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Urlaub mit chronischer Erkrankung – zwischen Logistikzentrum und Sehnsuchtsziel

Der Flur sieht nicht nach „ein paar Tage Urlaub“ aus. Er sieht nach Umzug aus.

Koffer gestapelt, Tüten dazwischen, Medikamente in einer eigenen Extrabox – als wollten sie auf der Reise ihre eigene Suite beziehen. Dazwischen lehnt die Krücke, daneben parkt der Rollstuhl. Die große Frage: Rolli mit? Oder reicht die Krücke? Eine rhetorische Frage, die sich ungefähr so leicht beantworten lässt wie „Nehmen wir lieber das Segelboot oder die Eisenbahn, um den Atlantik zu überqueren?“

Ich will vorbereitet sein – also habe ich wie immer zu viel dabei. Das Wiesel schielt auf die Snacks („Man weiß ja nie!“), die Büffelin brummt pragmatisch und versucht, im Tetris der Kofferräume Ordnung herzustellen. Währenddessen frage ich mich, ob wir nicht gleich einen Container mieten sollten.

Urlaub mit chronischer Erkrankung bedeutet: mehr Checklisten als Vorfreudeschreie, mehr Apothekerschachteln als Bikinis. Technik, viel Technik.

Und doch – inmitten dieses Chaos schimmert die Hoffnung: Dass die Mühen beim Packen später vergessen sind. Dass der Rolli, wenn er mitkommt, irgendwo im Zimmer verstaubt, weil die Krücke reicht oder sie bestenfalls dem Rolli Gesellschaft leistet. Dass die Medikamente brav in ihrer Schachtel bleiben und sich nicht wichtig machen. Träumen darf man. Hoffen auch.

Vielleicht ist das genau die Pointe: Ich reise schwer beladen, um leicht genießen zu können.

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