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Was Aktivist*innen beim Kampf gegen die Autokratie lernen

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Dann also noch einmal Tiere. Denn nicht nur wir Menschen führen sinnlose Kriege. Eine neue, aktuell breit rezipierte Studie (Öffnet in neuem Fenster) zeigt, dass sich auch Schimpansen in bürgerkriegsähnliche Zustände begeben können. Über 30 Jahre lang wurde die weltweit größte erfasste Gruppe an Schimpansen beobachtet. Kleinere Konflikte und Gruppenbildungen innerhalb der über zweihundert Tiere starken Kohorte waren bis 2015 normal, dann kam es aber zu einer richtigen Polarisierung. 2018 spaltete sich die Gruppe in zwei Teile. Nach der vollständigen Separierung des Territoriums kam es zwischen den vormals gemeinsam in einer Gemeinschaft lebenden Schimpansen zu einem offenen Konflikt. Es folgten tödliche Angriffe mit mindestens sieben toten Schimpansenmännchen und 17 getöteten Jungtieren. Spannend dabei ist, dass diese Angriffe immer von der kleineren Gruppe ausgingen.

Und was hat das mit uns zu tun? Die Forscher*innen sehen in den Ergebnissen der Studie einen Hinweis darauf, dass Beziehungen innerhalb einer großen sozialen Gruppe eine größere Rolle in menschlichen Konflikten spielen könnten als angenommen. Denn bei Schimpansen fehlen kulturelle Merkmale, politische Ideologien oder ethnische Prägungen, die oftmals bei Menschen als primäre Ursachen für Kriege und Konflikte dienen. Allein die sozialen Prozesse führten zu einem tödlichen Konflikt.  

Außerdem geht es heute noch um einen trüben Wirtschaftsausblick, eine temporäre Waffenruhe im Ukraine-Krieg und die Folgen der warmen Weltmeere.

Wifo und IHS mit trüber Prognose, Budgetverhandlungen starten

Der Iran-Krieg und die steigenden Energiepreise wirken sich auch auf die österreichische Wirtschaft aus. In der heute von den Wirtschaftsforschungsinstituten Wifo und IHS vorgestellten Wachstumsprognose wurden die Erwartungen an den bisher erhofften Aufschwung gedämpft. In ihren wahrscheinlichsten Szenarien für 2026 erwartet das Wifo ein Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent und für 2027 von 1,3 Prozent. Das IHS rechnet mit einem Plus von lediglich 0,5 Prozent im laufenden Jahr und 0,8 Prozent im kommenden Jahr. Auch das Budgetdefizit sinkt demnach nicht im erhofften Ausmaß. Für heuer wird ein gesamtstaatliches Budgetdefizit von 4,1 bzw. 4,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) prognostiziert.

Unter dem Vorzeichen dieser Prognosen startet die Bundesregierung, allen voran Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) sowie die Staatssekretär*innen Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) und Josef Schellhorn (NEOS), heute mit den Budgetverhandlungen für das Doppelbudget 2027/2028. Am 10. Juni soll Marterbauer dann im Nationalrat seine Budgetrede halten und die Budgetpläne präsentieren.

Russland und Ukraine einigen sich auf Feuerpause über Osterfest

Wie schon im vergangenen Jahr sollen die Waffen in der Ukraine und in Russland von Samstagabend bis Montag um Mitternacht schweigen. Der russische Präsident Wladimir Putin hat eine 32-stündige Waffenruhe im Rahmen des orthodoxen Osterfestes angekündigt, die Ukraine will sich ebenfalls daran halten. 2025 haben sich beide Seiten vorgeworfen, die temporäre Waffenruhe verletzt zu haben. 

Obwohl die Lage in der Ukraine angesichts anderer Kriegsschauplätze etwas in den Hintergrund gerückt ist, geht der Krieg dort unentwegt weiter. Seit mehr als vier Jahren wehrt sich die Ukraine nun schon militärisch gegen die russische Invasion. Auf beiden Seiten sind große Opferzahlen zu beklagen, vor allem in der Ukraine trifft es immer wieder Zivilist*innen. Die FAZ (Öffnet in neuem Fenster) liefert eine eindrucksvolle Reportage vom Leben im kriegsgebeutelten Donbass.

Kaiserpinguine sind jetzt „stark gefährdet“

Mit bis zu 1,2 Metern sind Kaiserpinguine (Aptenodytes forsteri) die größten und schwersten Pinguine – und ihr Lebensraum schwindet durch den menschengemachten Klimawandel zunehmend: Das Eis in der Antarktis geht zurück. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat den Kaiserpinguin deshalb in ihrer Roten Liste auf „stark gefährdet“ hochgestuft. Demnach ist die Population von 2009 bis 2018 um zehn Prozent zurückgegangen, Schätzungen zufolge auf etwa 180.000 Tiere. Sollten die Treibhausgasemissionen nicht deutlich sinken, dürfte sich die Zahl der Tiere bis 2080 etwa halbieren.

„Kaiserpinguine benötigen Meereis, das an der Küste, am Meeresboden oder an festsitzenden Eisbergen verankert ist“, erklärte die IUCN laut Deutschlandfunk (Öffnet in neuem Fenster). „Dies ist der Lebensraum für die Küken und während der jährlichen Mauserzeit, wenn Pinguine neues Gefieder bekommen und für zwei bis vier Wochen nicht schwimmen können. Bricht das Eis zu früh, stürzt eine Brutkolonie demnach ins Meer und ertrinkt.“ 

Passend dazu meldet der Wetterdienst Copernicus heute, dass die Meeres-Durchschnittstemperaturen den zweithöchsten je für März gemessenen Wert erreicht hätten. Die Durchschnittstemperaturen der Meeresoberflächen lagen demnach bei 20,97 Grad Celsius. Diese hohen Temperaturen seien zudem ein Hinweis, dass das Naturphänomen El Niño heuer auftreten könnte – was noch höhere globale Temperaturen zur Folge hätte. Der ORF (Öffnet in neuem Fenster) berichtet. (mit Material von Luzia Geier)

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Das große Aufräumen im ORF

Während an anderer Stelle absurde Newsletterstücke über etwaige „Hintergrundgespräche“ erscheinen, übt sich der ORF einmal mehr in journalistischer Selbstreflexion. Die Ö1-Medienjournalismusreihe Doublecheck blickte gestern intensiv hinter die Kulissen des skandalgebeutelten Rundfunkriesen. Auch anderen Medien täte es nicht schlecht, sich in dieser Intensität mit den eigenen Strukturen und Verfehlungen zu beschäftigen.

https://oe1.orf.at/artikel/728024/Das-grosse-Aufraeumen-im-ORF (Öffnet in neuem Fenster)

Was drei Aktivisten beim Kampf gegen die Autokratie gelernt haben

Sie kämpfen gegen ihre Regime in der Türkei, Ägypten und Russland. Und sagen: Irgendwann kommt der Moment, in dem du aufhörst, Angst zu haben.

https://krautreporter.de/politik-und-macht/6338-was-drei-aktivisten-beim-kampf-gegen-die-autokratie-gelernt-haben (Öffnet in neuem Fenster)

Wie Donald Trump und sein Iran-Krieg einzelne Menschen binnen Sekunden reich machten

Mit den richtigen Informationen zur richtigen Zeit lässt sich heutzutage binnen Sekunden richtig viel Geld verdienen. Beim sogenannten Insider-Trading werden geheime Informationen über anstehende politische oder strategische Schritte an Personen weitergegeben, die dann an der Börse oder bei Wettanbietern mit bestimmten Investitionen Millionen machen. 

Am aktuellen Beispiel von Donald Trump und dem Iran-Krieg wurde diese eigentlich illegale Praxis offenbar auf die Spitze getrieben, wie der ehemalige CBS-Reporter Zev Shalev auf seinem Substack minutiös nachzeichnet.

https://www.narativ.org/p/exclusive-someone-knew-and-made-millions (Öffnet in neuem Fenster)

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Emil

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