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#102 Unbeirrbar

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Es ist Donnerstag. Du liest die ”Post aus Dachau”, den wöchentlichen Kultur-Newsletter von Stadtführung mit Matthias (Öffnet in neuem Fenster) für Dachau und München.

Als Gästeführer weiß ich was los ist. Und was sich lohnt.

Für Alle, die ihre Stadt genauso lieben, wie Du und ich.

Diese Woche: Während die Politik noch verhandelt, wie viel sie sich für Kultur leisten will, findet sie weiter statt – meist leise, unmittelbar und ziemlich unbeirrbar.

Servus,

kommenden Montag steht im gemeinsamen Kulturausschuss von Stadt und Landkreis eine richtungsweisende Entscheidung an. Über die Zukunft des geplanten Museumsforums auf dem MD‑Gelände.

Die Ausgangslage: kompliziert. Nach dem Ausstieg des Bezirks steht nicht nur ein Projekt zur Disposition, sondern die jahrzehntelange Dauer-Frage, wie viel kulturelle Infrastruktur will man sich in Dachau leisten? Was bleibt, was verschwindet noch? Oder wird doch mal weiter gedacht? All das ist mal wieder politische Verhandlungsmasse.

Und wie so oft geht es dabei nicht nur um Räume oder Budgets, sondern um Prioritäten. Die von Museumsleiterin Nina Möllers formulierte Frage

„Wie viel ist uns unsere Kultur wert?“

ist keine rhetorische. Sie zielt ziemlich direkt auf das, was kommunale Kulturpolitik leisten kann – und leisten will. Gerade in einer Stadt, die kulturell historisch wie gegenwärtig viel zu bieten hat, bekommt diese Frage zusätzliches Gewicht.

Ich werde am Montag vor Ort dabei sein, wenn Stadt- und Kreistag im Kulturausschuss entscheiden müssen. Und die Entwicklungen künftig auch hier im Kulturnewsletter begleiten – unabhängig, beobachtend und einordnend, was diese Entscheidungen langfristig für die Kulturlandschaft in Dachau bedeuten.

Manchmal wirkt es schon fast wie ein Wunder, dass Kultur - wenn auch im Kleinen - dennoch stattfindet. Und dafür braucht es noch nicht mal die große Bühne.

Im Gramsci treffen zwei Stimmen aufeinander, die viel Raum mit erstaunlich wenig Mitteln füllen. Und bei einer Jam Session wird genau das hörbar, was sich kaum festhalten lässt: Musik im Entstehen.

Während an manchen Stellen noch gerungen wird, wie viel wir uns für Kultur künftig leisten können, oder viel mehr wollen, findet sie an anderen nach wie vor statt – unmittelbar, lebendig, im Moment.

Schön, dass du auch diese Woche wieder mit dabei bist – und bleibst.

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die ihre Stadt genauso lieben wie Du und ich.

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#FragileHarmonien

Charm of Finches – zwischen Märchen und Gegenwart

Manchmal reicht ein zweistimmiger Gesang, um einen ganzen Raum zu verändern. Bei Charm of Finches passiert genau das – leise, fast beiläufig, und doch mit einer Intensität, die sich nur schwer abschütteln lässt.

Mabel und Ivy Windred-Wornes kommen aus Melbourne, leben inzwischen in Europa und sind seit einigen Jahren ununterbrochen unterwegs. Kein schneller Durchbruch, sondern ein stetiges, beinahe unspektakuläres Wachsen – getragen von einer Musik, die sich Zeit nimmt. Indie-Folk, ja. Aber einer, der sich nicht mit klaren Zuschreibungen zufriedengibt.

Ihr aktuelles Album „Marlinchen In The Snow“ trägt die Spuren dieser Entwicklung deutlich in sich. Entstanden in der Weite Nova Scotias, durchzogen von Naturbildern, Kindheitserinnerungen und einer leisen Märchenhaftigkeit, die nie ins Nostalgische kippt. Die Referenz an die Brüder Grimm ist dabei mehr als nur eine ästhetische Fußnote – sie zieht sich durch die Songs wie ein unsichtbarer Faden: schön, fragil, und manchmal auch ein wenig unheimlich.

Was Charm of Finches besonders macht, liegt in ihrer Art zu erzählen. Vieles bleibt angedeutet, offen, zurückgenommen. Die Arrangements sind fein gearbeitet, oft fast kammermusikalisch, und geben den Stimmen genau den Raum, den sie brauchen. Diese enge, fast untrennbare Harmonie ist ihr stärkstes Werkzeug. Man hört nicht zwei Stimmen – man hört ein Geflecht.

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Wenn Du auf das Bild klickst, wirst Du zu YouTube (externer Link) weitergeleitet. Hörprobe zur aktuellen Single "Meteor".

Mit der neuen Single „Meteor“ öffnet sich dieser Sound noch einmal leicht: Naturgewalten, innere Unruhe, Bewegung. Aufgenommen zwischen australischer Küste und kanadischem Studio, spiegelt der Song genau dieses Unterwegssein, das ihre Musik ohnehin durchzieht.

Dass ein Duo wie Charm of Finches inzwischen internationale Aufmerksamkeit bekommt, überrascht kaum. Auszeichnungen wie der Australian Folk Music Award oder Nominierungen für den Australian Music Prize markieren eher Wegpunkte als Zielpunkte. Entscheidend bleibt das Live-Erlebnis – und das funktioniert am besten dort, wo Konzentration möglich ist.

Das Gramsci ist dafür ein idealer Ort. Nahbar, reduziert, ohne Distanz. Und wenn sich – wie angekündigt – bei gutem Wetter auch noch der Innenhof öffnet, entsteht genau diese besondere Mischung aus Sommerabend und Klangraum.

Weniger verwunderlich also, dass die Onlinetickets bereits vergriffen sind. Ein paar Restkarten erhält man noch im Vorverkauf in der Buchhandlung Subtext.

Da der Freitagabend sonnig, bei 27 Grad ausklingen wird, dürften trotz Verlegung vom Café in den Hof auch die zusätzlich freigegebenen 40 Tickets an der Abendkasse schnell weg sein.

Freitag, 19. Juni 2026
📍 Gramsci, Burgfriedenstraße 3, Dachau
🕢 Einlass 19:30 Uhr | Beginn ca. 20 Uhr
🎟️ Vorverkauf/Subtext: 18 € Abendkasse: 22 €
Veranstalter: TollhausDachau e.V.

empfehlung

Studierende der Opern- und Konzertklassen singen und spielen Opern Partien aus Hochzeit des Figaro, Don Giovanni und Die Zauberflöte. Regie: Anna Helfer, Künstlerische Leitung: Jürgen Rothaug

Familienkonzert um 14 Uhr und Mozart Soirée um 18 Uhr

Tickets sind ab 8 Euro im Vorverkauf in der Buchhandlung Subtext und der Bäckerei Denk in der Münchner Straße ab sofort erhältlich.

Du willst dabei sein? Die «Post aus Dachau» verlost diese Woche zwei Tickets nach Wahl unter allen neuen Mitgliedern.

Schreib einfach nach Abschluss Deiner Mitgliedschaft eine kurze E-Mail mit dem Betreff “Mozart”, Deine Wunschvorstellung und an welcher VVK-Stelle Du die Karten abholen willst an:

servus@dachau-tour.de (Öffnet in neuem Fenster)

Der/Die Gewinner*in wird per E-Mail informiert und nächste Woche im Kulturnewsletter veröffentlicht. Einsendeschluss ist Sonntag, 21. Juni 2026.

Mehr dazu, nächste Woche, in der «Post aus Dachau».

#ImMoment

Jam Session mit Edi May – wenn der Abend sich selbst schreibt.

Die vielleicht ehrlichste Form von Jazz beginnt dort, wo nichts festgelegt ist. Keine Dramaturgie, kein fertiges Set – nur ein Einstieg und die Bereitschaft, sich auf das einzulassen, was passiert.

In der Unterfahrt ist genau das seit jeher Teil der DNA. Die Jam Sessions gehören hier nicht zum Beiwerk, sondern zum Kern des Programms. Ein Format, das weniger Konzert ist als offener Raum: für Ideen, Begegnungen und alles dazwischen.

An diesem Abend gibt Edi May den Ausgangspunkt. Der deutsch-englische Saxophonist, ausgezeichnet unter anderem mit dem Jazzpreis des Gasteig-Wettbewerbs und dem Kurt Maas Jazz Award, bringt zunächst sein aktuelles Quartett auf die Bühne. Mit dabei: der brasilianische Kontrabassist Rafael de Sousa, der kalifornische Schlagzeuger Nathan Carruthers und der Münchner Pianist Pablo Struff. Gemeinsam spielen sie sich durch Standards und eigene Stücke – konzentriert, aber offen genug, um den Übergang fließend zu halten.

Bild: Gareth Howell

Und genau darauf läuft es hinaus: Nach diesem Auftakt löst sich die klassische Konzertform allmählich auf. Musiker*innen kommen dazu, steigen ein, lassen sich treiben oder setzen neue Impulse. Stücke werden gedehnt, zitiert, umgebaut. Für das Publikum bedeutet das: präsent bleiben, mitgehen, manchmal auch überrascht werden von Wendungen, die so nicht planbar sind.

Die Unterfahrt, ein Club, der seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Jazz-Orten der Stadt gehört, und der diese Offenheit nicht nur toleriert, sondern fördert. Hier darf Musik unfertig sein, suchend, im besten Sinne riskant.

Wer einen perfekten Abend erwartet, ist hier falsch. Wer erleben möchte, wie Musik im Moment entsteht, genau richtig.

Sonntag, 21. Juni 2026
📍 Unterfahrt, Einsteinstraße 42, 81675 München
🕢 Einlass 19:30 Uhr | Beginn: 20:30 Uhr
🎟️ Tickets 5 €

Meine offenen Touren

Bild

(Bild KI-generiert)

In eigener Sache: meine offenen Termine für Stadt- und Themenführungen in Dachau und München sowie Rundgänge an der KZ-Gedenkstätte Dachau findest Du hier:

#meins

Meine Website: https://stadtfuehrung-mit-matthias.de (Öffnet in neuem Fenster)
Meine offenen Termine:
https://stadtfuehrung-mit-matthias.de/termine (Öffnet in neuem Fenster)
Mein Tickets&Gutscheine Shop:
https://stadtfuehrung-mit-matthias.sumupstore.com (Öffnet in neuem Fenster)
Meine Newsletter:
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Mein Mastodon-Profil: Matthias Schüßler (@ (Öffnet in neuem Fenster)stadtfuehrungmitmatthias@muenchen.social (Öffnet in neuem Fenster)) - (Öffnet in neuem Fenster)muenchen.social (Öffnet in neuem Fenster) - Die erste Mastodon Instanz für München (Öffnet in neuem Fenster)
Meine Soundcloud: https://soundcloud.com/dachau-tour (Öffnet in neuem Fenster)

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Willst Du auch?

Wie hat Dir mein Newsletter gefallen? Gibt es Themen, über die Du gerne hier lesen möchtest? Dann schreib mir einfach an: servus@dachau-tour.de (Öffnet in neuem Fenster)

Die nächste «Post aus Dachau» erscheint am 25. Juni 2026 - wir sehen uns, in Dachau und München 👋

Freundliche Grüße aus dem ❤️ von Dachau,
Dein Matthias



Matthias Schüßler
Gäste-, Stadt- und Themenführungen in Dachau und München
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Mitglied im Bundesverband der Gästeführer in Deutschland e.V. (BVGD)
und Vorstandsmitglied des Dachauer Gästeführer e.V.

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© 2024-2026 Matthias Schüßler
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