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Was heißt es, gebildet zu sein?

Was haben Sokrates, Michael Faraday, George Boole und Frida Kahlo gemeinsam?

Sie alle hatten keine klassische Hochschulbildung und doch würde man sie heute, zweifellos als gebildet bezeichnen.

Warum also gilt heute oft nur als gebildet, wer ein Hochschulstudium vorweisen kann?

Was heißt es eigentlich gebildet zu sein, jenseits von Abschlüssen und Titeln?

Ich komme auf dieses Thema, da mir in Social- Media Kommentaren immer wieder auffällt: „Gebildet“ wird oft gleichgesetzt mit Abitur und Studium, als wäre es heute kaum mehr denkbar, ohne Studium als gebildet zu gelten.

Aber stimmt das wirklich?

Wenn wir genauer hinschauen wird klar: Eine höhere Schulbildung kann zur Bildung beitragen, sie ist eine Möglichkeit, jedoch keine Voraussetzung.

Was gehört also zur Bildung?

Eigenständiges Denken,

Urteilsfähigkeit,

Sprache und Ausdruck,

Empathie und Menschlichkeit,

Selbstreflexion,

Lebensbildung (Erfahrung).

Lernt man das nur auf dem Gymnasium oder in der Universität?

Viele unterliegen dem Irrglauben, Wissen allein genüge, um gebildet zu sein.

Doch was nützt Wissen, wenn man nicht selbständig Denken kann ? Wenn keine Urteilskraft vorhanden ist, keine Tiefe, keine Verbindung zum Menschlichen da ist?

„Bildung ist das was übrig bleibt, wenn man alles vergessen hat, was man gelernt hat“ -Albert Einstein

„Wissen füllt den Kopf. Bildung formt den Menschen. “

„Wissen kann man googeln, Bildung nicht. “

Wenn wir zu der Ausgangsfrage zurückkehren, heißt es oft sinngemäß:

„Man ist nur gebildet, wenn man studiert hat. “ oder

„Wissen erlangt man nur über ein Studium. “

Aber stimmt das nun?

Kann man sich Wissen nicht auch jenseits von Abitur und Universitäten aneignen?

Schwingt in dieser Vorstellung, nicht ein stilles Elitedenken mit, mit der Idee durch ein Studium automatisch etwas Besseres zu sein?

Was ist dann mit Autodidakten wie George Boole, ist sein Wissen weniger wert, nur weil er sich es selbst beigebracht hat?

Vielleicht ist wahre Bildung nicht das, was man in Vorlesungen hört, sondern das, was man zwischen den Zeilen des Lebens begreift.

Ich brauche kein Diplom, um zu denken. Mein Weg ist der des Lebenslangen Lernens, nicht aus Pflicht, sondern aus echter Neugier.

Bianka Seredinski-Holzner

Zwischenraumtexte 2025

Tópico Zukunft des Denkens