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Herbstgeschichten würfeln

Wir können im Oktober Geschichten im bunten Laub sammeln, um für den dunklen, kalten Winter vorzusorgen.

Beim Durchgehen meiner Journalseiten der letzten Monate ist mir aufgefallen, dass das Zeichnen und Skizzieren recht stark dominiert. Es ist ein schöner Weg, um genau hinzusehen und unbewusst mein erster Ansatz nach den Metadaten. Da mir im Urlaub das Schreiben leichter gefallen ist und ich gern wieder mehr in diese Form des Entdeckerinnen-Modus eintauchen möchte, hab ich meine StoryCubes* ausgepackt und losgelegt. (*selbstgekauft)

Die Idee ist, im Oktober jeden 2. Tag einen Würfelimpuls zu haben, mit dem eine Geschichte, ein Gedicht oder ein ein anderer Text entsteht. Dabei ist es nicht wichtig, die Würfelbildchen einzeln zu betrachten. Es können auch Texte mit allen Würfeln entstehen. Wichtig ist nur, dass die Verarbeitung schriftlich erfolgt. Sich auf diese Weise auszudrücken, kann eine ganze Welt erschaffen oder sie verändern. Wir sollten diese Fähigkeit im schnellen Alltagsgeschehen nicht aus den Augen verlieren. Sie ist kraftvoll!

Warum jeden “nur” 2. Tag? Der Zwischentag ist dafür da, weiter zu schreiben, aufzuholen oder Pause zu machen.

Melodien

Im Nebel erklingt der Gesang der Amsel, als ob sie fragt, ob da noch wer ist. Der Nebel ist dicht und verbirgt jede Sicht. Die feuchte Luft ist kühl. Im Flur erklingen die ersten Stimmen, ruhig und in Wellen. Nicht mehr lang, dann sind die Gänge wieder voller junger Menschen. Jede Person hat ihre eigene Melodie. Hier treffen sie aufeinander und konkurrieren. Die hohe Kunst ist, die in Einklang zu bringen und mit ihnen das gleiche Liedchen zu singen. Ein ähnliches ist schon ein Gewinn, wenn Lebenswelten so unterschiedlich sind. Vielleicht ist der Schlüssel aufzuhören zu glauben, dass unser Takt der richtige ist. Vielleicht müssen wir einfach jammen und spielen, bis wir eingeschwungen sind. Nach ihrem Takt, mit unserem Wissen. Gemeinsam.

Für meine Elster-Nachbarn

Liebe Elli, Lieber Eddi,

ich liege nach im Bett und höre euer Tschackern, schnell und im Dialog. Es ist ein vertrauter Klang, der bei mir das Gefühl von Stabilität weckt. Das Weltgeschehen ist zur Zeit nur schwerlich zu ertragen. Nicht immer aber sehr oft, werde ich überflutet von Sorgen um unsere Zukunft. Mein Körper fühlt sich starr an und gelähmt. Eingefroren in der kalten, emotionalen Eiszeit, die wir Menschen “Gegenwart” nennen. … und dann seid da ihr… frei…anmutig…wild…wie ihr mich teilhaben lasst, an eurem Weltgeschehen. Jeder Besuch von euch ist ein Geschenk, denn ihr wählt selbst vorbei zu kommen und schenkt mir damit neuen Mut. Jeder Ruf von euch, lässt die Eisschicht brechen, gibt mir Freiraum. denn ihr seid da, lebt in meiner Nachbarschaft und tut, was eure Natur ist. Ihr seid meine fliegende, schillern rufende Erinnerung zu tun, was meine Natur ist.

Danke <3

Was wartet auf uns in der Ferne? Wen werden wir sehen? Welche Abenteuer gibt es zu entdecken? Lass uns gemeinsam weiterschreiben. Die Texte müssen nicht perfekt sein, brauchen keine krasse Handlung. Wir müssen keine Schriftsteller:innen sein, um zu schreiben. Es reicht, gern mit Worten auf Papier zu tanzen. Also, darf ich um diesen Tanz bitten?

Ich freue mich auf deine Geschichten und Gedichte!

Yvonne

Tópico Streifzüge

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