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„Österreich für dich“ – die wichtigsten Nachrichten der Woche

Willkommen zur neuen Ausgabe von „Österreich für dich“. Schön, dass du wieder dabei bist.

In den letzten Tagen waren das die wichtigsten Themen in den österreichischen Medien:

🔸 Chef der Wirtschafts-Kammer tritt zurück
🔸 Streit um wertvollen Schmuck der Habsburger
🔸 Regierung will mehr gegen Juden-Hass tun

Damit die Informationen auch nützlich für dich sind, schreiben wir unsere Texte so, dass du sie gut verstehen kannst, auch wenn Deutsch nicht deine Muttersprache ist. Dieser Newsletter richtet sich an alle, die leicht verständliche Nachrichten schätzen.

Chef der Wirtschafts-Kammer tritt zurück

Auf diesem Bild ist Harald Mahrer in einem blauen Sakko und einem weißen Hemd sitzend in einem Gespräch zu sehen.
Ein Amt mit viel Macht: Harald Mahrer ist seit mehr als sieben Jahren Präsident der Wirtschaftskammer Österreich. Foto: WKÖ

Seit Mitte 2018 ist Harald Mahrer Präsident der Wirtschafts-Kammer Österreich (WKO). In dieser Funktion ist er in vielen Bereichen sehr einflussreich. Am Donnerstag Abend ist er zurückgetreten. Das hat er aber nicht freiwillig gemacht.

Was ist die Wirtschafts-Kammer?

Die Wirtschafts-Kammer (WKO) vertritt die Interessen von Unternehmen in Österreich. Fast alle Firmen müssen Mitglied sein und zahlen dafür Beiträge. Die WKO berät Firmen, redet bei neuen Gesetzen mit und versucht, gute Bedingungen für die Wirtschaft zu schaffen.

Schlechte Wirtschaftslage

Höhere Löhne. Seit mehr als zwei Jahren geht es der Wirtschaft in Österreich schlecht. Viele Betriebe kämpfen mit hohen Kosten, manche müssen sparen oder Stellen abbauen.
Als Chef der WKO ist Mahrer auch dabei, wenn über höhere Löhne für die Arbeiter:innen und Angestellten verhandelt wird. Aufgrund der schlechten Lage hat Mahrer die Menschen aufgefordert, in dieser Situation keine höheren Löhne zu fordern.

Viel Wirbel. Doch vor ein paar Tagen wurde bekannt: Die WKO wollte die Löhne ihrer Mitarbeiter:innen im Jahr 2026 kräftig erhöhen. Zudem wurde bekannt, dass viele Chefs und Chefinnen in der WKO ab heuer mehr Geld bekommen haben. Das hat viele Menschen verärgert.

Viele Ämter. Gleichzeitig wurde bekannt, dass Mahrer mehrere wichtige Ämter hat. Dadurch bekommt er rund 28.500 Euro brutto im Monat. Am Montag legte Mahrer dann eines dieser Ämter zurück. Chef der WKO wollte er aber bleiben.

Druck wurde größer. Das fanden aber immer mehr Leute in der WKO nicht richtig. Viele haben verlangt, dass er auch als WKO-Chef zurücktritt. Der Druck auf Mahrer wurde so groß, dass Mahrer am Donnerstag Abend entschieden hat, dieses Amt zurückzulegen.

Streit über den Schmuck der Habsburger

Auch der Schmuck der Habsburger ist derzeit ein großes Thema in den Medien. Dieser wertvolle Schmuck war mehr als 100 Jahre lang verschwunden. Nun sind einige dieser Stücke wieder aufgetaucht. Sie wurden in einem Schließfach einer Bank in Kanada gefunden. Inzwischen ist auch bekannt, wie dieser Schmuck nach Kanada kam.

Zita, die Frau des letzten österreichischen Kaisers, brachte die Juwelen dorthin. Ihr Mann Karl I. war der letzte Herrscher von Österreich-Ungarn. Er stammte aus der Familie der Habsburger.

Das Bild zeigt Kaiser Karl I. zusammen mit seiner Frau Zita und seinem Sohn Otto. Die Aufnahme ist schwarz-weiß und stammt aus dem Jahr 1916.
Ein Bild aus dem Jahr 1916 zeigt den letzten Kaiser, Karl I. (der Erste), mit seiner Frau Zita und seinem ältesten Sohn Otto. Foto: Heinrich Schuhmann jun.

Wer waren die Habsburger?

Die Habsburger waren eine mächtige Fürsten-Familie in Europa. Sie stellten viele König:innen und Kaiser:innen. Die Habsburger regierten mehr als 600 Jahre lang Österreich und zeitweise auch in anderen Ländern wie Spanien und Ungarn. Berühmte Habsburger sind zum Beispiel Maria Theresia, Franz Joseph I., der mit Kaiserin Elisabeth (Sisi) verheiratet war, und Karl I.

Republik ausgerufen. Nachdem Österreich 1918 den Ersten Weltkrieg verloren hatte, zerfiel auch das Reich Österreich-Ungarn. Am 12. November 1918 wurde die Republik Deutsch-Österreich ausgerufen. Eine Republik wird von Politiker:innen regiert, die vom Volk gewählt werden. Damit verlor Karl I. seine Macht und musste mit seiner Familie das Land verlassen.

Schmuck aus der Schatz-Kammer. Doch bevor er ging, holte er wertvolle Schmuckstücke aus der Schatz-Kammer in der Hofburg in Wien und ließ sie in die Schweiz bringen. 1922 starb Karl I. auf der Insel Madeira. Seine Frau Zita zog mit den Kindern weiter nach Spanien und später nach Belgien. 1940 floh sie vor den Nazis nach Kanada.

Dort brachte Zita den Schmuck in ein Schließfach bei einer Bank. Nur zwei ihrer Söhne erzählte sie davon. Vor einiger Zeit verrieten die Nachfahren von Zita das Geheimnis. Doch einige Stücke fehlen. Und niemand weiß, wo sie sind.

Fall wird geprüft. Jetzt gibt es einen Streit um diesen Schatz. Denn die Familie Habsburg ist überzeugt, dass der Schmuck der Familie gehört. Einige Politiker:innen und Fachleute sind der Meinung, dass dieser Schmuck dem österreichischen Staat gehört. Sie sagen: Die Juwelen waren in der Schatzkammer in Wien, und diese Schatzkammer gehörte dem Staat.

Die Regierung lässt jetzt prüfen, wem der Schmuck wirklich gehört.

Maßnahmen gegen Juden-Hass

In Österreich gab es in den letzten Monaten deutlich mehr antisemitische Übergriffe als in den letzten Jahren.

Antisemitismus bedeutet Hass gegen Jüdinnen und Juden.

Nach dem Angriff der Hamas im Oktober 2023 auf Israel haben die Übergriffe auf Jüdinnen und Juden stark zugenommen. Jetzt hat die österreichische Regierung neue Maßnahmen gegen Antisemitismus vorgestellt.

Das Foto zeigt eine Pressekonferenz mit Staatssekretär Alexander Pröll (2.von links) gemeinsam mit Vizekanzler Andreas Babler (2. von rechts), Bundesminister Christoph Wiederkehr (links) und Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Religionsgesellschaft Österreichs (rechts)
Gegen Antisemitismus: Vizekanzler Andreas Babler (2.v.r.), Staatssekretär Alexander Pröll (2.v.l.), Bundesminister Christoph Wiederkehr (l.) und IRG-Präsident Oskar Deutsch (r.) stellten neuen Plan vor. Foto: Bundeskanzleramt/ Christopher Dunker

Im Internet. Ein wichtiger Teil dieser Maßnahmen betrifft das Internet. Dort gibt es viel Hass gegen Jüdinnen und Juden. Die Regierung will Computer-Programme mit künstlicher Intelligenz nutzen. Diese Programme sollen automatisch Hass-Botschaften im Internet finden.

Erklärung unterschreiben. Künftig müssen alle, die in Österreich einen Integrations-Kurs machen, eine Erklärung unterschreiben, dass sie gegen Antisemitismus sind. Das betrifft Menschen ohne EU-Pass, die in Österreich leben und diesen Kurs machen müssen, wie zum Beispiel anerkannte Flüchtlinge oder Menschen mit subsidiärem Schutz.

In den Schulen soll es Programme gegen Antisemitismus geben. Außerdem sollen mehr Schüler:innen Gedenk-Stätten besuchen. Das sind Orte, an denen an die Opfer des Holocaust erinnert wird.

Was bedeutet „Holocaust“?

Das Wort „Holocaust“ kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „völlig verbrannt“. Heute bezeichnet man damit die Ermordung von sechs Millionen Jüdinnen und Juden durch die Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkriegs (1938-1945). Im Hebräischen gibt es dafür ein anderes Wort: „Shoah“. Das bedeutet „große Katastrophe“.

Die Regierung prüft auch, ob in Österreich ein Holocaust-Museum gebaut werden soll. Im Holocaust wurden während der Nazi-Zeit sechs Millionen Jüdinnen und Juden ermordet.

Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) sagte: „Wir werden alles daran setzen, dass Österreich ein Land ist, in dem jüdisches Leben sicher ist.“

Das waren die wichtigsten Nachrichten der Woche. Wir hoffen, dass auch für dich etwas Interessantes dabei war.

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Der nächste Newsletter erscheint am Donnerstag,
20. November 2025.
Bis dahin wünschen wir dir alles Gute.

Liebe Grüße

Petra und Michi
Team „Österreich für dich“