Liebe Kulturinteressierte,
am 14. September ist Tag des offenen Denkmals und auch im Landkreis Limburg-Weilburg öffnen sich zahlreiche Türen, die sonst verschlossen sind. Dieses Jahr steht der Tag unter dem Motto “Wertvoll - unbezahlbar oder unersetzlich?”. Sollte man Denkmalschutz um jeden Preis durchführen? Denn häufig ist es eine kostspielige Sache. Daneben werfe ich einen Blick auf Bücherzellen, die kulturelle Orte sind. Viel Spaß beim Lesen!
Wertvoll!
Um Denkmäler zu erhalten, muss viel investiert werden. Dies scheut so manchen, weil dann auch die Frage im Raum steht, ob es dies überhaupt wert ist. Daher ist der Tag des offenen Denkmals wichtig, um sich auf die Spuren alter Gemäuer zu begeben, ihre Geschichte zu erfahren und zu ergründen, wie diese uns eventuell auch heute noch prägen.
Doch um alte Denkmäler zu erhalten und auch den nächsten Generationen zu zeigen, müssen diese gepflegt und in Stand gehalten werden. Und dies kann manchmal sehr kostspielig sein. Sehr passend zu diesem Tag erschien diese Woche ein Artikel von Dieter Fluck in den lokalen Zeitungen, indem die Altstadtführer in Limburg den Umgang mit dem Römer 2-4-6, dem ältesten freistehenden Fachwerkhaus (Abre numa nova janela), kritisierten. Es habe große Pläne mit dem Fachwerkhaus gegeben, es sollte für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und eventuell mit einer Ausstellung zum Thema Fachwerk ergänzt werden.
“In Kürze ist es 40 Jahre her, dass das Bauwerk als „Objekt von besonderer nationaler und kultureller Bedeutung“ eingestuft wurde. Dadurch sollte das Haus als baugeschichtliches Dokument erhalten bleiben. Die Forschungs- und Sanierungsarbeiten zogen sich über einen Zeitraum von nahezu zehn Jahren hin. Die Sanierung dauerte drei Jahre. Der finanzielle Aufwand lag bei mehr als drei Millionen Mark. Mit diesen Fakten stellen Limburgs Altstadtführerinnen und -führer das Juwel des historischen Stadtkerns ihren Besuchergruppen vor”, so steht es in dem Artikel zu lesen. Doch nun scheint es zu verfallen, der Putz bröckelt ab, im Dach gibt es Löcher, es passiert nichts damit. 2021 stellte die Stadt ihrer Pläne groß vor, doch danach hörte man nichts mehr davon. Das Gebäude ist eine Vorzeigeimmobilie, ein Schmuckstück in der Altstadt. Leider hört man nichts mehr über irgendwelche Pläne. Es wäre schade, wenn dieses Gebäude weiter verfällt und nichts für den Erhalt getan wird, denn es ist nicht nur ein sehr schönes Gebäude, es erzählt auch eine lange Geschichte.
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Begebt Euch gerne am Tag des offenen Denkmals auf Spurensuche in eurer Umgebung und entdeckt Geschichten, die euch eventuell noch nicht bekannt sind. Und nehmt für euch gerne mal die Frage mit, ob Denkmäler erhalten bleiben sollten um jeden Preis. Alle Veranstaltungen zum Tag des offenen Denkmals habe ich auf LimburgWeilburg-entdecken (Abre numa nova janela) zusammengefasst.
Bücherzellen als kulturelle Orte
Die Bücherzelle am Rathausplatz in Elz war zu Beginn hochumstritten, wurde nach der Aufstellung sehr gut angenommen und entwickelt sich nun auch zu einem kulturellen Ort. Am gestrigen Freitag hat die Frauenbeauftragte Elz, Andrea Bärenfänger, zu einen Leseabend an der Bücherzelle eingeladen. An dem Abend durften verschiedene Bücher zu Wort kommen. Die Zuhörerinnen hatten ihre Lieblingsbücher dabei und lasen Passagen daraus hervor. So verschieden die Besucher waren, so verschieden waren auch die Bücher, die sie vorstellten. Die Eröffnung machte Andrea Bärenfänger mit dem Buch “In der Stille der Zeit” (Abre numa nova janela) von der lokalen Schriftstellerin Christina Eickenboom. Bärenfänger ließ auch direkt durchblicken, was sie an einem Buch fesselt - wenn der Eingang sie neugierig macht. Da Christine Eickenboom auch vor Ort war, erzählte sie noch etwas mehr zu ihrem Buch. Es dreht sich um das Thema Erinnern. Zum einen sei es in der Coronazeit entstanden und das Buch erinnert an die Zeit. Zum anderen greift sie ein Thema auf, was wir alle kennen. Wir erleben gemeinsam mit anderen Menschen gleiche Dinge und dennoch erinnert sich jeder anders daran. Ihr sei es wichtig gewesen, diesen Umstand bewusst zu machen, denn dies könne dazu führen, dass sich Missverständnisse eventuell auch aufklären lassen.

Bücherschränke, -boxen oder -zellen finden sich heute an vielen Orten. Man kann gelesene Bücher darin abstellen und sich ein neues Buch zum Lesen mitnehmen. Sie stehen im öffentlichen Raum und sind für jeden zugänglich. Meist sind es Ehrenamtliche, wie in Elz das Team der Frauenbeauftragten, die sich um diese Standorte kümmern und dafür Sorge tragen, dass diese nicht vermüllen.
Sie können dafür sorgen, dass Orte wieder lebendig werden und sie können sich zu kulturellen Orten entwickeln, wie mit diesem Leseabend geschehen.

Was Bücherzellen für Orte bedeuten können, las ich zum ersten Mal bei Ohfamoos (Abre numa nova janela). Dort wurde Hans-Jürgen Greve vorgestellt, der schon über 1.000 Bücherschränke gebaut hat und durch ehrenamtliches Engagement Kulturinseln geschaffen hat. In Elz konnte ich sehr gut erleben, wie eine solche Aktion die Menschen zusammenbringt und sie miteinander ins Gespräch bringt. Nach dem Vorlesen aus den Büchern verweilten die Anwesenden noch bei Pizza und Wein vor Ort und kamen miteinander in den Austausch.
Zum Schluss
Am Freitag, 12. September findet im Lindencult in Weilburg-Hasselbach (Abre numa nova janela) ein Konzert mit Candlelight Ficus statt. Bei den Live-Shows der Grazer Funk-Pop-Band bleibt kein Fuß neben dem anderen. Erdige Grooves, eingängige Pop-Melodien und archaische Soul-Elemente fegen erbarmungslos um die Ohren und direkt in die Gebeine. Die Sonne ist da. Und mit ihr das Feel-Good-Paket Candlelight Ficus. Schaut gerne auf der Homepage vorbei, denn im Lindencult werden das ganze Jahr über interessante Veranstaltungen angeboten.
Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende,
Eure Heike
Über mich:
Ich bin jahrelang als freie Journalistin im Landkreis Limburg-Weilburg unterwegs gewesen und habe ein besonderes Interesse am Ehrenamt und der Kultur. In Teilzeit bin ich beim DRK-Kreisverband Limburg für die Öffentlichkeitsarbeit angestellt. Neben dem Kulturnewsletter schreibe ich noch einen touristischen Blog zu den Sehenswürdigkeiten im Landkreis (Abre numa nova janela).
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