staubigen Look und wahrhaft blutige Szenen. Die Atmosphäre wird von der beunruhigenden Musik und den kargen Kulissen bestens unterstützt.
The Hills have Eyes - Hügel der blutigen Augen ist als brutaler Kampf zwischen zwei Familien inszeniert und enthält zahlreiche politische Konnotationen. Hier wird nicht nur die US-amerikanische Atompolitik kritisiert, sondern auch das politische System der USA allgemein. Die Familie Carter ist als republikanisch orientiert dargestellt, sie folgt einer traditionellen Konditionierung und einem normativen Rollenverständnis. Doug wird als Kontrapunkt präsentiert, der hingegen als überzeugter Demokrat und konfliktscheuer Großstadtbewohner dargestellt wird. Der Handyverkäufer und Vertreter eines neuen, technologisierten Amerikas lehnt Waffen genau so lange vehement ab, bis sich seine Tochter und er in einer existentiellen Notlage befinden. Für mich sind hier beide politischen Lager der Prä-Trump-Ära kritisch beleuchtet. Auf der einen Seite steht die konservative Musterfamilie, die ihren Lebensentwurf als einzig richtigen Weg betrachtet, auf der anderen Seite der liberale Pazifist, dessen Ideale wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen, sobald er auf Menschen außerhalb seines kulturellen Umfeldes trifft. Beide Ideologien versagen komplett angesichts der rohen, existenziellen Gewalt von Menschen. Doch der Kern des Films liegt für mich in der epischen Schlacht zwischen den Vertretern einer Dominanzgesellschaft - symbolisiert durch die Familie Carter - und den Ausgestoßenen, den Opfern dieser Gesellschaft - das sind die Mutanten.
The Hills have Eyes - Hügel der blutigen Augen ist ein herrlich dreckiger, super spannender Horrorfilm und einer der Höhepunkte der Backwood-Horror-Welle der 2000er-Jahre.
https://www.imdb.com/de/title/tt0454841/ (Abre numa nova janela)