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Wer von den teuren Schoko-Osterhasen profitiert – und wer nicht

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Neben den KI-erstellten Katzenvideos habe ich mich heute mit einer Studie (Öffnet in neuem Fenster) beschäftigt. Die sagt: Man muss nicht zu allem eine Meinung haben – und das kann sogar nützlich sein. Neutrale Positionen helfen, festgefahrene Fronten zu lösen. Wer in hitzigen Debatten etwas bewegen will, sollte nicht die lautesten Gegner angreifen, sondern das Klima abkühlen. Erst wenn die radikalen Positionen weichen, wird die Gruppe offen für neue Ideen – ohne Gesichtsverlust.

Heute geht es noch um Trump, die Wahlen in Ungarn und die Lobauautobahn.

Trump sendet unklare Signale zum Irankrieg

In der Nacht hat sich US-Präsident Donald Trump in einer Rede an die Bevölkerung gewandt und den Krieg der USA an der Seite Israels gegen den Iran als „eindeutigen, überwältigenden Sieg“ bezeichnet – allerdings ohne ihn für beendet zu erklären. Solche Ansprachen dienen eigentlich dazu, die Bevölkerung zu informieren und Dinge einzuordnen. Stattdessen lobte Trump in seiner 19-minütigen Rede vor allem seine Regierung und verbreitete eine Reihe falscher oder irreführender Behauptungen, wie die New York Times (Öffnet in neuem Fenster) in einem Live-Faktencheck festhielt. Wie schon häufiger erklärte der Präsident, man sei „ganz nah dran“ am Kriegsende und drohte, den Iran im Verlauf der kommenden zwei bis drei Wochen „zurück in die Steinzeit“ zu schicken. Außerdem sagte er, die für den Ölhandel und damit für Spritpreise wichtige Straße von Hormus werde sich „von selbst öffnen“.

Über Tag hatte der Atlantic gestern berichtet, das US-Militär plane zwei mögliche Angriffe mit Bodentruppen im Iran – es fehle nur noch Trumps Startsignal. Details dazu hat ntv (Öffnet in neuem Fenster). Gestern behauptete Trump auch, der Iran habe die USA um eine Waffenruhe gebeten. Aus Teheran kam umgehend ein Dementi. Und Irans Präsident Masoud Pezeshkian wandte sich seinerseits in einem Brief an die Amerikaner:innen und kritisierte den Krieg als eine absurde und für die USA kostspielige Operation, wie die Zeit (Öffnet in neuem Fenster) berichtet. Das RND (Öffnet in neuem Fenster) verfolgt die Entwicklungen in einem Liveblog.

Was gestern sonst noch in den USA geschah: Trump nahm als erster amtierender Präsident persönlich an einer mündlichen Verhandlung vor dem Obersten Gericht teil. Verhandelt wurde sein Versuch, das in der Verfassung verankerte Recht auf US-Staatsbürgerschaft für in den USA geborene Kinder einzuschränken. Der stern (Öffnet in neuem Fenster) weiß mehr. (Luzia Geier)

Lobauautobahn: Bagger und Widerstand sind bereit 

Wenige Tage nach der Forderung eines Juristen, vor weiteren Schritten beim Bau der S1, der sogenannten „Lobau-Autobahn“, den Entscheid des EuGH abzuwarten, hat die ASFINAG mit Arbeiten zwischen Groß-Enzersdorf und dem Knoten Süßenbrunn begonnen. Vorerst geht es um „bauvorbereitende Maßnahmen“: Container werden aufgestellt, sechs Zählstellen eingerichtet, berichtet der ORF (Öffnet in neuem Fenster).

Laut ASFINAG sind diese Arbeiten Teil der rund 600 Auflagen aus der Umweltverträglichkeitsprüfung. Die Genehmigungen für den Freilandabschnitt seien „rechtssicher“, betont der Vorstand. Ob für die gesamte S1 eine strategische Umweltprüfung nötig ist, soll der EuGH im Herbst klären. 

Umweltorganisationen und die Grünen kritisieren den Start scharf. Sie sehen in der Lobau-Autobahn ein überholtes Großprojekt und fordern stattdessen den Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Wirtschaftskammer-Präsident Walter Ruck lobt den Beginn der Arbeiten als „essenzielle Lebensader für die Wirtschaft“. 

Heute versammelten sich rund 150 Aktivist*innen vor dem Verkehrsministerium, um gegen den Bau zu protestieren. Dazu hatten unter anderem Fridays for Future, Greenpeace und „Lobau Bleibt!“ aufgerufen. „Es ist absurd, dass Verkehrsminister Hanke an dem Projekt festhält, während Recht und Wissenschaft dagegen sprechen“, kritisierte Laila Kriechbaum von Fridays for Future. Das Bündnis Solidarischer Widerstand forderte: „Lobau statt Sozialabbau!“

Europarat: Bedenken vor Wahl in Ungarn

Der Europarat schlägt vor der Parlamentswahl in Ungarn Alarm. Nach einem zweitägigen Besuch in Budapest warnt eine parteiübergreifende Delegation vor einem „vergifteten Klima“, das den demokratischen Wettbewerb selbst infrage stelle.

Es gehe nicht nur darum, wer Stimmen gewinne, sondern ob die Wahl am 12. April offen, pluralistisch und fair ablaufen könne, heißt es in der Erklärung. Die Entscheidung über die Zukunft des Landes müsse allein bei den Wählerinnen und Wählern liegen – „nicht bei Angstkampagnen, Verleumdung, ungleichen Regeln oder Einmischung von außen“, so Delegationsleiter Pablo Hispan.

Regierungschef Viktor Orbán strebt eine fünfte Amtszeit an. Umfragen sehen jedoch Oppositionsführer Peter Magyar vorn Beide überziehen einander mit schweren Vorwürfen: Orban spricht von Einflussnahme durch EU und Ukraine, Magyar wirft Orban vor, Russland um Hilfe gebeten zu haben, damit er weiter an der Macht bleiben kann.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

70 Jahre FPÖ: Opferrolle, Ibiza und Deutschtümelei 

Am 7. April feiert die FPÖ ihren 70. Geburtstag. Statt eines Straußes Kornblumen hat das Profil ein Alphabet zur blauen Partei- und Ideengeschichte verfasst, inklusive G wie Gruselkabinett und O wie Opferrolle. 

https://www.profil.at/oesterreich/70-jahre-fpoe-kickl-strache-haider/403145994 (Öffnet in neuem Fenster)

Endlich fällt das Wechseljahre-Tabu – jetzt müssen wir aufpassen

Es ist gut, dass wir mehr über die Wechseljahre und die damit verbundenen Belastungen reden. Aber das allein reicht nicht. Es drohen neue Tabus.

https://krautreporter.de/psyche-und-gesundheit/6326-endlich-fallt-das-wechseljahre-tabu-jetzt-mussen-wir-aufpassen#lesen (Öffnet in neuem Fenster)

Wer profitiert von den hohen Schokopreisen? Spoiler: nicht die Produzent*innen

Ich könnte ja stundenlang über Schokoladenproduzent*innen schimpfen. Nicht nur, weil die Osterhasen großer Marken heuer um sieben bis 29 Prozent teurer sind als vor einem Jahr. Sondern weil von diesem Aufschlag bei jenen kaum etwas ankommt, die den Kakao anbauen und ernten. Gerade einmal neun Prozent des Preises einer Tafel landen bei den Bäuer*innen. Den Rest teilen sich Hersteller und Handel. Mehr dazu in diesem Video. 

https://www.youtube.com/watch?v=i_e410lM0Mc (Öffnet in neuem Fenster)

Regt sich heute nicht mehr auf und wünscht schöne Feiertage:

Markus

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