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Monkey Monday #38

Kapitalmärkte 2026: Hoher Puls garantiert

2025 hat sich bis heute angefühlt sich an wie ein nie enden wollender Montagnachmittag: Die Kapitalmärkte hangeln sich von geopolitischem Kopfschütteln zum nächsten Zollgerangel – und trotzdem klettern viele Kurse, als hätten sie das Chaos nur aus der Ferne gesehen. Die Weltwirtschaft taumelt zwar nicht, sorgt aber an vielen Stellen für hochgezogene Augenbrauen.

Die Aktienmärkte zeigen sich trotz politischer Nebelgranaten – Handelsstreit USA/China , EU-Sicherheitsdebatten und Nahost-Beben – erstaunlich stabil. Tech bleibt der Kurstreiber, wenngleich zuletzt mit Bedenken wegen einer drohenden KI-Blase, während sich Industrie- und Konsumwerte mit jedem neuen Zollgerücht anfällig gezeigt haben. Die Anleger? Schwanken weiter zwischen FOMO und Fluchtreflex.

Die Notenbanken spielen Zins-Tetris. Angesichts rückläufiger Inflation konnten vielerorts die Leitzinsen gesenkt werden, anderswo bleiben die Währungshüter angesichts der Wirkung von Zöllen auf Importpreise zurückhaltend. Gleichzeitig hält am langen Ende die globale Verschuldung die Unsicherheit hoch. Ergebnis: Ein Rentenmarkt, der aussieht wie ein schlechtes EKG: Zuckungen überall. Staatsanleihen werden als sichere Häfen zunehmend in Frage gestellt, Unternehmensanleihen bieten zum Teil attraktive Alternativen, die Spreads bleiben niedrig.

Die Rohstoffpreise verhielten sich im zu Ende gehenden Jahr uneinheitlich. Industriemetalle zeigten angesichts bröckelnder globaler Nachfrage ein eher schwaches Bild, während Edelmetallpreise, allen voran der Goldpreis, mit einem Plus von über 40 % eine der stärksten Anlageklassen darstellten. Hintergrund dürften massive Goldkäufe seitens verschiedener Zentralbanken gewesen sein. Vor allem die chinesische Notenbank Peoples Bank of China (PBoC) zeichnet mit einer Umschichtung von US Dollar-Anleihen in Gold für einen erheblichen Teil des Kursanstiegs verantwortlich. Nicht ausgeschlossen, dass diese Entwicklung sich im nächsten Jahr fortsetzt.

Der US-Dollar, die globale Leitwährung, verzeichnete eine der schwächsten Kursentwicklungen der letzten Jahrzehnte. Belastet durch die Unsicherheiten um die US-Handelspolitik und gezielt geschürte Angst vor einem Einsatz des US-Dollar als Erpressungsmittel (Mar a Lago-Akkord, siehe Monkey Monday #11) gab der Dollar-Index über den Jahresverlauf im zweistelligen Bereich nach. Gerade aus Euro-Anlegerperspektive dürfte die Entwicklung der Wechselkurse eine der entscheidenden Fragen für die Gesamtperformance auch 2026 werden.

Nach einem wahrhaft anstrengenden 2025, ein Jahr, in dem Mikro Makro geschlagen und das man auch als in die Jahre gekommener Kapitalmarktbeobachter nicht alle Tage erlebt hat, bleibt der Tisch reich gedeckt für eine Reihe von Unsicherheiten im nächsten Jahr. Dieser Monkey Monday bildet Teil eins eines dreiteiligen Ausblicks auf die Kapitalmärkte in 2026. Hier und heute beginnt es mit den Makroprognosen und wahrscheinlichen Verschiebungen in der (Geo-) Politik, die vermutlich auch im nächsten Jahr den Rahmen setzen werden. In den Teilen zwei und drei geht es dann spezieller um die Aktienmärkte und deren Hauptthema Technologie, sowie um die Zinsmärkte und die damit verbundenen Unsicherheiten um die Zentralbankpolitik.

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