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Warum bist du hier?

Kaum jemand kann vom Bücherschreiben allein leben. Ich auch nicht. Und einfache Arbeit ist es auch nicht. Warum zur Hölle mache ich es dann?

Ich will hier keinen Branchen-Porno für eine kleine Gruppe von Medienleuten machen. Dieser Newsletter ist ein Publikumsnewsletter. Er soll Text für alle sein, er soll sexy sein und Spaß machen. Deswegen habe ich mich bisher (so gut ich kann!) zurückgehalten mit Klageliedern über die undurchsichtige Bezahlung in der Branche, Lamenti über nicht erhaltene Stipendien, langen Rants über die Shitshow, die social media Marketing zunehmend ist, und mit Berufsgruppen-Romantik (Begriff ohne zu fragen geklaut von Katja Kullmann (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), hoffe ist okay!). Ich werde mich mit diesen Dingen auch weiterhin (so gut ich kann!) zurückhalten. 

Aber es sind zwei Sachen passiert: erstens gab es die re:publica Debatte über Geld im Literaturbetrieb. Zweitens hat ein Coaching Klient mir die eine Million Euro Frage gestellt: Warum schreibst du?

Ich glaube, die Frage betrifft nicht nur Schreibende, und nicht nur Freiberufler, und nicht nur Leute in der Kreativindustrie, sondern alle, die jemals den Wunsch hatten, sich—professionell oder unprofessionell, in welchem Bereich auch immer—auszudrücken. Ich glaube, die Frage und die Suche nach der Antwort ist im Kern universell: 

Warum schreibst du?

Oder anders: Warum machst du _____, eine Arbeit, die anstrengend und ineffizient ist und in der wenig Geld und noch weniger Sicherheit winkt? Warum bist du hier?

Sujet Arbeit

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