Redaktion free.fem.minds MAGAZIN | Interview Tina Steiger

Wenn Mütter Gewalt entkommen, dann setzt sie sich nach Aussage der betroffenen Frauen für sie und ihre Kinder oftmals nahtlos am Familiengericht fort. Mit dem Unterschied, dass der Täter nun Rückendeckung und rechtlich abgesicherten Zugriff erhält, so die Frauen. Was sagt eigentlich der Kinderschutz dazu, haben wir uns gefragt und mit jemandem gesprochen, die es wissen muss.
Anja Krummeck bietet Fortbildungen für Fachpersonen in der Jugendhilfe, Schule, Beratung, Medizin und Justiz an, mit dem Schwerpunkt, auch psychische Gewalt in den vorliegenden Fallkonstellationen erkennen zu lernen. Institutionelle Blindheit in Trennungssituationen zu überwinden, sei das erklärte Ziel für Fachkräfte, die sicher handeln wollen, sagt sie. Anja Krummeck ist Fachautorin und Fortbildnerin im Kinderschutz. Den Fokus ihrer Arbeit beschreibt sie so „Ich arbeite zu unsichtbarer, psychischer und institutioneller Gewalt im Kinderschutz – insbesondere dort, wo Mütter und Kinder zwischen Systemen, Zuständigkeiten und formaler Neutralität aus dem Blick geraten“.
Wir haben mit Anja Krummeck darüber gesprochen, was neu an diesem Ansatz ist, für wen er sich in der Praxis eignet und wie Gewaltbetroffene und Fachkräfte von diesen Fortbildungen profitieren.
free.fem.minds: Was genau zählt zum Kern Ihrer Arbeit und worauf zielen Ihre Angebote ab?
Anja Krummeck: Der Ursprung meiner Arbeit liegt in der direkten Unterstützung von Müttern, unter anderem über mein Projekt „Muttermorphose“. Dabei wurde sehr deutlich, wie häufig komplexe Belastungssituationen zwar erlebt werden, aber schwer verständlich gemacht oder fachlich eingeordnet werden können.
Daraus hat sich mein heutiger Schwerpunkt entwickelt: Ich beschäftige mich insbesondere mit Formen von Gewalt, die nicht sofort sichtbar sind – wie psychische, emotionale oder strukturelle Gewalt – und die sowohl Kinder als auch betreuende Elternteile betreffen können.
Dabei geht es nicht nur um Dynamiken innerhalb von Beziehungen, sondern auch um Belastungen, die im Kontakt mit Institutionen entstehen können. In der Praxis berichten Betroffene immer wieder, dass sie Entscheidungen, Bewertungen oder auch ausbleibende Reaktionen von beteiligten Fachkräften und Institutionen als stark belastend erleben – insbesondere dann, wenn komplexe Situationen nicht ausreichend erkannt oder eingeordnet werden.
Ich betrachte diese Konstellationen nicht pauschal als Fehlverhalten, sondern als Ausdruck von Unsicherheiten im Umgang mit schwer erkennbaren Dynamiken.
Meine Angebote zielen darauf ab, die Lücke zwischen dem, was Familien tatsächlich erleben, und dem, was in Verfahren erkannt und eingeordnet wird, zu verkleinern – damit Entscheidungen klarer, sicherer und im Sinne der Kinder getroffen werden können.
free.fem.minds: Wie sicher ist das Hilfesystem bei der Einschätzung von Gewalt? Welche Defizite sehen Sie?
Anja Krummeck: Das Hilfesystem verfügt über etablierte Verfahren zur Einschätzung von Kindeswohlgefährdung und bietet damit eine wichtige fachliche Grundlage.
In der Praxis zeigt sich jedoch, dass diese Verfahren insbesondere bei psychischer, subtiler oder strategisch eingesetzter Gewalt an ihre Grenzen stoßen können. Solche Dynamiken sind oft schwer zu erkennen, widersprüchlich oder nicht eindeutig belegbar.
In diesen Konstellationen berichten Betroffene wiederholt, dass Belastungssituationen nicht ausreichend eingeordnet oder in ihrer Bedeutung unterschätzt werden.
Eine zusätzliche Herausforderung besteht darin, dass einzelne Elternteile gezielt Einfluss auf Wahrnehmung und Bewertung nehmen können. Diese Dynamiken können grundsätzlich in unterschiedlichen familiären Konstellationen auftreten.
Wenn solche Dynamiken nicht erkannt werden, entsteht ein erheblicher Interpretationsspielraum, der zu unterschiedlichen fachlichen Einschätzungen führen kann. Ein weiterer Punkt ist, dass die Wirkung von Maßnahmen nicht immer ausreichend mitgedacht wird. So wird beispielsweise wiederholter Kontakt oder verpflichtende Kommunikation in bestimmten Konstellationen als stark belastend erlebt, ohne dass dies systematisch in die Bewertung einfließt.
Die Defizite liegen aus meiner Sicht daher weniger im Fehlen von Verfahren, sondern in der begrenzten Sicherheit im Umgang mit komplexen, mehrdeutigen und schwer erkennbaren Dynamiken. In einzelnen Fällen berichten Betroffene, dass ihre Reaktionen auf Belastungssituationen selbst zum Gegenstand der Bewertung werden und dabei möglicherweise nicht ausreichend im Kontext der zugrunde liegenden Dynamiken eingeordnet werden.
free.fem.minds: Wie gefährden diese Fehldeutungen den Kinderschutz ganz praktisch? Und was müsste sich ändern?
Anja Krummeck: Wenn solche Dynamiken nicht ausreichend erkannt oder eingeordnet werden, hat das unmittelbare Auswirkungen auf Entscheidungen im Kinderschutz.
In der Praxis kann es dazu kommen, dass Kinder in Situationen verbleiben, die für sie emotional belastend sind – etwa in anhaltenden Loyalitätskonflikten oder in Regelungen, die ihre tatsächliche Bindungssituation und ihr Erleben nicht ausreichend berücksichtigen.
Auch Maßnahmen, die grundsätzlich sinnvoll sein können – wie Umgangsregelungen, Gespräche oder Mediationen – können in bestimmten Konstellationen eine gegenteilige Wirkung entfalten, wenn die zugrunde liegenden Dynamiken nicht ausreichend berücksichtigt werden. Betroffene beschreiben solche Situationen teilweise als verstärkend oder stabilisierend für bestehende Belastungen.
Dadurch entsteht die Gefahr, dass Entscheidungen formal nachvollziehbar sind, ihre Wirkung im Alltag von Kindern jedoch nicht dem entspricht, was ihrem Schutz und ihrer Stabilität dient.
Was sich aus meiner Sicht ändern muss, ist:
eine stärkere fachliche Sensibilisierung für psychische und schwer erkennbare Gewaltformen
mehr Sicherheit im Umgang mit komplexen und widersprüchlichen Familiendynamiken
eine konsequentere Ausrichtung an der tatsächlichen Lebensrealität und dem Erleben von Kindern
sowie eine reflektierte Anwendung von Verfahren, insbesondere dort, wo Standardansätze nicht ausreichen
Das Ziel sollte es sein, nicht nur formal richtige, sondern auch in ihrer Wirkung passende Entscheidungen zu treffen.
free.fem.minds: Was können Fachkräfte in Ihren Kursen lernen?
Anja Krummeck: Meine Fortbildung ist direkt aus der Praxis heraus entstanden und auf typische Herausforderungen im beruflichen Alltag ausgerichtet.
Fachkräfte lernen unter anderem,
psychische und schwer erkennbare Gewaltformen frühzeitig zu erkennen
Täterstrategien und zugrunde liegende Dynamiken besser einzuordnen
Loyalitätskonflikte bei Kindern zu verstehen und fachlich zu berücksichtigen
eigene Wahrnehmung sowie mögliche blinde Flecken zu reflektieren
auch in komplexen und widersprüchlichen Situationen handlungsfähig und kindzentriert zu bleiben
Ergänzt wird dies durch konkrete Tools, Fallvignetten, Checklisten und strukturierte Reflexionsformate, die direkt im Berufsalltag eingesetzt werden können.
free.fem.minds: Welche Unterstützung erhalten Betroffene
über Ihre Beratung?
Anja Krummeck: In der Beratung unterstütze ich Betroffene dabei, ihre Situation besser zu verstehen, einzuordnen und strukturiert darzustellen.
Viele Mütter erleben, dass sie spüren, dass etwas nicht stimmt, es aber schwer in Worte fassen können – insbesondere im Kontakt mit Behörden oder Gerichten, wo eine klare und nachvollziehbare Darstellung entscheidend ist.
Ich arbeite häufig mit Fällen, in denen die Situation bereits stark belastet oder verfahren ist und vorherige Einschätzungen oder Entscheidungen nicht zu einer spürbaren Entlastung geführt haben. In solchen Konstellationen steht oft eine anhaltende Belastung für die betroffenen Kinder im Raum.
Ein weiterer Bestandteil meiner Arbeit ist es, die Dynamiken innerhalb des Helfersystems verständlich zu machen. Dazu gehört, transparent zu erklären, welche Rolle einzelne Fachkräfte haben, welche Aufgaben und Entscheidungsbefugnisse damit verbunden sind – und wo auch Grenzen liegen.
Ich unterstütze Betroffene dabei zu erkennen, welche Einschätzungen auf einer fachlichen Grundlage beruhen und wo möglicherweise persönliche Bewertungen, Erfahrungen oder fachfremde Einschätzungen einfließen, die so nicht vorgesehen sind. Diese Einordnung hilft, Situationen realistischer zu bewerten und angemessen darauf zu reagieren.
Darüber hinaus helfe ich dabei, Dynamiken zu ordnen, Zusammenhänge verständlich zu machen und die eigene Perspektive klar und nachvollziehbar zu formulieren – ohne zu emotionalisieren, aber auch ohne zentrale Aspekte auszublenden.
Ziel ist es, Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen und eine sachliche, strukturierte Kommunikation mit Institutionen zu ermöglichen, damit komplexe Situationen besser eingeordnet werden können.
free.fem.minds: Was sind Herausforderungen für von Gewalt betroffene Mütter, die Sie immer wieder sehen?
Anja Krummeck: In meiner Arbeit zeigt sich, dass viele betroffene Mütter nicht nur mit der eigentlichen Belastungssituation umgehen müssen, sondern zusätzlich mit der Schwierigkeit, diese für Außenstehende verständlich zu machen.
Ein wiederkehrendes Problem ist die Diskrepanz zwischen dem, was im Alltag erlebt wird, und dem, was in institutionellen Verfahren nachvollziehbar dargestellt und bewertet werden kann. Gerade bei psychischer oder subtiler Gewalt fehlen oft klare Belege, eindeutige Situationen oder eine gemeinsame Sprache dafür.
Viele Mütter berichten zudem, dass ihre Wahrnehmung von Belastung nicht immer ausreichend eingeordnet wird oder im Kontext von Verfahren relativiert wird. Das kann zu erheblicher Verunsicherung führen.
Hinzu kommt, dass sie sich häufig in einem Spannungsfeld bewegen: Einerseits sollen sie kooperativ und lösungsorientiert auftreten, andererseits erleben sie Situationen, die sie als belastend oder grenzüberschreitend empfinden. Diese Ambivalenz ist für viele schwer auszuhalten und nach außen darzustellen.
Ein weiterer Punkt ist die Komplexität und teilweise Widersprüchlichkeit der Verfahren selbst. Unterschiedliche Zuständigkeiten, wechselnde Einschätzungen und nicht selten gegensätzliche Anforderungen führen dazu, dass Anforderungen an Betroffene schwer vereinbar sind.
So wird in manchen Konstellationen beispielsweise erwartet, kooperativ an Gesprächen oder Mediationen teilzunehmen, während gleichzeitig eine klare Abgrenzung und Stabilisierung notwendig wäre. Diese gleichzeitigen Erwartungen führen dazu, dass Anforderungen entstehen, die in der praktischen Umsetzung kaum miteinander vereinbar sind. Dadurch entsteht nicht nur Unsicherheit, sondern auch die Gefahr, dass Maßnahmen formal sinnvoll erscheinen, in ihrer konkreten Umsetzung jedoch nicht ausreichend zur Entlastung beitragen.
free.fem.minds: Welchen Rat haben Sie für Betroffene um handlungsfähig zu werden?
Anja Krummeck: Aus meiner Sicht geht es weniger um einzelne Tipps, sondern vor allem um Orientierung und Struktur in einer oft sehr komplexen Situation.
Hilfreich ist zunächst, die eigene Situation möglichst klar zu erfassen: Was passiert konkret? Welche Dynamiken sind erkennbar? Und was davon ist für das Kind relevant?
Ein zentraler Punkt ist, Beobachtungen von Bewertungen zu trennen. Also zu unterscheiden zwischen dem, was tatsächlich passiert, und der eigenen Einordnung davon. Das erleichtert es, Inhalte verständlich und nachvollziehbar darzustellen.
Ebenso wichtig ist es, die eigene Kommunikation zu strukturieren. In vielen Verfahren zählt weniger die Menge an Informationen als deren Klarheit. Eine fokussierte Darstellung der wesentlichen Punkte erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass diese auch berücksichtigt werden.
Darüber hinaus kann es hilfreich sein, die Abläufe und Rollen im Helfersystem besser zu verstehen. Zu wissen, wer welche Aufgabe hat und auf welcher Grundlage Entscheidungen getroffen werden, schafft mehr Handlungssicherheit.
Gleichzeitig ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass solche Verfahren häufig langwierig sind und mit einer hohen emotionalen und organisatorischen Belastung verbunden sein können. Umso wichtiger ist es, die eigenen Ressourcen im Blick zu behalten.
Dazu gehört auch, sich ein unterstützendes Umfeld zu erhalten – Menschen, die stabilisierend wirken, auch wenn sie die Situation nicht vollständig nachvollziehen können.
Gleichzeitig kann es hilfreich sein, gut gemeinte Ratschläge einzuordnen: Nicht jede Empfehlung ist in jeder Konstellation passend. Gerade in komplexen oder konflikthaften Dynamiken können einfache Lösungsansätze nicht greifen.
Auch kleine Auszeiten oder bewusst geschaffene „Oasen“ im Alltag können dabei helfen, die eigene Stabilität zu erhalten – selbst wenn die Gesamtsituation sich nicht kurzfristig verändern lässt.
Der Umgang mit Anforderungen sollte ebenfalls bewusst erfolgen. Nicht jede Form von Kooperation ist in jeder Situation sinnvoll oder zumutbar.
Hier braucht es eine sorgfältige Abwägung zwischen Mitwirkung und Selbstschutz – insbesondere dann, wenn Betroffene den Eindruck haben, dass bestimmte Maßnahmen für sie oder das Kind belastend sind.Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass Abweichungen von erwarteter Kooperation in Verfahren unterschiedlich bewertet werden können. Betroffene berichten, dass ihr Verhalten teilweise als mangelnde Mitwirkung ausgelegt wird, auch wenn es aus ihrer Sicht dem Schutz des Kindes oder der eigenen Stabilisierung dient.
Umso wichtiger ist es, Entscheidungen gut vorzubereiten, nachvollziehbar zu begründen und – wenn möglich – fachlich begleiten zu lassen. Eine klare, sachliche Darstellung der eigenen Beweggründe kann dazu beitragen, dass Abwägungen besser eingeordnet werden.
Und schließlich: Unterstützung frühzeitig einzubeziehen kann entscheidend sein – vor allem in Situationen, die unübersichtlich sind oder sich bereits zugespitzt haben.
free.fem.minds: Was ist der größte Fehler, den Sie regelmäßig bei Betroffenen beobachten? Wie geht es besser?
Anja Krummeck: Ein häufiger Fehler ist, dass Betroffene – aus verständlicher Belastung heraus – versuchen, ihre gesamte Situation möglichst umfassend darzustellen.
Dabei entstehen oft sehr ausführliche, emotional geprägte Schilderungen, in denen viele wichtige Aspekte enthalten sind, die jedoch für Außenstehende schwer einzuordnen sind. Zentrale Punkte gehen dadurch nicht selten unter oder werden nicht in ihrer Relevanz erkannt.
Ein weiterer Aspekt ist, dass viele Betroffene davon ausgehen, dass sich die Problematik „von selbst erschließt“, wenn sie nur ausreichend erklärt wird. In komplexen Verfahren ist das jedoch häufig nicht der Fall, da Informationen immer im jeweiligen fachlichen Kontext bewertet werden.
Hilfreicher ist es, die eigene Darstellung bewusst zu strukturieren, Prioritäten zu setzen und sich auf die Aspekte zu konzentrieren, die für die Einschätzung des Kindeswohls tatsächlich relevant sind.
Das bedeutet nicht, weniger zu sagen – sondern gezielter. Klarheit und Nachvollziehbarkeit sind in diesem Zusammenhang oft entscheidender als Umfang.
Ebenso wichtig ist es, die eigene Rolle im Verfahren bewusst einzunehmen. Das heißt, nicht nur zu reagieren, sondern aktiv zu überlegen: Welche Information ist in diesem Kontext relevant? Wie kann ich sie so darstellen, dass sie verstanden und eingeordnet werden kann?
Unterstützend kann es sein, sich dabei fachlich begleiten zu lassen, um die eigene Perspektive zu strukturieren und strategisch aufzubereiten.
Gerade in belastenden Situationen ist es nachvollziehbar, alles erklären zu wollen – gleichzeitig ist es oft entscheidend, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
free.fem.minds: Was würden Sie sich in Sachen Kinderschutz
und Gewaltschutz von Fachkräften und Verantwortlichen auf Bundesebene wünschen?
Anja Krummeck: Ich würde mir wünschen, dass schwer erkennbare und komplexe Gewaltformen – insbesondere psychische, strukturelle und nachtrennungsbezogene Dynamiken – stärker in Aus- und Fortbildung verankert werden.
Viele der Herausforderungen, die sich in der Praxis zeigen, entstehen nicht aus mangelndem Engagement, sondern aus Unsicherheiten
im Umgang mit mehrdeutigen und schwer einzuordnenden Situationen. Hier braucht es mehr fachliche Orientierung und gemeinsame Standards.
Darüber hinaus halte ich eine stärkere interdisziplinäre Zusammenarbeit für zentral. Kinderschutz bewegt sich im Spannungsfeld von Jugendhilfe, Psychologie und Justiz – entsprechend wichtig ist es, dass diese Perspektiven besser miteinander verzahnt werden.
Ein weiterer Punkt ist die Reflexion bestehender Verfahren. Standardisierte Ansätze sind wichtig, greifen jedoch nicht in jeder Konstellation gleichermaßen. Hier wäre es hilfreich, stärker zu berücksichtigen, wie Maßnahmen in der konkreten Lebensrealität von Kindern wirken.
Aus meiner Sicht braucht es insgesamt mehr Sensibilität für die Frage, wie Entscheidungen tatsächlich beim Kind ankommen – nicht nur formal, sondern auch in ihrer praktischen Wirkung.
Ziel sollte es sein, Fachkräfte so auszustatten, dass sie auch in komplexen und widersprüchlichen Situationen sicher, reflektiert und kindzentriert handeln können.
Gerade im familiengerichtlichen Kontext sehe ich einen wachsenden Bedarf an praxisnaher Fortbildung, um komplexe Dynamiken sicher einordnen zu können.

Für weitere Informationen
Weitere Informationen zur Arbeit von Anja Krummeck, ihren Fortbildungsangeboten sowie zu ihrem Fachbuch und ergänzenden Materialien finden Interessierte unter:
www.anjakrummeck.com (Abre numa nova janela)
Dort stehen sowohl Angebote für Fachkräfte im Kinderschutz als auch Materialien und Unterstützungsangebote für betroffene Mütter zur Verfügung.
Bei konkreten Anfragen ist auch eine direkte Kontaktaufnahme per E-Mail über die Website möglich.