Über Selbstfürsorge in unordentlichen Zeiten
Es gibt Phasen, in denen selbst kleine Erledigungen anstrengend sind. Man weiß genau, was guttun würde – aber die Kraft fehlt, es umzusetzen. Und oft ist dann nicht das Chaos das Problem, sondern das schlechte Gewissen, das sich dazugesellt.
Dabei ist fehlende Energie kein persönliches Versagen. Sie ist ein wichtiges Signal und ein leiser Hinweis unseres Körpers, dass gerade etwas anderes wichtiger ist als Ordnung.

Wie meine Wohnung aussieht, wenn ich müde bin
Wärst du diese Woche spontan bei mir vorbeigekommen, hättest du dich vermutlich gewundert. Im Flur stand eine Waschmaschine, obendrauf mein Werkzeugkasten. Um die Ecke hättest du unsortierte Schmutzwäsche entdeckt.
Das Gästezimmer? Das hätte ich dir lieber nicht gezeigt. An einer Wand stapeln sich gerade Kartons. Leere Kartons, weil ich seit Wochen versuche, einen Korb mit Kleidung zu fotografieren, um sie bei Vinted einzustellen – und es einfach nicht schaffe.
Auf der Truhe im Flur (neben der Waschmaschine) hätten herrenlose Dinge gelegen. Nicht meine, sondern die meiner Tochter.
Die Küche wäre vermutlich einigermaßen aufgeräumt gewesen, weil das das Einzige ist, was ich wirklich jeden Abend erledige. Aber auf dem Esstisch hättest du Briefe von der Krankenkasse neben einem Stapel Bügelwäsche gesehen. Und so weiter und so fort.
An solchen Tagen passiert es mir auch, dass ich abends ins Bett gehe – und vorher noch fünf Strickjacken falten und wegsortieren muss, die dort liegen. Weil ich mich morgens nicht entscheiden konnte. Und es den ganzen Tag nicht geschafft habe, für Ordnung zu sorgen.
Fehlende Energie ist kein Mangel – sondern Information
Wenn ich müde bin, ist Unordnung kein Zeichen von Unfähigkeit. Sie zeigt mir, dass meine Energie gerade an anderer Stelle gebraucht wird.
Selbstfürsorge bedeutet in diesen Momenten deshalb nicht, alles wieder „in den Griff zu bekommen“. Sondern sanfter mit mir zu sein.
Mein kleiner Selbstfürsorge-Plan für energielose Tage
Für Zeiten, in denen der Tag zu wenig Stunden hat, mein Energielevel niedrig ist, ich mehr Probleme lösen muss als mir lieb ist (und ich meine Steady-Texte zum dritten Mal überarbeite, weil mir die erste Fassung doch nicht gefallen hat).