eigentlich würde ich jetzt schreiben „Der Wochenrückblick ist zurück“, aber um es kurz (nur leider nicht ganz schmerzlos) zu machen: Der Wochenrückblick ist vorerst Geschichte. Ich schaffe es leider nicht mehr, einen Tag pro Woche freizuhalten, den ich für die Recherche, das Schreiben und Veröffentlichen brauche. Es wurde immer mehr zu einer Belastung, die Qualität litt und ich lag oft nachts wach und habe mir den Kopf darüber zerbrochen, wie es weitergehen kann. Ich weiß, dass einige von euch den Wochenrückblick sehr schätzen und vermissen werden, das tut mir richtig leid. Andererseits sind es aber auch nicht so viele Leute, die wirklich jede Woche lesen. Ich habe mir die Statistiken mal angesehen: Jeder Wochenrückblick wird im Durchschnitt von 220 Menschen angeklickt. Es gibt kein relevantes Wachstum in den letzten zwei drei Jahren und ich habe selbst das Gefühl, eigentlich schon alles gesagt zu haben. Es wiederholt sich alles – wieder und wieder.
Ich kann nur sagen: Ich bin erleichtert – ehrlich. Es ist eine so große Last von mir abgefallen, als ich die Entscheidung getroffen habe. Natürlich bin ich trotzdem auch traurig; denn der Wochenrückblick hat mich die letzten fünf Jahre begleitet. Die erste Ausgabe erschien am 5. Juli 2020. Die Arbeit daran hat aber auch fünf Jahre meinen Alltag bestimmt und es war nicht immer einfach, Woche für Woche etwas zu veröffentlichen, das meinem eigenen Anspruch gerecht wird.
Aber ein Abschied ist ja nicht grundsätzlich was Schlechtes: Es entsteht Raum für was Neues. Es ist also hier nicht vorbei. In Kürze erscheint mein neuer Newsletter. Es wird um Antifeminismus gehen und die Rückkehr des Faschismus in den Mainstream. Aktuelle Entwicklungen werde ich hier also weiterhin kritisch kommentieren und einordnen. Nicht mehr tagesaktuell, dafür mit mehr Tiefe. Ich habe noch nicht alles entschieden: es gibt noch keinen Namen und ich bin nicht sicher, ob ich alle 14 Tage veröffentliche oder einmal im Monat. Ich hoffe, ihr bleibt meine Leser*innen! Wenn ihr diese Ankündigung zum Anlass nehmen wollt, euer Steady-Abo zu beenden, verstehe ich das gut. Fühlt euch zu nichts verpflichtet bitte.
Bitte nicht traurig sein, ja?!
Die monatliche Bücherverlosung unter den Steady-Supporter*innen geht natürlich weiter. Im September hat Anne P. gewonnen und kann sich auf „Familienkörper“ von Michèle Yves Pauty freuen.
Bis bald, passt gut auf euch und aufeinander auf,
Ulla