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Warum Frauengesundheit mehr in den Fokus rücken muss!

Meine Gedanken zum Bild-Frauengesundheitsgipfel in Berlin

Der Bild-Frauengesundheitsgipfel fand am 11.12. in Berlin im Axel-Springer-Haus statt. Quelle: BILD

Es ist winterlich kalt, als ich von meinem Hotel Richtung Axel-Springer-Gebäude laufe. Meine Highheels trage ich unter dem Arm und hüpfe durch die angrenzende Baustelle, da meine Hose sonst auf dem Boden schleifen würde. Ich muss etwas ulkig aussehen. Aber Berlin hat ja schon alles gesehen. In einer halben Stunde werde ich vor 140 Gäste stehen, Ärztinnen, Professorinnen, Patientinnen und Journalistinnen, und durch den Bild-Frauengesundheitsgipfel führen. Darunter auch unsere Gesundheitsministerin Nina Warken, unser Innenminister Alexander Dobrindt und unsere Froschungsministerin Dorothee Bär. Ich freue mich nicht nur sehr, Teil dieser Veranstaltung zu sein, sondern vor allem über die Aufmerksamkeit, die Frauengesundheit erfährt. Schließlich ist es nicht umsonst mein Lieblingsthema! Frauen sind in der Medizin fast unsichtbar- sie wissen es nur nicht!

Die meisten von uns haben gar keine Ahnung, dass Medikamente jahrzehntelang nur an Männern getestet wurden, dasselbe gilt für Studien.  Wir durften dann irgendwie „mitwirken“, wenn unser Körper anders reagiert hat. Insgesamt „hinken“ die Frauen in der Medizin hinterher: Herzinfarkte werden bei uns später erkannt, Schmerzen häufiger kleingeredet, psychische Belastungen als „Stimmung“ abgetan. Und unser berühmter Mental Load? Ach, den soll man bitte am besten „wegatmen“.

 Und genau deshalb ist dieser Gesundheitsgipfel so wichtig. Weil hier endlich das passiert, was viel zu lange ausgeblieben ist: Frauen bekommen eine Bühne und erzählen selbst. Nicht als Anhängsel, nicht als Fußnote, sondern mitten auf der Bühne – laut, klug, kompetent. Professorinnen, Ärztinnen, Forscherinnen, Patientinnen. Frauen, die nicht nur wissen, wie sich Krankheit anfühlt, sondern auch, wie man sie anders denkt. Es geht darum, zu zeigen, dass wir anders krank werden als Männer. Dass wir Symptome wegdrücken, weil wir funktionieren müssen. Dass unsere Leben komplexer sind, weil wir den Alltag aller anderen gleich mitorganisieren. Und dass genau das medizinische Folgen hat – echte, gefährliche.

Eine halbe Stunde später geht es los, der Gipfel holt das Schweigen auf die Bühne und gibt ihm eine Stimme. Vielen Stimmen. Es ist schön, inmitten alle dieser Frauen zu sitzen, alle fühlen sich verbunden, jede Frage signalisiert echtes Interesse. Nur als Herr Dobrindt selbst nach meiner Anmoderation noch nicht im Saal steht, werde ich kurz etwas nervös. Dann steht bereits ein Überbrückungsplan, als er dann doch noch kommt. Beim anschließenden Dinner ist der Rahmen geschaffen, um gleich tief zu tauchen. Unsere Gespräche sind alles andere als oberflächlich. Wir reden über Eier einfrieren und Kinderwunschplanung, Pflege der eigenen Eltern, den Leistungsdruck in der Grundschule.  Ehrlich, unverstellt, es ist herrlich.

Und so machen wir alle zusammen einen Tag lang sichtbar, was lange unsichtbar war. Er zwingt ein System, das bisher viel zu männlich gedacht wurde, endlich hinzuschauen. Genau so entsteht Veränderung: Wenn die, die sonst weggedrückt werden, mitten ins Rampenlicht treten. Ich gehe leichtfüßig ins Hotel zurück, weit nach Mitternacht. Jetzt ist mir der Saum der Hose egal. Ich freue mich still und heimlich für mich, meine Töchter und allen kommenden Generationen. Sie werden so viel mehr Wissen zum Thema Frauengesundheit bekommen als jede andere Generation. Die Menopause, die Perimenopause, sie werden sich bestens auskennen, ihren Körper verstehen und selbst, wenn sie mal krank sein sollten, mündige Patientinnen sein.

Moderatorin Anna Funck und Innenminister Alexander Dobrindt Quelle: BILD
Der Gipfel fand in der 19. Etage statt. 140 Gäste aus Medizin, Politik und Gesellschaft waren geladen.

Kategorie FRAUENGESUNDHEIT

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