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Was bedeutet ›apodiktisch‹?

Oder: Wie Wissen entsteht

Diese Untersuchung zu dem Begriff ›apodiktisch‹ arbeitet heraus, dass es sich bei sogenannten apodiktischen Setzungen um nicht weiter reduzierbare elementare Aussagen handelt. Diese sind notwendig, um mit dem Denken überhaupt beginnen zu können.

Gemälde von Giorgio de Chirico
'Autumnal Meditation' (1958-1959) by Giorgio de Chirico - Museo Soumaya - Mexico 2024 © José Luiz Bernardes Ribeiro / CC BY-SA 4.0 (Wikimedia Commons)

Kurze Ansprache an meine Leserinnen und Leser:

Dieser Beitrag geht noch mal ziemlich in die philosophische Detailarbeit – ans Eingemachte – und erfordert etwas Anstrengung. Ich gelobe, in Zukunft auch wieder leichtere Kost oder praktischere Themen anzusprechen, und ich habe volles Verständnis dafür, wenn dieses Thema hier dem einen oder anderen zu abgehoben ist. Ich bitte darum, mir trotzdem weiter zu folgen und auf zukünftige Arbeiten zu warten. Das hier ist philosophische Grundlagenarbeit, und ich glaube, das muss einmal sauber aufgesetzt und formuliert werden, einfach fürs Protokoll und für die zukünftige Arbeit. Diese Sachen stehen ja nun im Netz und werden auch in Zukunft immer mal wieder von Menschen gelesen. Insofern denke ich mir, muss das einmal gesagt werden.
Thematisch bezieht sich der Beitrag wieder auf mein neues Buch »Subjektivität und Welt« und auf den Philosophen Edmund Husserl.

Stell dir vor, du diskutierst mit jemandem über ein bestimmtes Thema, egal was, etwa den Klimawandel. Und die Person vertritt eine bestimmte These, egal was, zum Beispiel: Es gibt keinen Klimawandel. Dann fragst du: Woher weißt du das? Und die Person sagt: Das habe ich im Internet gelesen.

Das ist der übliche Weg, wie der normale, einfache Mensch über die Welt nachdenkt und sie sich erklärt. Meistens weiß man das vom Hörensagen. Weitere übliche Methoden sind die sog. anekdotischen Beweise, d.h. man kennt jemanden, der jemanden kennt, dem das passiert ist. Das sind Einzelfälle, bei denen das zutrifft, und die werden verallgemeinert. Die dritte Möglichkeit besteht darin, kausale Zusammenhänge zu bilden, indem man Fakten kombiniert. Das kann Sinn machen, muss aber nicht. Plötzlich korreliert der Käsekonsum pro Kopf mit der Anzahl der Menschen, die sich in Betttüchern verheddern und sterben (r = 0,95).1 All das ist noch kein richtiges Wissen. Man hat es gehört, glaubt daran, denkt sich das so, hält es für wahr.

Hören, Erfahrung und Denken sind die ursprünglichen Wege, um Wissen zu erlangen. Sie sind aber nicht automatisch gegen Missverständnisse und Fehler abgesichert. Wissen im echten Sinne braucht deshalb bestimmte Methoden, saubere Arbeit, gute Belege und Beweise. Dafür tritt die Wissenschaft ein, und in diesem Sinne ist die Wissenschaft ein guter Weg, um zu validem Wissen zu gelangen.

In der Wissenschaft gelten insbesondere zwei Erkenntniswege als geeignet, um Wissen zu erlangen: die Sinneswahrnehmung (die empirische Forschung, Messen und Wiegen, in der alltäglichen Lebenswelt die Erfahrung) sowie Logik und Argument (Denken, Rationalität, Vernunft, Kausalität). Im obigen Beispiel wäre der anekdotische Beweis empirisch, der kausale Zusammenhang Logik und Argument.2

Leider können weder die Sinneswahrnehmung noch Logik und Argument von Natur aus vollständiges Wissen geben, da beide fehleranfällig sind und nicht wirklich am Anfang des Wissens, sondern irgendwo in der Mitte ansetzen.

Gemälde von Giorgio de Chirico: Chant d'amour
Giorgio de Chirico - Chant d'amour © by Iahmes, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

Sinneswahrnehmung

Um einen Gegenstand wahrzunehmen, brauche ich zuvor eine Definition des Gegenstandes, sehe ihn mit meinen Augen (oder höre, rieche, schmecke oder taste ihn, je nachdem, was es ist) und benenne ihn. Ich brauche zuerst ein Konzept, eine Idee, eine Vorstellung.

Es gibt diese denkwürdige Anekdote des ersten Kontakts der indigenen Menschen in Südamerika mit den spanischen Kolonisatoren. Die Indigenen hatten noch nie ein Segelschiff gesehen und blickten auf das Meer und sahen dort nur Wellen. Sie konnten sich also nicht erklären, wo diese Menschen herkamen. Irgendwann setzte sich der Schamane an den Strand und schaute beharrlich aufs Meer hinaus. Nach drei Tagen konnte er schließlich die Segelschiffe sehen. Er musste erst die Sehgewohnheit entwickeln und das Gesehene mit einem Konzept verbinden.

Diese Sachen passieren uns im Alltag ständig. Was für den einen Menschen vollkommen selbstverständlich ist, weil er das schon so oft wahrgenommen und ein Konzept damit verbunden hat, ist für einen anderen Menschen unbekannt und er kann es nicht sehen.

In der indischen Philosophie gibt es dafür das berühmte Beispiel des Seils, das in der Dunkelheit auf der Straße liegt und mit einer Schlange verwechselt wird. Wir wissen im Endeffekt nicht wirklich, ob das, was wir mit unserer Sinneswahrnehmung wahrnehmen, das ist, wofür wir es halten.

Logik und Argument

Ein anderes Problem gibt es bei Logik und Argument. Wir müssen erst bestimmte vorlogische Setzungen machen, also Ursprünge oder Parameter, auf denen die Argumentationskette aufbaut. Jede logische Argumentation beginnt nach diesen Setzungen und hört meistens irgendwo auf halber Strecke auf, wobei wir natürlich das Ende des Wissens anstreben, also die endgültige, finale Schlussfolgerung. Allein, das gelingt meistens nicht.

Unsere Argumentation ist oft wie der Blick durch ein Fenster, wobei wir nichts von dem sehen, was sich außerhalb des Blickfeldes des Fensters befindet. Nehmen wir an, ein Vogel fliegt vorbei. Dann beobachtet der Wissenschaftler, dass der Vogel jetzt anfängt zu existieren (in dem Moment, wo er auf der linken Seite des Fensters im Blickfeld erscheint), dann für eine Weile existiert, und schließlich wieder aufhört zu existieren (wenn er auf der rechten Seite des Fensters aus dem Blickfeld verschwindet). So funktioniert die heutige Wissenschaft. Sie beschreiben das Leben durch ihre Messinstrumente und Sinneswahrnehmungen. In einem solchen empirischen Weltbild hat etwa die fernöstliche These von der Reinkarnation keinen Platz, weil man sie nicht empirisch belegen kann.3

Reinkarnation ist eine Idee, eine These, eine apodiktische Setzung. Wenn wir diese Setzung akzeptieren, entsteht eine andere logische Argumentation. Das Leben beschränkt sich dann nicht auf dieses einzelne physische Dasein, sondern es entsteht eine größere Kontinuität über mehrere Leben hinweg. Natürlich kann niemand die Reinkarnation beweisen. Angesichts dessen wird sie bei empirisch oder logisch-rational geprägten Menschen nicht als Wahrheit akzeptiert. Andererseits kann man aber auch nicht beweisen, dass die Reinkarnation nicht existiert – was aber als logisches Argument tatsächlich nicht akzeptabel ist.

Jedoch kann argumentiert werden, dass nicht nur die Reinkarnation eine apodiktische Setzung ist, sondern auch die Idee, dass das Leben nur das ist, was mit den empirischen Daten zu erfassen ist. Die empirische Evidenz und die rationale, logische Kalkulation sind die apodiktischen Setzungen der Wissenschaft. Die Wissenschaft geht davon aus, dass die Natur logisch aufgebaut ist und es möglich ist, durch Sinneswahrnehmung, also Messen, reale Fakten zu erhalten. Ihre apodiktische Setzung ist, dass es eine Natur gibt, die eine »in sich real abgeschlossene Körperwelt … eine in sich geschlossene Naturkausalität« (Husserl, S. 64, zitiert bei Engert, S. 34) darstellt. Die Wissenschaft geht davon aus, dass dies die Realität ist. Ihre Empirie und Logik beruhen auf der apodiktischen Annahme, dass die Realität materiell ist. Die Wissenschaft ist sich aber dieser apodiktischen Setzung oft nicht bewusst, sondern setzt sie als selbstverständlich gegeben voraus. Husserl zeigt, dass diese Ansicht eine Setzung ist.

Natürlich ergeben diese empirischen und rationalen Erkenntnissysteme in sich systematisch einen Sinn (wenn ich auf den Lichtschalter drücke, geht das Licht an). Das ist nicht bestritten und hat auch praktische Funktionalität. Wir können damit Vorhersagen darüber machen, wie das System in der Zukunft funktionieren wird. Um der absoluten Wahrheit dieser Systeme auf die Spur zu kommen, ist es jedoch nötig, außerhalb der Systeme zu denken. Das ist die Aufgabe der Philosophie. Die Philosophie bewegt sich nicht innerhalb der Systeme und nutzt deren Funktionalität, sondern sie tritt aus den Systemen heraus und beobachtet, welche Bereiche der Realität nicht zu den jeweiligen Systemen gehören und wie diese die Systeme relativieren.

Der Punkt hier ist, dass das Denken generell auf sogenannten apodiktischen Setzungen aufbaut.

Was bedeutet ›apodiktisch‹?

›Apodiktisch‹ bedeutet im landläufigen Verständnis, dass etwas einfach behauptet wird, ohne dafür Beweise oder vernünftige Begründungen zu haben. Es kann den Geschmack des Dogmatischen annehmen.

Philosophisch gesehen muss das Apodiktum aber vom Dogma strikt unterschieden werden. Es ist nicht das willkürlich Gesetzte, sondern das nicht weiter Hintergehbare – der methodische Anfangspunkt aller Begründungen. Apodikta gehen nicht auf Begründungen oder logische Herleitungen zurück. Es sind argumentativ gesehen erste Setzungen, insofern reine Behauptungen.

Jede Gedankenkette beginnt mit einer ersten Setzung. Diese ist uns oft nicht bewusst, weil wir sie von anderen Menschen vor uns durch Hören übernehmen. Es sind die Selbstverständlichkeiten, die nicht mehr hinterfragt werden. Trotzdem ist es wichtig, diese ersten Setzungen bewusst zu machen, um wirklich zu verstehen, wie jemand zu Wissen kommt, wo dieses Wissen herkommt. Diese ersten Setzungen gehen in der Regel auf Absichten zurück, auf Intentionen. Beispielsweise wird jemand, der von den bestehenden Verhältnissen profitiert, die Veränderung dieser Verhältnisse als Krise bezeichnen. Ein anderer, der unter diesen Verhältnissen leidet, wird ihre Veränderung als Fortschritt begreifen.

Apodikta sind im naiven Modus Glaubenssätze, d. h. dogmatische Aussagen. Im bewussten Modus unterliegt man nicht mehr der Gefahr des Dogmatismus, sondern versteht die Relativität der Positionen.

Die dogmatische Überhöhung der eigenen Realität, in der oftmals Glauben und Meinen mit Fakten und Wahrheit verwechselt werden, ist einer unbewussten Apodiktizität geschuldet, die unkontrolliert verwildert und wuchert. Der reale Prozess ist in der Tat ein Apodiktum, aber weil man sich dessen nicht bewusst ist und das naiv als objektive Wahrheit nimmt, hat man keine Einsicht in die Relativität der eigenen Ansichten, man überhöht und verabsolutiert sie. Daraus entstehen die unversöhnlichen Konflikte sowohl in privaten Beziehungen als auch auf der gesellschaftlichen Ebene. Die aktuelle politische Polarisierung in der gesellschaftlichen Debatte ist auf diese unsaubere Denkarbeit zurückzuführen. Mit der Einsicht in die Relativität bzw. Apodiktizität der eigenen Ansichten wäre man gelassener und hätte mehr Toleranz und Verständnis für andere Standpunkte, ohne sich jedoch von dogmatischen Behauptungen dieser anderen Positionen einschüchtern zu lassen. Das wäre eine ganz neue Qualität von Urteilsvermögen.

Phänomenologisch betrachtet beinhaltet die Einsicht in die Relativität der Positionen auch die persönliche Verantwortung für das, was man behauptet. Wir müssen die ersten Sätze setzen. Wir setzen Apodikta. Dem können wir nicht entgehen. Aber wir können es bewusst tun. Daraus entsteht Welt. Die Einsicht in die Apodiktizität aller Grundsetzungen eröffnet einen existenziellen Freiheitsraum: Das Subjekt erkennt sich als Ursprung seiner Sinnsetzungen und übernimmt Verantwortung für sie. Wir sollten sehr gewissenhaft mit dieser Freiheit umgehen, sonst wird sie uns wieder genommen.

Wenn die Apodikta, auf denen wir unser Weltbild aufbauen, klar benannt sind, kann man darüber sprechen, ob diese wahr oder falsch sind. Beides ist möglich. Ebenso wie der dritte Fall, dass sie sowohl als auch oder weder noch wahr oder falsch sind. Wenn sich eine apodiktische Setzung als falsch herausstellt, dann sollte sie aufgegeben werden.

Nach einer langen und ausführlichen Untersuchung kommt Edmund Husserl zu dem Schluss: Die letzte apodiktische Basis ist das Subjekt, das Ich. Es ist der »Urboden unmittelbarer und apodiktischer Evidenzen« (Engert, S. 40). Das Subjekt ist die »absolut apodiktische Voraussetzung« (Husserl 84f.), »das einzig absolut Zweifellose« (ebd. 85), die »einzig absolute Urevidenz« (ebd.). Mit seiner philosophischen Methode der Epoché (Öffnet in neuem Fenster) erkennt Husserl: »Also während der universalen Epoché steht mir die absolut apodiktische Evidenz ›Ich bin‹ zu Gebote.« (Husserl, S. 83f.) »Das Ego ist im Einsatz der Epoché apodiktisch gegeben.« (Ebd., S. 203)

Ein weiterer Begriff für Apodiktizität ist Evidenz. Das Apodiktische ist das Evidente. Husserl hat dazu im Hinblick auf die Wissenschaften eine kritische Anmerkung:

»Demnach versteht man auch den Sinn der Forderung einer Apodiktizität des Ego und aller auf diesem transzendentalen Grunde gewonnenen transzendentalen Erkenntnisse. Beim Ego angelangt, wird man dessen inne, daß man in einer Evidenzsphäre steht, hinter die zurückfragen zu wollen ein Unsinn ist. Dagegen war jede übliche Berufung auf Evidenz, sofern damit eine weitere Rückfrage abgeschnitten sein sollte, theoretisch nicht besser als eine Berufung auf ein Orakel, in dem ein Gott sich offenbart. Alle natürlichen Evidenzen, die aller objektiven Wissenschaften (die der formalen Logik und Mathematik nicht ausgenommen), gehören in das Reich der ›Selbstverständlichkeiten‹, die in Wahrheit ihren Hintergrund der Unverständlichkeit haben.« (205)

Diese unreflektierten Ursprünge, die einfach für selbstverständlich gehalten werden, führen zu Unverständlichkeit, zu Widersprüchen, zu Unklarheiten, wenn man genauer nachfragt.

Es geht also darum, die echten Apodikta oder Evidenzen herauszufinden. Einfach etwas apodiktisch zu behaupten, um weitere Rückfragen abzuschneiden, ist nicht besser als ein Orakel oder ein Glaube.

Obwohl also ein apodiktischer Grund existiert, kann nicht einfach jede beliebige Behauptung als evident oder apodiktisch gesetzt werden. Nur das philosophisch vollständig auf den Grund reduzierte Phänomen kann diese Apodiktizität für sich in Anspruch nehmen. Dieses letzt-reduzierte Phänomen ist das subjektive Ich. Das ist die Schlussfolgerung von Edmund Husserl: »Die absolute apodiktische Evidenz: Ich bin«, Husserl, S. 83, zitiert bei Engert, S. 41)

Weitere Beispiele für apodiktische Setzungen, die im Buch angesprochen werden:

  • Die Welt ist ein Ganzes. (Engert, S. 24)

  • Die Welt ist mathematisch aufgebaut und erklärbar. (Engert, S. 23ff)

  • Die Natur besteht aus materiellen Körpern und ist in sich abgeschlossen und kausal. (Engert, S. 34, Husserl, S. 64)

  • Das Ich ist Illusion. (Buddhismus) (Engert, S. 26)

  • Es gibt ein geistiges Wesen. (Engert, S. 33)

  • Es gibt einen Gott. (Engert, S. 39)

  • Es gibt ein Innen. (Engert, S. 57)

  • Es gibt ein Bewusstsein. (Engert, S. 57)

Apodikta sind keine leeren Behauptungen, kein blinder Glaube, obwohl sie mit Dogmen, die aus dem blinden Glauben hervorgehen, verwechselt werden können. Apodiktische Aussagen sind grundlegende Aussagen, die nicht weiter auf tiefer liegende, kausale Elemente zurückgeführt werden können. Sie sind in ihrer Funktion für das Denken und Erkennen zwingend notwendig und unreduzierbar. Man muss nur wissen, was man als apodiktische Grundannahme setzt.

Die Apodikta werden durch die Methode der Epoché erkannt. Die Epoché ist ein Innehalten aller Vorannahmen, Vorurteile, Überzeugungen, Stellungnahmen, Urteile, Sinn- und Geltungsleistungen sowie Erfahrungen.

Durch die Epoché ist es möglich, auf den Boden der Urschöpfung des Wissens und der Erkenntnis zu gelangen. Dort erkennen wir, dass es axiomatische Setzungen sind, auf denen all unser Wissen und Erkenntnis aufbauen. Diese Setzungen oder Sätze sind notwendig. Aus den Ursetzungen bilden wir Ableitungen und entfalten unser gesamtes Wissen. Die Ideen sind Apodikta.

Alles, was daraus folgt, alle Wissenschaften und alle Religionen, sind legitim und zwangsläufig. Wenn wir die Apodiktik erkannt haben, nutzen wir Religionen, Wissenschaften, Politik, Ideen, Thesen und Axiome als Phänomene, um unser Leben zu führen, aber wir wissen, dass es Setzungen sind. Das ist der große Unterschied. Wenn wir erkennen, dass es Setzungen der Subjekte und keine absoluten Wahrheiten sind, enden jegliche Formen von Ideologie, Dogmatismus, Fanatismus, Glaubenskriege und alle damit einhergehende Gewalt und Zerstörung. Gleichzeitig realisieren wir, wie hoch unsere eigene Verantwortung ist, wenn wir diese Setzungen machen.

Schlusswort

Wissenschaft steht heute unter Druck. Obwohl sie für lange Zeit eine hohe Reputation genoss und von vielen Menschen als Autorität akzeptiert wurde, bröckelt diese Aura der Wahrheit zunehmend. Das ist keine gute Entwicklung. Die Wissenschaft ist eine seriöse Methode, auf jeden Fall viel besser als blinder Glaube oder naives Hörensagen. Dennoch muss sie ihre erkenntnistheoretische Voraussetzung erkennen, um ihre seriöse Arbeit weitermachen zu können. Eine Öffnung der Wissenschaft zur Spiritualität steht zu Gebote und kann die fehlenden Bindeglieder ergänzen, die notwendig sind, um zu wirklich vollständigem Wissen zu kommen. Die Verbindung von Wissenschaft und Spiritualität ist dringend notwendig, um die Menschheit und Mutter Erde aus ihrer verfahrenen Situation zu befreien. Nicht nur wir Menschen leiden, sondern auch unsere liebe Erde und alle Tiere und Pflanzen. Das ist nicht nötig. Wir könnten auch hier, auf der Erde und in dieser materiellen Welt, das Paradies erschaffen. Dafür wurde dieses Buch geschrieben.

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In Teil 2 dieser Arbeit untersuche ich folgende Themen:

  • Warum ist die Naturwissenschaft eine ontologische Setzung?

  • Der absolute Ort

  • Warum können wir eine spirituelle Sphäre postulieren?

  • Vom Atom zum Atman

Falls du meine Arbeit unterstützen möchtest:

Verwendete Literatur:

Engert, Ronald (2026): Subjektivität und Welt. Wissenschaft, Wirklichkeit und Bewusstsein im Anschluss an Edmund Husserl, Königshausen & Neumann, Würzburg

Husserl, Edmund (2019): Die Krisis der europäischen Wissenschaften und die transzendentale Phänomenologie, Meiner Verlag, Hamburg [Erstausgabe 1936]

  1. Diese Korrelation stammt aus der brillanten Analyse der Wissenschaft von Sebastian Tillmann: Fundamente aus Sand: Die Replikationskrise, https://substack.com/home/post/p-201604881 (Öffnet in neuem Fenster)

  2. Das Hören hat eine Sonderstellung. Es findet vor allem in der Ausbildung Anwendung. Vorher durch empirische Forschung oder Logik und Argument hervorgebrachtes Wissen wird weitergegeben. Wir lernen, indem wir von Autoritäten hören.

  3. Forscher wie Ian Stevensen oder Erlendur Haraldsson haben sich hier allerdings große Verdienste erworben, indem sie empirische Beweise suchten und fanden. Auch Pim van Lommel berührt mit seiner Nahtodforschung diese Frage.

Kategorie Philosophie

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