Zum Hauptinhalt springen

Auch Frauen können anderen Frauen schaden

Eine gerechtere Welt entsteht erst dann, wenn wir bereit sind, unsere eigene Position im System ehrlich zu hinterfragen - auch dann, wenn es weh tut.

Jetzt wird es gleich unangenehm für alle mitlesenden Personen, die mich als Männerhasserin und nicht als Frauenkritikerin kennen, aber da müssen wir gemeinsam durch. Versteht mich nicht falsch: Ich liebe Frauen mein Leben lang. Aber wenn ihr denkt, dass die Liebe und Solidarität zu Frauen unsere Welt zu einer besseren machen, dann liegt ihr nur zum Teil richtig. Denn traurige Wahrheit ist: Auch Frauen schaden anderen Frauen. Vor allem dann, wenn sie sich von Feministinnen distanzieren und feministische Werte ablehnen. Aber auch, wenn sie sich zwar nach außen hin mit diesem Begriff schmücken, ihre Taten aber eher denen eines misogynen Mannes entsprechen. Wer also lediglich in den Boxring „Wir Frauen gegen Männer“ steigt, führt einen Kampf ohne Aussicht auf das Preisgeld.

Ihr kennt sie alle: die Podcasts, in denen zwei privilegierte Frauen über „Female Empowerment“ sprechen - aber eingeladen werden immer nur Frauen, die ihnen ähnlich sind. Gleiche Bildung, gleiche Klasse, gleiche Lebensrealität. Diversität endet da, wo es unbequem wird. Am Ende geht es weniger um Solidarität als um ihre eigene Sichtbarkeit. Oder die Chefin, die sich öffentlich als Feministin inszeniert, „Frauen fördern“ auf LinkedIn schreibt und dann genau die Mitarbeiterinnen klein hält, die ihr „gefährlich“ werden könnten; oder aber Influencerinnen, die einen auf Girlboss machen und nie erwähnen, dass sie durch ihre Eltern finanziell abgesichert sind.

Kategorie gayschrieben

0 Kommentare

Möchtest du den ersten Kommentar schreiben?
Werde Mitglied von Mater Magazin und starte die Unterhaltung.
Mitglied werden