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Kreatives Spielen

Kreative Aktivitäten – etwa Basteln, Malen oder Musizieren – fördern die geistige und körperliche Gesundheit im Alter. Regelmäßige Freizeitbeschäftigungen steigern nachweislich Zufriedenheit und Wohlbefinden bei älteren Menschen. Kreatives Spielen bedeutet, dass Bewohner aktiv und mit Fantasie an spielerischen Aufgaben teilnehmen. Dabei geht es nicht nur um reinen Zeitvertreib, sondern um ganzheitliche Aktivierung. Psychologisch betrachtet entspricht dies auch der Aktivitätstheorie des Alterns: Ältere Menschen möchten Teilhabe am Leben haben und kognitive sowie soziale Herausforderungen meistern. Kreatives Spielen nutzt Neugier und Erinnerungen und unterstützt die Persönlichkeitsentwicklung im Alter (etwa im Sinne der Kulturerleben-Theorie). Es stärkt die Eigeninitiative und Motivation der Bewohner und gibt dem Alltag positive Impulse.

Zielsetzung kreativer Spiele

Mit kreativem Spiel wird in der Seniorenbetreuung vor allem Folgendes erreicht: die Stärkung kognitiver, motorischer und sozial-emotionaler Fähigkeiten. Gruppenspiele etwa stimulieren das Gehirn und helfen, Gedächtnis, Konzentration und Problemlösungsvermögen zu erhalten. Denkspiele und Rätsel trainieren das Erinnerungsvermögen und die Aufmerksamkeit. Gleichzeitig fördern sie die Hand-Auge-Koordination und Feinmotorik (zum Beispiel beim Jonglieren, Basteln oder Ballwerfen). Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Soziale: Gemeinsame Spiele bringen Bewohner zusammen, reduzieren Einsamkeit und schaffen Gemeinschaftsgefühl. Das regelmäßige Zusammensein bei Spielrunden stärkt das Selbstwertgefühl – Erfolgserlebnisse im Team erzeugen Lebensfreude und Zugehörigkeit. Nicht zuletzt steigert kreatives Spielen das emotionale Wohlbefinden: Es weckt positive Emotionen, baut Stress ab und schenkt Spaß am Alltag.

Zusammengefasst lauten die Zielsetzungen:

  • Kognitive Aktivierung – Erhalt von Gedächtnis und Denkfähigkeit durch Gedächtnis- und Denkspiele.

  • Motorische Förderung – Übung von Bewegung, Koordination und Feinmotorik in einem spielerischen Rahmen.

  • Soziale Teilhabe – Gemeinschaft erleben, Kommunikation und Empathie fördern (z. B. durch Gruppen- oder Rollenspiele).

  • Emotionales Wohlbefinden – Freude am gemeinsamen Tun, Abbau von Stress und Isolation (z. B. durch Musizieren oder Tanzen).

Vor- und Nachteile kreativer Spiele

Vorteile: Der Nutzen kreativer Spiele für Senioren ist vielfach belegt. Regelmäßige Spielrunden fördern nachweislich geistige Fitness, stärken das Kurz- und Langzeitgedächtnis und beugen kognitivem Abbau vor. Körperlich aktive Spiele wie Gymnastik oder Ballspiele erhalten Beweglichkeit und Gleichgewicht. Durch gemeinsames Lachen und Erfolgserlebnisse wächst das Selbstwertgefühl, was die Lebensqualität deutlich verbessert. Musik und kreatives Gestalten verbinden Spaß mit Sinneserfahrungen: Sie stimulieren das Gehirn, aktivieren Erinnerungen und ermöglichen emotionalen Ausdruck. Zudem bieten solche Aktivitäten oft niedrigschwellige Zugänge für beeinträchtigte Senioren – zum Beispiel kann auch ein schwerer demenziell Erkrankter noch mitsummen oder ein Luftballon hin und her werfen.

Nachteile und Herausforderungen: Es gibt jedoch auch Grenzen. Nicht jeder Bewohner möchte oder kann an allen Spielen aktiv mitmachen. Überforderung muss vermieden werden, da sie Frustration auslösen kann. Spiele müssen also an die individuellen Fähigkeitsniveaus angepasst werden (Mobilität, Hör- und Sehvermögen, Konzentrationsspanne). Zeit- und Materialaufwand, geschultes Personal und geeignete Räume sind oft knapp, sodass manche Ideen schwer umzusetzen sind. Auch können Gruppendynamiken schwierig sein, wenn Teilnehmer sehr unterschiedliche Bedürfnisse haben. Trotzdem überwiegen meist die Vorteile: Durch kreative Spiele werden vielfältige Sinne angesprochen und selbst Pflegebedürftige spüren Wertschätzung und Aktivierung (z. B. durch einfache Gestaltungsaufgaben oder Musik). Insgesamt stärken Spiele das Zusammengehörigkeitsgefühl und entlasten das Personal durch gemeinsame, strukturierte Beschäftigung.

Kreative Spielarten und Beispiele

Gedächtnisspiele

Klassische Gedächtnisspiele richten sich gezielt an Erinnerung und Konzentration. Dabei eignen sich Memory, Bingo, Quiz oder Kreuzworträtsel: Bei Memory werden Kartenpaare gesucht, bei Bingo Zahlen oder Bilder aufgerufen, beim Quiz Fragen gestellt. Solche Spiele trainieren das visuelle Gedächtnis und animieren zum Sprechen. Auch Kinder- und Jugend-Quiz („Wer weiß was?“), „Stadt-Land-Fluss“ oder Quizkarten zu Themen wie Heimat und Geschichte funktionieren gut. Wichtig ist, dass Motive und Fragestellungen vertraut sind und keine Drucksituation entsteht.

Varianten und Beispiele:

  • Persönliches Memory mit Fotos aus der Biografie (Familie, Lieblingsplätze) weckt Erinnerungen.

  • Bild-Puzzle mit großen Teilen fördert neben Gedächtnis die Feinmotorik (als gemeinsame Aufgabe im Gespräch).

  • Wort- und Ratespiele: „Wer bin ich?“ (Personennamen auf die Stirn kleben) oder „Ich packe meinen Koffer“ trainieren Assoziation und Fantasie.

  • Quizrunden: Über Lieblingsfilme, Musik aus der Jugend oder örtliche Geschichte; Fragenkarten mit einfach formulierten Fragen regen zum Nachdenken und Erzählen an.

Bewegungsspiele

Auch in sitzender oder leichter Form lassen sich Bewegungsimpulse setzen. Tanzen und Gymnastik mobilisieren den Kreislauf und stärken Muskulatur und Gleichgewicht. Geeignet sind zum Beispiel Sitzgymnastik mit rhythmischer Musik, Sitztanz oder einfache Folkloretänze (wie Polonaise). Ebenso lassen sich Ballspiele integrieren: Ein Ball oder Luftballon, der hin und her geworfen oder getreten wird, fördert Reaktionsfähigkeit und Koordination. Leichte Wurf- und Fangspiele (z. B. mit weichen Bällen oder Ringen) können an Gruppengefühle knüpfen und sorgen für Erfolgserlebnisse.

Varianten und Beispiele:

  • Sitztanz und Tanzspiele: Alle halten sich am Stuhl fest und bewegen Arme oder Beine im Takt vertrauter Lieder.

  • Wurfspiele: Ein weicher Ball, den man sich mit Partner*innen zuspielt, oder Boccia im Innenhof – abgestimmt auf Mobilität der Teilnehmenden. (Auch Ballonspiele eignen sich bei eingeschränkter Kraft.)

  • Gymnastik und Bewegungsspiel: Mit bekannten Kinderliedern oder Frühlingsmusik leichte Bewegungsfolgen ausführen (klatschen, Knie heben). Das lockert auf und verbindet Spiel und Spaß.

  • Spaziergänge und Ausflüge: Auch regelmäßige kurze Spaziergänge im Park oder kleine Ausflüge sind eine Form des aktiven Spiels: Bewegung an der frischen Luft aktiviert die Sinne und steigert das Wohlbefinden.

Malen, Basteln und Gestalten

Kreative Bastel- und Malangebote sprechen Sinne und Feinmotorik an. Schon einfaches Ausmalen, Kneten oder Schneiden und Kleben stimuliert die Hand-Auge-Koordination und ermöglicht individuellen Selbstausdruck. Beim Basteln sind Naturmaterialien (Steine, Blätter, Kastanien) willkommen: Einfache Projekte wie saisonale Tischdekorationen fördern den Bezug zur Umwelt und rufen Erinnerungen hervor. Auch geführte Malrunden (mit Aquarell-, Fingerfarben oder Pastellkreiden) lockern den Alltag auf.

Varianten und Beispiele:

  • Tagesdeko basteln: Aus Baumwolle, Papier, Zweigen oder Muscheln wird eine Fenster- oder Tischdekoration passend zur Jahreszeit (Osternest, Frühlingsblumen, Herbstbild) hergestellt. Das Material kann Erinnerungen wecken (z. B. der Duft von Tannenzapfen) und gleichzeitig kreative Freude bereiten.

  • Malen nach Zahlen oder freien Motiven: Auch ohne künstlerisches Können erleben Senioren Erfolg. Beim freien Malen können Motive aus Biografien gemalt werden (Lieblingsblumen, -tiere oder -landschaften), was biografische Erinnerungen aktiviert. Wichtig ist: Interesse wecken, aber keine zu hohen Ziele setzen – „schöne Ergebnisse“ sind zweitrangig.

  • Modellieren und Gestalten: Knetmasse, Salzteig oder Wolle geben taktile Reize. Kunstwerke müssen nicht professionell sein – schon das gemeinsame Formen stärkt Stolz und Selbstwert. Jeder kann mitmachen, da Erfolgserlebnisse individuell sind.

Musik und Rhythmik

Musikalische Spiele verbinden Zuhören, Singen und Bewegen. Gemeinsames Singen bekannter Lieder aus der Jugend weckt Glücksgefühle und fördert Langzeiterinnerungen (das Langzeitgedächtnis bleibt bei Demenz lange erhalten). Einfache Instrumente (Rasseln, Trommeln, Glockenspiele) oder Rhythmisieren (z. B. mit Tanztüchern) ermöglichen aktive Teilnahme. Schon Klatschen oder einfache Tanzbewegungen im Sitzen motivieren und erzeugen Gemeinschaftsgefühl.

Varianten und Beispiele:

  • Musikalische Runden: Die Betreuungskraft spielt bekannte Schlager oder Volkslieder. Alle können mitsingen oder klatschen – oft summen selbst Demenzkranke noch mit. Das gemeinsame Musizieren mit Klangstäben oder Klanghölzern (Orff-Instrumente) aktiviert mehrere Sinne zugleich.

  • Tanzspiele: Spiele wie „Stuhltanz“ (Musik an, sitzen und einander oberhalb des Bodens durchreichen) oder freies Tanzen im Stehen (mit Hilfestellung) fördern Freude an Bewegung. Musik und Tanz bringen schnell gute Laune und lockern Gruppenstimmung auf.

  • Rhythmus und Klatschen: Einfache Rhythmus-Klatschspiele (Reime, Fingerspiele, Klatschrhythmen) trainieren Taktgefühl und Konzentration. Beispiel: einen bekannten Kinderreim gemeinsam klatschen oder auf dem Schoß trommeln.

Rollenspiele und Improvisation

Rollenspiele (Theaterspiele, Pantomime) regen Vorstellungskraft und Empathie an. In einer Rolle können Senioren Alltagssituationen oder Geschichten spielerisch nachstellen – zum Beispiel eine Einkaufsszene, Arztbesuch oder eine eigene Erinnerung. Solche Simulationen üben Konfliktlösung und Kommunikationsfähigkeit. Auch einfache pantomimische Spiele bringen Bewegung und Humor ins Spiel.

Varianten und Beispiele:

  • Pantomime: Begriffe oder Wörter darstellen (etwa einfache Tierbewegungen oder Aktivitäten wie „Zähneputzen“) und von anderen erraten lassen. Das bringt Spaß und Konzentration.

  • Geschichten weiterspinnen: Eine Bewohnerin beginnt mit einem Satz einer Geschichte, die nächste fügt etwas hinzu usw. So entsteht im Team eine fantasievolle Erzählung – Lachen inklusive. Dieses Spiel fördert Sprache und Kreativität und stärkt die Gemeinschaft.

  • Theaterspiel: In kleinen Szenen können Alltagssituationen nachgespielt werden („Ich bestelle im Restaurant“) oder muntere Improvisationsspiele gemacht werden. Rollenspiele helfen, soziale und emotionale Kompetenzen zu stärken, indem sie Perspektivenwechsel und Ausdruck üben. Wichtig ist, dass keine „Bühnenangst“ entsteht: Spiele können auch teilnehmend beobachtet werden, wenn jemand nur zuhört oder klatscht.

Umsetzung in der Praxis

Für die Integration kreativer Spiele in den Pflegealltag sind gezielte Planung und Flexibilität wichtig. Zunächst sollte ein regelmäßiger Rahmen geschaffen werden: feste Zeiten für Gruppenaktivitäten im Wochenplan geben Struktur und Vorfreude. Auch individuelle Spielstunden (Einzelbetreuung) haben ihren Platz, etwa wenn ein Bewohner nicht gerne in Gruppen spielt oder besondere Förderung benötigt.

Berücksichtigung der Bedürfnisse: Die Auswahl der Spiele orientiert sich an den Fähigkeiten, Vorlieben und der Biografie der Bewohner. Ein neues Spiel wird erklärt und gegebenenfalls an kognitive oder körperliche Einschränkungen angepasst. Dabei gilt: Überforderung unbedingt vermeiden – lieber die Regeln vereinfachen oder Erfolgserlebnisse kleinschrittig ermöglichen. „Ambitionierte Ziele sind oft kontraproduktiv; interessante Materialien wecken meist mehr Freude“. Persönliche Vorlieben spielen eine große Rolle: Wenn jemand gern kocht, kann ein gemeinsames Kochen oder Backen spielerisch gestaltet werden, um die Sinneserfahrung zu nutzen.

Gruppen- vs. Einzelbetreuung: Gruppenspiele aktivieren das Gemeinschaftsgefühl und unterstützen soziale Kontakte. Hier können sich Bewohnende austauschen, voneinander lernen und Spaß haben. Einzel- oder Kleinstgruppensitzungen sind sinnvoll bei stark unterschiedlichem Leistungsniveau oder für zurückgezogene Personen. In jedem Fall sollte ein positive, wertschätzende Atmosphäre herrschen: Loben und Ermutigen sind wichtiger als Regelkonformität.

Dokumentation und Reflexion: Nach den Spielen sollten Ergebnisse und Beobachtungen festgehalten werden. Das kann in Form eines Aktivitätsprotokolls oder der Pflegedokumentation geschehen. Eine gemeinsame Reflexion im Team hilft, den Erfolg und die Akzeptanz der Aktivität zu bewerten. Dabei stellt man sich Fragen wie: „Hat jeder mitgemacht? Gab es nennenswerte Verbesserungen?“ Durch Evaluation und Reflexion können Spielangebote weiter optimiert werden. Wichtig ist, Erreichtes zu feiern und Erfahrungen zu notieren – so wächst das Verständnis für individuelle Bedürfnisse stetig.

Integration in den Alltag: Kreative Spiele können an Themen oder Jahreszeiten ausgerichtet werden (z.B. Frühlingslieder im Mai, Herbst-Deko im Oktober) und in tägliche Abläufe eingebunden werden (nach dem Mittagessen, am Nachmittag oder als Abendritual). So wird Spielen zur selbstverständlichen Beschäftigung, nicht zur Belastung. Ein Beispiel wäre, nach dem Nachmittagskaffee eine kurze Musikrunde zu starten oder einen Basteltisch in der Gruppentagesstätte bereitzustellen. Dabei können verschiedene Rollen verteilt werden (Moderatorin, Helfer, Materialgeber), sodass alle aktiv einbezogen sind.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass kreativ spielerische Angebote in der stationären Pflege einen wertvollen Beitrag zur Aktivierung und Lebensqualität der Bewohner leisten. Sie fördern Geist und Körper gleichzeitig, berücksichtigen individuelle Grenzen und bieten Freude im Alltag. Betreuungskräfte sollten diese Spiele geschickt planen, gut dokumentieren und flexibel anpassen, um das volle Potential dieser Aktivitäten auszuschöpfen.

Kreatives Spielen

Im Alltag der stationären Seniorenbetreuung spielen kreative Aktivitäten eine wichtige Rolle: Sie regen Körper, Geist und Sinne an, fördern das Wohlbefinden und schaffen Gemeinschaft. Die folgenden Ideen decken ein breites Spektrum ab – von Musik und Bewegung über Malen und Basteln bis hin zu Gedächtnistraining, Geschichten und Rollenspielen. Jede Idee ist so gestaltet, dass sie sich an die Fähigkeiten älterer Menschen anpassen lässt. (Bei Bedarf können Sie Schrift vergrößern, Bewegungen vereinfachen oder visuelle Hilfen einsetzen.)

Musik und Klang


Singrunde „Klassiker aus der Jugendzeit“

Ziel: Gemeinsames Singen bekannter Lieder weckt Erinnerungen, fördert die Atmung und stärkt das Gemeinschaftsgefühl.

Material: Liedtexte (groß ausgedruckt oder Liederbuch); Musikanlage oder Instrument (Gitarre, Akkordeon o. Ä.); einfache Rhythmusinstrumente (Rasseln, Trommeln); Stühle für alle Teilnehmenden.

Anleitung:

  1. Bereiten Sie einen Stuhlkreis vor und verteilen Sie die Liedtexte so, dass sie gut lesbar sind. Stellen Sie die Musikanlage oder das Instrument bereit.

  2. Wählen Sie ein Lied aus der Jugendzeit der Teilnehmenden (z. B. ein Volkslied oder einen Schlager) und beginnen Sie mit der Begleitung (spielen oder CD abspielen).

  3. Ermutigen Sie alle Anwesenden, laut mitzusingen. Klatschen oder sanftes Schunkeln im Takt verstärkt die Bewegung.

  4. Machen Sie nach dem Lied eine kurze Pause und fragen Sie nach Eindrücken oder Erinnerungen, die das Lied geweckt hat.

  5. Singen Sie nach Bedarf mehrere Lieder in der Runde.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Bitten Sie eine interessierte Person aus der Gruppe, ein Instrument zu spielen (z. B. Gitarre oder Kalimba). Nutzen Sie nach Lust der Gruppe mehrstimmigen Gesang oder Kanons.

  • Einzelbetreuung: Singen Sie duettweise mit einer Person. Wählen Sie dafür besonders bekannte, ruhige Lieder. Achten Sie auf lautes, deutliches Sprechen und Instrumentalbegleitung falls die Hörfähigkeit eingeschränkt ist.

Interaktive Klanggeschichte

Ziel: Eine erzählte Geschichte mit Geräuschen zum Mitmachen fördert Konzentration, Hörwahrnehmung und Kreativität.

Material: Für jede Person einfache Klanginstrumente (Rasseln, Klanghölzer, kleine Trommeln, Raschelpapier etc.); evtl. begleitende Audioaufnahmen (Vogelgezwitscher, Windrauschen); gemütliche Sitzordnung.

Anleitung:

  1. Teilen Sie den Teilnehmenden jeweils ein oder zwei Klanginstrumente aus (z. B. eine Rassel oder ein gefaltetes Stück Raschelpapier). Erklären Sie kurz, welches Geräusch jedes Instrument erzeugt.

  2. Erzählen Sie eine einfache Geschichte aus der Natur (z. B. einen Spaziergang im Wald oder am Meer). Stoppen Sie an vorher festgelegten Stellen, damit die Anwesenden passend Geräusche machen können (z. B. Windrauschen, Vogelgezwitscher, Wellenklatschen).

  3. Üben Sie vorher kurz ein Beispiel: Sie selbst machen ein Geräusch und fordern die Gruppe auf, gleich mitzumachen. Gehen Sie langsam durch die Geschichte, damit alle folgen können.

  4. Gestalten Sie die Erzählung klar und lebhaft mit deutlicher Sprache. Bei Bedarf können Sie Bilder zeigen, um das Geschehen zu verdeutlichen.

  5. Nach der Geschichte lassen Sie die Gruppe über ihre Eindrücke sprechen („Welches Geräusch war am schönsten?“).

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Lassen Sie jede Person eine andere Rolle übernehmen (z. B. Wind, Regen, Tiere) und eigenständig zum richtigen Zeitpunkt Klangbeiträge einsetzen. Geben Sie bei Bedarf Hilfestellungen („Wenn ich dieses Wort sage, macht ihr das Rasseln“).

  • Einzelbetreuung: Verwenden Sie nur wenige Instrumente und erzählen Sie eine sehr kurze Geschichte. Passen Sie das Tempo dem individuellen Hörvermögen an. Sie können auch Audioaufnahmen abspielen, wenn kein Live-Erzähler verfügbar ist.

Rhythmik mit bunten Tüchern

Ziel: Förderung der Beweglichkeit, Koordination und Freude an Musik durch spielerischen Einsatz von farbigen Tüchern.

Material: Jeweils ein großes, leichtes Tuch oder Seidentuch pro Person (Schals, Stoffbänder); Musik mit Rhythmus (fröhliche Melodien); Musikanlage.

Anleitung:

  1. Verteilen Sie die Tücher an alle Teilnehmenden. Erklären Sie kurz, dass die Tücher im Takt geschwungen und bewegt werden.

  2. Starten Sie eine beschwingte Musik und machen Sie die Bewegung vor: Schwenken Sie das Tuch sanft über Kopf oder seitlich.

  3. Fordern Sie die Teilnehmenden auf, rhythmisch mitzumachen: z. B. im Sitzen die Arme rhythmisch heben und senken oder das Tuch wie eine Fahne im Takt bewegen.

  4. Variieren Sie die Bewegungen: kreisen Sie das Tuch (wie bei einem Feuerwerk), ziehen Sie es gemeinsam von Hand zu Hand (Wellenbewegung) oder werfen Sie es sanft nach oben (Wurfrunden, dabei bitte nur leicht hinhaltend auffangen).

  5. Passen Sie Tempo und Intensität an: Bei Mobilitätseinschränkungen wählen Sie langsame, kleine Bewegungen, für Geübtere dürfen die Bewegungen größer oder schneller sein.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Machen Sie mit allen im Takt eine einfache Choreographie (alle schwenken gleichzeitig, dann im Wechsel). Nutzen Sie unterschiedliche Farben für Untergruppen (z. B. Rot-Gruppe, Blau-Gruppe) und wechseln Sie die Musik zwischen schnell und langsam.

  • Einzelbetreuung: Arbeiten Sie individuell mit einer Person und konzentrieren Sie sich auf eine entspannte Bewegungsform (z. B. das Tuch langsam um den Körper kreisen lassen). Verwenden Sie ruhigere Musik, wenn dies besser passt.

Musik-Quiz „Errate das Lied“

Ziel: Gedächtnis und Hörvermögen trainieren sowie positive Erinnerungen durch vertraute Musik wecken.

Material: Audiodateien oder CDs mit kurzen Ausschnitten bekannter Lieder aus verschiedenen Jahrzehnten; Abspielgerät (Tablet, CD-Player); gegebenenfalls Arbeitsblätter mit Titelbildern oder Titellisten.

Anleitung:

  1. Wählen Sie eine Reihe von Liedern aus, die bei den Teilnehmenden bekannt sein könnten (Volkslieder, Schlagern, Evergreen-Popsongs). Bereiten Sie jeweils 5–10-Sekunden-Ausschnitte vor.

  2. Spielen Sie einen kurzen Ausschnitt ab. Bitten Sie die Teilnehmenden, den Titel oder Interpret zu erraten. Unterstützen Sie ggf. mit Textzeilen oder Hinweisen („Welche Jahreszeit könnte zu diesem Lied passen?“).

  3. Lassen Sie die Gruppe gemeinsam sprechen: Wer hat ähnliche Erinnerungen an dieses Lied? Führen Sie die Ergebnisse eventuell auf dem Whiteboard auf.

  4. Besprechen Sie nach jeder Lösung kurz, welche Erinnerungen das Lied geweckt hat. Wechseln Sie dann zum nächsten Lied.

  5. Variieren Sie den Schwierigkeitsgrad: Bei Bedarf können Sie zwei Titel zur Auswahl geben (Multiple-Choice) oder längere Textzeilen vorlesen.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Bilden Sie Teams und lassen Sie sie als „Ratespiel“ gegeneinander antreten. Die Mannschaft, die richtig rät, erhält einen Punkt. Verwenden Sie bei Unsicherheit Bildkarten (z. B. ein Auto für ein Autosong) als zusätzliche Hinweise.

  • Einzelbetreuung: Spielen Sie Musik per Kopfhörer leise für eine Person vor und lassen Sie diese dazu singen oder summen. Wählen Sie ihr Lieblingslied aus früheren Jahren aus und sprechen Sie gemeinsam über den Text, um das Erinnern zu fördern.

Musikinstrumente selbst basteln

Ziel: Kreativität und Feinmotorik trainieren und gleichzeitig eigene Instrumente für spätere musikalische Aktivitäten herstellen.

Material: Kleine Plastikflaschen oder leere Dosen mit Schraubdeckel; Füllmaterial (Reis, Linsen, Bohnen, kleine Kiesel); Klebeband oder Gaffa-Tape; Bänder, Aufkleber, Filzstifte zum Verzieren; eventuell Holzlöffel oder Plastikdeckel als Tamburin.

Anleitung:

  1. Säubern Sie die Flaschen oder Dosen gründlich. Füllen Sie sie etwa zur Hälfte mit Füllmaterial, damit ein angenehmes Rasselgeräusch entsteht. Jede Person kann eigene Kombination wählen (z. B. Sandgemisch, Reis, Bohnen).

  2. Verschließen Sie die Behälter sicher (Deckel durch Klebeband fixieren). Schütteln Sie vorsichtig vorab, um zu testen, ob der Klang zufriedenstellend ist.

  3. Geben Sie Bastelmaterial: Krepppapier, Bänder, Aufkleber. Lassen Sie die Teilnehmenden ihre Instrumente dekorieren. Dicke Filzstifte oder große Sticker erleichtern Personen mit Feinmotorik-Schwäche die Verzierung.

  4. Wenn alle fertig sind, setzen Sie sich im Kreis zusammen und probieren die neuen Instrumente aus. Spielen Sie einfache Rhythmen, indem alle gleichzeitig schütteln oder klopfen.

  5. Nutzen Sie die gebastelten Instrumente zukünftig als Begleitung beim Singen oder in Rhythmikspielen.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Teilen Sie die Gruppe in Kleingruppen auf, die jeweils ein anderes Instrument basteln (z. B. Gruppe A Rasseln, Gruppe B Tamburine aus Dosen). Anschließend führen die Gruppen ein kleines rhythmisches Zusammenspiel vor.

  • Einzelbetreuung: Helfen Sie einer Person bei der Befüllung (z. B. Reis einfüllen) und beim Zuschneiden oder Kleben, falls die Feinmotorik eingeschränkt ist. Lassen Sie die Person ihr Instrument dekorieren und spielen Sie danach gemeinsam ein ruhiges Wiegenlied mit dem selbstgemachten Rassel.

Gemeinsames Trommeln

Ziel: Körperliche Aktivierung, soziale Interaktion und Rhythmusgefühl stärken.

Material: Verschiedene Schlaginstrumente (Trommeln wie Djembe oder Cajon, Handtrommeln, Klanghölzer, Rasseln); Sitzkissen oder Stühle; Trommelstöcke oder Löffel.

Anleitung:

  1. Stellen Sie die Instrumente im Kreis auf oder reichen Sie jedem Teilnehmenden ein Instrument. Erklären Sie kurz, wie man sanft darauf schlägt (nicht zu hart schlagen, damit es angenehm bleibt).

  2. Beginnen Sie mit einem einfachen Grundschlag vor (z. B. regelmäßig mit den Händen auf der Trommel klopfen). Lassen Sie die Gruppe mitklatschen oder leise mitsingen.

  3. Rufen Sie einzelne Personen dazu, dem Rhythmus kurze Akzente hinzuzufügen (z. B. eine höhere Note auf der Trommel). Gehen Sie dabei herum und geben Sie jedem die Chance für ein kleines „Solo“.

  4. Variieren Sie Tempo und Dynamik: Mal langsam, mal schneller, mal leise, mal lauter. Ermutigen Sie alle, eigene Klänge beizutragen (auch Improvisation ist willkommen).

  5. Beenden Sie das Trommeln gemeinsam mit einem Ausklangrhythmus (z. B. alle lassen den Klang langsam verklingen).

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Bilden Sie einen Trommelkreis, in dem mehrere Personen gleichzeitig spielen. Variieren Sie die Instrumenten-Kombinationen (z. B. zwei Trommeln, zwei Klanghölzer). Eine Person gibt den Rhythmus vor, die anderen folgen nach. Achten Sie darauf, dass die Lautstärke angemessen bleibt, damit sich niemand überfordert fühlt.

  • Einzelbetreuung: Nutzen Sie nur ein einziges Rhythmusinstrument und fragen Sie eine Person nach ihrer Lieblingsmelodie. Begleiten Sie dann dieses Lied sanft mit Trommelschlägen. So verbinden Sie Musik mit individuellem Gedächtnistraining (z. B. Liedertext ergänzen).

Sitzender Tanz „Walzer am Stuhl“

Ziel: Bewegung anregen, Gleichgewicht fördern und nostalgische Tanzmusik genießen – alles im Sitzen.

Material: Stabile Stühle ohne Rollen; Musik mit Tanzrhythmen (Walzer oder langsamer Swing); eventuell bunte Tücher zum Schunkeln.

Anleitung:

  1. Stellen Sie die Stühle im Kreis auf (einer weniger als Teilnehmer, falls Sie durch „Stopptanz“ ersetzen wollen). Jeder sitzt mit geradem Rücken und lässigen Armen. Machen Sie zur Einstimmung ein paar Lockerungsübungen (Kopf drehen, Schultern kreisen).

  2. Beginnen Sie eine Walzer- oder langsame Swingmelodie. Weisen Sie darauf hin, dass alle sich zur Musik leicht mit dem Kopf oder dem Körper wiegen dürfen.

  3. Führen Sie einfache Armbewegungen ein: Die Arme kreisen im Rhythmus (wie in einem Tanz) oder werden sanft nach vorne und zur Seite bewegt. Wer mag, kann zusätzlich ein Tuch im Takt schwingen.

  4. Unterbrechen Sie nach 30–60 Sekunden die Musik kurz: Dann wechselt eine Person den Platz (ähnlich einem leisen Stuhltanz). Starten Sie die Musik wieder, und alle tanzen weiter. So entsteht ein sanfter Wechsel im Kreis.

  5. Variieren Sie das Tempo: Wechseln Sie zwischen ruhigen Walzer-Passagen und etwas flotterem Swing. Beenden Sie mit einem langsamen Schlussakkord: Alle legen die Hände auf die Knie und atmen tief ein und aus.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Bitten Sie eine Person, den Walzertakt leise auf dem Schoß zu klopfen (als „Musikalische Begleitung“). So entwickelt sich ein Gefühl für den Rhythmus. Fotografieren oder filmen Sie auf Wunsch den Tanz für Erinnerungszwecke.

  • Einzelbetreuung: Führen Sie den Tanz nur mit einer Person durch: Helfen Sie beim Mittanzen, indem Sie abwechselnd das Sitzgefühl anlehnen („Schritt für Schritt“). Singen oder Summen Sie leise mit, wenn die Person dies gerne mag.

Bewegung und Tanz

Sitzgymnastik mit Ball

Ziel: Steigerung der Mobilität, Koordination und Durchblutung durch sanfte Bewegung im Sitzen.

Material: Leichter Softball oder Gymnastikball; evtl. Gymnastikband oder großes Handtuch; Musik (optional für Motivation); stabile Stühle.

Anleitung:

  1. Lassen Sie alle aufrecht und locker auf den Stühlen sitzen. Verteilen Sie die Bälle und Gymnastikbänder.

  2. Beginnen Sie mit dem Ball: Halten Sie ihn vor der Brust und strecken Sie die Arme seitlich aus, als ob Sie den Ball zur Seite führen. Führen Sie den Ball zurück zur Mitte. Wiederholen Sie 5–10 Mal.

  3. Halten Sie das Gymnastikband/Tuch mit beiden Händen und legen Sie es um Ihre Fußsohlen. Ziehen Sie nun abwechselnd die Beine leicht zum Oberkörper hin (Beinschaukeln, mit gestreckten Beinen). 5–10 Wiederholungen je Seite.

  4. Rollen Sie anschließend Ihre Schultern kreisend nach hinten und vorne, um Nacken und oberen Rücken zu mobilisieren. Atmen Sie dabei tief ein und aus.

  5. Beenden Sie mit leichtem Klopfen an Armen und Beinen, um die Durchblutung sanft zu fördern.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Führen Sie die Übungen gemeinsam mit sanfter Musik im Hintergrund durch. Lenken Sie die Aufmerksamkeit rhythmisch auf einfache Abläufe (z. B. „1, 2, 3 – Strecken! 1, 2, 3 – Ausruhen!“).

  • Einzelbetreuung: Helfen Sie, falls notwendig, beim Festhalten des Gymnastikbands (etwa am Stuhl anschlingen, wenn die Person unsicher greift). Für Personen mit starker Einschränkung kann statt des Balles einfach zusammen mit Ihnen in die Hände geklatscht werden.

Bewegungs-Spiel „Tiere im Zirkus“

Ziel: Spielerische Aktivierung des Körpers und der Fantasie durch das Nachahmen von Tierbewegungen.

Material: Tierbilder oder -karten (optional als Anregung); bunte Tücher oder Hüte (z. B. als Mähne eines Löwen); genügend Platz im Sitzkreis oder Stehbereich.

Anleitung:

  1. Begründen Sie eine kleine Zirkusgeschichte: „Stellen wir uns vor, wir sind auf einem Tier-Zirkus.“ Jeder zieht nun nacheinander ein Tier aus dem Hut (oder wird gewählt).

  2. Die ausgewählte Person steht (oder bleibt sitzen, wenn es nötig ist) und stellt das Tier mit typischen Gesten nach: z. B. Elefant (mit Arm als Rüssel wedeln), Vogel (Arme wie Flügel schlagen), Frosch (Hocken und hüpfen).

  3. Nach jeder Vorführung klatschen alle und raten gemeinsam, um welches Tier es sich handelt.

  4. Geben Sie Hinweise, falls nötig („Kannst du das mit einem tiefen Brummen ergänzen?“). Ermutigen Sie möglichst lebhafte Imitationen.

  5. Nachdem alle Tiere einmal gezeigt wurden, probieren Sie eine gemeinsame Tierparade: Im Rhythmus gehen alle herum und imitieren gemeinsam das letzte Tier (z. B. im Kreis um den Raum hoppeln).

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Nutzen Sie Tierkarten, die herumgereicht werden. Wer eine Karte zieht, spielt das entsprechende Tier. Wechseln Sie zwischendurch in kleinere Gruppen oder Paare, so dass mehrere Tiere gleichzeitig gezeigt werden (z. B. Elefant und Affe zusammen als Szene).

  • Einzelbetreuung: Arbeiten Sie ruhig und einfühlsam: Zeigen Sie selbst eine Tierbewegung und fragen Sie die Person, ob sie es nachmachen kann. Helfen Sie beim Aufstehen oder Hinknien. Loben Sie jede Teilnahme („Das hast du toll gemacht, wie ein kleiner Frosch!“).

Ballspiele im Sitzkreis

Ziel: Verbesserung der Reaktionsfähigkeit und Koordination durch einfache Ballübungen.

Material: Ein weicher, leichter Ball oder Luftballons (sehr leicht); Stühle im Kreis.

Anleitung:

  1. Sitzen Sie im Kreis. Zeigen Sie vor, wie ein sanfter Wurf zum Nachbarn funktioniert oder wie man einen Luftballon in der Luft hält, ohne dass er den Boden berührt.

  2. Beginnen Sie mit einem kleinen Ball: Werfen oder rollen Sie ihn langsam zum Nachbarn weiter. Dieser rollt ihn zurück. Wiederholen Sie dies ein paarmal.

  3. Steigern Sie das Spiel: Zählen Sie bis fünf, bevor der Ball weitergegeben wird („Tennis zählen“). Wer auch mal einen Ball verspäten lässt oder „fängt“, darf gewinnen.

  4. Für Abwechslung: Werfen Sie den Ball einmal mit beiden Händen hoch, halten Sie ihn dann mit der Handfläche. Beim Luftballon sollen alle den Luftstrom mitpusten, damit er langsam in der Luft schweben bleibt.

  5. Ermutigen Sie leichte Bewegungen: Wenn der Ball kommt, wippen alle mit oder klatschen im Takt.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Organisieren Sie ein kleines Sitz-Ballspiel, z. B. „Ich packe meinen Koffer“ mit Ball: Wer den Ball bekommt, nennt ein Reiseutensil. Oder spielen Sie Ballon-Volleyball im Sitzen (Ballon über eine imaginäre Netzkante tippen).

  • Einzelbetreuung: Werfen Sie ein paar Mal sanft zu einer Person hin und her, damit sie nur einen Arm bewegen muss. Bei Gleichgewichtsproblemen können Sie mit Klebeband kleine Zielkreise auf dem Boden markieren, wohin der Ball leicht rollt.

Thematischer Spaziergang im Garten oder Innenhof

Ziel: Aktivierung durch Bewegung an der frischen Luft und Anregung der Sinne sowie Kommunikation durch thematische Beobachtungen.

Material: Wetterangepasste Kleidung, evtl. Geh-Stützen; tragbarer Lautsprecher (für Tierstimmen o. Ä., optional); Feldstecher oder Vergrößerungsglas (optional).

Anleitung:

  1. Planen Sie einen kurzen Spaziergang, z. B. in den Garten oder einen sicheren Innenhof. Legen Sie ein Thema fest (z. B. „Frühlingserwachen“, „Vogelwelt“).

  2. Gehen Sie gemeinsam die Strecke ab. Bitten Sie die Teilnehmenden, etwa Blüten zu beobachten, an Baumrinde zu fühlen oder Vogelstimmen zu lauschen. Ermöglichen Sie es, Pflanzen zu berühren und zu benennen.

  3. Stellen Sie offene Fragen: „Welche Farben siehst du hier?“, „Hörst du etwas Spezielles?“ oder erzählen Sie kleine Fakten („Vor unserem Fenster leben Rotkehlchen“).

  4. Machen Sie zwischendurch kurze Pausen auf einer Bank: Trinken Sie gemeinsam etwas. Vielleicht singen Sie leise passend zum Thema ein Lied (z. B. ein Vogel- oder Blumenlied).

  5. Führen Sie ein abschließendes Gespräch: Was hat am meisten gefallen? Jeder darf erzählen, was er bemerkt hat.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Veranstalten Sie eine Mini-Rallye im Freien: Kleingruppen suchen verschiedene Dinge (z. B. „Finde eine Blume in Gelb“, „Zeige ein Blatt mit Dornen“). Danach stellt jede Gruppe ihre Fundstücke vor.

  • Einzelbetreuung: Führen Sie die Person langsam durch den Garten, diskutieren Sie dabei ihre Lieblingsstellen (ältere Menschen erinnern sich oft an eigene Gartenarbeit oder Kindheitserlebnisse). Ein tragbarer Lautsprecher kann Frühlings- oder Meeresrauschen abspielen, wenn echte Naturgeräusche nicht ausreichen.

Gymnastik im Stehen am Stuhl

Ziel: Verbesserung von Balance, Muskelkraft und Gelenkbeweglichkeit durch sanftes Stehen und Beugen.

Material: Stabile Stühle mit Rückenlehne zum Festhalten; bequeme Schuhe; evtl. ein Thera-Band.

Anleitung:

  1. Lassen Sie alle aufrecht stehen und sich ggf. mit einer Hand an der Stuhllehne festhalten. (Bei Gehhilfen ruhig diese verwenden.)

  2. Führen Sie das angehobene Bein ein: Heben Sie kontrolliert ein Bein seitlich an und senken Sie es wieder ab (5–10 Wiederholungen pro Bein). Helfen Sie bei Bedarf durch Führung oder indem Sie das Bein mit der Hand halten.

  3. Gehen Sie in eine leichte Kniebeuge: Langsam die Knie beugen, als ob Sie sich setzen wollen, und wieder hochdrücken (5–8 Mal). Stehen Sie seitlich daneben, um im Notfall abzuholen.

  4. Machen Sie Oberkörper-Rotation: Halten Sie mit beiden Händen die Lehne fest und drehen Sie den Oberkörper abwechselnd nach links und rechts (je 5–10 Mal).

  5. Schließen Sie mit Dehnungen ab: Ziehen Sie die Arme über den Kopf und strecken Sie sich, drehen Sie leicht den Rumpf oder Kreisen die Handgelenke.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Führen Sie die Übungen gemeinsam im Stehkreis durch. Variieren Sie Tempo und Anzahl der Wiederholungen nach Leistungsfähigkeit. Bei Unsicherheit lieber sehr langsam vorgehen.

  • Einzelbetreuung: Helfen Sie einer Person direkt: Halten oder stützen Sie die Hüfte beim Aufrichten aus der Kniebeuge. Starten Sie bei großer Vorsicht nur mit Arm- und Rumpfübungen, falls Beinheben zu schwierig ist.

Sanfte Yoga- und Atemübungen

Ziel: Entspannung fördern, Körpergefühl und Gelenkbeweglichkeit verbessern durch einfache Yoga- und Atemübungen.

Material: Yogamatten oder rutschfeste Unterlage (optional); bequeme Kleidung; Stühle für sitzende Übungen; ruhige Hintergrundmusik (zum Beispiel Entspannungsmusik).

Anleitung:

  1. Beginnen Sie im Sitzen: Legen Sie die Hände auf den Bauch und atmen Sie bewusst tief ein und aus (mehrmals wiederholen). Schließen Sie die Augen und konzentrieren Sie sich auf die Atmung.

  2. Führen Sie „starke Sitzhaltung“ ein: Aufrechter Rücken, Hände auf Oberschenkeln, Schultern entspannt. Halten Sie diese Position für einige tiefe Atemzüge.

  3. Wechseln Sie in eine sanfte seitliche Dehnung: Heben Sie einen Arm über den Kopf, ziehen Sie den Oberkörper sanft zur gegenüberliegenden Seite, so dass sich die seitliche Bauchmuskulatur dehnt. Halten, dann die Seite wechseln.

  4. Führen Sie den „Drehsitz im Sitzen“ aus: Rücken gerade, drehen Sie den Oberkörper langsam nach rechts, halten Sie die Position kurz, dann nach links. Unterstützen Sie sich dabei am Stuhl. (3–5 Mal jede Seite.)

  5. Wenn möglich, lassen Sie alle sich in einen Stand erheben (mit Hilfe des Stuhls). Erzählen Sie anhand einer einfachen Yoga-Folge: Aufstellen, Arme über Kopf (bergähnliche Körperhaltung), dann ein leichtes Vorbeugen und wieder aufrichten. Lassen Sie zum Schluss die Gruppe die Hände locker vor sich baumeln lassen und mehrmals tief atmen.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Führen Sie eine kurze, zusammenhängende Sitz- oder Steh-Sequenz mit beruhigender Musik durch (z. B. alle strecken sich synchron, alle beugen sich synchron). Ermutigen Sie die Gruppe, die Bewegungen im eigenen Tempo auszuführen.

  • Einzelbetreuung: Arbeiten Sie mit einer Person sehr individuell. Vielleicht setzen Sie sich neben sie und führen die Handbewegungen gemeinsam aus. Nutzen Sie bekannte Orte oder Bilder (z. B. erzählen Sie die Übungen als „Wir bauen eine Sandburg“), um das Bild zu unterstützen.

Kreatives Gestalten (Malen/Zeichnen)

Aquarellmalen mit fantasievollen Motiven

Ziel: Kreativer Selbstausdruck und Hand-Auge-Koordination durch Malen mit Aquarellfarben.

Material: Aquarellfarben (Farbkasten); Wasserbehälter; Pinsel (verschiedene Größen); dickes Aquarellpapier oder Papierblock; ggf. vorgedruckte Konturvorlagen (Blumen, Landschaften) in Grobdruck.

Anleitung:

  1. Stellen Sie Beispielbilder oder einfache Ausmalvorlagen bereit (z. B. Himmel, Blume). Legen Sie die Farbkästen in die Kreismitte.

  2. Zeigen Sie den Teilnehmenden, wie man Wasser zum Mischen der Farben verwendet: Tauchen Sie den Pinsel ins Wasser, dann in eine Farbe, und lassen Sie die Farbmischung auf das Papier übergehen.

  3. Ermutigen Sie, mit den Grundformen zu beginnen: Malen Sie gemeinsam zuerst den Hintergrund (z. B. Himmel oder Wiese), dann Details (Blumen, Häuser). Helfen Sie, die Reihenfolge zu strukturieren.

  4. Bieten Sie an, die Hände sanft zu führen, wenn jemand unsicher ist. Wechseln Sie auch die Farben, damit jeder mindestens zwei Farben ausprobieren kann.

  5. Lassen Sie die Bilder trocknen und betrachten Sie sie in der Gruppe. Jedes Kunstwerk wird gewürdigt – jeder darf erzählen, was er gemalt hat.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Gestalten Sie gemeinsam ein großes Gruppenbild: Jeder malt auf einem Abschnitt des Papiers (z. B. ein Teil einer Landschaft). Später können Sie alle Einzelbilder zu einer Ausstellung zusammenfügen.

  • Einzelbetreuung: Arbeiten Sie an einem individuellen Thema, das die Person interessiert (Lieblingsblumen, ein Urlaubsort). Nutzen Sie größere Flächen und klare Konturen, damit das Motiv leichter nachzuvollziehen ist.

Fingerfarben oder Malen mit Alltagsmaterialien

Ziel: Sinnesanregung und Kreativität durch direktes, haptisches Malen fördern.

Material: Fingerfarben oder dicke, leicht abwaschbare Acrylfarben; große Pinsel, Schwämme, Wattepads; Alltagsmaterialien zum Mustergeben (Blätter, Federn, Pinselköpfe, Bürsten); große Papierbogen.

Anleitung:

  1. Bereiten Sie den Malplatz vor (gedeckte Tischfläche). Verteilen Sie Farben auf paletten oder Pappdeckeln. Legen Sie die Papiere aus.

  2. Zeigen Sie einfache Griffmöglichkeiten: Tauchen Sie beispielhaft die Finger in Farbe und drücken Sie Fingerabdrücke aufs Papier. Tupfen Sie mit Wattestäbchen, wischen Sie mit Schwämmen.

  3. Lassen Sie die Teilnehmenden großflächig malen: Sie können Finger als Pinsel nutzen oder die Materialien frei ausprobieren. Ermutigen Sie, Farben zu mischen.

  4. Bieten Sie verschiedene Werkzeuge an: Ein Zewa-Rollen, Blätter oder Gabelkanten können eindrucksvolle Muster hinterlassen. Zeigen Sie jeweils kurz eine Technik, bevor alle gemeinsam loslegen.

  5. Helfen Sie nach Bedarf beim Halten der Utensilien oder beim Ausdrücken der Finger. Erklären Sie, dass es keine „falschen“ Bilder gibt – jeder Strich ist Teil der kreativen Idee.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Jeder Teilnehmer gestaltet ein kleines Blatt. Am Ende setzen Sie alle zu einer großen Collage zusammen oder hängen die Werke als „Musterwimmelbild“ auf.

  • Einzelbetreuung: Bei starken Einschränkungen legen Sie nur eine Farbe auf einmal bereit und malen mit dem Bewohner gemeinsam auf einem großen Papier. Helfen Sie demjenigen, der unsicher ist, indem Sie die Hand führen oder ihn sanft unterstützen.

Thematische Collage erstellen

Ziel: Kreatives Zusammensetzen von Bildern fördert Konzentration, Erinnerungen und Feinmotorik.

Material: Alte Zeitschriften, Prospekte oder Bastelpapier; Scheren (für Fortgeschrittene kleine Scheren, für Schwache Rundkantscheren); Klebestift oder Klebeband; Kartonbögen als Unterlage; Themenvorgabe (z. B. „Frühling“, „Küche“).

Anleitung:

  1. Wählen Sie ein Thema, z. B. „Blumen“, „Urlaub“, „Frühling“ und nennen Sie es der Gruppe. Geben Sie jedem einen Kartonbogen als Basis.

  2. Bitten Sie die Teilnehmenden, in den Zeitschriften passende Bilder auszuschneiden (bunte Blumen, Sommeressen, Landschaften). Helfen Sie beim Schneiden, wenn nötig.

  3. Ermutigen Sie, die ausgeschnittenen Bilder erst arrangieren zu lassen, bevor sie festgeklebt werden (z. B. zuerst Hintergrundfläche, dann Motive).

  4. Kleben Sie gemeinsam alles auf den Karton. Achten Sie darauf, dass jeder mitmachen kann (mehr große Flächen für Schwächere, mehr Details für Motorisch bewegte).

  5. Lassen Sie die Gruppe ihr fertiges Werk vorstellen: Was ist Thema der Collage und was wurde ausgesucht?

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Arbeiten Sie an einer großen Gemeinschaftscollage. Jeder gestaltet ein Stück (z. B. jeder ein Drittel der Flächen). Am Ende hängt das gemeinsame Kunstwerk sichtbar im Wohnbereich.

  • Einzelbetreuung: Erstellen Sie ein ganz persönliches Bild: Nutzen Sie Fotos oder alte Postkarten der Person. Helfen Sie besonders beim Ausschneiden und Ausrichten der Bilder.

Mandalas ausmalen

Ziel: Feinmotorik, Achtsamkeit und innere Ruhe durch Ausmalen symmetrischer Muster fördern.

Material: Mandala-Ausmalvorlagen (in großer Schrift gedruckt); Buntstifte, Fasermaler, Wachsmalstifte; Lupen oder Tischlampe bei Sehschwäche.

Anleitung:

  1. Verteilen Sie Mandala-Vorlagen. Stellen Sie bunte Stifte in Reichweite bereit.

  2. Erklären Sie, dass beim Ausmalen jeder nach eigenem Geschmack vorgehen kann. Es gibt kein richtig oder falsch.

  3. Führen Sie die Gruppe an, sich auf eine Fläche zu konzentrieren. Ruhiges Streichen im eigenen Tempo ist wichtiger als Geschwindigkeit.

  4. Helfen Sie allen, indem Sie zum Beispiel mit dem Finger die Muster nachziehen oder größere Stifte für geöffnete Hände anbieten.

  5. Loben Sie jeden kleinen Fortschritt. Lassen Sie gegen Schluss alle ihre Mandalas präsentieren und erzählen, warum sie bestimmte Farbkombinationen gewählt haben.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Malen Sie gemeinsam nach einem Farbschema. Zum Beispiel ein Gruppen-Mandala mit den Farben des Regenbogens: Jeder erhält einen Bereich eines großen Drucks.

  • Einzelbetreuung: Geben Sie einer Person handlich große Muster. Wenn die Sehfähigkeit stark eingeschränkt ist, helfen Sie beim Ausmalen der großen Flächen oder bieten Sie alternativ ein digitales Malprogramm (Tablet).

Blätterdruck oder Naturbilder

Ziel: Naturbewusstsein stärken und Feinmotorik durch kreatives Drucken mit gesammelten Blättern fördern.

Material: Herbstblätter, Zweige, Blumen (vorher gesammelt); wasserlösliche Farben (Fingerfarben oder Acryl); Pinsel oder Bürste; Papier oder Stoff (z. B. Stofftasche); Zeitungspapier zum Unterlegen.

Anleitung:

  1. Lassen Sie die Teilnehmenden verschiedene Blätter und Blumen betrachten und auswählen. (Trockene Blätter nicht nehmen, sie sollten noch etwas nachgeben.)

  2. Zeigen Sie, wie ein Blatt mit der unbemalten Seite auf das Papier gelegt und mit Farbe bepinselt wird. Dann wird es fest angedrückt und abgezogen, so dass ein Druck entsteht.

  3. Nach dem ersten Versuch zeigen Sie die Rückseite: Bemalen Sie ein Blatt direkt und pressen Sie es auf Papier (als Umkehrdruck).

  4. Helfen Sie, indem Sie die Blätter platzieren und den Abdruck halten. Variieren Sie die Farben: Verwenden Sie für jedes Blatt eine eigene Farbe.

  5. Betrachten Sie die entstandenen Muster gemeinsam. Viele Teilnehmende berichten dann von Waldspaziergängen, auf denen sie ähnliche Blätter gefunden haben.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Organisieren Sie eine Blätter-Rallye im Garten. Jeder findet Blätter mit unterschiedlichen Mustern. Sammeln Sie alle Funde und drucken Sie sie gemeinsam als Collage.

  • Einzelbetreuung: Konzentrieren Sie sich auf wenige, gut fühlbare Blätter. Nutzen Sie eine einzige Drucktechnik (z. B. nur Untersichtsdruck), damit sich die Person ganz darauf fokussieren kann. Helfen Sie beim Festdrücken, falls die Handkraft schwach ist.

Basteln und Handarbeit

Schmuck basteln (Perlenkette oder Armband)

Ziel: Feinmotorik und Selbstwertgefühl durch das Herstellen von individuellem Schmuck stärken.

Material: Große Perlen (Holz, Kunststoff, Acryl) in verschiedenen Farben und Formen; elastischer Faden oder dickes Band; stabile Verschlüsse oder Knotenmechanismus; Schalen zum Sortieren.

Anleitung:

  1. Schneiden Sie für jeden einen Faden in passender Länge (Halskette oder Armband). Befestigen Sie eine Sicherheitsnadel am Ende des Fadens, damit die Perlen leichter aufgefädelt werden können.

  2. Sortieren Sie gemeinsam die Perlen nach Farben oder Formen. Zeigen Sie, wie man eine Perle auf den Faden fädelt. Lassen Sie jeden einige Perlen anordnen, bevor sie befestigt werden.

  3. Unterstützen Sie bei Schwierigkeiten: Halten Sie den Faden oder platzieren Sie die Perle gemeinsam. Ermutigen Sie Kreativität bei der Farbauswahl.

  4. Haben alle ihre Kette/Armband fertig gefädelt, knoten Sie die Enden sicher oder schließen Sie Verschlüsse an. Überprüfen Sie gemeinsam, ob alles fest sitzt.

  5. Probieren Sie den fertigen Schmuck an und feiern Sie das Ergebnis: Jeder darf seine Kreation stolz präsentieren.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Arbeiten Sie paarweise: Eine Person hält den Faden straff, während die andere die Perle einfügt, um Unterstützung zu leisten. Tauschen Sie zwischendurch die Rollen.

  • Einzelbetreuung: Verwenden Sie für eine Person sehr große Perlen oder fertige Pappperlen (mit Loch) zum Aufkleben, falls das Auffädeln zu schwierig ist. Gestalten Sie statt einer Kette auch ein Armband mit Perlen.

Einfaches Papierfalten (Origami für Einsteiger)

Ziel: Konzentration und Fingerfertigkeit stärken durch einfache Falttechniken.

Material: Quadratische Origami-Blätter oder buntes Faltpapier; Beispiel-Anleitungen (Bilderabfolge) für einfache Figuren (z. B. Boot, Schmetterling, Hut); Stifte zum Nachziehen der Linien (optional).

Anleitung:

  1. Zeigen Sie ein einfaches Faltobjekt vor: Zum Beispiel ein Papierboot. Falten Sie das Papier schrittweise vor der Gruppe.

  2. Lassen Sie alle jeden Schritt mitfalten. Erklären Sie langsam: „Ecken treffen aufeinander“, „Papier halbieren“ usw. Pausieren Sie nach jedem Schritt, damit alle nachkommen können.

  3. Helfen Sie beim Falzen: Sie können die Hände führen oder alternativ große Vorfaltungen zeigen. Jeder macht mit, so gut er kann.

  4. Wenn das Boot fertig ist, loben Sie das Ergebnis. Fragen Sie, wie es zum Weiterfahren genutzt wird („Wer schippert gerne?“).

  5. Probieren Sie eventuell noch eine zweite einfache Figur aus (z. B. ein Quadrat in einen Hut transformieren).

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Arbeiten Sie in kleinen Gruppen, die jeweils ein Modell gleichzeitig falten. Erfahrenere Bewohner können Anfängern helfen.

  • Einzelbetreuung: Geben Sie einer Person vorgefaltete Blätter, bei denen nur noch wenige Schritte fehlen. Zeichnen Sie die Faltlinien vor, um die Orientierung zu erleichtern.

Stricken oder Häkeln einfacher Motive

Ziel: Feinmotorik und Geduld fördern sowie ein Erfolgserlebnis durch fertige Produkte schaffen.

Material: Dicke, weiche Wolle oder Garn; dicke Stricknadeln oder Häkelnadel (gut greifbar); einfache Anleitung (z. B. Schal, Topflappen); größeres Faltblatt mit Bildern von Maschen.

Anleitung:

  1. Erklären und üben Sie die Grundmasche: Zeigen Sie, wie eine Masche auf die Nadel gesetzt wird und die erste Reihe gestrickt oder gehäkelt wird.

  2. Lassen Sie jeweils nur wenige Maschen in einer kurzen Reihe stricken/häkeln, damit es nicht überfordernd wird. Helfen Sie, indem Sie die Hand der Person führen oder die Fäden spannend halten.

  3. Nach jeweils 3–5 Maschen geben Sie ein Lob und machen eine kleine Pause. Wiederholen Sie dies Reihe für Reihe.

  4. Wenn ein Ende des Schals oder Tuchs erreicht ist, zeigen Sie, wie man den Faden vernäht oder verknotet, so dass das Stück nicht wieder aufribbeln kann.

  5. Jeder fertige Schal oder ein Paar Topflappen ist ein Erfolg – feiern Sie das Ergebnis mit der Gruppe.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Richten Sie einen Strick- oder Häkel-Treff ein: Ein erfahrener Bewohner zeigt den anderen. Gemeinsam entsteht so eine Decke oder mehrere Pölsterchen.

  • Einzelbetreuung: Arbeiten Sie sehr langsam mit einer Person. Starten Sie mit dicken Baumwollfadengarnen und großen Nadeln. Helfen Sie beim Halten von Nadel und Garn, damit sich die Hand nicht verkrampft.

Formen mit Modelliermasse (Ton oder Salzteig)

Ziel: Taktile Wahrnehmung und Kreativität anregen durch Modellieren mit formbarem Material.

Material: Lufttrocknender Ton oder selbstgemachter Salzteig; Unterlagen (Papier oder Stoff); Modellierwerkzeuge (Plastikmesser, Formen, Stempel); feuchte Tücher zum Säubern.

Anleitung:

  1. Geben Sie jedem eine Portion der Masse. Lassen Sie die Hände langsam den Ton kneten, um ihn weich und geschmeidig zu machen.

  2. Schlagen Sie einfache Formen vor: Kugeln, Schalen, kleine Figuren. Zeigen Sie, wie man Stücke zusammendrückt und glättet.

  3. Helfen Sie bei Bedarf: Falls die Feinmotorik eingeschränkt ist, führen Sie die Hände Ihrer Teilnehmer und formen gemeinsam.

  4. Lassen Sie alles, was getöpfert oder modelliert wurde, gut trocknen (beim Salzteig ggf. im Ofen).

  5. Als Abschluss kann bemalt werden: Wer die Werke bemalen möchte, kann nach dem Trocknen Farben auftragen.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Arbeiten Sie zusammen an einem großen Werk (z. B. einem Wandbild aus Tonreliefs). Jeder formt einen Teil (ein Tier, eine Blume etc.), und am Schluss wird alles auf einer Platte arrangiert.

  • Einzelbetreuung: Wählen Sie sehr einfache Projekte (z. B. eine Schale, ein Herz). Nutzen Sie Silikonkeksausstecher für klare Formen, die auch bei schwacher Feinmotorik leicht verarbeitet werden können.

Herbstkranz oder Naturcollage basteln

Ziel: Verbindung zur Natur stärken und Kreativität durch Zusammenstellen gefundener Materialien fördern.

Material: Gesammelte Naturmaterialien (bunte Blätter, Zapfen, Kastanien, Zweige); runder Karton- oder Strohring als Kranzbasis; Basteldraht, Heißkleber oder Schnur; Schere.

Anleitung:

  1. Beschreiben Sie das Projekt: „Wir basteln einen Herbstkranz“. Verteilen Sie den Kranzrohling und die Materialien.

  2. Sortieren Sie die Materialien gemeinsam nach Farben oder Formen. Entscheiden Sie, wie der Kranz aussehen soll (z. B. grüne und gelbe Blätter, rote Beeren).

  3. Helfen Sie beim Befestigen: Zeigen Sie, wie man Blätter und Zapfen mit Draht oder Kleber fixiert. Kleben Sie immer einzelne Teile an und lassen Sie Raum für andere.

  4. Arbeiten Sie in der Gruppe: Jeder Teilnehmende darf einen oder zwei Naturgegenstände anbringen. So wird der Kranz zu einem Gemeinschaftswerk.

  5. Präsentieren Sie den fertigen Kranz: Hängen Sie ihn auf oder drehen Sie ihn herum, um ihn anzuschauen.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Jeder gestaltet ein Stück des Kranzes (z. B. nach Vereinsfarben, oder jede Person wählt einen Farbbereich). Anschließend setzen Sie die Abschnitte zusammen und besprechen, wie die Farben harmonieren.

  • Einzelbetreuung: Basteln Sie einen kleinen handlichen Kranz oder eine Collage auf Karton. Erklären Sie jeden Schritt sehr langsam und helfen Sie beim Binden oder Kleben, damit es ein Erfolg wird.

Glas bemalen

Ziel: Feinmotorik und Kreativität fördern, indem Alltagsgegenstände verschönert werden.

Material: Leere Glasbehälter (Teelichtgläser, Marmeladen- oder Trinkgläser); Glasmalstifte oder klare Acrylfarben; Pinsel oder Wattestäbchen (zum Tupfen); eventuell Konturfarbe (für Umrisse).

Anleitung:

  1. Verteilen Sie ein Glas und die Farben an alle. Wenn möglich, starten Sie mit einer kleinen Übungsfläche (z. B. eine Glasplatte, die nicht mehr verwendet wird).

  2. Zeigen Sie einfache Techniken: Punkte setzen, Streifen malen, Glas halbflächig ausmalen. Ermutigen Sie zu fantasievollen Mustern (Blumen, Gesichter, abstraktes Farbschichten).

  3. Helfen Sie beim Bemalen: Halten Sie das Glas, während jemand malt, um Schwanken zu vermeiden. Verwenden Sie kräftige Farben, die sich gut vom Glas abheben.

  4. Wenn alle fertig sind, lassen Sie die Gläser trocknen. Falls ein dauerhafter Effekt gewünscht ist, kann man sie laut Anleitung im Ofen erhärten (Vorsicht: nur mit geschultem Personal).

  5. Stellen Sie die bemalten Gläser als Teelichter auf oder verwenden Sie sie als Vasen, um das Ergebnis praktisch zu nutzen.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Jeder bemalt ein Teelichtglas. Am Ende werden sie aneinandergestellt und angezündet (mit Aufsicht), so entsteht eine stimmungsvolle Beleuchtung.

  • Einzelbetreuung: Nehmen Sie größere Gläser und mehr Farbe für eine Person, falls Details zu schwer sind. Bieten Sie dabei Vorlagen (z. B. einen abgewischten Schatten als Umriss) an, die ergänzt werden können.

Gedächtnistraining und Spiele

Memory-Spiel mit persönlichen Fotos

Ziel: Gedächtnisleistung trainieren und persönliche Erinnerungen aktivieren.

Material: Fotokopien oder Ausdrucken von Alltagsgegenständen oder Motiven (z. B. Haustier, Blumen, Geldbörse); stabile Pappe für Kartonrückseiten; Schere; Klebstoff; Filzstift für Markierungen.

Anleitung:

  1. Wählen Sie 6–10 verschiedene Motive (je nach Leistungsfähigkeit) und kopieren Sie sie jeweils zweimal. Schneiden Sie die Bilder in gleich große Stücke (Quadrate oder Rechtecke).

  2. Kleben Sie jeweils ein Paar Bilder auf Pappkartons. Markieren Sie die Rückseiten unauffällig (z. B. mit einem Punkt), damit Sie überprüfen können, ob zwei aufgedeckte Karten zusammengehören.

  3. Mischen Sie die Karten und legen Sie sie verdeckt in Reihen aus. Lassen Sie die Teilnehmenden abwechselnd zwei Karten aufdecken. Suchen Sie gemeinsam nach Übereinstimmungen.

  4. Jedes Mal, wenn ein Paar gefunden wird, sprechen Sie darüber: „Das ist die Katze – hattest du eine Katze?“ So verbinden Sie das Spiel mit Gesprächen.

  5. Fahren Sie fort, bis alle Paare gefunden sind. Loben Sie erfolgreiches Erinnern.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Bilden Sie kleine Teams. Jedes Team deckt pro Runde ein Paar auf. Sie können Stichpunkte geben („Blatt, Frucht, Tier?“), wenn die Rate-Schwierigkeiten groß sind.

  • Einzelbetreuung: Spielen Sie mit stark eingegrenztem Feld (z. B. nur 4 Paare). Nutzen Sie überdimensionale Karten und bitten Sie, laut zu benennen, was gezeigt ist, wenn ein Paar gefunden wird.

Wissensquiz „Rund ums Leben“

Ziel: Kognitive Aktivierung durch Abrufen von Wissen und Erinnerungen in unterhaltsamer Form.

Material: Vorbereitete Quizfragen (Themen: Frühere Zeiten, Musik, Hobby, Allgemeinwissen) auf Karten oder Plakaten; ggf. einfache visuelle Hilfen (Bilder zu den Fragen); Stift für Notizen.

Anleitung:

  1. Erklären Sie das Quizprinzip: Eine Frage wird gelesen, und alle dürfen überlegen. Beispiele für Fragen: „Wie hieß Ihr erstes Auto?“, „Was wächst auf Bäumen?“, „Nennen Sie einen deutschen Fluss.“

  2. Lesen Sie die Frage laut vor und geben Sie jedem genügend Zeit zum Nachdenken. Helfen Sie ggf. mit Tippkarten („Feuerwerk am ___“), wenn niemand weiterweiß.

  3. Notieren Sie die Antworten an der Tafel oder lassen Sie die Gruppe gemeinsam sprechen. Besprechen Sie jede Antwort kurz.

  4. Variieren Sie den Schwierigkeitsgrad: Bieten Sie Multiple-Choice-Optionen an (A, B, C) oder lassen Sie Freitext.

  5. Machen Sie Pausen zwischendurch, um das Quiz lustig zu halten – vielleicht mit kurzen Humorfragen oder einem Runden Applaus für richtige Antworten.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Teilen Sie die Gruppe in Teams (z. B. nach Wohnflügeln oder Nachnamen). Jedes Team bringt einen Sprecher hervor, der für sein Team antwortet. Gewinnen soll kein Muss sein – der Spaß am Erinnern steht im Vordergrund.

  • Einzelbetreuung: Konzentrieren Sie sich auf das persönliche Wissen der Person. Stellen Sie Fragen, die individuell passen (z. B. zu ihrem Geburtsort, Lieblingssänger). Helfen Sie mit gezielten Hinweisen („Der Dichter kam aus Weimar“).

Kreuzworträtsel oder Wortgitter

Ziel: Sprachfähigkeit und Gedächtnis anregen durch Lösen einfacher Wort- oder Buchstabenrätsel.

Material: Altersgerechte Kreuzworträtsel oder Buchstabengitter (großer Druck, einfacher Wortschatz); Stifte; Wörterliste mit Lösungsbegriffen als Hilfestellung.

Anleitung:

  1. Geben Sie jedem ein Rätselheft oder ein Blatt mit einem einzelnen Rätsel. Lesen Sie die erste Definition gemeinsam.

  2. Halten Sie das Rätsel in überschaubaren Teilen: Lösen Sie zuerst zum Beispiel alle waagerechten Wörter, bevor Sie die senkrechten angehen.

  3. Helfen Sie beim Suchen: Lesen Sie einige mögliche Antworten vor (z. B. „Stadt am See mit drei Buchstaben?“). Tragen Sie langsam die Buchstaben zusammen.

  4. Wenn jemand ein Wort weiß, schreiben Sie es (in Großbuchstaben) ein, so dass alle es sehen können.

  5. Feiern Sie jeden gefundenen Begriff: „Richtig, Apfelbaum steht da, super gemacht!“ Ermutigen Sie alle, bevor Sie zum nächsten Rätsel übergehen.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Arbeiten Sie in Kleingruppen. Ein Mitglied liest die Frage, ein anderer schreibt oder zeigt die Antwort, ein Dritter denkt mit. So können alle aktiv teilnehmen.

  • Einzelbetreuung: Bieten Sie große Buchstabenmagnete zum Legen anstelle des Schreibens an. Oder lösen Sie gemeinsam sehr leichte Rätsel (4–6 Wörter) als Konzentrationsübung.

Assoziationsspiel / Runde Geschichte

Ziel: Kreatives Denken, Sprachproduktion und Gedächtnis durch spontanes Assoziieren fördern.

Material: Gegenstandswürfel (Würfel mit Bildern oder Wörtern); Sitzkreis.

Anleitung:

  1. Einer Person wird ein Thema vorgegeben oder sie beginnt mit einem Satz: „Früher in meiner Kindheit…“

  2. Reihum ergänzt jeder abwechselnd einen Satz oder ein Wort, das sich unmittelbar auf den vorherigen Inhalt bezieht. Zum Beispiel: „Wir waren auf dem Land“, „Dort gab es einen großen Apfelbaum“ usw.

  3. Ermuntern Sie alle, locker zu erzählen und ungewöhnliche Ideen zuzulassen. Helfen Sie mit Stichwörtern oder Fragen („Und wie war das für dich?“), wenn jemand ins Stocken gerät.

  4. Halten Sie den Redefluss einfach: Jeder Beitrag sollte nicht zu lang sein. Geben Sie jedem genügend Bedenkzeit und klären Sie unverständliche Stellen höflich („Kannst du das nochmal anders beschreiben?“).

  5. Wenn die Runde einmal durch ist oder kein Thema mehr einfallen mag, fassen Sie die Geschichte zusammen („Also, ihr habt gemeinsam eine lustige Geschichte über … erfunden“).

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Stellen Sie einen Würfel mit Bildern herum. Wer dran ist, würfelt und muss das gezeigte Objekt in die Geschichte einbauen.

  • Einzelbetreuung: Gestalten Sie eine einfache Interview-Situation: „Erzählen Sie mir bitte von Ihrem Lieblingstier.“ Führen Sie mit kurzen Fragen.

Foto-Gedächtnisspiel (Prominenten- oder Alltagsgesichter)

Ziel: Visuelles Gedächtnis und Aktivierung der Kategorien durch Erkennen von bekannten Gesichtern oder Objekten.

Material: Drucke von Gesichtern berühmter Persönlichkeiten der Jugendzeit (Schriftsteller, Sänger, Politiker) oder bekannten Gebäuden bzw. Gemälden; jeweils zweimal ausgedruckt.

Anleitung:

  1. Legen Sie die Bilder verdeckt aus (Memory-Variante). Die Teilnehmenden decken abwechselnd zwei Karten auf.

  2. Wird ein Promi bzw. Motiv erkannt und gefunden, ist das Paar komplett. Sprechen Sie kurz über die Person (z. B. „Das ist Albert Einstein, kennst du seine Erfindung?“).

  3. Wenn falsch geraten wurde, bedecken Sie die Karten wieder. Helfen Sie bei Bedarf mit Hinweisen: „Der Mann hatte ein wirres Haar und machte Theorien über Raum und Zeit.“

  4. Gehen Sie reihum, bis alle Paare gefunden sind. Feiern Sie jeden Fund (Applaus).

  5. Nutzen Sie die Bilder auch in Gesprächen („Wer war Ihr Lieblingssänger?“).

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Bilden Sie Teams, die gegeneinander spielen. Jedes gefundene Paar bringt einen Punkt. Sie können die Bilder später in ein kleines Quiz einbauen (Wer hat was gesagt oder gemacht?).

  • Einzelbetreuung: Legen Sie nur wenige Karten aus (2–4 Paare). Helfen Sie mit großen, gut erkennbaren Bildern. Verbinden Sie das Spiel mit kleinen Anekdoten („Dieser Schauspieler war in einem sehr bekannten Film, erinnern Sie sich?“).

Kalenderraten und Zeiten

Ziel: Geistige Beweglichkeit und Orientierung durch Rechnen und Datumswissen trainieren.

Material: Großer Jahreskalender (aufgestellt oder gezeichnet); Würfel mit Zahlen (für Rechenaufgaben); Stift und Papier; eventuell eigene Geburtsdaten-Pläne.

Anleitung:

  1. Stellen Sie einen Kalender auf, markieren Sie bekannte Feiertage oder Geburtstage aus der Gruppe.

  2. Fragen Sie: „Welcher Monat folgt auf April? Wann ist Weihnachten?“ Lassen Sie die Teilnehmenden antworten.

  3. Stellen Sie einfache Rechnungen: „Wenn mein Geburtstag 10 Tage nach Karfreitag ist, an welchem Datum bin ich geboren?“ (oder einfaches Addieren: „8 + 5 = ?“). Arbeiten Sie gemeinsam an den Lösungen.

  4. Bitten Sie eine Person, beispielweise im Kalender ihr Geburtsdatum einzutragen. Fragen Sie die übrigen: „Wer hat im gleichen Monat Geburtstag?“

  5. Ermutigen Sie zu lauten Antworten und geben Sie Zeit zum Nachdenken. Bestätigen Sie alle richtigen Lösungen mit Lob.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Jeder nennt sein Geburtsdatum und hängt eine Notiz am Kalender an. Spielen Sie „Blitzrechnen“ im Chor (alle zusammen zählen zum Beispiel ab Dezember rückwärts).

  • Einzelbetreuung: Nutzen Sie eine analoge Uhr oder ein Monatsrad für eine Person und bewegen Sie gemeinsam die Zeiger oder Markierungen. Helfen Sie, indem Sie Uhren- oder Zahlenbilder einsetzen.

Geschichten und Erzählungen

Gedichte vorlesen und besprechen

Ziel: Sprachverständnis und Stimmungsaufhellung durch poetische Sprache und Austausch fördern.

Material: Gedichtsammlung mit großen Lettern oder Gedichtkarten; bequeme Sitzrunde; ggf. leise Hintergrundmusik.

Anleitung:

  1. Wählen Sie ein kurzes, bekanntes Gedicht (z. B. von Ringelnatz oder anderen Kinder- und Volksgedichten). Lesen Sie es langsam und betonen Sie die Reime.

  2. Fragen Sie die Gruppe, welches Wort oder Bild ihnen besonders auffiel. Lesen Sie das Gedicht gegebenenfalls erneut.

  3. Sprechen Sie über die Stimmung: „Fühlt ihr euch nach diesem Gedicht fröhlich, wehmütig, verträumt?“ Ermutigen Sie persönliche Assoziationen.

  4. Bieten Sie an, selbst ein Gedicht vorzulesen oder auszusuchen (ggf. ein Bewohner kann vorlesen).

  5. Beenden Sie die Runde mit einem kleinen Applaus oder einem gemeinsamen Summen des Gedichts.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Machen Sie eine kleine Lesung: Jeder darf einen Vers eines längeren Gedichts vorlesen oder einer Gruppe vorsingen (z. B. Kinderreime in kleiner Theaterform).

  • Einzelbetreuung: Verwenden Sie Hörbücher oder Aufnahmen, wenn das Lesen schwerfällt. Lesen Sie abwechselnd ab (Sie lesen, Person wiederholt mit).

Runde Geschichten erzählen (Fortsetzungsgeschichte)

Ziel: Kreativität, Sprache und Gedächtnis fördern durch gemeinsames Erzählen.

Material: Würfel mit Bildmotiven (optional); Stift und Papier zum Notieren.

Anleitung:

  1. Starten Sie mit einem einleitenden Satz einer Geschichte, z. B. „Es war einmal ein alter Mann, der einen roten Drachen fand…“.

  2. Gehen Sie reihum: Jede Person fügt einen Satz an (z. B. „Er machte daraus ein Drachenfliegen am Wochenende.“).

  3. Wenn jemand nicht weiterweiß, helfen Sie durch Fragen („Was denkst du, was danach passiert?“) oder lassen Sie ihn einen Bildwürfel ziehen und den gezeigten Gegenstand einbauen.

  4. Führen Sie die Erzählung ruhig fort, damit jeder maximal einen kurzen Satz beitragen muss. Schreiben Sie Stichworte zu den wichtigen Ereignissen, falls nötig.

  5. Schließen Sie die Geschichte ab, wenn alle einmal dran waren oder wenn die Gruppe ein schönes Ende erreicht hat.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Nutzen Sie Requisiten: Zum Beispiel hält eine Person einen Schuh, und die Geschichte muss etwas enthalten, wo ein Schuh vorkommt.

  • Einzelbetreuung: Erzählen Sie zu zweit: Der Betreuende beginnt, dann lässt er die Seniorin ergänzen, danach ergänzt der Betreuende usw.

Biografie-Gespräche (Lebensrückblick)

Ziel: Erinnerungsvermögen und Identität stärken, indem eigene Lebensgeschichten wertgeschätzt werden.

Material: Alben oder Fotos aus dem Leben der Person (optional); Erinnerungsgegenstände (z. B. ein altes Buch, Radio, Kochutensilien); Fragenkatalog.

Anleitung:

  1. Bringen Sie persönliche Gegenstände oder Fotos mit, die Erinnerungen wecken (das können Familienbilder oder Auszeichnungen sein).

  2. Stellen Sie gezielte Fragen: „Wo sind Sie zur Schule gegangen?“, „Was war Ihr erster Beruf?“ Hören Sie aufmerksam zu.

  3. Lassen Sie den Betroffenen frei erzählen, greifen Sie nur ein, um Details zu klären („Was hat Ihnen an Ihrem Beruf am besten gefallen?“).

  4. Machen Sie Notizen zu Namen und Jahreszahlen (kein Muss, hilft aber, den Überblick zu behalten).

  5. Bedanken Sie sich für das Erzählen und betonen Sie dessen Wert („Das ist eine sehr spannende Geschichte, danke fürs Teilen!“).

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Richten Sie eine kleine Erinnerungsrunde ein: Jeder hat ein Objekt (z. B. ein Foto) und erzählt kurz den dazugehörigen Stichpunkt. Helfen Sie dabei, die Geschichten verständlich zu ordnen.

  • Einzelbetreuung: Nutzen Sie ein Interviewformat: Sie stellen einfache, geschlossene Fragen und schreiben stichpunktartig mit, um einen kleinen „Steckbrief“ zu erstellen, den Sie später der Person selbst aushändigen können.

Fotoalbum-Betrachtung

Ziel: Gedächtnisaktivierung durch gemeinsame Betrachtung alter Fotografien.

Material: Fotoalbum oder mehrere Fotos aus verschiedenen Lebensabschnitten (digital auf Tablet oder ausgedruckt); gemütliche Sitzmöglichkeit.

Anleitung:

  1. Bitten Sie eine Person, einige Fotos herauszusuchen (z. B. Kindheit, Hochzeit, Kinder). Lassen Sie sie jeweils kurz zeigen und beschreiben.

  2. Stellen Sie offene Fragen: „Wer ist das links im Bild?“, „Wo war das?“ Unterstützen Sie mit Ihrer eigenen Kenntnis der Fotos („Der Name fängt mit H an, weißt du noch?“).

  3. Ermutigen Sie die Person, eigene Erinnerungen zu erzählen: „Erzähl uns, was dort passiert ist.“

  4. Nehmen Sie die Bilder in der Reihenfolge des Lebens: „Zuerst schauen wir mal dein erstes Foto an.“ So bleibt die Struktur übersichtlich.

  5. Fassen Sie am Ende zusammen: „Wir haben Fotos aus deiner Kindheit, aus dem Urlaub gesehen. Das war sicher ein schönes Fest.“

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Alle Bewohner bringen je ein Foto mit (oder Gruppenfotos existieren). Jeder zeigt kurz sein Foto und sagt ein paar Worte. Danach kann jeder nachfragen („Wo war das? Wie haben Sie sich gefühlt?“).

  • Einzelbetreuung: Machen Sie ein beständiges Fotobuch für eine Person: Sie wählen die Fotos aus und erläutern diese. Nutzen Sie eventuelle Lesebrillen und genügend Licht.

Hörbuch oder Hörspiel-Anhörung

Ziel: Hörverständnis fördern, Entspannung und Ablenkung bieten.

Material: Abspielgerät (CD-Player, Smartphone, Tablet) und Hörgeschichten (Märchen, Hörspiele); Kopfhörer (bei Einzelbetreuung); bequeme Sitzgelegenheiten.

Anleitung:

  1. Wählen Sie eine kurze Geschichte oder ein Hörspiel, das zum Nachmittag passt (z. B. ein Märchen oder eine Naturgeschichte). Stellen Sie sicher, dass die Lautstärke für alle gut ist.

  2. Bitten Sie alle, es sich bequem zu machen. Starten Sie die Aufnahme. Hören Sie das Hörbuch abwechselnd immer wieder an kurzen Stellen an (z. B. nach einem Absatz).

  3. Nach jedem Abschnitt fragen Sie: „Was habt ihr gehört?“, „Wie gefällt es euch?“ So sorgen Sie dafür, dass alle aufmerksam mitverfolgen können.

  4. Schließen Sie eine Diskussionsrunde an („Wer war die Hauptfigur? Was hat euch am besten gefallen?“).

  5. Variieren Sie das Programm: einmal ein Märchen, ein anderes Mal ein Konzertmitschnitt (klassische Musik) oder ein Naturgeräuschbuch.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Hören Sie im Stuhlkreis gemeinsam. Vielleicht aktiviert ein sanftes Wiegen zum Rhythmus der Geschichte das Körpergefühl. Oder nutzen Sie Hintergrundgeräusche (Windrauschen) passend zum Inhalt.

  • Einzelbetreuung: Nutzen Sie Kopfhörer, um Störgeräusche auszublenden. Erklären Sie bei Bedarf Texte oder lassen Sie eine Untertitel-Version (bei Tablet) mitlaufen.

Märchenerzählung

Ziel: Fantasie anregen und Hörverständnis aktivieren.

Material: Märchenbücher oder -karten (großer Druck); ggf. Handpuppen oder Requisiten (z. B. ein roter Umhang für Rotkäppchen); ruhiger Raum.

Anleitung:

  1. Wählen Sie ein bekanntes Märchen (z. B. „Rotkäppchen“ oder „Hänsel und Gretel“) aus. Versetzen Sie die Gruppe durch „Es war einmal…“ in Erzähllaune.

  2. Lesen oder erzählen Sie das Märchen lebendig. Variieren Sie Ihre Stimme: tiefer fürs Böse (Wolf), heiter für den Hanswurst, usw.

  3. Fragen Sie zwischendurch einfache Verständnisfragen („Was glaubt ihr, war als Nächstes im Wald?“) oder lassen Sie raten („Wird das gut ausgehen?“).

  4. Bei längeren Märchen unterteilen Sie: Erzählen Sie vielleicht die erste Hälfte an einem Tag, die zweite am nächsten, so bleibt Spannung.

  5. Fassen Sie am Ende gemeinsam das Märchen zusammen: „Was hat uns diese Geschichte gesagt?“, „Welches Bild hat euch am besten gefallen?“

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Machen Sie es interaktiv: Wer mag, stellt eine Figur pantomimisch dar, während Sie erzählen. Oder jeder nennt nach dem Hören ein Wort, das zum Märchen passt.

  • Einzelbetreuung: Nutzen Sie ein Lieblingsmärchen der Person. Erzählen Sie besonders langsam und deutlich. Bieten Sie an, bestimmte Rollen selbst sprechen zu lassen, damit die Person aktiv mitmischen kann.

Rollenspiele und Theater

Mini-Puppentheater

Ziel: Kreativer Selbstausdruck, Humor und Kommunikation durch das Spielen mit Handpuppen fördern.

Material: Handpuppen oder weiche Stofftiere (Tiere, Figuren); Pappkarton oder Decken als Mini-Bühne; einfache Requisiten (Tücher, Hüte).

Anleitung:

  1. Richten Sie eine kleine Bühne ein (ein Tisch mit einem dahintergelegten Tuch kann Pappkarton ersetzen). Legen Sie die Puppen bereit.

  2. Erklären Sie das Szenario: z. B. „Herr Bär trifft Frau Maus im Wald“. Starten Sie selbst als Erzähler oder mit einer Puppe.

  3. Zeigen Sie langsam, wie man eine Puppe bewegt (Kopf wackeln, Arme heben) und mit ihr spricht (deutlich und langsam).

  4. Geben Sie dann die Puppen an Freiwillige weiter. Jeder darf mit seiner Puppe ein paar Sätze sagen („Hallo, wie geht’s?“).

  5. Lassen Sie die Gruppe ein kurzes Theaterstück aufführen. Stellen Sie einfache Wendungen dar (z. B. „Es fing an zu regnen.“ – alle Puppen warten unter einem Tuch).

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Teilen Sie die Gruppe in kleine Teams. Jedes Team plant ein kurzes Stück (2–3 Minuten). Anschließend findet eine kleine „Aufführung“ vor allen statt.

  • Einzelbetreuung: Spielen Sie gemeinsam mit einer Person. Lassen Sie die Person die Puppe halten und Sie die andere Puppe. Sie können Dialoge führen („Puppe A: Wie gefällt dir mein Hut?“ „Puppe B: Sehr schön!“).

Pantomime zu Gedichten

Ziel: Körpersprache einsetzen, Sprachverständnis fördern und Humor wecken.

Material: Kinderreime oder kurze Gedichte (groß aufgeschrieben); kein Material zum Bauen erforderlich, nur Platz für kleine Bewegungen.

Anleitung:

  1. Lesen oder sprechen Sie einen kurzen Reim oder Satz laut vor. Zeigen Sie mit Händen/Füßen, wie Sie ihn pantomimisch darstellen (z. B. Arme flattern bei „Vögel fliegen“).

  2. Bitten Sie eine andere Person, ebenfalls zu einem neuen Satz pantomimisch zu werden. Die Gruppe rät, was es ist.

  3. Gehen Sie reihum: Jeder darf einmal im Rahmen seiner Möglichkeiten „vortanzen“.

  4. Loben Sie jedes Mitmachen und Klatschen Sie nach jedem gelungenen Auftritt.

  5. Bei Unsicherheit können Sie eine vereinfacht pantomimische Geste vormachen, damit alle merken, worum es geht.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Spielen Sie als Team: Eine Person stellt etwas dar, alle raten gemeinsam. Dann wechselt eine andere, usw. Verwenden Sie einfache, bekannte Themen (Tiere, Alltagsbewegungen).

  • Einzelbetreuung: Helfen Sie der Person selbst. Stellen Sie einen Satz pantomimisch und fragen Sie sie, was es sein könnte. Dann lässt sie einen Satz pantomimisch darstellen, während Sie raten.

Modenschau der Vergangenheit

Ziel: Erinnerungen an die Jugend wecken und Selbstwertgefühl durch Präsentation alter Mode steigern.

Material: Alte Kleidungsstücke oder Kopien (Jacken, Hüte, Schals, Schmuck); Spiegel oder „Laufsteg“ (zwei Stuhlreihen als Gang); Musik aus früheren Jahrzehnten (z. B. 50er-, 60er-Jahre-Songs).

Anleitung:

  1. Lassen Sie die Teilnehmenden nacheinander in selbst ausgewählten Kleidungsstücken vorbeigehen: Zeigen Sie dabei stolz ihr Outfit („Das ist ein Seidentuch aus den 60ern“).

  2. Spielen Sie dazu Musik, zu der gemächlich „getanzt“ oder geschunkelt werden kann. Machen Sie moderierte Kommentare („Und hier kommt Frau Meier, elegant wie immer!“).

  3. Ermuntern Sie die Personen, unter Applaus auch eine Pose einzunehmen (z. B. Hand auf die Hüfte, Lächeln). Helfen Sie beim Ankleiden, wenn nötig.

  4. Fotografieren Sie den Laufsteg (mit Zustimmung). Diese Fotos können später ein schönes Erinnerungsalbum füllen.

  5. Nach der Show diskutieren Sie: „Wie hat es euch gefallen? Welches Outfit war euer Favorit?“

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Führen Sie eine Gruppen-Choreographie ein (z. B. gemeinsames Armheben zum Finale). Machen Sie daraus ein kleines Sommerfest-Thema.

  • Einzelbetreuung: Hilfestellung beim Hineinschlüpfen, wenn nötig. Tragen Sie demjenigen ein Kompliment vor („Wie elegant Sie im Vintage-Outfit aussehen!“), um das Selbstbewusstsein zu fördern.

Rollenspiel „Einkaufen im alten Stil“

Ziel: Alltagsgedächtnis und Kommunikationsfähigkeit fördern durch Nachspielen vertrauter Situationen.

Material: Requisiten für einen Marktstand (z. B. Tablett mit Obst/Gemüse, Spielgeld, Einkaufstaschen); zwei Stühle als Verkäufer und Käufer; Preistafeln oder Katalogseiten mit Preisen.

Anleitung:

  1. Stellen Sie einen kleinen „Laden“ auf: Ein Tisch mit darauf aufgelegten Waren (Plastik-Äpfel, Brottüten aus Papier, leere Konservendosen).

  2. Erklären Sie die Rollen: Eine Person spielt Verkäuferin, die andere Kundin.

  3. Führen Sie ein Beispiel durch (Sie spielen entweder Verkäufer oder Kundin): Begrüßung, Ware auswählen, Gespräch („Das kostet 1 Euro“), Bezahlen.

  4. Dann lassen Sie die Teilnehmenden selbst üben. Helfen Sie beim Zahlen (Münzen zeigen) oder beim Aussprechen der Sätze. Ermutigen Sie Höflichkeitsfloskeln („Bitte sehr“, „Danke“).

  5. Variieren Sie das Rollenspiel: Mal ist jemand Bäckerin, mal Postbeamter, mal Friseur*in.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Bilden Sie Zweier-Teams im Kreise: Einer ist Kunde, einer ist Verkäufer, und sie tauschen Rollen. Danach können alle ihre Erfahrungen mitteilen („Welches Produkt haben Sie gekauft?“).

  • Einzelbetreuung: Sie übernehmen selbst eine Rolle (z. B. die Verkäufer*in) und der Bewohner kauft bei Ihnen. Nutzen Sie bekannte Lieblingsprodukte des Bewohners.

Museumsführung (Rollenspiel)

Ziel: Gesprächsanregung, Wissen aktivieren und Orientierungsinn durch simulierten Museumsbesuch fördern.

Material: Ausdrucke berühmter Kunstwerke oder Fotografien von Sehenswürdigkeiten (groß genug); Zettel mit einfachen Ausstellungsbeschriftungen oder Namen; bequeme Stühle.

Anleitung:

  1. Kleben Sie Bilder an die Wand oder halten Sie Tablets mit Kunstwerken hoch. Führen Sie alle in einer imaginären „Museumsgruppe“ durch einen Raum.

  2. Übernehmen Sie die Rolle des Guides und geben Sie kurze Informationen („Dieses Bild entstand 1907“).

  3. Laden Sie die Teilnehmenden ein, ihre Eindrücke zu äußern („Was seht ihr? Welche Farben erkennt ihr?“). Bei Sinneseinschränkungen können Sie die Bildmotive beschreiben.

  4. Nutzen Sie unterschiedliche Gemälde/Bilder: Landschaften, Porträts, Architektur. Nach jedem Bild ermuntern Sie, gemeinsam zu rätseln („Was fühlt die Person, die hier gemalt ist?“).

  5. Beenden Sie die Tour: „Vielen Dank für Ihren Besuch!“

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Lassen Sie nacheinander verschiedene Personen die Rolle des Guides übernehmen und ein kurzes „exponatbegleitendes Gespräch“ leiten.

  • Einzelbetreuung: Gehen Sie mit nur einer Person durchs „Museum“. Nutzen Sie Vergrößerungsbilder oder Tablets, falls die Sehkraft eingeschränkt ist. Konzentrieren Sie sich auf ein einziges Bild, wenn mehrere zu viel sind.

Weitere kreative Spiele und Aktivitäten

Riech- und Fühl-Memory

Ziel: Sensorische Wahrnehmung (Geruch, Tastsinn) stimulieren und Erinnerungen wecken.

Material: Kleine blickdichte Säckchen oder Stoffbeutel; paarweise gleiche Inhaltspartikel (z. B. Lavendelblüten, Kaffee, Gewürze, Federn, Tücher); Augenbinde (optional).

Anleitung:

  1. Befüllen Sie mehrere Säckchen paarweise mit identischem Inhalt (z. B. zwei Säckchen mit Lavendel, zwei mit Kaffeebohnen). Verschließen Sie sie so, dass der Inhalt nicht sichtbar ist.

  2. Lassen Sie nacheinander Teilnehmende ein Säckchen riechen oder fühlen (z. B. nur unter einem Tuch oder mit geschlossenen Augen) und benennen, was sie wahrnehmen.

  3. Ziel ist es, durch Riechen und Fühlen das passende zweite Säckchen zu finden („Such den Partner“). Wer an der Reihe ist, muss nach dem ersten Säckchen den Partner riechen/fühlen und zuordnen.

  4. Geben Sie allen genügend Zeit. Wenn jemand nicht weiterkommt, helfen Sie mit Hinweisen („Duftet es würzig? Fühle mal das andere Säckchen“).

  5. Feiern Sie jeden Erfolg und fragen Sie, welche Erinnerungen oder Gefühle der Geruch hervorgerufen hat.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Bilden Sie Teams. Ein Team wählt ein Säckchen, das andere Team muss es über Geruch erkennen. Danach wechselt die Rolle.

  • Einzelbetreuung: Spielen Sie 1:1. Für Personen mit eingeschränktem Geruchssinn verwenden Sie nur Tastsinn-Aufgaben (Leder, Sandpapier etc.) und beschreiben Sie laut, was es sein könnte.

Märchenrallye

Ziel: Bewegung, Orientierung und Kreativität durch eine thematische Rätseljagd aktivieren.

Material: Ausdrucke oder Spielfiguren zu bekannten Märchen (z. B. Rotkäppchen, Goldmarie, Zauberer); beschriftete Zettel mit Hinweisen in Reimform; kleine Belohnungen (z. B. Schokotaler).

Anleitung:

  1. Verstecken Sie mehrere Märchen-Figuren oder -Bilder im Raum oder Flur und nummerieren Sie sie (1, 2, 3…). Legen Sie Starthinweise aus.

  2. Jeder Hinweis beschreibt in Reimform oder einfachen Worten den Ort der nächsten Figur (z. B. „Dort, wo man zum Waschen hinging, steckt das nächste Bildchen drin.“ für Waschküche).

  3. Gehen Sie gemeinsam los: Jede richtige Entdeckung führt zum nächsten Hinweis. Lesen Sie die Reime gemeinsam vor und diskutieren Sie, bis der Fundort gefunden ist.

  4. Bei jedem Fund dürfen die Beteiligten den Rätselhinweis kurz vorlesen und die Figur benennen („Das ist die Fee aus Pinocchio!“).

  5. Der Schatz am Ende (z. B. kleine Süßigkeiten) wird gemeinsam geteilt.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Teilen Sie die Gruppe in Teams auf. Jedes Team bekommt eigene Hinweisketten in unterschiedlichen Bereichen (daher starten sie zur gleichen Zeit an verschiedenen Orten). Am Ende erzählen alle die gelöste Geschichte.

  • Einzelbetreuung: Führen Sie in sehr kleinen Schritten durch alle Hinweise. Lesen Sie die Zettel laut vor und erklären Sie Reime. Helfen Sie der Person beim Aufzeigen und Suchen, wenn nötig.

Fantasiereise „Der Zauberwald“

Ziel: Entspannung und Anregen der Vorstellungskraft durch geleitete Fantasiereise.

Material: Ruhige Sitz- oder Liegeposition; Decken oder Kissen; entspannende Musik (leise Naturklänge oder Melodien).

Anleitung:

  1. Lassen Sie alle bequem sitzen oder liegen. Sprechen Sie langsam, ruhig und leise. Bitten Sie die Teilnehmenden, die Augen zu schließen und tief durchzuatmen.

  2. Erzählen Sie eine Fantasiereise: „Stellt euch vor, ihr wandert barfuß auf einem weichen Moosteppich durch einen Wald…“ Beschreiben Sie jeden Schritt sinnlich: das Zwitschern der Vögel, der Duft der Blumen, die warmen Sonnenstrahlen auf der Haut.

  3. Binden Sie die Gruppe ein: Nach 1–2 Minuten können Sie sagen: „Wenn ihr möchtet, streckt eure Hände aus, als spürt ihr die Sonnenwärme.“ Geben Sie jeweils etwas Zeit zum Erleben.

  4. Führen Sie das Bild langsam zu einem Abschluss: „Zum Ende eures Weges seht ihr eine gemütliche Waldlichtung…“ Dann holen Sie alle wieder „zurück ins Zimmer“.

  5. Beenden Sie behutsam („Mit dem nächsten Atemzug öffnet ihr langsam die Augen“). Fragen Sie nach, ob etwas besonders im Bild aufgefallen ist.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Verwenden Sie dabei klangvolle Wörter (Flüstern, Rascheln) und klopfen Sie mit den Händen sanft den Rhythmus einer begleitenden Melodie (z. B. ein Waldwind-Lied).

  • Einzelbetreuung: Erzählen Sie sehr individuell und leise, halten Sie öfter kurze Pausen. Fragen Sie danach, was sich die Person vorgestellt hat, um sie aktiv einzubinden.

Sinnesgeschichten (Fühlen und Erzählen)

Ziel: Sinne anregen und Fantasie durch eine Geschichte mit Tasterfahrungen verbinden.

Material: Verschiedene Materialien in Säckchen (z. B. Watte – „Weichheit des Mooses“, Sand – „Warmes Strandgefühl“, Leder – „glattes Fell“); Geschichte, in der diese Elemente vorkommen.

Anleitung:

  1. Erzählen Sie eine kleine Geschichte (z. B. „Wir sind auf einem Spaziergang im Wald“). Wenn ein zugeordnetes Element kommt (z. B. „Wir setzen uns ins weiche Gras“), geben Sie dem Zuhörer ein Säckchen mit dem entsprechenden Material (Watte für Weichheit).

  2. Die Person ertastet das Material (unter einem Tuch oder mit verbundenen Augen) und nennt, was sie fühlt oder riecht.

  3. Setzen Sie die Geschichte fort, jeweils Materialkontakt einfügen („Jetzt spüren wir im Sandstein, wie rau er ist“ – Stein in die Hand).

  4. Lenken Sie die Aufmerksamkeit immer wieder auf die Sinne: „Wie fühlt sich das für dich an? Hast du jemals ähnliches erlebt?“

  5. Nach Ende der Geschichte besprechen Sie gemeinsam, wie die Materialien gefallen haben.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Bilden Sie Zweierpaare. Einer erhält Stoffbeutel, der andere erzählt. Dann wechseln.

  • Einzelbetreuung: Erleben Sie es im 1:1-Dialog. Erzählen Sie etwas langsamer und fragen Sie die Person, sobald sie das Gefühl beschreibt („Hast du so etwas schon einmal gefühlt?“).

Stopptanz

Ziel: Reaktionsvermögen, Koordination und Spaß an Bewegung durch Musik und Spiel fördern.

Material: Musikanlage mit fröhlicher Musik (Volkslied oder Pop „zum Schunkeln“); offener Raum.

Anleitung:

  1. Stellen Sie eine fröhliche Melodie ein. Regeln: Wenn die Musik spielt, darf sich bewegt oder getanzt werden; bei Musikstopp muss jeder sofort stillstehen.

  2. Starten Sie die Musik. Alle Teilnehmer bewegen sich (im Sitzen kann der Oberkörper mitwippen, Hände klatschen oder im Stehen umhergehen).

  3. Stoppen Sie die Musik plötzlich. Alle müssen sofort stehen bleiben (oder im Sitzen so weit nach vorne lehnen, wie möglich).

  4. Starten Sie erneut. Variieren Sie: Bei einzelnen Stopps darf jeder eine Pose (z. B. Arm heben) machen, bevor es weitergeht.

  5. Wiederholen Sie mehrmals, bis alle Freude haben. Zum Abschluss lässt die Musik langsam verklingen und alle machen gemeinsam ein paar Dehnübungen.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Führen Sie das Stopptanzen mit Partnern durch: Jeder steht einem Partner gegenüber und beim Stopp winken beide einander zu.

  • Einzelbetreuung: Sie können hiermit sanfter beginnen: Statt richtiges Tanzen machen Sie ein „Wippen im Takt“ im Stuhlkreis.

Geschichtensäckchen (Storytelling mit Bildern)

Ziel: Fantasie und Gedächtnis durch kreatives Erzählen mit Bildimpulsen fördern.

Material: Ein Sack oder Behälter; Bildkarten mit verschiedenen Gegenständen, Personen oder Orten (hohe Qualität ausgedruckt).

Anleitung:

  1. Füllen Sie einen Sack mit den Bildkarten. Jeder Teilnehmende zieht der Reihe nach eine Karte.

  2. Nennen Sie die abgebildete Person oder das Objekt und erzählen Sie eine kurze Geschichte darum herum. Zum Beispiel: Auf der Karte ist ein Schiff – der Nächste erzählt, dass er damit einmal zur Insel segelte.

  3. Ermutigen Sie, fantasievoll zu erzählen, auch erfundene Geschichten sind erlaubt. Helfen Sie mit offenen Fragen („Wo soll es denn hingehen?“).

  4. Tauschen Sie mit Bildern ab, bis jeder mindestens einmal dran war.

  5. Unterstützen Sie, indem Sie selbst die Ziehung zeigen und Ihre Interpretation geben, falls jemand gar keine Idee hat.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Bilden Sie eine Kettengeschichte: Ein Bewohner zieht, erzählt einen Satz. Der nächste zieht eine neue Karte und setzt fort.

  • Einzelbetreuung: Sie können die Kärtchen auch gemeinsam durchgehen. Bitten Sie die Person zu beschreiben, was sie auf der Karte sieht, und ergänzen Sie Sie die Geschichte.

Liedermalerei (Malen zu Musik)

Ziel: Verbindung von Hören, Bewegung und Bildgestaltung fördert Kreativität und Stimmung.

Material: Malpapier oder Leinwand; Wasserfarben oder Wachsmalstifte; ruhige Musik (z. B. ein sanftes Lied mit klangvollen Bildern).

Anleitung:

  1. Legen Sie Papier und Farben bereit. Wählen Sie ein ruhiges Lied, das Bilder im Kopf entstehen lässt.

  2. Lassen Sie die Teilnehmenden während des Musikhörens frei malen, was sie dazu fühlen oder sich vorstellen (farbige Linien, Wolken, wellenförmige Muster).

  3. Ermutigen Sie, intuitiv zu malen: Auch ohne klares Motiv kann man Gefühle ausdrücken.

  4. Helfen Sie bei Bedarf, indem Sie einen Pinsel über die Hand führen oder alternative Malformen vorschlagen (Gekritzel, Punkte setzen).

  5. Wenn das Lied endet, präsentieren Sie die Bilder. Jeder kann sagen: „Das habe ich mir vorgestellt“.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Verwenden Sie dasselbe Lied und vergleichen Sie die unterschiedlichen Bilder der Teilnehmer. Fragen Sie, warum sie die gewählten Farben nahmen.

  • Einzelbetreuung: Spielen Sie das Lieblingslied der Person mehrmals und malen Sie zusammen (abwechselnd Pinselstrich vorführen) ein gemeinsames Bild.

Theaterraten (Charade-Spiel)

Ziel: Körpersprache, Kreativität und Gedächtnis fördern durch Nachstellen und Erraten von Begriffen.

Material: Zettel mit einfachen Begriffen (Tiere, Alltagstätigkeiten, Sprichwörter); Schüssel oder Hut; Timer (1 Minute).

Anleitung:

  1. Beschriften Sie Zettel mit Begriffen (z. B. „Vogel“, „Zahnarzt“, „Gitarre spielen“). Jeder Teilnehmer zieht nacheinander einen Zettel.

  2. Wer gezogen hat, stellt den Begriff pantomimisch dar (ohne Worte, nur Körpersprache) und bekommt dafür 1 Minute Zeit. Die anderen müssen raten, was es ist.

  3. Lassen Sie jeden mal dran: Stellen Sie Timer ein und loben Sie jede Lösung mit Applaus. Wenn niemand weiß, erlauben Sie ein Wort als Tipp.

  4. Achten Sie darauf, Begriffe zu wählen, die alle an diesem Tag kennen. Geben Sie auf die Vorführung kurze Hinweise, wenn jemand völlig blockiert ist.

  5. Tauschen Sie Rollen, bis jeder mindestens einmal die Chance hatte, etwas darzustellen.

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Bilden Sie zwei Teams. Ein Team ratet, ein Team stellt dar, dann wird gewechselt. Schreiben Sie die erratenen Begriffe auf (Spaß am Punktesammeln).

  • Einzelbetreuung: Spielen Sie Pantomime direkt mit einer Person: Sie stellen vor, die Person rät, und umgekehrt. Wählen Sie besonders leichte Begriffe.

Schatzsuche im Zimmer

Ziel: Bewegung, Aufmerksamkeit und Freude am Finden fördern.

Material: Kleine „Schätze“ (Snacks, Erinnerungsfotos, beliebte Kleinigkeiten); einfache Hinweiskarten (Bilder oder Reime) zum nächsten Versteck; evtl. eine Schatztruhe zum Aufklären.

Anleitung:

  1. Verstecken Sie mehrere kleine Gegenstände im Zimmer oder Flur (z. B. Foto, Kerze, Schokoriegel) und notieren Sie die Orte.

  2. Erstellen Sie Hinweise als Reim oder Zeichnung: „Der nächste Schatz ruht dort, wo du schläfst an Ort und Ort“ (Hinweis führt zum Bett).

  3. Starten Sie mit dem ersten Hinweis: Gemeinsam löst die Gruppe den Reim, findet den Schatz und den nächsten Hinweis in einem kleinen Umschlag.

  4. Gehen Sie Schritt für Schritt vor. Jede Entdeckung wird gefeiert („Hurra, wir haben es!“). Verbinden Sie die Schätze mit Erinnerungen oder kurzen Gesprächen.

  5. Als Abschluss kann der letzte Schatz allen dienen (z. B. Bonbons zum Teilen, ein Gruppenfoto als Souvenir).

Beispiele/Varianten:

  • Gruppenbetreuung: Arbeiten Sie in Teamform. Je ein Paar löst simultan unterschiedliche Hinweise (oder führen zwei parallele Routen). Am Ende treffen sich alle zum „Fundbericht“.

  • Einzelbetreuung: Begleiten Sie eine Person auf der Suche. Lesen Sie jeden Hinweis laut vor. Helfen Sie, wohin zu schauen („Schau mal unter dem Tisch oder neben der Vase“).

Jede dieser Aktivierungen ist flexibel anpassbar: Vereinfache Aufgaben, halte sie kurz und freundlich, und gehe auf individuelle Bedürfnisse ein. Spielen und Kreativität machen nicht nur Spaß, sondern fördern das Wohlbefinden und die Lebensfreude im Seniorenalltag. Gute Vorbereitung (Materialien in Griffnähe, Sicherheitschecks) und ein Lächeln sind oft schon der Schlüssel zum Erfolg.

Sujet Gedächtnis & Erzählen

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