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Mädelsabend – Wiesel, Büffelin und das akustische Abenteuer

Nicht unbedingt von langer Hand geplant - beinahe spontan…

Diesmal kein gemütliches Lümmeln auf der Couch, kein Spaziergang durch nächtliche Gassen, kein Serienmarathon.

Nein – ein Club sollte es sein. Party. Disco. Laut. Pulsierend. Leben in Dezibel.

Natürlich rief ich spontan: „Ich bin dabei!“

Mutig, euphorisch, ein Hauch von jugendlichem Trotz gegen die Vernunft.

Nun sind es nur noch wenige Stunden bis zum Aufbruch – und das Nachdenken setzt ein.

Cochlea-Implantate und Disco – geht das überhaupt?

Wie wird das sein? Kann ich mich unterhalten, wenigstens ansatzweise?

Werde ich Musik hören – oder bloß Lärm?

Mein kleines Wiesel ist in heller Aufregung.

„Wie willst du denn da hören? Wie reden, wenn alles donnert?“, faucht es mich an.

„Und was, wenn du gar nichts verstehst? Wenn es zu laut ist? Wenn’s schräg klingt? Bist du eigentlich verrückt?“

Ich höre es keifen, während es kopflos in Panik durch die Gedanken rennt.

Die Büffelin indes – ruhig, unerschütterlich – reicht mir drei Outfits, hebt eine Braue und meint lakonisch:

„Irgendwann musst du es ja ausprobieren. Dann lieber heute – mit Freundinnen, nicht mit Kollegen.“

Und so sitze ich nun da, in einem Meer aus verworfenen Kleidungsstücken, umgeben von der kreativen Verzweiflung einer Frau, die alles anzuziehen hat – und doch nichts Passendes findet.

Overdressed oder Underdressed – dazwischen scheint es kein Dazwischen zu geben.

Aber gut. Ich bin ohnehin der Typ lieber Overdressed.

Stil ist schließlich keine Frage der Lautstärke – und Eleganz trägt sich immer, auch über dem Takt eines wummernden Basses.

Und während ich so sortiere, falte, überlege, da meldet sich ein anderer, leiser Gedanke.

Ich wünsche mir – fast andächtig –, dass auch mein Körper mich nicht im Stich lässt.

Denn diese chronische Erkrankung ist launisch wie ein Überraschungsei: man weiß nie, was sich diesmal darin verbirgt – Müdigkeit? Schmerz? Schwindel?

Sie serviert sich mit Vorliebe genau dann, wenn man sie am wenigsten erwartet, am allerwenigsten brauchen kann.

Doch im Moment geht es mir gut.

Wirklich gut.

Stabil, klar, beinahe zuversichtlich.

Und so hege ich die stille Hoffnung, dass dieser Abend – vielleicht, nur vielleicht – einer jener seltenen wird, die nicht im Schatten einer Einschränkung stehen, sondern im warmen Licht des Lebens selbst.

Vielleicht tanze ich. Vielleicht lache ich.

Vielleicht höre ich sogar die Musik – oder spüre sie wenigstens im Rhythmus meiner Schritte.

Und falls nicht – dann tanze ich eben zum Takt meiner eigenen Zuversicht.

Mit diesen erfreulich positiven Gedanken ging ich in den Abend.

Schon beim ersten Glas Wasser – man wird ja vernünftig – stellten wir fest, dass wir das viel zu selten machen.

Und ehe der zweite Song erklang, hatten wir bereits neue Termine verabredet: Abende, die nur uns gehören. Den Freundinnen. Dem Lachen. Dem Leben.

Disco also.

Laut.

Bass.

Oh Gott, so viel Bass.

Wusstet ihr, dass es von allen – wirklich ausnahmslos allen – Liedern dieser Welt eine Technoversion gibt?

Beat. Beat. Noch mehr Beat.

Und irgendwo, ganz weit im Hintergrund, der Refrain von „Lucky I’m in Love“, nur noch zu erahnen, wie ein nostalgischer Geist aus besseren Zeiten.

Und wusstet ihr, dass DJs offenbar einer geheimen Verpflichtung unterliegen,

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