Es ist Montag. Zeit für eine neue Folge deines Lieblings-Podcast "Wie übt eigentlich..?" . Im Newsletter erzähle ich dir von meinen Highlights, den Technik-Tipps meines Gastes und was sie oder ihn beim Üben motiviert.
Lesezeit: 4 Minuten
Üben heißt Freiheit
Viviane Chassot ist Akkordeonistin aus Basel, Preisträgerin des Opus Klassik und des Schweizer Musikpreises, und eine echte Pionierin ihres Instruments. Aber darum geht es mir in diesem Newsletter eigentlich gar nicht. Ich möchte euch viel eher ihren einzigartigen Blick auf das Üben und “letztlich das Leben” vorstellen.

Mein Lieblingszitat
“Üben ist für mich Leben letztlich und beinhaltet eigentlich alles, was auch am Tag passiert.“
Viviane Chassot
Üben heißt Leben
Viviane beschreibt ihren perfekten Übetag nicht als Block von x Stunden am Instrument. Für sie beinhaltet Üben alles, was am Tag passiert:
in die Natur gehen
etwas Gutes kochen
eine Freundin zum Kaffee treffen
spazieren gehen.
Das klingt erstmal fast zu entspannt. Allerdings wissen wir ja, dass es gerade die Pausen und Auszeiten sind, in denen unser Körper das Geübte weiter verarbeitet. Sich “dem Tag hingeben”, wie Viviane so schön gesagt hat, ist selbstverständlich Luxus - aber wann immer es möglich ist, auch eine der schönsten Arten sich mit seinem Instrument zu beschäftigen.
Und ihre Zeitgrenze? Die ist nicht durch eine Uhr definiert, sondern durch das Gefühl:
„Wenn ich an den Punkt komme, an dem ich merke: Jetzt bin ich satt. Jetzt kann ich nichts mehr aufnehmen – das fühlt sich erfüllt an.“
Viviane Chassot
Vivianes Übung
Stimmführung sichtbar machen: Töne verlängern für mehr Tiefe und Transparenz
Worum geht es?
Viviane hat im Podcast am Beispiel eines Bach-Präludiums gezeigt, wie man durch gezieltes Verlängern einzelner Töne eine melodische Linie in den Vordergrund hebt – und damit aus einer gleichmäßigen Klangfläche eine lebendige, mehrdimensionale Musik macht. Die Übung funktioniert auf jedem Instrument, auf dem du Töne in ihrer Länge variieren kannst.
So geht's:
Nimm ein Stück oder eine Passage, die du gerade übst – am besten etwas mit mehreren gleichzeitigen Stimmen oder Begleitfiguren.
Spiele die Passage zunächst so, wie sie notiert ist – gleichmäßig, ohne besondere Gewichtung. Hör dir genau zu.
Entscheide dann: Welche Töne sind die Leittöne? Wo liegt die eigentliche Melodie-Linie, die du hören möchtest?
Spiele die Passage erneut – und verlängere diesmal genau diese Leittöne bewusst. Lass sie etwas länger klingen als notiert, während die anderen Stimmen kürzer bleiben.
Vergleiche beide Versionen. Was hat sich verändert? Wo klingt die Musik plötzlich tiefer, lebendiger, sprechender?
Worauf achten?
Die anderen Stimmen sollen nicht verstummen – sie sollen transparent bleiben. Es geht nicht um laut und leise, sondern um lang und kurz. Das ist der entscheidende Unterschied, den Viviane Chassot betont: Mehrdimensionalität entsteht beim Akkordeon über Artikulation, nicht über Dynamik allein.
🧭 In eigener Sache
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Also - wenn du magst – hier entlang.
Danke, dass du zuhörst. Und dass du Teil dieser Reise bist.
“Wie übt eigentlich..?” Playlist
Die Musik-Empfehlungen von Lukas Thoeni findest du natürlich auf meiner “Wie übt eigentlich..?” Playlist. Plus: Das was mein Gast gerade hört und ihn musikalisch geprägt hat.
https://open.spotify.com/playlist/6dIfUEw8wfOezeshbsFrIC?si=b02c7144590b488f (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Das Interview
Hier kannst du dir das Interview sowohl auf Apple Podcast, Spotify oder YouTube anhören! Viel Spaß!
Zum Nachlesen
Alle Interviews kannst du auch in Ruhe jederzeit nachlesen. Schau dazu einfach auf meinem Blog what-is-practice.de (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) vorbei!