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Zimmer streichen. Renovieren. Mit Musik

Alles neu. Frische Wände, frische Farbe, frische Hoffnung – diese leicht größenwahnsinnige Zuversicht, die einen befällt, sobald man beschließt, mit einem Farbroller das eigene Leben zumindest optisch neu zu justieren.

Natürlich mit Musik.

Gute-Laune-Musik, versteht sich. Motivationsmusik. Diese klangliche Zuckerwatte, die einem suggeriert, Renovieren sei eine Mischung aus Tanz, Flowzustand und persönlicher Erneuerung.

Der Plan war also klar.

Die Rechnung hingegen – nun ja – hatte eine kleine, aber akustisch folgenreiche Lücke:

TV-Lautsprecher.

Hallender Raum.

Und mittendrin Hörlibert und Hörmine, beide bemüht, beide redlich, beide jedoch von dieser speziellen Raumakustik maximal überfordert.

Die Playlist lief.

Radio. Gute-Laune-Sender.

Perfekt, dachte ich. Denn wer einem Raum einen oder gar zwei Anstriche verpasst, braucht zwingend Musik – sonst kippt das Ganze sehr schnell von „kreativ“ zu „existentiell“.

Ich hörte… nichts.

Also doch: sehr viel.

Aber nichts, was sich auch nur ansatzweise als Melodie, Text oder gar Lied identifizieren ließ. Kein Refrain, kein Rhythmus, keine musikalische Kohärenz. Nur ein amorpher Klangteppich irgendwo zwischen Lärm, Hall und akustischem Kontrollverlust.

Immer wieder dieser Blick zum Fernseher.

Was läuft gerade?

Nein.

Ich höre es anders. Ich höre es kaputt. Es ist kein Song, es ist ein akustischer Unfall.

Nächstes Lied.

Noch schlimmer.

Mein inneres Wiesel war inzwischen vollständig eskaliert: kratzte imaginär die frische Farbe von den Wänden, biss in den Farbroller und schrie innerlich:

„Was. Bitte. Läuft. Hier?!“

Antwort: Après-Ski-Hits.

Für gute Laune.

Nun – mit Après-Ski hatte das, was bei mir ankam, ungefähr so viel zu tun wie ein Streichquartett mit einer Kettensäge. Gute Laune stellte sich jedenfalls nicht ein. Eher das dringende Bedürfnis, den Raum schallisoliert zuzusperren und sämtliche Lautsprecher unter Verdacht zu stellen.

Also Strategiewechsel.

Radikal.

Es wurde Frank Sinatra.

Und plötzlich: Ordnung.

Struktur.

Wärme.

Keine aggressive Fröhlichkeit, kein Zwangsoptimismus, sondern Eleganz, Rhythmus, diese sonore Gelassenheit, die sagt: Du darfst auch langsam sein.

Ich wollte nicht mehr malen.

Ich wollte tanzen.

Tat es nicht – der Farbroller hatte Einwände –, aber die gute Laune war zurück. Nicht lärmend, nicht fordernd, sondern ruhig, tragfähig, fast kultiviert.

Manchmal braucht es beim Renovieren eben keine Hits.

Sondern Haltung.

Und einen Herrn Sinatra, der leise genug bleibt, um gehört zu werden.

Und nun sag mir:

Welche Musik rettet deine gute Laune, wenn alles hallt, dröhnt und das Wiesel bereits mit dem Farbroller ringt?

Nächste Woche kommen die neuen Möbel. Ich bin schon auf den Aufbau gespannt…. Musik und gleichzeitig Kommunikation wo die Schraube EF ist…. Es wird interessant.

Bleibt's xund eure Frau Kruemelkuchen

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