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„Österreich für dich“ – die wichtigsten Nachrichten der Woche

Willkommen zur neuen Ausgabe von „Österreich für dich“.
Schön, dass du wieder dabei bist.

In den letzten Tagen waren das die wichtigsten Themen in den österreichischen Medien:

🔸Rückgang: Immer weniger Geburten in Österreich
🔸Ende 2029: Neuer Bahn-Tunnel zwischen Wien und Graz

🔸Untersuchung zeigt: Pestizide in Paprika-Pulver und Tee

Damit die Informationen auch für dich nützlich sind, schreiben wir unsere Texte so, dass du sie gut verstehen kannst, auch wenn Deutsch nicht deine Muttersprache ist. Dieser Newsletter richtet sich an alle, die leicht verständliche Nachrichten schätzen.

Immer weniger Geburten in Österreich

In Österreich kommen immer weniger Kinder auf die Welt. Das zeigt eine neue Analyse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW).

Das Ergebnis: 2025 wurden in Österreich rund 75.700 Kinder geboren. Ein Jahr davor waren es noch 77.000.

Die Geburten-Rate lag 2025 bei durchschnittlich 1,29 Kindern pro Frau. Das ist der niedrigste Wert, den es in Österreich je gegeben hat. Seit Jahren geht die Zahl der Geburten zurück.
Das zeigt auch diese Grafik:

Das Bild zeigt eine Infografik zum Rückgang der Geburten in Österreich. Oben sind vier horizontale Balken zu sehen, die die Zahl der lebendgeborenen Kinder seit 2011 darstellen: 78.109 (2011), 87.675 (2016), 86.078 (2021) und 75.718 (2025). Die ersten drei Balken sind hellviolett, der Balken für 2025 ist kräftiger violett und mit dem Hinweis „Tiefstwert" gekennzeichnet. Darunter folgt ein Abschnitt zur Fertilitäts-Rate mit einer kurzen Erklärung und vier Kreisen in Violett-Tönen, die die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau zeigen: 1,43 (2011), 1,53 (2016), 1,48 (2021) und 1,29 (2025). Unten rechts steht die Quellenangabe: Statistik Austria.

Was bedeutet das für Österreich? Die Bevölkerung wird immer älter. Gleichzeitig werden in den nächsten Jahrzehnten junge Menschen fehlen, die arbeiten und Steuern zahlen können. Damit wird auch Geld für das Gesundheits-System und das Pensions-System fehlen.

Was sind die Gründe?

Viele Frauen und viele Männer wünschen sich zwar ein Kind, entscheiden sich am Ende aber dagegen. Denn es gibt viele Gründe, die das Gründen einer Familie schwierig machen.

Das sind die häufigsten Gründe, warum sich Frauen gegen Kinder entscheiden:

Das Leben wird teurer. Mieten, Energie und Lebensmittel sind in den letzten Jahren deutlich teurer geworden. Viele haben das Gefühl: Ein Kind kann ich mir heute kaum noch leisten. Laut Statistik Austria kostet ein Kind bis zum 18. Geburtstag im Durchschnitt rund 100.000 Euro für Wohnen, Essen und Kleidung. Das Geld, das Eltern in der Karenz-Zeit nicht verdienen, kommt noch dazu.

Der richtige Partner oder die richtige Partnerin fehlt. Viele Frauen wünschen sich eine Partnerschaft, in der die Arbeit im Haushalt und in der Kinder-Betreuung fair aufgeteilt werden. Wenn das nicht möglich erscheint, entscheiden sich viele gegen eine Familie.

Zu wenig Plätze in Krippen und Kindergärten. In vielen Regionen gibt es noch immer nicht genug Plätze für kleine Kinder. Die Öffnungs-Zeiten passen oft nicht zum Berufs-Alltag. Nach der Karenz steigen über 80 Prozent der Mütter in Teilzeit ein. Väter arbeiten sehr viel seltener Teilzeit.

Bildung und Kinder. Frauen mit Uni-Abschluss entscheiden sich häufiger für ein Leben ohne Kind: Fast 30 Prozent von ihnen sind mit 45 Jahren kinderlos.

Väter kaum in Karenz. In Österreich gehen Mütter im Schnitt über 400 Tage in Karenz. Väter nur 9 Tage. Rund 15 Prozent der Väter gehen en überhaupt in Karenz, und dann oft nur zwei Monate. Zum Vergleich: In Schweden gehen 80 Prozent der Väter in Karenz.

Bewusst ohne Kinder. Immer mehr junge Menschen entscheiden sich heute ganz bewusst gegen Kinder. Bei den 20-Jährigen wollen 20 Prozent keine Kinder, in den 1980er-Jahren waren es nur 5 Prozent. Ein Kind bekommt man heute oft nur noch dann, wenn wirklich alles passt: der richtige Partner, die richtige Partnerin, ein sicherer Job, eine stabile Lebens-Situation. Auch der Klima-Wandel und internationale Krisen spielen eine Rolle.

Das Bild zeigt die nackten Füßchen eines Babys in einer rosa-weiß gestreiften Hose aus der Nähe fotografiert.
Nicht nur in Österreich, sondern auch in vielen anderen Ländern sinkt die Geburten-Rate. Foto: iStock/Tutye

Eltern werden immer älter. Mütter sind beim ersten Kind heute im Durchschnitt 30 Jahre alt. Das ist sechs Jahre mehr als noch 1984. Väter sind im Schnitt 34,2 Jahre alt, also rund drei Jahre älter als die Mütter.

Vergleich mit anderen Ländern. Einen Rückgang bei den Geburten gibt es aber nicht nur in Österreich. Auch Deutschland und die Schweiz haben ähnliche Zahlen. Weltweit sinkt die Geburten-Rate, außer in Teilen Afrikas, des Nahen Ostens und Asiens.

Wachstum nur durch Zuwanderung. Die österreichische Bevölkerung wird bis 2040 voraussichtlich nur durch Zuwanderung wachsen. Jedes Jahr wandern rund 28.000 bis 43.000 Menschen nach Österreich ein. Ohne diese Zuwanderung würde die Bevölkerung schrumpfen.

Was würde helfen? Demografin Caroline Berghammer von der ÖAW sagt: Es braucht mehr Kinder-Betreuungs-Plätze, bessere Möglichkeiten, Beruf und Familie zu vereinbaren, und eine fairere Aufteilung der Aufgaben zwischen Männern und Frauen.

Neuer Bahn-Tunnel eröffnet Ende 2029

Über kaum ein anderes Bau-Projekt wurde in Österreich so viel gestritten wie über den Semmering-Basis-Tunnel.

Der Semmering ist ein Gebirgs-Pass zwischen Niederösterreich und der Steiermark. Wer heute mit dem Zug von Wien nach Graz fährt, muss über diesen Pass. Das kostet Zeit. Schon seit den 1980er-Jahren gab es deshalb die Idee, einen Tunnel direkt durch den Berg zu bauen, der die beiden Bundesländer schneller miteinander verbindet.

Das Bild zeigt die Frontansicht eines rot-weißen Zuges in voller Fahrt, der Hintergrund ist durch die Bewegung unscharf.
Der neue Eisenbahn-Tunnel spart auf der Strecke zwischen Wien und Graz mehr als eine halbe Stunde Zeit. Foto: iStock/Gaschwald

Doch jahrzehntelang wurde gestritten. Niederösterreich blockierte das Projekt lange. Die Steiermark wollte den Tunnel hingegen unbedingt bauen. Erst 2012 fiel die endgültige Entscheidung: Der Semmering-Basis-Tunnel wird gebaut.

Jetzt, nach 13 Jahren Bau-Zeit, ist ein Ende in Sicht. Im Dezember 2029 sollen die ersten Züge durchfahren. Die Kosten für diesen Bau werden voraussichtlich bei 4,2 Milliarden Euro liegen.

Der Semmering-Basis-Tunnel spart viel Zeit:

Von Wien nach Graz dauert die Fahrt derzeit 2 Stunden 36 Minuten. Mit dem neuen Tunnel braucht man dann nur noch 1 Stunde 50 Minuten für diese Strecke.

Von Wien nach Klagenfurt dauert die Zugfahrt mit dem Semmering-Basis-Tunnel und mit der Koralm-Bahn ab Ende 2029 nur noch 2 Stunden 45 Minuten.

Das Bild zeigt einen roten Zug auf der historischen Semmering-Bahn, der über ein altes Stein-Viadukt fährt, umgeben von dichten Wäldern und Bergen unter blauem Himmel.
Die Semmering-Bahn wurde vor über 170 Jahren gebaut und ist seit 1998 UNESCO-Welt-Kulturerbe. Foto: iStock/rusm

Was passiert mit der alten Semmering-Bahn? Die historische Semmering-Strecke bleibt in Betrieb. Sie soll vor allem als Ausweich-Strecke und für den Tourismus genutzt werden.

Gefährliche Stoffe in Lebensmitteln

Paprika-Pulver, Reis, Tee: Diese Lebensmittel kaufen viele Menschen fast jede Woche ein. Doch eine neue Untersuchung zeigt jetzt: In vielen dieser Produkte stecken Rückstände von Pestiziden.

Was sind Pestizide?
Pestizide sind chemische Mittel, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden, um Pflanzen vor Schädlingen zu schützen.

Einige dieser Mittel sind in der EU längst verboten, weil sie der Gesundheit schaden können.

Das Bild zeigt einen Holzlöffel mit leuchtend rotem Paprika-Pulver vor schwarzem Hintergrund, von dem Pulver nach unten rieselt.
Vor allem in Paprika-Pulver wurden besonders viele Rückstände verbotener Pestizide gefunden. Foto: iStock/Savany

Produkte getestet. Die Organisation foodwatch hat 64 Lebensmittel aus Österreich, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden im Labor untersucht. In Österreich wurden 15 Produkte getestet.

Das Ergebnis: In zehn der 15 Produkte wurden Rückstände von verbotenen Pestiziden gefunden. Vier Produkte überschritten sogar die gesetzlich erlaubten Grenz-Werte.

Welche Produkte sind betroffen? Besonders schlecht schnitten Gewürze und Tee ab:

Kotányi Paprika Edelsüß – 7 Rückstände verbotener Pestizide

S-Budget Paprika Edelsüß – 6 Rückstände verbotener Pestizide

Le Gusto Paprika Edelsüß – 5 Rückstände verbotener Pestizide

Grüner Tee von SPAR, Twinings und Westminster – in allen drei Produkten wurden mehrere verbotene Pestizide nachgewiesen.

Wie kommen verbotene Mittel in unsere Lebensmittel? Pestizide, die in der EU verboten sind, dürfen trotzdem in andere Länder verkauft und dort eingesetzt werden. Wenn diese Länder dann Lebensmittel nach Europa exportieren, kommen die Rückstände auch auf unseren Teller.

Was fordert foodwatch? Die Organisation fordert, dass die vier Produkte, die die Grenzwerte überschreiten, sofort aus den Geschäften genommen werden. Außerdem soll die EU den Export verbotener Pestizide endlich stoppen und die Grenz-Werte für solche Stoffe strenger festlegen.

Hier (Abre numa nova janela)findest du den Artikel, den Foodwatch dazu geschrieben hat.

Das waren die wichtigsten Nachrichten der Woche. Ich hoffe, dass auch für dich etwas Interessantes dabei war.

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Der nächste Newsletter erscheint am Donnerstag, dem
28. Mai 2026. Bis dahin wünsche ich dir alles Gute.

Liebe Grüße

Petra