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Zwischen Espresso und Eiszeit – Wie lange ich an einem Beitrag schreibe

Wie lange ich an einem Beitrag schreibe?

Eine scheinbar harmlose Frage, die so unschuldig daherkommt wie ein Konjunktiv in der Steuererklärung – und doch in die Abgründe des Schreibhandwerks führt. Denn die Antwort ist alles andere als pauschal. Man könnte ebenso die Frage stellen “wie lange dauert ein Stück Schnur”

Mitunter genügt eine Stunde, und die Worte fließen wie Espresso durch die Maschine: heiß, schnell, schwarz, auf den Punkt. Doch ebenso oft dehnt sich der Prozess wie ein alter Kaugummi, der schon längst seinen Geschmack verloren hat und sich trotzdem noch hartnäckig am Schuh klebt. Dann verstreichen Tage, Wochen, ja Monate, ehe der Text in die Gestalt wächst, die er mir im Kopf schon längst versprochen hatte. Zwischen der ersten hingekritzelten Notiz und dem fertigen Beitrag liegen manchmal Kontinente – und nicht selten gleich mehrere Eiszeiten.

Notizen – die kleinen Blitze

Alles beginnt mit einem Gedankenblitz. Jener elektrischen Mini-Explosion im Kopf, (mein geniales Wiesel) die zu kurz aufflackert, um sie sich merken zu können, und doch zu bedeutsam ist, um sie einfach ziehen zu lassen. Also notiere ich. Manchmal ist es nur ein Wort, manchmal eine Pointe, manchmal eine kleine Miniatur mit fragwürdigem Charme. Um diese Kerne herum lagern sich weitere Ideen, wie Pilze nach einem Sommerregen: Erst zaghaft, dann in Kolonien, bis man sich fragt, ob man eigentlich noch im Garten oder schon im Märchenwald sitzt.

Aus den Notizen erwächst eine Ahnung, aus der Ahnung ein mögliches Gerüst. Ich skizziere Anfang, Zwischentöne, manchmal sogar schon den Schluss. Doch noch sind das lose Splitter, unfertige Rohdiamanten, die bei falschem Licht auch schnell wie Kiesel wirken.

Erst später nehme ich diese Fragmente zur Hand, beginne sie zu glätten, in runde Sätze zu verwandeln, die Ecken abzuschleifen, bis sie zumindest so tun, als seien sie aus einem Guss.

Konstruktion – das Gerüst

Doch bevor der erste funkelnde Satz in den Textkörper eingelassen werden darf, baue ich dieses Gerüst. Wo liegt der Anfang, wo das Ende? Gibt es einen Spannungsbogen – oder wird es eher eine kleine literarische Hängebrücke, die nur knarrend über das Thema trägt?

Ich frage mich: Was muss hinein, damit der Text Substanz hat? Was will ich unbedingt erwähnen, weil es mir unter den Fingern brennt? Welche Übergänge klingen elegant, welche stolpern, und wo darf ich den Leser absichtlich in das Fettnäpfchen der Ironie treten lassen?

Und dann die Stilfrage: Soll das Ganze satirisch und pointiert funkeln, soll es sachlich und elaboriert strahlen – oder eine wohltemperierte Mischung aus beidem? Ein Text ist schließlich kein monolithisches Monument, sondern eher eine Theatertruppe: mal Tragödie, mal Farce, mal ernster Diskurs, mal eine bunte Dult.

Nicht zuletzt: Soll Wieselchen heute auftreten? (Er protestiert ohnehin lautstark, wenn er nicht vorkommt.) Und was ist mit der Wasserbüffelin – darf sie die Bühne betreten oder bleibt sie hinter den Kulissen und schnaubt stoisch? Die Frage nach dem Personal

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