Auch kein Essen? Kein Klopapier?
Das ist natürlich Quatsch. Dinge des täglichen Bedarfs kann ich natürlich kaufen, da gibt es keine Beschränkung. Außer dass ich versuche, auch mal Sachen aufzubrauchen, die sich schon länger im Vorratsschrank verstecken.
Aber bei allem anderen steht dieses Jahr unter dem Motto:
Ich kauf nix!
Ich mache ein No-Buy-Year. Oder eher ein Low-Buy-Year.
So ein No-Buy-Year habe ich 2016/2017 schon mal gemacht und fand es richtig gut. Seitdem war es mir auch wesentlich leichter gefallen, weniger zu konsumieren. In den letzten beiden Jahren gab es dann aber wieder mehr Shopping – nicht übermäßig viel, aber doch so, dass es mir zu viel wurde.
Also war es für mich an der Zeit, wieder ein No-Buy-Year zu machen. Am 1. Januar bin ich gestartet und jetzt also schon 5 Monate dabei.
https://youtu.be/bjoxyW5nRoU?si=RBoO3EnofsJ_1L9f (Öffnet in neuem Fenster)Was sind die Regeln?

Ich kaufe nichts Neues. Es sei denn, eine Sache geht kaputt und muss ersetzt werden.
Ich schaue immer zuerst, ob es diese Sache Second Hand zu kaufen oder zu tauschen gibt.
Sachen vom Flohmarkt, aus Gebraucht-Kaufhäusern oder Geschenkt-Kisten-Funde sind erlaubt.
Geschenke oder Sachen für andere dürfen neu gekauft werden.
Wichtige Ausnahme: Sachen für den Job dürfen auch neu gekauft werden.
Wie ist es bis jetzt gelaufen?
Gut.
Ich habe wirklich gern neue Dinge um mich und liebe es, Neues und Schönes zu entdecken. Mit meiner Beschränkung durch das Low-Buy-Year fällt es mir leicht, diese Dinge eben nicht direkt zu kaufen, sondern erst einmal zu Kauf-Schmecken.
IKEA hat zum Beispiel gerade eine tolle neue PS Kollektion, die Ende Mai herausgekommen ist. Ich bin echt gefährdet, weil die Sachen richtig schön und stylish sind. Und der Preis ist bei IKEA auch ziemlich in Ordnung.
Wegen meines momentanen Verzichts kann ich jetzt gut mit der Versuchung umgehen.
Oft ist es ja bei diesen Dingen so, dass sie irgendwann über die Gebraucht-Kanäle weitergereicht werden – ich sie auf dem Flohmarkt finden kann oder bei Emmaus hier in Köln. Irgendwie fühlt es sich dann viel schöner an, sie dort zu entdecken.
Auf dem Flohmarkt und im Gebraucht-Kaufhaus habe ich ein paar Sachen gefunden, die ich dann doch gekauft habe – und jetzt viel nutze. Dazu gehört auch die Bluse, die ich gerade anhabe. Die stammt von den Hofflohmärkten hier in Nippes.
Eine neue Sache musste ich mir kaufen, weil die alte nicht mehr tragbar war: eine Jeans. Irgendwie brauche ich eine funktionierende Jeans – und als ich diese hier gefunden habe, habe ich dann doch meine Karte gezückt.
Kosmetika und Pflegeprodukte
Momentan nutze ich hier noch einiges auf. So hole ich wirklich den letzten Rest aus meinen Lippenstiften. Dazu nutze ich einen Pinsel – und meine letzten Lippenstifte leere ich so jetzt schon im 2. Jahr. Jetzt neigen sie sich aber wirklich dem Ende zu. Und ich werde mir wohl 1 bis 2 neue kaufen.
Kaufen müssen. Denn ein Leben ohne Lippenstift ist zwar möglich, aber sinnlos.
Bei den Pflegeprodukten betreibe ich gerade „Shelfcare“ – ein Wort, das ich mir aus dem Podcast „Umamitown“ ausleihe. Heißt, dass ich hier erst einmal meine Schubladen und Schränke leere, bevor wieder richtig eingekauft wird.
Jetzt bin ich bei Haut- und Haarpflege sowieso minimalistisch. Ich nutze 1 Creme für alles: Gesicht, Körper, Füße. Habe 1 Shampoo und Seife für Körper und Hände.
Doch selbst hier hatten sich ein ein paar Crèmes angesammelt, die ich jetzt erst einmal aufbrauche. Zu diesem Projekt Pan wird es noch ein Extra-Video geben.
Bücher und andere Medien
Kein Problem. In der Stadt gibt es so viele Bücherschränke, und ich lese so langsam – es gibt mehr als genug Angebot.
Elektronik
Etwas heikler finde ich Elektronik. Ich musste mir einen neuen Rechner kaufen. Mit meinem alten Rechner brauchte ich viel zu lange für die Videobearbeitung und auch den Einsatz der KI. Hier trenne ich auch zwischen meinem Privat- und meinem Berufs-Ich. Das private Ich kann auch langsamer sein und Geräte nicht optimal funktionieren. Aber im Job? Im Job muss es klappen.
Vielleicht lüge ich mir hier aber auch in die Tasche. Denn ich hätte den Rechner auch mal richtig neu aufsetzen können, sauberputzen und vielleicht, vielleicht hätte ich ihn dann noch ein bis zwei Jahre gut nutzen können.
Du siehst, ich kann und will mich hier nicht als Supervorbild zeigen.
Bei dieser Challenge geht es mir auch eher darum, einem 1. Kaufimpuls nicht sofort nachzugeben, sondern der Pause, dem Nachdenken, dem Lösungen-Suchen wieder mehr Raum zu geben.
Oft machen wir es uns beim Kaufen ja bequem: Wir wollen mal Brot backen. Also los zu Amazon und einen Brotbackautomaten kaufen. Oder eine Eismaschine. Oder den Sandwich-Maker.
Übrigens alles Küchengeräte, die ich bei meinen Eltern aus dem Keller geholt und dann verschenkt oder bei Kleinanzeigen verkauft habe. Sie waren original ungenutzt. Mit dem Low-Buy-Riegel davor hätte es diese Geräte vielleicht nicht gegeben, und das hätte meinen Eltern Platz und mir viel Arbeit gespart.
Ich nehme dich im Laufe des Jahres weiter mit durch mein Low-Buy-Jahr.
Und lass mich mal wissen, wie du mit Kaufimpulsen umgehst: Team „Her damit!“ oder Team „Erst mal abwarten!“?