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„Österreich für dich“ – die wichtigsten Nachrichten der Woche

Willkommen zur neuen Ausgabe von „Österreich für dich“.
Schön, dass du wieder dabei bist.

In den letzten Tagen waren das die wichtigsten Themen in den österreichischen Medien:

🔸Der Staat muss sparen: Wie das die Menschen betrifft
🔸Verkehr: Wer zu schnell fährt, zahlt ab 2027 mehr

🔸Ab Juli 2026: Mehr Hilfe für Allein-Erziehende

Damit die Informationen auch für dich nützlich sind, schreiben wir unsere Texte so, dass du sie gut verstehen kannst, auch wenn Deutsch nicht deine Muttersprache ist. Dieser Newsletter richtet sich an alle, die leicht verständliche Nachrichten schätzen.

Der Staat muss sparen: Wie das die Menschen betrifft

Finanz-Minister Markus Marterbauer (SPÖ) hat diese Woche das neue Budget vorgestellt. Dieses Budget wurde für die Jahre 2027 und 2028 ausgearbeitet. Deshalb nennt man es auch Doppel-Budget.

Das Bild zeigt Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) bei einer Pressekonferenz am Rednerpult des Bundesministeriums für Finanzen.
Finanz-Minister Markus Marterbauer (SPÖ) sagte bei seiner Rede zum Budget im Nationalrat: „Die Zeiten sind ernst. Aber wir lassen uns nicht entmutigen.“ Foto:© BKA/Brauneis

Sparen. Österreich hat in den letzten Jahren mehr Geld ausgegeben als eingenommen. Krisen, steigende Energie-Kosten, höhere Ausgaben für Pensionen und teurere Kredite haben die Lage verschärft. Bis 2028 sollen deshalb rund 5 Milliarden Euro eingespart werden.

Dieser Spar-Kurs der Regierung wird auch viele Menschen direkt betreffen.

Das ändert sich mit dem neuen Budget

Familien. Kinder-Betreuungs-Geld, Familien-Beihilfe und Schulstart-Geld werden nicht an die Teuerung angepasst, obwohl die Preise für Lebens-Mittel, Energie und Wohnen steigen.

Auch beim Familien-Bonus ändert sich etwas: Mit dem Familien-Bonus zahlen Eltern weniger Steuern, weil sie ein Kind haben. Pro Kind können Eltern damit bis zu 2.000 Euro pro Jahr weniger Steuern zahlen.

Ab 2027 können Eltern für Kinder ab vier Jahren den vollen Bonus aber nur noch dann nutzen, wenn beide Elternteile zumindest Teilzeit arbeiten. Bis jetzt konnten Familien den vollen Bonus auch dann nutzen, wenn nur eine Person im Haushalt arbeitet.

Pensionen. Die Pensionen werden in den nächsten zwei Jahren nicht so stark steigen wie die Preise für Lebens-Mittel, Energie und Wohnen. Wer eine höhere Pension bekommt, soll mehr zum Sparen beitragen. Das bedeutet: Höhere Pensionen werden weniger stark erhöht als niedrigere Pensionen.

Außerdem sollen künftig weniger Kur-Aufenthalte genehmigt werden.

Arbeit. Bis jetzt mussten Arbeitnehmer:innen mit einem Brutto-Gehalt unter 2.225 Euro keine Arbeitslosen-Versicherung zahlen. Das ändert sich ab 2027. Dann müssen alle Arbeitnehmer:innen den vollen Beitrag zur Arbeitslosen-Versicherung zahlen. Das betrifft auch Arbeitnehmer:innen, die Teilzeit arbeiten oder wenig verdienen. Es gilt auch für Arbeitnehmer:innen ab 63 Jahren.

Das Bild zeigt Euro-Münzen und Euro-Scheine vor einer österreichischen Flagge sowie einen Taschenrechner.
Österreich muss sparen: Weniger Geld gibt es künftig unter anderem für Familien, Pensionist:innen sowie für Klimaschutz und Kultur. Foto: © iStock/Zerbor

Was sich sonst noch ändert

Klima und Umwelt. Für Klimaschutz und Umweltschutz gibt es fast 30 Prozent weniger Geld. Wer seine Heizung tauschen oder sein Haus besser dämmen lässt, bekommt künftig weniger Unterstützung vom Staat.

Wer von seiner Firma ein Elektro-Auto auch privat nutzen darf, musste dafür bis jetzt keine Steuern zahlen. Das ändert sich ab 2027: Dann muss man für E-Dienst-Autos, die privat genutzt werden, Steuern zahlen.

Wenn man ein kaputtes Gerät reparieren lässt, bekommt man derzeit einen Teil der Kosten vom Staat zurück. Diese Hilfe heißt Geräte-Retter-Prämie. Diese Prämie wird abgeschafft.

Universitäten. Die Budgets für Universitäten werden erst im Herbst festgelegt. Doch jetzt steht schon fest, dass die Unis nicht mehr Geld bekommen werden, obwohl die Kosten für Energie und andere Dinge gestiegen sind.

Verwaltung. In den nächsten Jahren sollen rund 2.600 Stellen in Ministerien und Behörden wegfallen.

Kunst und Kultur. Der ORF bekommt 93 Millionen Euro weniger. Und auch Theater und Museen bekommen weniger Geld vom Staat.

Wo mehr Geld geplant ist

Doch nicht überall wird gespart. In den nächsten beiden Jahren soll mehr Geld in das Bundesheer und in die Verteidigung des Landes fließen. Auch für Pflege und Bildung soll es mehr Geld geben.

Verkehrs-Strafen werden teurer

Der Staat will nicht nur weniger Geld ausgeben. Er will auch mehr Geld einnehmen.

Dazu sollen unter anderem die Strafen für Verkehrs-Delikte erhöht werden. Das berichtete die Kronen Zeitung (Öffnet in neuem Fenster) am Mittwoch.

Was ist ein Verkehrs-Delikt?

Ein Verkehrs-Delikt ist, wenn man im Straßen-Verkehr gegen eine Regel verstößt, zum Beispiel zu schnell fährt, bei Rot über die Kreuzung fährt oder falsch parkt. Wer dabei erwischt wird, muss eine Strafe zahlen.

Das Bild zeigt eine Tabelle mit dem Titel „Verkehrs-Strafen werden teurer". Die Tabelle hat drei Spalten: links steht das Verkehrs-Vergehen, in der Mitte der bisherige Straf-Betrag und rechts der neue Betrag ab 2027. Die Tabelle listet vier Vergehen auf: Wer mehr als 30 km/h zu schnell fährt, zahlt künftig mindestens 200 Euro statt bisher 150 Euro. Wer mehr als 40 km/h zu schnell im Orts-Gebiet oder mehr als 50 km/h auf der Freiland-Straße fährt, zahlt künftig 400 bis 6.000 Euro statt bisher 300 bis 5.000 Euro. Das Überfahren einer Sperrlinie kostet künftig 95 Euro statt 70 Euro. Wer sein Auto außerhalb der markierten Park-Fläche abstellt, zahlt künftig einheitlich 60 Euro statt bisher 30 bis 48 Euro. Unten rechts steht die Quelle: Bundesministerium für Mobilität und ORF.at, Juni 2026.

Bisher waren viele Strafen je nach Bundesland unterschiedlich hoch. Ab 2027 sollen in ganz Österreich für dieselben Verkehrs-Delikte dieselben Strafen gelten.

Das Bild zeigt eine Tabelle mit dem Titel „Diese Strafen gelten ab 2027 in ganz Österreich" und dem Untertitel „Bisher galten je nach Bundesland unterschiedliche Beträge – das ändert sich." Die Tabelle hat zwei Spalten: links das Vergehen, rechts der neue einheitliche Straf-Betrag. Fünf Vergehen werden aufgelistet: Wer einen Fußgänger am Schutz-Weg nicht durchlässt, zahlt 85 Euro. Das Überfahren einer Sperrlinie kostet 95 Euro. Das Ignorieren eines „Einfahrt verboten"-Schildes kostet 110 Euro. Wer mit dem Auto auf dem Rad-Streifen fährt, zahlt 80 Euro. Wer sein Auto außerhalb der markierten Park-Fläche abstellt, zahlt 60 Euro. Unten rechts steht die Quelle: Bundesministerium für Mobilität und ORF.at, Juni 2026.Das Bild zeigt eine Tabelle mit dem Titel „Das kostet es ab 2027, wenn man zu schnell fährt". Die Tabelle ist in zwei Spalten aufgeteilt: links die Strafen für die Freiland-Straße, rechts die Strafen im Orts-Gebiet. Auf der Freiland-Straße kostet eine Überschreitung bis 10 km/h 50 Euro, 10 bis 20 km/h zu schnell kostet 80 Euro, 20 bis 25 km/h zu schnell kostet 95 Euro und 25 bis 30 km/h zu schnell kostet 120 Euro. Im Orts-Gebiet kostet eine Überschreitung bis 10 km/h 60 Euro, 10 bis 15 km/h zu schnell kostet 80 Euro und 15 bis 20 km/h zu schnell kostet 105 Euro. Unten rechts steht die Quelle: Bundesministerium für Mobilität und ORF.at, Juni 2026.

Mit den höheren Strafen will der Staat jährlich rund 80 Millionen Euro mehr einnehmen. Doch das sei nicht der Grund, warum die Strafen erhöht werden, betont Verkehrs-Minister Peter Hanke (SPÖ). Er möchte mit den höheren Strafen vor allem die Straßen sicherer machen.

Mehr Hilfe für Allein-Erziehende

Gute Nachrichten gibt es für Mütter und Väter, die ihre Kinder alleine erziehen. Der Nationalrat hat diese Woche beschlossen: Allein-Erziehende bekommen ab 1. Juli 2026 Geld vom Staat, wenn der andere Elternteil keinen Unterhalt zahlt.

Das Bild zeigt eine junge Frau mit Brille, die lächelnd neben einem kleinen Mädchen sitzt. Beide beschäftigen sich gemeinsam mit Spielzeug in einem bunten Kinderzimmer.
Allein-Erziehende ohne Unterhalt sollen ab Juli 2026 mehr Unterstützung vom Staat bekommen. Foto: © iStock/Lordn

Was ist ein Unterhalt?

Unterhalt ist Geld für das Kind. Ein Elternteil muss ihn zahlen, wenn er oder sie nicht mit dem Kind zusammenlebt. Manche Eltern zahlen diesen Unterhalt aber nicht, weil sie kein Geld haben, nicht erreichbar sind oder im Ausland leben.

Wer wie viel bekommt

Wer weniger als 2.768 Euro netto im Monat verdient, kann diese Hilfe bekommen. Pro Kind gibt es monatlich rund 240 Euro.
Frauen, die von Gewalt betroffen sind, können zusätzlich eine einmalige Start-Hilfe von bis zu 4.000 Euro bekommen.

Insgesamt stellt der Staat für die Unterstützung von Allein-Erziehenden bis zu 35 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung.

Das sagen die Parteien

ÖVP, SPÖ und NEOS haben zugestimmt. Die NEOS betonen, dass vor allem die Kinder davon profitieren. Die Grünen sehen es als ersten Schritt, finden aber, dass das Geld nicht ausreicht.

Die FPÖ hat als einzige Partei dagegen gestimmt. Sie befürchtet, dass das Geld vor allem an Menschen geht, die nicht aus Österreich stammen.

Das waren die wichtigsten Nachrichten der Woche. Ich hoffe, dass auch für dich etwas Interessantes dabei war.

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Der nächste Newsletter erscheint am Donnerstag, dem
18. Juni 2026. Bis dahin wünsche ich dir alles Gute.

Liebe Grüße

Petra