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Hören ist kein Selbstverständnis.

Es ist ein Prozess. Eine tägliche Arbeit. Eine stille, oft übersehene Disziplin.

Ich war viele Jahre meines Lebens normhörend.

Unauffällig. Unbemerkt. Selbstverständlich eingebettet in eine Welt, die sich über Klang definiert.

Dann – mit 18 – die ersten Hörstürze.

Flüchtige Irritationen zunächst. Episoden, die sich wieder legten.

Ein System, das noch funktionierte. Noch.

Doch das Gehör ist kein statisches Gut. Es ist vulnerabel. Veränderlich. Und manchmal – unaufhaltsam im Rückzug.

Was viele nicht wissen:

Hörverlust ist kein exklusives Phänomen des Alters. Er trifft auch junge Menschen. Leise. Unerwartet. Und oft ohne Vorwarnung.

Mein inneres Wiesel – leicht konsterniert, gelegentlich empört – insistiert an dieser Stelle mit Nachdruck:

Diese Vorstellung, Hörbehinderung sei ein Randthema der späten Jahre, ist obsolet.

Und sie wird der Realität nicht gerecht. Mit Mitte dreißig kamen Hörgeräte. Später Cochlea-Implantate.

Technik, die ermöglicht. Aber nicht ersetzt.

Denn auch mit Implantaten ist Hören kein Automatismus. Es ist Training. Konzentration. Interpretation.

Ein permanentes Kalibrieren zwischen Reiz und Bedeutung. Ich übe täglich.

Nicht aus Pflicht. Sondern aus dem tiefen Wunsch nach Teilhabe. Nach Gespräch. Nach Nähe. Nach Welt.

Und dennoch: Ein falscher

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