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Fenster auf oder zu?

Fenster auf – eine Ode an die nächtliche Stille (und das gute Recht, sie nicht hören zu müssen)

Reden wir mal Tacheles. Also wirklich.

Über das Leben mit Behinderung. Über das, was sich Menschen darunter vorstellen – und über das, was wirklich ist.

In den Köpfen vieler hallt noch immer ein Chor der Tragik, eine Symphonie aus Mitleid, Verlust und – ganz wichtig – permanenter Bedürftigkeit. Behinderung, so scheint es, ist der Prolog zur Tragödie, das Einfallstor zur ewigen Grauzone menschlicher Erbarmung.

Und ja – ich gebe es zu: Es gibt Tage, an denen sich das Leben genau so anfühlt.

Traurig. Schwer. Still.

Aber das ist eben nur ein Teil der Wahrheit. Und ganz sicher nicht die ganze Geschichte.

Denn mein Leben ist – trotz, mit, wegen allem – auch bunt. Und schillernd.

Es ist geprägt von mutigen Neuanfängen, von skurrilen Situationen, von Missverständnissen, über die man entweder verzweifelt oder lacht – und ich habe mich entschieden, zu lachen.

Und manchmal – das möchte ich hier einmal in aller Deutlichkeit sagen – hat das Leben mit Hörbehinderung sogar ganz praktische Vorteile. Man muss sie nur erkennen. Und wertschätzen.

IBeweis gefällig? Bitte sehr.

Ich bin aktuell mit meiner Mutter in einem Hotel in München. Kleiner Mutter-Tochter-Ausflug.

Nach einem langen Tag fragt sie abends:

„Stört dich eigentlich, wenn das Fenster in der Nacht offen ist?“

Ich schüttle den Kopf und muss innerlich Schmunzeln. Sie fragte ja nicht wegen des Lärms, sondern ob mir dann kalt ist. Und ich konnte in diesen Moment nur an da Geräuschepottpourrie von draußen denken, und wie sie damit umgehen wird.

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