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Kunst und so weiter

Der Untergang begann behutsam. Feuilletons wurden immer Umfangloser, Kultursendungen gestrichen, KulturpolitikerInnen  begannen die Finanzierung von Kultur zu kürzen und einzustellen. Die Kultur, die Kunst, Literatur, das Theater begann aus der öffentlichen Wahrnehmung zu verschwinden,

und damit- aus dem Bewusstsein der Mehrheiten.

PolitikerInnen sprachen in Endlosschleifen von einer Leitkultur, davon inspiriert, wurde der Kreativitätsbegriff von Bankern, Anlagestrategen und Lobbyisten gekapert, die alle plötzlich für ihre grossartige Tätigkeit Kreativitätsrespekt einforderten. Finanzprodukte zu erschaffen allerdings erfordert keine Kreativität, sondern kriminelle Energie. Jedes wollte plötzlich kreativ sein und kuratierte seinen Garten, seine Statement Brows.

 Es gab die Kunst der Meditation, der Achtsamkeit, währen die Menschen immer unachtsamer miteinander verkehrten, und alles taten, um nur nicht unterzugehen in der Masse, nicht ersetzt zu werden durch einen Avatar, unsterblich werden durch Berühmtheit, die nicht mehr durch Kunst erfolgte und nicht durch Können, sondern durch Content und Tools.  Künstlerinnen wurden unwichtiger, wenn sie nicht Beyonce oder Banksy waren, sie trugen die Aura des Kapitalismusverlierers mit sich, der 1.0 Menschen und auf dieser Logik basierte die Entscheidung öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten die meisten Kulturformate zugunsten attraktiven Online Contents für Influencer zu streichen, das Feuilleton in vielen Printmedien existiert entweder nicht mehr wurde zu einem kleinen Bund mit kreativen Überschriften wie: «Menschen», oder «Leben» zusammengefasst in der Popkultur neben Autotestes zu finden ist.

In den Pandemiejahren erledigte die Gesetzgebung den Rest.

Der ist- medial traurig. Sicher gibt es Millionen Blogs, Pages von Projekten, Newsletter, Youtuber die über Kunst im ehemaligen Sinn berichten, aber nach wie vor bestimmen die sogenannten Leitmedien das Bewusstsein und das ist- politisch geworden. So wie sich früher Menschen über Bücher, Theaterstücke, Aktionsgruppen aufzuregen wussten, erregt man sich heute über Realpolitik. Pausenlos, AI getrieben, Empörung suchend und kreierend, oh etwas spüren in den grob gewordenen Nervenenden. Die Menschen sind Experten geworden. Für wissenschaftliche Entwicklungen, die sie nicht verstehen, und politische Entwicklungen -gegen die sie nichts unternehmen können. Die Märkte arbeiten unterdessen effektiv an der kompletten Kommerzialisierung jedes Kunstbereiches. Die Bildende Kunst ist vorsichtig gesagt- Anlegerfreundlich geworden, 

Verlage begannen Neuerscheinungen nicht mehr nach Qualität auszuwählen, sondern in Masse auf den Markt zu werfen, in der Hoffnung das schon irgendwas kleben bliebe. Die Filmbranche von Streamingdiensten übernommen-

Theater entledigen sich allmählich ihrer Bedeutung, in dem sie pausenlos den eignen Untergang zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung machen. Zeitgenössische AutorInnen werden durch Tantiemen freie Klassiker ersetzt (männlich) und der Ödheit des immer wieder aufgeführten setzt man wirkmächtige Bühnenbilder entgegen, die , so wage ich zu behaupten, den Theaterbesucher nur kurz entzücken. Im Theater will der Mensch großartige Schauspielerinnen beim interpretieren toller Texte zusehen.

SprecherInnenstimmen werden maschinell erzeugt- Chat GPT generiert Texte, die von schlechten Büchern und journalistischen Kolumnen nicht mehr zu unterscheiden sind, DallE produziert Gemälde und Kunstfotos- Avatare ersetzen SchauspielerInnen –

Gamen ist die neue Kultur die Soafübergreifend Menschen nicht wirklich verbindet aber irgendwie connectet. Vielleicht mit dem digitalen Zwilling eines anderen Gamenden, und

der Mensch liegt zu Hause, auf seiner durchgewetzten Couch und weiss irgendwann nicht mehr, was Kultur und Kunst bedeutet haben- was war das nur.

Es ging um Erlebnisse die grösser waren als das Alltägliche, Ein permanenter Neubeginn den man in der Gruppe beiwohnte, kollektive Ereignisse die Widerstand sein konnten, oder Bestärkung, Heimat geben konnten oder Anregung. Kleine Hindernisse im Ablauf des Immergleichen,

Momente, in denen der Betrachtende fliegen konnte und verstand, was es bedeutet ein Mensch zu sein. Etwas zu erschaffen oder etwas zu sehen, das aus dem Wissen, dem Traum und der Kunstfertigkeit menschlicher Gehirne stammte. Mit dem Sieg der Trägheit über das gemeinsame Erlebte, siegt die Vereinsamung, die uns langsam in jeder Zelle des Seins erfasst.

Der Sieg der schnellen Konsumierbarkeit über Sperrigkeit und Anstrengung ist systemimmanent, die Abschaffung von Erlebnisskollektiven wird gerne in Kauf genommen, denn was sich nicht mehr findet, kann sich nicht wehren.

Wieder sind die Menschen dabei, einen Bereich, der ihr Menschsein definiert abzuschaffen. Oder deren Abschaffung als gegeben zu akzeptieren.

 Gegen alles, was ein Wohlgefühl bereitet.

Aus Menschen aller Schichten, die durch Kultur zu etwas Gemeinsamen geworden sind, vereinzelt sich die Bevölkerung zur Freude von Plattforminhabenden Aktionärinnen. Werden zu Vereinzelten, die durch nichts mehr verbunden scheinen als in dem Gefühl der Ohnmacht und der Unwichtigkeit.

Kultur jedoch ist Systemrelevant. Sie ist das Gehirn im Körper der Evolution.

Kultur ist mehr als der Sammelbegriff für die Kreativität des Menschen-

Sie ist   das Manifest der Demokratie. 

Theater, Texte, Bücher waren seit Jahrhunderten unhinterfragt das, was Menschen Hoffnung gab, ein Rückgrat das sie vom Lohnarbeiter zu Lebewesen werde lies, die aufregt gingen, die Stolz und Trotz gegen die Herrschenden zeigten.

Ohne Kultur sind wir nicht mehr als Abhängige.

Unser Verstand wird mit dem Einfluss von Kapitalisten, Programmierern und Politikern nicht mehr fliegen, sondern am Boden bleiben, da wo wir scheinbar hingehören. Sollen.

Einen guten Tag euch allen!

 

 

 

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