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Warum es Kritik an der Grundausbildung in der Kaserne Horn gibt

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Hunderte Menschen haben in Washington gegen die Entlassung zahlreicher Journalist*innen der Washington Post protestiert. Vor dem Redaktionsgebäude machten Demonstrierende ihrem Unmut über Eigentümer Jeff Bezos Luft.

„Demokratie stirbt in der Finsternis. Und Sie haben das Licht ausgeschaltet“, stand auf einem Plakat – eine Anspielung auf das Selbstverständnis der Zeitung als Hüterin der demokratischen Öffentlichkeit. Trotz der Dunkelheit: Es ist ein gutes Zeichen, dass sich die Zivilgesellschaft nun stärker in den USA einbringt. 

Und noch schnell angemerkt: Der Prozess gegen Magna-Gründer Frank Stronach, den mehrere Frauen wegen sexualisierter Gewalt angeklagt haben, wurde erneut verschoben.

Außerdem geht es heute um Missstände beim Bundesheer, den Fall Rohrbach sowie Ermittlungen gegen den norwegischen Ex-Premier Jagland im Zuge der Epstein-Akten.

Rekruten schikaniert? Kritik an Missständen bei der Garde in Horn 

Nach einem Besuch der Parlamentarischen Bundesheerkommission gibt es Kritik an der Grundausbildung in der Radetzky-Kaserne in Horn, schreibt die Presse (Öffnet in neuem Fenster). Rekruten klagen über Zeitdruck, mangelhafte Infrastruktur und veraltete Ausbildungsmethoden. Grünen- und SPÖ-Wehrsprecher sprechen von Schikanen. Essen und Duschen kämen zu kurz, die Unterbringung sei für die Zahl der Grundwehrdiener ungeeignet. Unter anderem erwähnt die Kommission, dass sich die Männer nackt aufstellen und warten müssten, bevor sie unter Aufsicht eines Unteroffiziers duschen können.

Das Bundesheer weist die Vorwürfe zurück. Heeressprecher Michael Bauer spricht von subjektiven Eindrücken im Rahmen einer Routineüberprüfung. Bauliche Mängel seien bekannt, an Verbesserungen werde gearbeitet. Beim Duschen räumt das Heer Anpassungen ein: Kaderpersonal soll die Duschräume künftig nicht mehr betreten. Am gesammelten Anstellen der Rekruten vor dem Duschen will man jedoch festhalten – aus Zeitgründen und wegen knapper Kapazitäten.

Auch bei den Mahlzeiten gebe es naturgemäß Zeitdruck, betont Bauer. Prüfbesuche seien wichtig, um Missstände sichtbar zu machen, „Militär bedeute aber Zeitdruck“ – und nicht alle Abläufe ließen sich vermeiden.

Fall Rohrbach: Expert*innen sehen Versäumnisse im System

Im Fall der im Oktober 2025 verstorbenen Patientin aus dem Mühlviertel kommt eine externe Expertenkommission zu einem klaren Befund: Das Klinikum Wels-Grieskirchen hätte die Frau für die Notoperation aufnehmen können. Der Tod wäre laut Bericht allerdings auch bei optimalem Ablauf nicht zu verhindern gewesen; die Behandlung in Rohrbach sei korrekt erfolgt.

Scharfe Kritik richtet sich an strukturelle Defizite – vor allem an die mangelhafte Kommunikation zwischen Spitälern und das Management von Intensivbetten. Befund- und Bildaustausch müssten verbessert, die Koordination zentralisiert werden.

Das Klinikum Wels kündigte an, die Empfehlungen zu prüfen. Politisch löste der Bericht Debatten aus: Grüne und SPÖ sprechen von Systemversagen, NEOS sehen bekannte Schwachstellen bestätigt. Auch die Ärztekammer betont korrektes ärztliches Handeln, fordert aber Reformen der Notfallversorgung.

Epstein-Akten: Ermittlungen gegen norwegischen Ex-Premier Jagland

Die norwegische Polizei ermittelt gegen den früheren Ministerpräsidenten Thorbjørn Jagland wegen des Verdachts auf schwere Korruption, schreibt der ORF (Öffnet in neuem Fenster). Auslöser sind neue Veröffentlichungen zu Jeffrey Epstein, die auf enge Kontakte zwischen Jagland und dem verurteilten Sexualstraftäter hindeuten.

Laut Medienberichten soll Jagland Epstein auch um finanzielle Hilfe gebeten haben. Er bestreitet das und verweist auf Kredite einer norwegischen Bank. Dokumente zeigen Aufenthalte Jaglands bei Epstein in New York und Paris.

Auch in Großbritannien sorgen die Epstein-Enthüllungen für politische Turbulenzen. Premier Keir Starmer entschuldigte sich bei den Opfern, nachdem er trotz bekannter Epstein-Verbindungen Peter Mandelson zum US-Botschafter ernannt hatte.

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Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

„Ich habe gemerkt, wer ich wirklich bin“

Lena, Peyj und Oliver sind trans und leben mit Behinderungen. Im Magazin andererseits erzählen sie von ihren Erfahrungen.

https://www.andererseits.org/ich-habe-gemerkt-wer-ich-wirklich-bin/ (Öffnet in neuem Fenster)

Ich habe mich gegen das Muttersein entschieden – und bereue es nicht

Vor zehn Jahren schrieb Reporterin Esther Göbel über #regrettingmotherhood, bald sprach das ganze Land darüber. Gleichzeitig stand sie selbst vor einer Entscheidung: Mutter werden oder nicht? Ihr Fazit heute.

https://krautreporter.de/geschlecht-und-gerechtigkeit/6239-ich-habe-mich-gegen-das-muttersein-entschieden-und-bereue-es-nicht#lesen (Öffnet in neuem Fenster)

Warum der Fall Maja T. noch nicht vorbei ist

Ein ungarischer Richter fällt ein zweifelhaftes Urteil, die deutsche Regierung setzt sich nicht für Maja T. ein: Dieser Fall wirft immer noch viele Fragen auf. Der Spiegel hat den Prozess in Budapest beobachtet und erklärt, wie es weitergeht.

https://www.spiegel.de/panorama/justiz/urteil-gegen-maja-t-in-ungarn-dieser-fall-ist-noch-nicht-vorbei-a-07999a0f-2be1-4a8a-82a6-1f0f62d1194d (Öffnet in neuem Fenster)

Ein schönes Wochenende wünscht:

Markus

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