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Ich schlafe zu wenig. Viel zu wenig.

Nicht dieses harmlose „etwas kurz geraten“, sondern jene Sorte Schlafdefizit, die sich am nächsten Tag wie ein schlecht gelaunter Untermieter im Kopf einnistet. Mit Koffer. Und Anspruch. Das Resultat: ordentliche Kopfschmerzen, frontal, beharrlich, mit akademischer Gründlichkeit. Also blieben Hörlibert und Hörmine heute konsequent außen vor. Eine bewusste Entscheidung im Sinne neuronaler Hygiene.

Ich gönnte meinen Synapsen eine Schonfrist. Keine Lust auf Neuronengehacktes. Keine Bereitschaft für kognitive Mettbrötchen. Kein akustisches Überbordern.

In dieser wohltuenden, leicht wattierten Stille – jener Zustand, in dem Gedanken langsamer gehen und nichts um Aufmerksamkeit konkurriert – meldete sich eine profane, aber nicht zu ignorierende Erkenntnis: Ich muss einkaufen.

Gesagt. Getan. Und los.

Taub.

Fremd.

Anders.

Aber – und das ist entscheidend – völlig in Ordnung.

Hochkonzentriert, aufmerksam, in einem Modus zwischen Achtsamkeit und innerem Sicherheitsprotokoll steuerte ich den Netto an. Auto abgestellt. Kurz der leise Stoßseufzer Richtung Schicksal: Bitte lass mich heute einfach nur Ware gegen Geld tauschen, ohne soziale Interaktion.

Ich schlüpfte ins Geschäft, fast katzenhaft, geräuschlos, in meiner Ruhe – und vor allem: in Ruhe gelassen.

Die Gänge: übersichtlich. Die Menschen: höflich distanziert. Keine Fragen. Keine Spontankommunikation. Ein Tag, an dem die Welt kooperierte. Ich sammelte meine Einkäufe mit jener präzisen Bedachtsamkeit, die man entwickelt, wenn man ohne akustische Rückversicherung unterwegs ist. Blickkontakt, Kontextlesen, antizipierende Aufmerksamkeit – alles auf Hochglanz poliert.

Dann die Kasse.

Ein kurzer innerer Check. Puls stabil. Situation überschaubar. Niemand sprach mich an. Man grüßte. Ich grüßte zurück. Nonverbal, souverän, mit minimalem Energieeinsatz.

Ich hatte es geschafft. Fast.

Dass ich die Waren auf das falsche Kassenband legte – nun. Ein klassischer Systemfehler. Das Wiesel schlug sich entsetzt die Pfoten vors Gesicht, als das rote Signal aufleuchtete.

Kurz umgeräumt. Keine Hektik. Bezahlt. Auch das: erfolgreich absolviert.

Die Wasserbüffelin trat innerlich einen Schritt näher, legte mir eine schwere, warme Hand auf die Schulter. Ein stummes, würdiges Nicken. Gut navigiert.

Draußen, am Auto, dann der Epilog: Licht noch an.

Natürlich. Ich hatte den Signalton ja nicht gehört.

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