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Was Migräne leichter macht

Künftig schreibe ich am #migränemittwoch (Öffnet in neuem Fenster) über kleine Dinge, die das Leben mit Migräne leichter machen.

Die App

Für Menschen mit Migräne ist es super wichtig, ihre Schmerzen zu tracken. Mein Favorit dafür ist seit vielen Jahren die App der Migräne-Klinik Kiel.

Ich habe damals auch andere Apps ausprobiert, die meisten waren mir aber zu kompliziert. Ich will keine Triggeranalyse betreiben, nicht eintragen (müssen), zu welcher exakten Uhrzeit ich das Medikament genommen habe, brauche auch keine Erinnerungen daran, noch ein Glas Wasser zu trinken.

Ich will eigentlich nur über diese drei Punkte den Überblick behalten, nicht mehr und nicht weniger:

  • Wie oft/ wie stark/ wie lange habe ich Migräne?

  • Wie viele Medikamente nehme ich ein?

  • Wirken sie?

Praktisch finde ich die Funktion, sich die Daten als PDF auswerfen zu lassen. Das kann man dann der Ärztin mitbringen.

Welche App ist dein Favorit? (Öffnet in neuem Fenster)

Der Eislolli

So ein Ding hab ich immer im Gefrierschrank, es ist nur ein Plastikbecher, in den ich Wasser gefüllt und einen Plastiklöffel hineingesteckt habe. Er kommt zum Einsatz, wenn ich so schlimme Schmerzen habe, dass ich es kaum mehr aushalte und ganz dringend etwas anderes spüren möchte. Dann nehme ich den Eislolli aus dem Gefrierschrank und streiche damit über meine Schläfen und meistens auch über meine Wangen, meinen Nacken und meine Schultern, alle Stellen eben, die steinhart und schmerzhaft sind. Statt Schmerz spüre ich dann kurz Kälte, nach ein paar Durchgängen werden die Stellen dann heiß und kribblig und manchmal wird der Schmerz ein bisschen besser.

Nur kurz natürlich, weg geht eine Attacke durch eine Eisabreibung nicht. Aber es ist eine Empfindungs-Abwechslung, wenn ich sich eine Attacke hinzieht. Mit Glück hält das Gekribbel an, bis ich wieder unter die Decke gekrabbelt und eingeschlafen bin.

Gelernt habe ich den Trick in meinem ersten Aufenthalt in einer Schmerzklinik, die Therapeutin dort schlug ihn als vorbeugende Maßnahme vor. Eine Zeitlang habe ich deswegen mehrmals täglich solche Eisabreibungen gemacht. Hat aber nix gebracht. Deswegen greife ich inzwischen nur noch zum Eislolli, wenn ich komplett verzweifelt bin.

Was machst du in solchen Momenten? (Öffnet in neuem Fenster)

Das Frühstück

Overnight Oats und Kaffee

Bis vor wenigen Jahren bin ich morgens oft zum Sport gegangen, ohne vorher zu frühstücken. Den Zusammenhang damit, dass ich dann nachmittags oder abends Migräne bekommen habe, habe ich lange nicht geschnallt. Ich habe ja sehr oft Migräne, da gestaltet sich die Triggeranalyse schwierig. Irgendwas ist schließlich immer.

Inzwischen weiß ich: die Migräne kommt oft Stunden nach dem Auslöser daher, in diesem Fall dem morgendlichen Unterzucker. Frühstück ist seitdem für mich Pflicht, egal wie früh ich aufstehe, egal was ich vorhabe, ob ich Hunger habe, ist irrelevant. Damit ich nicht nachdenken muss, gibt's immer Overnight Oates mit Beeren und einen Kaffee.

Das Triptan

Seit etwa 25 Jahren nehme ich diese speziellen Migränemedikamente gegen akute Attacken. Als ich sie das erste Mal genommen habe, kam mir die Wirkung magisch vor. Schmerzmittel wie Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol brauchen eine Weile, bis sie wirken. Oft verschwindet der Schmerz nicht komplett, sondern wird nur gelindert, außerdem muss man nach ein paar Stunden eine neue Tablette nehmen. Triptane wirkten bei mir am Anfang so schnell und vollständig, als hätte jemand mit einem kräftigen Ruck den Migräneschleier vom Gehirn gezogen.

Inzwischen ist das leider nicht mehr so, auch Triptane wirken nicht immer und nicht immer vollständig.

Außerdem eine Herausforderung: unter zehn Medikamententagen im Monat zu bleiben. Meine Erfahrung ist, dass es immer mehr und mehr werden und die Medikamente immer schlechter wirken je öfter ich sie nehme. Deswegen nehme ich nicht immer was, sondern lege mich auch oft mit meinem Kühlpack auf den Kopf ins Bett (siehe Post dazu). Ich weiß aber auch, dass Schmerzen aushalten die Chronifizierung befördert. Dilemma? Oder ist dieser Zug eh längst abgefahren? Hier schreibe ich mehr darüber. (Öffnet in neuem Fenster)

Der Riegel

Was ich wirklich lange nicht geschnallt habe: wie sehr mich Unterzucker killt. Der darf auf gar keinen Fall entstehen, und wenn er doch spürbar wird, bleibt keine Zeit mehr, darüber nachzudenken, worauf ich Appetit habe, in welches Restaurant ich jetzt gehen will oder mal langsam mit der Essensvorbereitung anzufangen. Dann muss sofort was rein.

Deswegen steckt in jeder Tasche, jedem Rucksack, jeder Schublade mittlerweile eine Cliff Bar Crunchy Peanut Butter - keine Werbung, denn ich schreibe gleich dazu: Der Riegel ist höchstens mittellecker. Ich esse ihn nur, wenn ich wirklich Hunger/Unterzucker habe. Das ist aber auch der Grund, warum ausgerechnet dieses Produkt mein Migräne-Vorbeugungs-Favorit ist. Ich habe es auch schon mit Schokokeksen probiert, die habe ich aber dann sofort aufgegessen und für den Notfall war dann wieder nix in der Tasche.

Die Schlafmaske

Früher lag ich während einer Migräneattacke immer mit einem nasskalten Waschlappen auf der Stirn im Bett. War aber blöd, denn der erwärmt sich, rutscht runter, macht alles nass. Vor ein paar Jahren hab ich diese Migräne-Schlafmaske entdeckt, vielleicht das einzig sinnvolle Höhle-der-Löwen-Produkte ever. Sie hat ein eingenähtes Fach für einen länglichen Kühlpack - so verrutscht nix, nix wird nass und dunkel machts auch noch.

Im Nacken ist ein Fach für einen zweiten Pack, sich den zu erwärmen kann bei Nackenverspannungen angenehm sein. Ich nutze das fast nie. Aber den kalten für vorne habe ich mittlerweile mehrfach, damit immer einer kalt ist und ich wechseln kann, eine Migräneattacke dauert ja oft länger.

Leider gibt es diese Maske nicht mehr zu kaufen. Mein Mann ist glücklicherweise irgendwann im Ein-Euro-Shop bei der Restposten-Verramschung nochmal auf sie gestoßen und hat drei gekauft. Ansonsten ist es vielleicht ein Fall für Menschen, die nähen können oder für Etsy? Ich lieb die Maske auf jeden Fall sehr.

Der Scrunchie

Ich packe Haare im Gesicht überhaupt nicht, weswegen ich immer mit Pferdeschwanz oder Hochsteckfrisur unterwegs bin.

Problem: Zu straff zurückgezogene Haare können unangenehm sein, dieses Gefühl kann bei Migräne eine Rolle spielen. Seit vielen Jahren ist der Scrunchie von Invisibobble mein Alltagsbegleiter.

Mit den normalen Invisibobbles (das sind diese Plastikspiralen-Haargummis) habe ich mich immer halb skalpiert, mit denen in der Stoffwurst sitzt der Schlamperdutt innerhalb von Sekunden und nie ziept was. Natürlich selbstbezahlt, alle Haargummis, aber vielleicht trotzdem Werbung wegen Markennennung? Für mich muss es aber Invisibobble sein, die Dupes können nix.

Note: Migräne ist eine schwere neurologische Beeinträchtigung, die man nicht mit den richtigen Produkten heilt. Am #migränemittwoch geht es nicht um Heilung - sondern um Dinge, die es ein bisschen angenehmer machen.

Kategorie Texte

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