FILM-KRITIK (Öffnet in neuem Fenster)
Achtung – Verwechslungsgefahr! So etwas könnte sich Warner Bros. gedacht haben, als es darum ging die neue alte Mumie zu vermarkten. (Wer jetzt an Alterswitze denkt: Shame on you! But I get it.) Jedenfalls wird in Werbung wie im Titel bereits darauf verwiesen, dass es sich nicht um die Fortsetzung der Unterhaltungs-Mumie mit Brendan Fraser handelt, sondern, dass LEE CRONIN’S THE MUMMY purer und brutaler Horror sei (Öffnet in neuem Fenster). Doch auch unterhaltsam … wenn auch definitiv mit einigem Leerlauf.

Im Grunde geht es um die Suche der Cannons nach ihrer Tochter Katie (Emily Mitchell / Natalie Grace), die Mutter Larissa (Laia Costa) und Vater Charlie (Jack Reynor), die den beiden im Wüstengebiet Kairos verlustig gegangen ist. Die örtliche Polizei verdächtigt gar den Journalisten-Papa etwas mit dem Verschwinden zu tun zu haben. So weit, so Traumschiff-Tatort. Nach acht schweren Jahren taucht das Kind unter recht speziellen Umständen und in speziellem Zustand wieder auf. Liebevoll widmet sich die irritierte Familie – Sohn Sébastian (Shylo Molina), Tochter #2 Maud (Billie Roy) und Larissas Mutter Carmen (Véronica Falcón) – der nun nach Albuquerque, New Mexico heimgekehrten Teenagerin. Doch ist sie weniger Teenage Girl als vielmehr Teenage Creep.

Bis es so weit ist, ist etwa ein Drittel des gut zwei Stunden lange Films um. Dies teils stimmungsvoll, auch Dank feiner Darsteller*innen wie zum Beispiel noch May Calamawy als Detective Dalia Zaki sowie der Musik (Öffnet in neuem Fenster) von Stephen McKeon, doch irgendwann stellt sich ein gewisses Desinteresse am Geschehen ein. (Der Autor dieser Zeilen ist irgendwann mal kurz weggenickt (Öffnet in neuem Fenster), dann pinkeln gewesen und fragte was verpasst worden sei – „na nüscht so wirklich (Öffnet in neuem Fenster)“.)
Das größte Problem von Lee Cronin's The Mummy ist in jedem Fall die üppige Laufzeit, die zu viel Leere und Wiederholungen zulässt. Dabei ist der Gedanke ein Familien-Drama mit teils wirklich grausigem und brutalem Horror zu verknüpfen (Öffnet in neuem Fenster) durchaus reizvoll (wobei die FSK 18-Freigabe eher nach Marketing denn Notwendigkeit (Öffnet in neuem Fenster) müffelt). Da lassen nicht nur die Conjuring-Filme grüßen (Öffnet in neuem Fenster), sondern irgendwie auch Wepaons (Öffnet in neuem Fenster). Im Übrigen alles Warner-Produktionen. (Wie auch die sehr sehenswerte The Bride! (Öffnet in neuem Fenster))

Wie arg Autor und Regisseur Cronin sowohl feinen als auch überbordend chaotischen Horror aufs Publikum loslassen kann, bewies er mit The Hole in the Ground und vor allem dem fabelhaften Evil Dead Rise. (Am 9. Juli startet übrigens Evil Dead Burn von Spiders-Auteur Sébastien Vaniček im Kino, u. a. mit Wednesday’s Hunter Doohan in der Hauptrolle.) Allein will das Chaos hier nie so recht das Ruder übernehmen und diesen Wickeldampfer mal ordentlich durchrüttlen. Familie und die eigenwillige Dynamik zwischen Schuld und Vergebung, Verzweiflung und Hoffnung (Öffnet in neuem Fenster) behält die Oberhand. Bleibt dabei aber doch seltsam oberflächlich.
https://www.youtube.com/watch?v=aRej4ZMs57A (Öffnet in neuem Fenster)Kleine feine und späte Easter Eggs sind viele Andeutungen auf andere Horror- und Fantasy-Klassiker (Öffnet in neuem Fenster). Wobei mensch sich nicht immer sicher sein kann, ob es wirklich Hommage oder nicht doch Einfallslosigkeit ist. Six Seven. Da ist die Bedeutung übrigens weit mysteriöser, als viele der Geheimnisse in diesem Film.
Dessen unbenommen kann mensch sich das Ansehen. Zwar ist Lee Cronin's The Mummy am Ende eher Conjuring-&-Exorcist-ish als wahrer Mumienhorror und ist in seiner Präsentation Ägyptens und mancher Klischees wie Mythen ziemlich… cringe (Öffnet in neuem Fenster). Das macht aber auch nichts, da ihr das Meiste direkt nach dem Schauen vergessen haben werdet. Ein wenig Spaß am Grauen bleibt ebenso bestehen (Öffnet in neuem Fenster) wie die guten Leistungen Costas, Calamawys, Graces und letztlich auch Reynors.
AS

PS: Die Musik ist zwar recht gut, kündigt teils aber von mehr Grauen, als dies am Ende der Fall ist. Allerdings ist das nichts gegen die musikalische Mogelpackung, die uns THE WHISTLE bringt - ebenfalls eine Blumhouse-Produktion. Mehr dazu in unserer Pfeif-View rund um den Filmstart am 7. Mai.
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LEE CRONIN'S THE MUMMY ist seit dem 16. April 2026 im Kino zu sehen.
Lee Cronin's The Mummy; USA 2026; Regie & Drehbuch: Lee Cronin; Bildgestaltung: Dave Garbett; Schnitt: Bryan Shaw; Musik: Stephen McKeon; Darsteller*innen: Jack Reynor, Laia Costa, May Calamawy, Natalie Grace, Shylo Molina, Billie Roy, Verónica Falcón, May Elghety, u. a.; Laufzeit ca. 133 Minuten; FSK: 18
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