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Die Drohungen gehen weiter

Die Drohungen gegen uns gehen weiter, auch nach unserem Abschied aus dem Fernsehen. Veronika musste jetzt erneut Anzeige bei der Polizei erstatten, nachdem sie in den letzten Tagen mehrmals Vergewaltigungsdrohungen in Sprachnachrichten, via Mail und sogar per Post erhalten hat. Da geben sich manche offenbar sehr viel Mühe uns einzuschüchtern und meist kommen diese Drohungen aus der rechten Szene.

Drohung an Veronika, Täter unbekannt

Das wissen wir, weil die Nachrichten meist garniert sind mit rassistischen Äußerungen oder Neonazi-Codes. Mir wird schon seit Jahren immer wieder die Ermordung angekündigt, zum Teil weil ich Nachkomme von Flüchtlingen bin, zum Teil weil ich mich immer für geflüchtete Menschen öffentlich stark mache. Und sogar unsere Kinder bauen sie in ihre Gewaltfantasien ein. Keine Grenze wird gewahrt.

Ich habe hier einen winzig kleinen Auszug aus den dutzenden Drohungen zusammengestellt, mit denen wir seit so langer Zeit und leider immer noch konfrontiert sind. Die Passage, in denen sich diese Menschen in einem Schreiben an uns in allen Details über meine Kinder auslassen, habe ich bewusst unkenntlich gemacht. Aber Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie abartig diese Täter agieren.

Schreiben an Sebastian, Täter unbekannt

Und was ist die Konsequenz? Es gibt sie nicht. Wir stehen mit dem Verfassungsschutz und der Polizei in Kontakt, alle sehr bemüht - aber offenbar machtlos. Insbesondere die lokale Polizei ist sehr engagiert aber auch sie kann, in Ermangelung der richtigen Instrumente und fehlender Befugnisse, nicht herausfinden, wer uns da terrorisiert. Ein Einzeltäter ist es wohl nicht, auch wenn manche Muster ersichtlich sind.

Diese Drohungen sind der Endpunkt einer langen Radikalisierung, am Anfang stehen meist „harmlosere“ Beleidigungen, sowie alle möglichen Arten der Entmenschlichung und Entwürdigung. Jahrelang haben wir zugesehen, jahrelang haben wir das alles zu den Behörden gebracht, jahrelang ist nichts passiert. Jetzt wehren wir uns mit rechtlichen Mitteln und merken, wie der Hass abflaut. Aber vorbei ist er noch lange nicht.

Drohung via Instagram, Täter unbekannt

Auf der einen Seite sehe ich, wie die Hasskommentare abnehmen oder Menschen sogar öffentlich darüber jammern, dass sie sich jetzt nicht mehr in strafrechtlich relevanter Weise über uns äußern dürfen. Das ist ein Erfolg, keine Frage. Gleichzeitig mobilisieren rechtsextreme Netzwerke und Plattform im FPÖ-Umfeld jetzt massiv gegen Veronika und mich. Wir werden damit noch mehr zu ihrer Zielscheibe gemacht.

Wenn ich eines gelernt habe in den letzten Jahren, dann dass Schweigen keine Lösung ist. Natürlich könnte ich aufhören mich politisch zu äußern oder generell öffentlich in Erscheinung zu treten. Aber was wäre das für eine Lektion für unsere Demokratie? Ich glaube wir haben viel zu lange zugesehen und gehofft, dass das von selbst aufhört. Inzwischen wissen wir, dass das Gegenteil der Fall ist, die Radikalisierung nimmt zu.

Posting auf Facebook, Täter nicht ausforschbar

Wir sammeln und dokumentieren hier auf Steady übrigens alle Infos dazu. Auf dieser Plattform sammeln wir ab sofort alles rund um unseren Kampf gegen digitale Gewalt. Ich freue mich, wenn Ihr unseren neuen Newsletter abonniert und uns dort begleitet und unterstützt. Die Solidarität von Euch bedeutet uns sehr viel und gibt uns Kraft, diesen Marathon durchzusetzen. Vielen Dank dafür!

Sebastian

Argomento Meinung

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