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Warum klassische Entspannung bei ADHS & Autismus oft scheitert

Warum PMR und autogenes Training dir möglicherweise nicht geholfen haben

Warum progressive Muskelrelaxation, Autogenes Training und klassische Stressbewältigungsverfahren bei vielen Menschen mit ADHS und Autismus nicht oder nur unzureichend wirken, ist für mich kein theoretisches Konstrukt, sondern tägliche klinische Erfahrung. Als ärztlicher Leiter einer Akut-Psychosomatik habe ich über viele Jahre hinweg unzählige Patient:innen genau in diesen Verfahren angeleitet.



Obwohl oder weil ich als kognitiver Verhaltenstherapeut mich immer und immer wieder mit automatischen Gedanken und Bewertungen bei der Stressbewältigung rumgeschlagen habe, war ich halt auf der Suche nach “mehr” bzw. “anders”.

Und ja – bei einem Teil der Menschen wirken diese Methoden gut.
Aber bei auffallend vielen (neurodivergenten) Patient:innen mit ADHS, Autismus oder AuDHS passierte immer wieder dasselbe:
Sie verstanden die Übungen, machten motiviert mit – und kamen nach einigen Sitzungen frustriert zurück mit Sätzen wie:



„Ich weiß, wie es geht, aber mein Körper entspannt sich einfach nicht.“
oder
„Ich werde bei PMR eher noch unruhiger.“


Irgendwann wurde mir klar:
Das Problem liegt nicht in mangelnder Motivation, Disziplin oder Übungsdauer.
Das Problem liegt im falschen Ansatzpunkt.

Stress sitzt (bei Neurodivergenz) nicht im Denken

Klassische Entspannungsverfahren setzen primär am kognitiven System an. Also Gedanken, Bewertungen und entsprechende Schemata.
Sie sprechen den Neokortex an – also den Teil des Gehirns, der reflektiert, plant und erklärt.

Da bin ich persönlich aber schon häufig mit “Overthinking” eh schon in einem Bereich, den ich nicht gut stoppen kann, wenn es dumm läuft.

Denn bei ADHS und Autismus entsteht Stress aber meist ganz woanders:

  • im limbischen System

  • im autonomen Nervensystem

  • in impliziten Stressnetzwerken

Der Körper ist dann längst im Alarmmodus, bevor ein bewusster Gedanke überhaupt auftaucht.
Viele Betroffene können rational sagen: „Ich bin gerade objektiv in Sicherheit.“
Und fühlen sich gleichzeitig innerlich wie unter Dauerbedrohung.

Stress sitzt im impliziten Gedächtnis

Was hier gespeichert ist, sind keine Geschichten, sondern Zustände.


Alte Überforderungs-, Ohnmachts- und Mikrotrauma-Erfahrungen werden nicht sprachlich abgelegt,
sondern als Körperzustände und neuronale Alarmmuster.


Typisch bei ADHS und Autismus sind:

  • chronische sensorische Überlastung

  • soziale Fehlpassung und ständige Anpassungsleistungen

  • innere Daueranspannung

  • „grundlose“ Alarmreaktionen

  • emotionale Überflutung oder Shutdown

Das Nervensystem reagiert dann auf heutige Situationen,
als wären alte Gefahren wieder da.

Warum PMR & Autogenes Training hier oft nicht greifen

Wenn das Bedrohungssystem aktiv ist,
wirkt „Entspann dich doch mal“ für das Gehirn wie ein schlechter Witz.

Der Körper glaubt:

„Ich bin nicht sicher. Ich darf jetzt nicht loslassen.“

Solange diese impliziten Stressmuster nicht erreicht werden,
bleibt Entspannung oberflächlich oder instabil.

Genau das habe ich in der Psychosomatik immer wieder gesehen:
Menschen, die formal alles „richtig“ machen –
und sich trotzdem nicht regulieren können.

Der falsche Ansatzpunkt – und seine Folgen

Diese Erkenntnis war für mich ein Wendepunkt.
Denn sie erklärt, warum viele neurodivergente Menschen jahrelang an sich zweifeln,
weil ihnen gesagt wird:
„Du musst nur regelmäßig üben.“
„Du lässt dich nicht genug darauf ein.“
„Du bist zu verkopft.“

In Wahrheit wird hier oft das falsche System adressiert.

Emoflex: Ein gehirn- und körperbasierter Zugang

Genau aus dieser klinischen Erfahrung heraus ist Emoflex entstanden.

Statt über Worte und Einsicht zu gehen, arbeiten wir:

  • mit inneren Bildern statt Sprache

  • mit Submodalitäten statt Grübeln

  • mit bilateraler Stimulation statt reiner Willenskraft

Wir sprechen damit genau jene vorsprachlichen Ebenen des Gehirns an,
auf denen Stress bei ADHS und Autismus tatsächlich sitzt.

Nicht gegen das Nervensystem.
Sondern mit ihm.

Nicht als Technik zum „Wegmachen“.
Sondern als neurobiologisch stimmigen Verarbeitungsweg –
ähnlich dem, was im REM-Schlaf natürlicherweise passiert.

Vielleicht lag es nie an dir

Wenn du merkst,
dass klassische Entspannungsverfahren bei dir nie richtig funktioniert haben,
dann lag es vielleicht nie an dir.

Sondern am falschen Ansatzpunkt.

„In der Emoflex-Community üben wir genau diesen anderen Zugang.“

Wenn du magst, komm gern dazu, lies mit, tausche dich aus oder übe mit uns. 💬

Was sind deine Erfahrungen mit PMR, Autogenem Training oder Atemübungen?
Haben sie dir geholfen – oder dich eher frustriert? 🗣️

Ich freue mich sehr auf den Austausch. 👥

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