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14 |🍓 Mut zur Unverbindlichkeit? – Eine junge Erwachsene fragt nach

und bekommt Antworten, die sie nicht bestellt hat. Tja, liebe Ann Kristin. Das war und ist mutig. Wollen wir mal sehen, was „Euch” so bewegt. Im Anschluss an die letzte Folge über eine Studie, wie junge Erwachsene ihre Spiritualität leben (Abre numa nova janela), jetzt mal einen O-Ton über die Fragen einer jungen Frau dazu.

🤔 Fragezeichen im Erdbeerfeld: Was wollen „wir” eigentlich von der Kirche?

Ich, Ann Kristin, 29, Prädikantin, professionelle Fragestellerin und passionierte Erdbeerfeld-Philosophin, habe mal wieder meine Lieblingsfrage im Gepäck:
Wie gestaltet man eigentlich Räume, die wirklich zu uns jungen Mitt-30ern passen?
Und, noch wichtiger: Was suchen junge Erwachsene wie ich heute in der Kirche – außer vielleicht den Notausgang?

Natürlich habe ich mir für diese tiefgründige Sinnsuche den besten Gesprächspartner geschnappt: Helge Remmert Seekamp, Pfarrer im Ruhestand, Theologe und wandelndes Archiv kirchlicher Anekdoten.
Spoiler: Wir hatten keinen Plan, aber viele Fragen. Und das ist ja schon mal ein Anfang.

Audio Podcast
Manni, warum pass ich nicht  indie Eishalle, bzw. Kirche?
Manni, warum pass ich nicht in die Eishalle, bzw. Kirche?
Das Ganze im Text

🏃‍♀️ Unverbindlichkeit ist das neue Verbindlich – Oder?

Meine erste These, halb Frage, halb Selbsthilfegruppe:
Sind wir jungen Leute wirklich so unverbindlich, wie alle sagen?
Helge grinst. „Naja, verbindliche Formate sind halt wie Kaffeefahrten – früher mal cool, heute eher was für Nostalgiker.“
Ich nicke. Klar, ich sehne mich nach Verbindung. Aber mein Alltag ist so flexibel wie ein Gummiband auf Speed. Postmoderne Internetgesellschaft halt.
Mal ehrlich: Wer kann heute noch planen, wenn schon beim Frühstück die Weltpolitik explodiert, weil Putin im Frühstückstfernsehen was beiläufig meinte oder Trump einen Tweet lostrat.

Helge legt nach: „Ihr müsst permanent Entscheidungen treffen. Das ist wie Dauerlauf im Hamsterrad – nur mit mehr Existenzangst.“
Und ich denke: Danke, Helge, jetzt weiß ich, warum mein Gehirn manchmal wie ein überhitzter Laptop klingt.

🧠 Komplexität umarmen – Die geheime Superkraft der Metamoderne

Helge bringt es auf den Punkt bei der Frage, wer denn heute noch Pfarrer werden will: „Früher waren Theologen die (70er-Jahre -)Rebellen, heute sind’s eher die Bewahrer. Aber was wir jetzt dringend brauchen, ist Ambivalenzlust!“ Ja, sein Lieblingsgedanke:

Ambivalenzlust? Klingt nach einer neuen Eissorte, ist aber viel besser:
Die Fähigkeit, Komplexität nicht zu vermeiden, sondern sie zu umarmen.
Oder wie Helge sagt: „Mutig in die Zukunft springen, auch wenn wir keine Ahnung haben, wo wir landen.“

Ann Kristin trocken: Gut, ich notiere:

  • Komplexität ist kein Bug, sondern Feature.

  • Mutige Schritte sind erlaubt, auch wenn sie nachher als Umwege rauskommen.

  • Und: Wer keine Lust auf Komplexität hat, kann immer noch Pfarrer werden. (Sorry, Helge.)

🛋️ Räume für das Zerbrechliche – Wo bleibt der Winterspielplatz für Erwachsene?

Wir landen bei einem Thema, das mir auf der Seele liegt (und auf der To-Do-Liste der Weltrevolution):
Warum gibt es eigentlich keine Räume für Scheitern, Zweifel und das ganze Zerbrechliche?

Helge nickt. „Stimmt. Wir brauchen mehr Kuschelecken für die Seele. Orte, wo man auch mal depressiv sein darf, ohne sich dafür zu schämen.“
Ich ergänze: „Oder wo man einfach mal atmen kann. Notfalls mit kleinen Röhrchen, ganz ohne Nikotin.“ Dieses Bild war eine überraschende Pointe über den tieferen Sinn des Zigarette-Rauchens.

Idee: Wir träumen uns mal einen Kindergarten für Erwachsene zusammen:

  • Kuschelecke für Ruhe

  • Bücher für den Kopf

  • Bauecke fürs Leben
    Und natürlich Hausschuhe für alle. Denn mit Puschen ist die Welt gleich viel legerer und gemütlicher.

🎬 Slow-Motion gegen den Burnout – Warum wir mehr Langeweile brauchen

Helge erzählt von seinem Medienprofessor, der Filme so langsam schneidet, dass sogar Schnecken neidisch werden.
Ich lache, aber er hat recht:
Wir müssen wieder lernen, Langeweile auszuhalten.
Vielleicht ist das die eigentliche Revolution: Nicht noch schneller, sondern langsamer. Nicht noch mehr, sondern bewusster.
Und wenn’s hilft, schauen wir einfach mal 167 Minuten lang einen Baum an. Na ja, nicht ganz so. (Dazu der Filmtipp: „Silent Friend“ – für alle, die sich nach meditativer Langsamkeit im Kino | aka: Überforderung | sehnen.)

🗣️ Dialog statt Monolog – Kirche als Raum für echte Begegnung

Am Ende bleibt die Erkenntnis:
Kirche kann mehr sein als Sonntagsmonologe und Orgelmusik.
Sie könnte ein Ort sein, wo wir uns wirklich begegnen – mit all unserer Unsicherheit, unseren Krisen und unserer Sehnsucht nach Verbindung.

Helge sagt: „Das geht aber nur, wenn wir aus dem institutionalisierten Monolog aussteigen (Abschaffung von Kanzel und Sitzreihen) und echte, freiwillige Gruppenarbeit wagen.“
Ich denke: Klingt nach Arbeit. Aber vielleicht auch nach Hoffnung.

🍀 Fazit: Wir sind gesünder, als wir denken (auch wenn’s sich nicht so anfühlt)

Zum Schluss bleibt ein bisschen Trost:
Burnout ist vielleicht einfach eine gesunde Reaktion auf eine kranke Gesellschaft.
Wir Jungen sind nicht kaputt – wir sind nur mitten im Umbau.
Und wenn wir schon stolpern, dann wenigstens gemeinsam, mit Humor und ein paar Hausschuhen an den Füßen.

  • Jetzt reinhören: Lausche unserem kompletten Gespräch und stolpere mit uns am Rande des Erdbeerfeldes in die Metamoderne!

  • Diskutiere mit: Was wünschst du dir für Räume in Kirche und Gesellschaft? Schreib’s in eine Kommentar-Mail!

  • Teile Hoffnung: Schick diesen Beitrag an jemanden, der gerade einen Winterspielplatz für Erwachsene braucht.

Bleibt mutig, bleibt ambivalent – und denkt dran: Auch im Erdbeerfeld ist Platz für Zweifel, Lachen und neue Ideen, nicht nur am Rande.

Tópico Metakrise

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