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Würde ich mich wieder für ein TICI entscheiden?

(Eine kleine Alltagsstudie über Technik, Freiheit und zwei innere Tiere mit durchaus divergierenden Meinungen.)

Es gibt Fragen, die begegnen mir mit einer fast schon ritualisierten Beharrlichkeit.

Sie tauchen bei Vorträgen auf, in Gesprächen nach Veranstaltungen, beim Kaffee, auf Fluren, manchmal sogar zwischen zwei Häppchen auf Kongressen.

Eine davon lautet fast immer:

„Würden Sie sich wieder für ein MED EL TICI entscheiden?“

Und jedes Mal beobachte ich dabei einen sehr interessanten Moment.

Mein Gegenüber erwartet offensichtlich eine längere Antwort. Eine differenzierte. Eine wohlüberlegte. Vielleicht sogar eine mit leicht wissenschaftlicher Einleitung.

Stattdessen sage ich:

Ja.

Und dann schaue ich in erstaunte Gesichter.

Denn viele rechnen offenbar mit einer dramatischen Entscheidungsbiografie, mit inneren Kämpfen, Tabellen, Abwägungen, vielleicht sogar einer PowerPoint im Kopf.

Aber nein.

Es ist schlicht ein sehr entschiedenes, sehr ruhiges Ja.

Ohne Zögern.

Ohne Bedenkzeit.

Ohne dieses typische „Also, es kommt darauf an…“.

Eine kurze interne Konferenz

Natürlich wird diese Frage nicht nur mir gestellt.

Sie wird auch intern diskutiert.

Denn in meinem Kopf lebt bekanntlich ein kleines Gremium.

Da wäre zum Beispiel das Wiesel.

Das Wiesel ist von Natur aus neugierig, leicht hyperaktiv und hat eine ausgesprochene Vorliebe für technische Spielzeuge. Es liebt Knöpfe. Einstellungen. Apps. Kabel. Ladegeräte. Alles, was blinkt oder sich optimieren lässt.

Als das MED EL TICI in mein Leben trat, war das Wiesel zunächst hochgradig interessiert.

„Moment“, sagte es und rieb sich die Pfötchen.

„Ein Implantat. Hochkomplexe Technik. Da gibt es doch bestimmt Zubehör. Einstellungen. Firmware-Updates. Ladezyklen. Ein kleines Wartungsritual vielleicht? UMSTÄNDLICHES SCHLAFEN AUF EINEN LADEKISSEN?“

Die Büffelin hob nur eine Augenbraue.

„Nein“, sagte sie ruhig. „Eigentlich nicht.“

Das Wiesel erstarrte.

„Wie nicht?“

Die erstaunliche Qualität des Vergessens

Denn genau hier liegt der eigentliche Unterschied.

Das MED EL TICI funktioniert so unauffällig, dass man es im Alltag… vergisst.

Ich vergesse, dass ich ein Cochlea-Implantat habe.

Ich vergesse, dass mein Hören auf Technik basiert.

Ich vergesse sogar manchmal, dass ich eine Hörbehinderung habe.

Das ist eine ziemlich bemerkenswerte Erfahrung.

Wer vorher mit externer Hörtechnik gelebt hat, kennt nämlich die kleinen, sehr realen Alltagsrituale:

Akkus dazwischen laden oder wechseln.

Batterien wechseln.

Zubehör einpacken.

Vor dem Schwimmen überlegen, wohin mit dem Prozessor, oder Verhüterli drüber basteln.

Vor der Sauna kurz akzeptieren, dass man gleich in kommunikative Isolation eintaucht.

Technik kann helfen.

Aber sie erinnert einen eben auch permanent daran, dass sie da ist.

Das MED EL TICI hingegen verhält sich… höflich.

Es ist da.

Es arbeitet.

Und ansonsten hält es sich erstaunlich elegant im Hintergrund.

Das Wiesel findet das bis heute leicht irritierend.

„Also ehrlich“, murmelte es neulich. „Ein Hightech-System, an dem man gar nicht ständig herumjustieren muss – das ist ja fast ein bisschen unhöflich.“

Der Luxus der Spontaneität

Und dann passieren plötzlich diese kleinen Alltagsmomente, die früher Planung gebraucht hätten.

Ich kann schwimmen gehen.

Einfach so.

Keine Umbauten.

Kein Zubehör, die Fernbedienung liegt meist daheim.

Keine kleine Techniklogistik, die aussieht, als würde ich einen mobilen Elektronikladen mit ins Freibad nehmen.

Ich kann in die Sauna gehen und trotzdem hören, wenn meine Freundin mit mir spricht.

Ich kann im Meer schwimmen, auftauchen, reden, lachen – ohne vorher darüber nachzudenken, welche Komponenten gerade wasserdicht, hitzefest oder schlicht überfordert wären.

Das Leben wird plötzlich erstaunlich unkompliziert.

Die Büffelin nennt das nüchtern:

„Lebensqualität.“

Das Wiesel nennt es:

„Technik mit überraschend wenig Drama.“

Und deshalb die klare Antwort

Wenn mich also jemand fragt:

„Würden Sie sich wieder für ein TICI entscheiden?“

Dann findet im Inneren eine sehr kurze Abstimmung statt.

Das Wiesel hebt eine Pfote.

Die Büffelin nickt würdevoll.

Und ich sage:

Ja.

Nicht, weil Technik alles löst.

Nicht, weil plötzlich alles perfekt ist.

Sondern weil etwas sehr Wertvolles zurückgekehrt ist:

Alltag.

Ein normaler, spontaner, unkomplizierter Alltag.

Und manchmal – ganz leise – sogar die Freiheit, zu vergessen, dass Technik überhaupt nötig ist.

Das Wiesel hat sich übrigens inzwischen damit arrangiert.

Es sucht sich nun andere Spielzeuge.

Zum Beispiel Apps.

Oder Dezibelmessgeräte.

Aber das… ist eine andere Geschichte.

Bleibt's xund, eure Frau Kruemelkuchen

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