In der Februar-Ausgabe habe ich gefragt: Was stimmt dich in diesen Tagen optimistisch? (Si apre in una nuova finestra)
Ich habe so viele tolle Antworten bekommen, dass ich sie hier mit großem Dank teilen will:
… wenn ich mit einzelnen Menschen in direkten Kontakt gehe, die NICHT zu meinem Freundeskreis und meiner "Bubble" gehören und so soziale Beziehung pflege.
… wenn ich mir mit anderen (aus meiner Bubble) Szenarien für Zukünfte ausmale und die Ideen und Emotionen dazu teile.
… wenn ich mit anderen demokratieliebenden Menschen um ein Rathaus stehe zur Menschenkette gegen Rachtsradikalismus.
… Bruce Springsteen!
… dass ich den Newsletter gerade lese
… viele Menschen , Bekannte und Freunde, die wie ich für unser Leben und unsere Werte einstehen.
… danke, dass ich jetzt 2 Tage nachgedacht habe, was mich optimistisch macht. Mir fällt nichts konkretes ein, aber da ich weitermache, muss es irgendetwas geben.
… mich stimmt optimistisch, dass es Menschen gibt, die sich nicht von der Übermacht der schlechten Ereignisse einschüchtern lassen und der schlechten Stimmung was entgegensetzen, zum Beispiel Mark Carney (Si apre in una nuova finestra), Gavin Newsom (Si apre in una nuova finestra)oder die kostümierten Demonstranten für Freiheitsrechte in den USA (Si apre in una nuova finestra), Hongkong (Si apre in una nuova finestra)oder der Türkei (Si apre in una nuova finestra).
… mich stimmen meine Kinder optimistisch, die noch nicht verhärmt, frustriert und desillusioniert sind vom Wissen über diese Welt.
… optimistisch stimmt mich die steigende Zahl an Vögel im Garten und die Qualität der Beiträge in der Süddeutschen Zeitung.
… super-optimistisch stimmt mich, wenn ich beobachte, wie unser 18-jähriger Sohn unbeeindruckt von der politischen Großwetterlage und apokalyptischem Gerede sein Leben plant.
… Widerstand gegen die alles bestimmenden Tech-Angebote stimmt mich optimistisch.
… mich stimmt der Umzug meines Neffen optimistisch. Er zieht mit seiner Freundin in die gemeinsame Wohnung und beide sind so voller Vor- und Planungsfreude, dass selbst lästige Tantenpflichten wie "Kommst du zum Putzen?" eine wahr Freude werden. Zu sehen, wie beide ihr gemeinsames Leben aufbauen, stimmt mich sehr optimistisch, dass am Ende alles gut wird.
… natürlich: alles im Leben ist fragil, so ist das Leben eben. Ich bin vieles, aber nicht naiv. Allerdings gehe ich lieber mit einer positiven Grundhaltung durchs Leben, und nicht mit Dingen zu hadern, die ich ohnehin nicht ändern kann – das macht es für mich gelassener und trägt dazu bei, einen offeneren Blick zu haben. Die Weite der guten Möglichkeiten ist eine Einladung, neugierig und beweglich zu sein bzw. zu bleiben.
… optimistisch stimmt mich, dass ich meinen alten Podcast heute wieder relauncht (Si apre in una nuova finestra) habe! Vintage-Podcast sind der heiße Scheiss von morgen!
… Skifahren stimmt mich positiv - und dass wir in Deutschland so viel besser unterwegs sind, als viele aktuell fühlen/denken.
… weil viele Leute genauso fassungslos sind wie ich. Daraus kann noch was werden. Wie dichtete Peter Rühmkorf? „Bleib erschütterbar und widersteh!“
… dass ich das Gefühl habe, dass auch der Populismus müde macht und für die Akteure immer zermürbender wird.
… dass bei allem Heckmeck, der in den Medien präsent ist, auch positive Geschichten einen spürbaren Raum erhalten. Beispielsweise in den USA: immer mehr sehr einflussreiche Menschen dort haben den Mut, aufzustehen und laut zu werden, um für Demokratie zu kämpfen. Bruce Springsteen und Philip Glass gingen diese Woche durch die weltweite Presse. Generalstreik in den USA, die Grönland-Übernahme ist (vorerst) abgesagt. Das sind alles Dinge, die mich noch vor Wochen wie ein Schrecken erschüttert haben. Das soll nicht darüber hinweg täuschen, dass die Stephen Colberts oder Jimmy Kimmels dieser Welt schon seit Jahren mutig und laut sind, zwei Menschen von ICE erschossen worden sind und sich womöglich ein heißer Konflikt mit dem Iran anbahnt. Aber die positiven Nachrichten helfen, sich auszumalen, dass auch solche Krisen zu guten Enden geführt werden könnten. Bei uns ist alles etwas kleiner. Aber auch hier gibt es gute Nachrichten: PRÜF-Demos, Di.Days, Fördergelder für Demokratie (wie sie die Landesanstalt für Medien NRW gerade ausschreibt). Das alles sind kleine Momente, die mich positiv stimmen, bei allem Weltschmerz, den ich zur Zeit verspüre.
… meine innere Stärke, Selbstbewusstsein, innere , ständige Neugierde. Denn Neugierde ist der Unterschied zwischen Leben und Scheintot.
… mich macht der DiDay optimistisch. Ich hatte schon letztes Jahr damit angefangen, weil ich Marc-Uwe Klings Idee damals schon gut fand. Aber jetzt nimmt es richtig Fahrt auf, wo so viele sich dafür einsetzen und die Sichtbarkeit erhöhen.
… es gibt ja noch alternative Anbieter:innen im digitalen Netzwerk. Es könnten noch mehr Leute cool finden, sie zu nutzen.
… dass es noch gute Bücher gibt. Ich habe gerade von Heino Falcke "Zwischen Urknall und Apokalypse" gelesen und gerade angefangen von Karl Schlögel "Im Raume lesen wir die Zeit" zu lesen.
… dass der Frühling bald kommt ;-)
… meine Erlebnisse bei und durch Little World (Si apre in una nuova finestra). Dort bin ich nun schon seit anderthalb Jahren Gesprächspartnerin für deutschlernende Zugewanderte und habe u.a. als ehrenamtliche Mitarbeitende im Marketing-Team den Newsletter und Blog aufgebaut. Dort erzählen wir die Geschichten von unseren Gesprächspaaren, den Gruppenveranstaltungen und wieviel Herzblut hinter all dem steckt.
… Massagen stimmen mich optimistisch.
… ich habe gestern am Ende unseres Klausurtages bei futur eins e.V. mit unserem Zukunftsrat ein Wort gesagt: Aufbruch. Das ist mein Gefühl für 2026 und gibt mir Hoffnung. Ich glaube, wir haben als Gesellschaft erkannt, dass ein "weiter so" längst nicht mehr geht. Viele von uns begeben uns auf den Weg, digital unabhängig zu werden von den Tech-Bros aus USA und China. Und diejenigen von uns, die seit Jahren Medienkompetenz fördern, werden lauter. Außerdem glaube ich fest an die junge Generation.
… Du! ;) Menschen wie wir, die ins Handeln kommen. Jetzt gilt es. Plus: Meine Strahlkraft da, wo ich wirksam sein kann.
…Freundschaften und über die 68er nachdenken.
… optimistisch stimmt mich in diesen Tagen die Hoffnung, dass durch das Überdrehen der Faschisten in den USA ein Kipppunkt erreicht wird, der noch viel mehr Menschen erkennen lässt, dass dies alles doch gar nicht so gut ankommt und die Auswirkungen für die Mehrheit negativ sind. Und die Erkenntnis, dass sich gezeigt hat: Zusammenstehen zeigt Wirkung. In Minnesota, der EU und auf lokaler Ebene. Auf persönlicher Ebene lässt mich die mögliche Chance nach längerer Krankheitsphase in einem anderen Berufsfeld einen Job zu bekommen, optimistisch in die Zukunft blicken.
… unschlagbar für Optimismus: Es kommt ein Frühling mit längeren Tagen
… der vermehrte Widerstand in den USA.
… Silber für das deutsche Handball-Team.
… Weitermachen.
… die kreativen Formen des Widerstandes der Menschen in Minneapolis stimmen mich optimistisch, dass auch wir uns so bunt wehren werden gegen Versuche die Demokratie abzuschaffen.
… die Tage werden wieder länger. Aus wenig ganz viel machen, Gestaltungsräume nutzen. Auch mal kleine Brötchen backen, auch die sättigen und sind vielleicht sogar bekömmlicher.
… dass sich in den USA gerade eine Protestkultur zu entwickeln scheint, die versucht, das Abgleiten in den Autoritarismus aufzuhalten - und dabei erste kleine Erfolge aufweisen kann. Eventuell sind die Vereinigten Staaten noch nicht komplett lost.
… optimistisch macht mich, dass mich in letzter Zeit die Leute in der Sbahn immer kurz anlächeln, bevor sie sich neben mich setzen. Dieses sich kurz connecten find ich richtig wohltuend.
… Treffen mit DVG nächsten Sonntag.
… mich stimmt die Arbeit von Menschen im Osten optimistisch, zum Beispiel das Jugendzentrum ZORA in Halberstadt. Sie schaffen es tatsächlich, antidemokratische Entwicklungen zumindest zu bremsen. Sie zeigen eine Perspektive auf für die Zeit "danach" - wenn es uns gelingt, so viel wie möglich an Soziokultur, Wissen und demokratischen Errungenschaften zu erhalten.
… mutige Menschen und Künstler:innen in der Opposition, die gegen repressive Systeme aufstehen, stimmen mich optimistisch. Ich schreibe aus Sachsen-Anhalt, wo viele Leute Angst vor der AfD und dem Verlust der Demokratie haben.
… die Aussicht auf eine Woche frei.
… es stimmt mich immer wieder optimistisch, dass Freundschaften und Beziehungen, auch aus dem Berufsleben, so lange bestehen. Und dass auch heute noch immer wieder bereichernde neue hinzukommen.
… Bruce, The Boss!
… was stimmt mich optimistisch: das es geht, DIDit! Ja, ich muss meine Regeln anpassen, damit der Newsletter nicht im E-Mail-Überfluss versinkt.
.. mich stimmt optimistisch, dass es Menschen wie Dich gibt, die sich die Zeit und Mühe machen, das Digitale zu durchdringen und die Gesellschaft nicht komplett verramschen und verrohen zu lassen. Und die zum Beispiel über ihre Newsletter jede Menge Wissenswertes mit ihren interessierten Mitmenschen teilen.
Vielen Dank für die vielen tollen Antworten!