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“Sind vielleicht nicht die Lautesten”

Grünen-Vorsitzende Franziska Brantner im Hoffnungsinterview/ Warum Opposition nicht nur Extremismus braucht / Immer mehr E-Autos in Deutschland

Hallo ihr Lieben,

es ist Sonntag, und das zweite Hoffnungs-Interview von der re:publica steht an. Ich durfte Franziska Brantner, die Bundesvorsitzende der Grünen fragen, wie sie ihre Partei wieder zu mehr Erfolg führen will - und warum sie dafür keinen großen Krawall braucht. Viel Spaß beim Lesen!

Hallo Frau Brantner, Sie sind im Amt der Bundesvorsitzenden deutlich unbekannter als Robert Habeck oder Annalena Baerbock. Viele meinen, Ihrer Partei fehle es momentan an starken Zugpferden. Wie können Sie es trotzdem schaffen, von der unbeliebten Bundesregierung zu profitieren?

Brantner: Wir sehen ja gerade, dass wir in Zeiten leben, in denen sich die Extreme gegenseitig anschreien und wo selbst in der Regierung keiner mehr miteinander zu reden scheint. Deshalb haben wir Grüne es uns vorgenommen, mit eigenen, guten Vorschlägen in den Diskurs zu gehen. Denn dieses Land gehört modernisiert. Wir gehen nicht zurück ins Fossile, sondern wir gehen nach vorne. Dabei sind wir vielleicht nicht die lautesten. Aber ich bin der Überzeugung, dass es in diesem Land auch Menschen gibt, die sich fragen “wie kommen wir eigentlich in eine bessere Zukunft?”. Für die möchten wir die Antwort geben.

Wolfgang Kubicki sagte mir Mitte Februar, man solle auch mit der AfD über Zusammenarbeit nachdenken. Die AfD kommt in Umfragen momentan auf 26 Prozent. Müsste man mit den AfD-Leuten nicht doch mehr reden, wenn man über Zusammenhalt spricht?

Brantner: Dass eine ist die Partei und ihre Funktionäre und Abgeordnete, das andere sind die Wählerinnen und Wähler der AfD. Mit den Wählerinnen und Wählern rede ich ständig, das ist mir ganz wichtig, mit ihnen im Austausch zu sein. Das bedeutet aber nicht, dass ich mit einer Partei kooperiere, die unsere liberale Demokratie abschaffen will und Menschen remigrieren will. Unser Ziel muss es sein, aufzeigen, dass es sich lohnt, für eine bessere Zukunft zu kämpfen. Ich möchte die Probleme in diesem Land lösen, ich glaube, dann löst sich auch viel Unmut in diesem Land wieder.

Sie kommen aus dem konservativeren Flügel Ihrer Partei. Wie schaffen Sie den Spagat, perspektivisch mit der CDU auf Bundesebene zu koalieren, und weiter für Klimaschutz einzustehen? Maßnahmen von Robert Habeck werden ja gerade rückabgewickelt.

Brantner: Wir sehen doch heute, dass uns Klimaschutz gleichzeitig Sicherheit und bezahlbare Energie bringt und uns wirtschaftlich unabhängiger macht. Deswegen gibt es ja auch tausende Unternehmen, die sagen: “Frau Reiche, es reicht, weg wieder mit einem Erneuerbare-Ausbremsen-Gesetz, weg mit dem Heizenteuer-Mach-Gesetz.” Das macht einfach wirtschaftlich keinen Sinn. Deswegen werden wir da hart kämpfen. Mit dieser CDU unter Herrn Merz sieht man ja auch, dass sie ohnehin Schwierigkeiten haben, überhaupt zu regieren. Deswegen kämpfen wir für unseren Kurs, wir kämpfen für eine starke Wirtschaft, die nachhaltig, innovativ und gerecht ist. Und dann wird man sehen, wo die CDU in ein paar Jahren steht.

Was macht Ihnen gerade Hoffnung?

Brantner: Solche Räume wie die re:publica. Dort passiert wirklich etwas, da entstehen echte Ideen.

Dankeschön.

Good News der Woche #11 - Immer mehr Deutsche kaufen Elektroautos

Passend zum Interview eine gute Klima-Nachricht. Die Neuzulassungen von Elektroautos sind im Mai erneut gestiegen. Jeder vierte Neuwagen in Deutschland war ein Fahrzeug mit reinem Elektroantrieb – 40 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Gründe für den Anstieg sind nicht nur die hohen Kraftstoffpreise, sondern auch ein wachsendes Angebot an bezahlbaren Modellen.

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/elektroautos-nachfrage-100.html (Opens in a new window)

Immer weiter gehen.

Euer Hendrik

Foto: Elias Keilhauer