Manchmal reicht ein Perspektivwechsel und plötzlich fühlt sich alles anders an. Gestern Abend im NaturNerds Club ging es genau darum: den Garten nicht länger als Projekt zu sehen, das geplant, optimiert und „richtig gemacht“ werden muss, sondern als lebendigen Raum, in dem Beziehung entsteht. (Den Link zur Aufzeichnung findest du ganz unten unter dem Artikel, wenn du Team Eulenpower Mitglied bist.)
Mit Christina sind wir eingetaucht in eine Welt, in der Kartoffeln Namen tragen, Pflanzen miteinander sprechen und Gärtnern wieder das wird, was es eigentlich sein kann: eine Verbindung.
Ein Garten voller Persönlichkeiten
Christina hat uns mitgenommen in ihr Schulgartenprojekt
„Garten der Nordlichter“ – und ganz ehrlich: Ich war ab der ersten Minute verliebt in die Idee. Denn dort wachsen nicht einfach Pflanzen.
Dort leben:
🥔 Linda, die Kartoffel
🌱 Vicky, die Ackerbohne
🌿 …und so viele andere Freunde
Und plötzlich passiert etwas Magisches: Pflanzen bekommen eine Stimme und man möchte sich um sie kümmern - möchte, dass es ihnen gut geht.
Sie erzählen:
was sie brauchen
mit wem sie gern zusammen wachsen
wo sie sich wohlfühlen
Und genau dadurch entsteht das, worum es eigentlich geht: Beziehung statt nur Bewirtschaftung.
Vom Labor zurück ins Leben
Was mich besonders berührt hat, war Christinas eigener Weg. Vom wissenschaftlichen Arbeiten im Labor – hin zu einem Ansatz, der sich wieder nach Leben anfühlt. Sie hat so ehrlich davon erzählt, wie sie sich in der Wissenschaftswelt irgendwann verloren hat. Und wie sie durch das intuitive Gärtnern zurückgefunden hat zu:
Verbindung
Sinn
Naturverbindung
Wertschätzung den Pflanzen und allen Lebewesen gegenüber
und echtem Spüren
Und ich glaube, genau das haben wir alle gestern ein Stück weit gefühlt.
Was intuitives Gärtnern wirklich bedeutet
Nicht: „Ich mach jetzt einfach irgendwas“ Sondern: Ich nehme erst einmal wahr, was da ist – und arbeite damit.
Was wächst vielleicht schon von allein?
Was fühlt sich stimmig an?
Welche Kombinationen ergeben sich ganz natürlich?
Wie ist das Wetter? Wann scheint wo in meinem Garten die Sonne hin? Wo mag es wohl welche Plfanze besonders gern?
Und ja – Wissen darf da sein aber es steht nicht mehr über allem.
Eure Fragen – und so viele praktische Impulse
Ich liebe diese Momente im NaturNerds Club, wenn aus Inspiration plötzlich ganz konkrete Umsetzung wird.
Hier ein paar der Ideen & Tipps, die gestern geteilt wurden:
🌿 Einfach starten (ohne Perfektion)
Basilikum aus dem Supermarkt retten: auseinanderziehen, in einzelne Pflanzen trennen und neu einsetzen → wächst plötzlich richtig üppig
Nicht alles rausreißen: erstmal schauen, was sowieso schon da ist (Spoiler: oft genau das Richtige)
🌽 Gute Kombis & entspannte Pflanzen
Pflegeleicht & dankbar: Mais, Bohnen, Kürbis, Zwiebeln, Knoblauch
Klassiker, wenn man viele Schnecken hat (werden nicht so viel angeknabbert): Mais + Bohnen + Kürbis (Milpa-Prinzip)
🌾 Bodenliebe
Mulchen (z.B. mit Stroh, Schnittgut oder Schafwolle): hält Feuchtigkeit im Boden und wirkt wie eine kleine „Fußbodenheizung“
🍅 Timing ist alles (aber entspannt 😉)
Nach den Eisheiligen (ca. ab 15. Mai):
Tomaten, Gurken, Kürbis raus ins Freiland
🌸 Schlau pflanzen
Zwischenpflanzung nutzen: Salat & Blumen zwischen langsam wachsende Pflanzen setzen
→ Boden bleibt bedeckt
→ Insekten freuen sich
🥒 Sicherheit first
Zucchini & Gurken vor dem Essen probieren → bitter = nicht essen
Samenfeste Sorten nutzen
🥔 Kartoffeln? Gehen immer und überall!
auch im Kübel:
Handbreit Erde
Knolle mit Knospe nach oben
immer wieder Erde nachfüllen
blühen lassen
nach dem Verwelken ernten
(Hallo Linda 💛)
🐌 Schnecken?
Opferpflanzen setzen (z.B. Tagetes) → lenkt die Schnecken um
🌿 Wildpflanzen einladen
z.B. Brennnessel:
super für Pflanzenjauche
essbar
ökologisch wertvoll
Taubnessel, Löwenzahn, Gänseblümchen, Giersch: alle ab in den Salat, Smoothie, aufs Brot
alle anderen: einfach schön finden, anschauen, journalen
🎨 Bonus (ich liebe es!):
Färben mit Pflanzenfarben – Natur kreativ erleben
Was bleibt?
Für mich vor allem das hier:
Dein Garten ist kein Projekt.
Dein Garten ist eine Beziehung.
Und vielleicht darfst du dich im April genau das fragen: „Was passiert, wenn ich aufhöre, alles kontrollieren zu wollen?“
Kleine Einladung für dich
Vielleicht gehst du heute oder morgen mal raus und:
setzt dich einfach hin
schaust, was da ist
und hörst ein bisschen genauer hin
Wer weiß – vielleicht lernst du ja auch bald jemanden kennen wie Linda.
Büchertipps:
Versprochen ist versprochen…


Rezept grüne Tomaten-Chili Chutney: KLICK HIER (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Rezept Mückenstich-Spitzwegerich-Roll on: KLICK HIER (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Danke an dich, liebe Christina, für deine Arbeit, deine Offenheit und diese ganz besondere Art, auf Gärten zu schauen.
Und danke an euch alle fürs Dabeisein, Fragen stellen, Mitdenken und Mitfühlen.
Ich freu mich sehr auf alles, was in diesem Gartenmonat noch wächst. 🌱💛
HIER (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) findest du die Präsentation von Christina zum Online Treffen.
Hier unten findet ihr als Team-Eulenpower Mitglieder die Aufzeichnung vom Treffen.