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Sinnesgarten in der Seniorenbetreuung

Ein Sinnesgarten (auch Demenz- oder Therapiegarten genannt) ist ein speziell gestalteter Außenbereich, der gezielt die Sinne älterer Menschen anspricht – Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten. Solche Gärten werden häufig in stationären Pflegeeinrichtungen angelegt, um Bewohnern mit kognitiven Einschränkungen (z.B. Demenz) einen barrierefreien Erlebnisraum zu bieten. Dabei kommen zum Beispiel Klangobjekte, Fühlt- und Rätseltafeln sowie duftende und essbare Pflanzen zum Einsatz. Ein Sinnesgarten lädt aktiv zum Mitarbeiten ein („Gartentherapie“) und kann das Gehirn trainieren, wodurch sich der Verlauf einer Demenzerkrankung positiv beeinflussen lässt. Ein gut geplanter Sinnesgarten steigert die Lebensqualität der Bewohner, fördert Selbstständigkeit und Identität – er fungiert als „Therapiezimmer unter freiem Himmel“.

Gemäß § 43b SGB XI haben Pflegebedürftige in stationären Einrichtungen Anspruch auf zusätzliche Betreuung und Aktivierung, die über die reine Körperpflege hinausgeht. Zu den Aufgaben des Betreuungspersonals gehört es etwa, Bewohner bei Spaziergängen, Spielen oder kreativen Aktivitäten zu begleiten. Ein Sinnesgarten bietet hierfür optimale Bedingungen: Er kann als aktivierender Aufenthaltsort für Bewegungsübungen, als Rückzugsort zum Entspannen und als Impulsgeber für biographische Gespräche genutzt werden. Die integration dieses Konzepts in das Pflegeheim unterstützt die gesetzlich geforderte Betreuung und Aktivierung der Bewohner im Alltagsleben.

Zielsetzung und Wirkweise für Senioren

Der Sinnesgarten verfolgt mehrere Ziele gleichzeitig. Er soll körperliche Aktivierung fördern, etwa durch Gehen, Gießen oder Pflanzenarbeiten. Dies motiviert vor allem motorisch aktive Bewohner, sich regelmäßig zu bewegen. Bewegung an der frischen Luft steigert zudem die Herz-Kreislauf-Funktion, verbessert Muskeltone und Gleichgewicht (weniger Sturzgefahr). Ein geplanter Weg (z.B. ein geschlossener Rundweg) ermöglicht den Senioren, eigenständig zu spazieren und ihrem Bewegungsdrang folgen zu können.

Gleichzeitig wirkt der Garten sozial und kognitiv aktivierend. Das gemeinsame Arbeiten im Grünen weckt oft alte Erinnerungen („Lebensgeschichtsarbeit“), denn viele Ältere haben in früheren Jahrzehnten in Hausgarten oder Landwirtschaft mitgewirkt. Durch Duft- und Geschmacksreize (z.B. Rosen, Lavendel, Küchenkräuter) werden positive Emotionen ausgelöst und Kommunikation gefördert. Spielerische Elemente wie Pflanzenraten („Memory mal anders“) oder Pflanzenpatenschaften stärken das Selbstwertgefühl. Darüber hinaus dient der Garten der Orientierung im Tagesablauf: Jahreszeitliche Veränderungen (blühende Frühblüher, Früchte im Herbst) sind gut erkennbar und vermitteln ein Gefühl von Struktur und Sicherheit. Insgesamt wurden in Studien positive Effekte nachgewiesen: Stress und Ängste der Bewohner nehmen ab, die Konzentrationsfähigkeit steigt. Die Bewohner können „zur Ruhe kommen“ und erholsame Momente erleben, was sich wiederum günstig auf Appetit und Schlaf auswirkt. Ein Bewohner berichtet sinngemäß: “Wenn nichts mehr geht, gehen wir in den Garten” – der Kontakt zur Natur kann die Lebensqualität selbst bei fortgeschrittener Demenz deutlich verbessern.

Vor- und Nachteile des Einsatzes von Sinnesgärten

  • Vorteile: Sinnesgärten bieten eine vielseitige Aktivierungsumgebung. Sie reduzieren Stress und fördern die Konzentrationsfähigkeit der Bewohner. Durch natürliche Reize wird Bewegung angeregt und soziale Interaktion gefördert (Gemeinschaft im Freien). Viele Senioren reagieren auf die beruhigenden Geräusche oder Düfte positiv und entwickeln wieder Interesse an alltäglichen Handlungen (Erinnerungspflege). Die Einbindung von üblichem Gartenwissen („das kenne ich noch“) kann Ängste abbauen und ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. Zudem lässt sich ein Sinnesgarten vielfältig nutzen: Er kann bei Wanderlust und Unruhe „Weglaufen“ vorbeugen, weil er einen sicheren, geschützten Außenraum bietet. Inklusive Elemente (unterfahrbare Hochbeete, breite Wege) ermöglichen auch bewegungseingeschränkten Senioren die Teilnahme. Praktisch erprobt zeigen Einrichtungen: Bewohner genießen das Gärtnern aktiv und nehmen mit großer Freude an Pflanzaktionen und Ernte teil.

  • Nachteile: Ein Sinnesgarten erfordert hohen Planungs- und Pflegeaufwand. Anlage und Unterhalt sind kosten- und zeitintensiv. Pflegeeinrichtungen müssen zäune oder Schranken vorsehen, um ein Ausbüchsen Erkrankter zu vermeiden. Zudem dürfen nur ungiftige, weiche und sichere Pflanzen verwendet werden – giftige oder stark dornige Gewächse sind tabu. Ohne ausreichende Betreuungspersonen besteht die Gefahr von Stürzen oder Orientierungslosigkeit bei den Bewohnern; der Garten muss daher „gefährdungsarm“ gestaltet sein, damit die Pflegekräfte einen unbegleiteten Aufenthalt verantworten können. Auch die Witterungsabhängigkeit ist zu beachten: Bei extremem Wetter (Hitze, Regen, Glätte) ist die Nutzung eingeschränkt. Schließlich kann eine sehr reizmilder Gestaltung (z.B. zu viel Ausstattung) manche Bewohner überfordern oder Rückzugswunsch erzeugen. Die Investitions- und Unterhaltskosten müssen sorgfältig gegen den erwarteten Nutzen abgewogen werden.

Planung, Gestaltung und Pflege eines Sinnesgartens

Geeignete Pflanzen und Materialien

Für den Sinnesgarten eignen sich vor allem heimische und altbekannte Pflanzenarten, die vielen Bewohnern aus früheren Zeiten vertraut sind. Bewährt haben sich duftende Kräuter und Gewürze wie Lavendel, Rosmarin, Salbei oder Zitronenmelisse sowie Küchenkräuter zum Pflücken. Reich blühende Stauden (z.B. Sonnenhut, Astern, Phlox, Margeriten) und einjährige Blumen (Sonnenblumen, Löwenmäulchen, Tagetes) bieten Farbakzente und regen den Geruchs- und Sehsinn an. Kleinwüchsige Obstgehölze (Buschbaum-Apfel, Beerensträucher wie Erdbeere, Himbeere) erlauben den Bewohnern selbständiges Ernten und Schmecken. Rosen können – gut geschnitten – eingesetzt werden, da die meisten Bewohner sie kennen und selten Verletzungen auftreten. Giftpflanzen und dornige Sträucher müssen hingegen vermieden werden. Immergrüne Gehölze sollten dezent verwendet werden (z.B. Eibe, Buchsbaum) – sie bieten Struktur im Winter, wirken aber nicht zu beruhigend monoton.

Zusätzlich sorgen Materialien und Ausstattung für einen ansprechenden Erlebniswert. Typisch sind unterfahrbare Hochbeete und Pflanztische, die Rollstuhlfahrern die Gartenarbeit ermöglichen. Sitzgruppen, Bänke und pavillonartige Überdachungen bieten Ruheplätze und Wetterschutz. Barfuß-Parcours (mit verschiedenen Bodenbelägen) stimulieren den Tastsinn, Klangspiele oder kleine Wasserspiele den Hör- und Sehsinn. Saisonale Dekorationen (Weidenhütte, Vogelhäuschen, Windspiele) können in die Gestaltung einbezogen werden. Einige Einrichtungen setzen Insektenhotels oder Hühnerställe ein, um Kontakt mit Tieren zu fördern (z.B. weidengeflechtene Pergola oder Bestäuberkästen). Wichtig sind weiche, rutschfeste Wegbeläge (Kies, Splitt, Gummimatten), taktile Elemente (verschiedene Rindenstücke, Fühlplatten) und sichere Geräte (rollstuhlgerechte Gartentische, Treppen-Sicherungen). Die Ausstattung orientiert sich an traditionellen Gartenelementen, wird aber so angeordnet, dass sie den körperlichen und kognitiven Fähigkeiten der Nutzer entspricht.

Räumliche Voraussetzungen

Ein Sinnesgarten sollte unmittelbar an Gemeinschafts- bzw. Wohnbereiche angeschlossen sein, damit Bewohner ihn leicht und ohne Umwege erreichen können. Idealerweise ist der Zugang von Innenräumen direkt einsehbar und ebenerdig, um jederzeit kontrollierten Zugang zu gewährleisten. Die Wege im Garten sind breit und stufenlos anzulegen, damit sie von Rollstühlen und Rollatoren befahren werden können. Oft werden geschlungene „Schleifen-Wege“ ohne Sackgassen angelegt – so können die Bewohner ohne zu wenden herumgehen, was Erschrecken verhindert. Ebenfalls günstig sind schwellenfreie Rampen und Geländer an leichten Steigungen (Stolperfallen minimieren). Die Geländeoberfläche sollte sich farblich/strukturell vom Umfeld abheben, um kognitiv beeinträchtigten Personen Orientierungshilfen zu geben. Generell gilt: Der Außenbereich muss Teil des Gesamtkonzepts sein. Nur wenn er als festen Bestand­teil des Betreuungsplans vorgesehen wird, nutzen ihn die Bewohner tatsächlich intensiv.

Sicherheitsaspekte

Sicherheit steht an erster Stelle. Häufig muss der Garten einzäunt oder mit Einweg-Toren (Nur-ein-Aus-System) gesichert werden, um Weglaufen oder unbemerktes Verlassen des Geländes zu verhindern. Dabei sollten Zäune möglichst blickdicht durch Hecken kaschiert werden, damit kein „Gefängnisgefühl“ entsteht. Alle Wege und Treppen sind rutschfest und gut beleuchtet anzulegen. An Rampe und Treppen genügt ein durchgehender Handlauf. Geräte und Möbel müssen stabil und stoßarm gestaltet sein (abgerundete Kanten, Sitzgelegenheiten mit Armlehnen). Der Untergrund sollte eben sein, eventuelle Wasserstellen (Teich, Brunnen) mit Absturzsicherung versehen. Wie erwähnt, dürfen keine giftigen oder scharfkantigen Pflanzen gesetzt werden. Sitz- und Liegegelegenheiten im Garten schaffen geschützte Ruhezonen, idealerweise überdacht oder von Immergrün umgeben, um bei Sonne und Wind Schutz zu bieten. Erst wenn diese Sicherheitsanforderungen erfüllt sind, können Betreuungskräfte verantwortungsbewusst zulassen, dass Bewohner auch ohne ständige Begleitung den Garten nutzen.

Beteiligung der Senioren

Ein Sinnesgarten lebt von der Beteiligung der Bewohner. Betreuende sollten die Senioren aktiv in alle Pflanz- und Pflegearbeiten einbinden. Das können ganz einfache Tätigkeiten sein: Blumenzwiebeln stecken im Herbst, Kräuter pflegen, Blumen pflücken oder Beeren ernten und naschen. Gemeinsames Säen und Ernten vermittelt Erfolgserlebnisse – etwa wenn nach ein paar Wochen im Sommer aus den Samen Sonnenblumen oder Gemüse wachsen. Auch regelmäßige „Gartenrunden“ (Blätter fegen, Laub entsorgen, Gieß-Arbeit) können Gruppenarbeit sein. Diese Aktivitäten geben den Bewohnern sinnstiftende Aufgaben und fördern ihre Aufmerksamkeit und Sprache: Die Kommunikation über Wetter, Pflanzen und Tiere wird so zur gezielten Erinnerungspflege. Aufenthalte im Garten können mit kreativen Aktionen verbunden werden – z.B. Blumensträuße binden oder Naturcollagen legen, was die Feinmotorik und kognitive Beschäftigung anregt. Manche Einrichtungen arbeiten mit sogenannten Gartenpatenschaften: Ein oder mehrere Bewohner übernehmen (nach ihren Fähigkeiten) Patenschaften für ein Beet oder einen Pflanztrog und kümmern sich mit Unterstützung der Betreuer darum. So entsteht ein Gefühl der Zugehörigkeit. In vielen Projekten haben sich feste „Garten-AGs“ gebildet, in denen Senioren gemeinsam mit Freiwilligen oder Azubis den Nutzgarten hegen und pflegen. Beobachtungen zeigen: Wenn Bewohner aktiv einbezogen sind, füllen sich die Beete mit mehr Leben und der Sinnesgarten wird für die Gemeinschaft zu einem selbstverständlichen Treffpunkt.

Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten

Die Kosten für Anlage und Unterhaltung eines Sinnesgartens können erheblich sein – je nach Größe leicht fünf- bis sechsstellige Beträge. Viele Einrichtungen realisieren ihr Projekt deshalb in Phasen und suchen nach Förderung. Mögliche Quellen sind kommunale, regionale und private Stiftungen sowie Förderprogramme. Beispielsweise wurde in der Region Zugspitze ein kleines Demenzgartenprojekt mit 2.500 € aus dem LEADER-Fonds bezuschusst. Auch Umweltlotterien (z.B. BINGO-Umweltstiftung) oder demenzspezifische Fonds haben solche Vorhaben unterstützt. Oft organisieren Heimvereine Spendensammlungen: So konnte das Seniorenzentrum „Alte Stadtgärtnerei“ in Lüneburg dank Spenden von rund einem Dutzend Sponsoren seinen Sinnesgarten voll ausstatten. Daneben können Ehrenamtliche, Schulklassen oder Gartengruppen (z.B. der örtliche Obst- und Gartenbauverein) mitarbeiten und Pflegeaufwand reduzieren. Ein Teil der Investition kann auch als „Einrichtungsausbau“ gelten, der über die Investitionspauschalen der Länder refinanziert wird (je nach Bundesland unterschiedlich). Das eigentliche Personal für Betreuung und Gartenpflege wird zumeist aus dem regulären Betreuungsbudget finanziert oder durch zusätzliche personelle Mittel für Aktivierung gedeckt. Insgesamt lohnt es sich, mehrere Finanzierungswege zu kombinieren: Fördermittel, Stiftungen, Eigenmittel, Spender und engagierte Helfer gemeinsam ermöglichen meist erst die Umsetzung dieses konzeptionell wertvollen Angebots.

Umsetzung in der Praxis: Beispiele aus Pflegeeinrichtungen

In vielen Pflegeheimen wurde der Sinnesgarten bereits erfolgreich verwirklicht. Das Seniorenheim Haus Don Bosco in Konstanz (Caritas) hat etwa einen Garten mit verschlungenen Wegen ohne Sackgassen angelegt, unterfahrbaren Hochbeeten und spezialisierten Kräuter- und Duftbeeten. Ein kleiner Rosengarten und ein Teich ergänzen die Anlage, die auch für Bettlägerige und Rollstuhlfahrer zugänglich ist. In Lüneburgs Seniorenzentrum Alte Stadtgärtnerei wurde ebenfalls eine umfangreiche Gartenlandschaft geschaffen: Neben Hochbeeten, Barfußparcours und Pavillon finden sich dort Insektenhotel und Hollywoodschaukel. Ein Gartentherapeut schulte das Betreuungsteam in der Nutzung: So werden zum Beispiel hochgesetzte Beete als „Ziel“ definiert, an denen zum Abschluss eine Frucht als Belohnung gepflückt werden kann. Die Bewohner helfen gerne bei Pflanzen, Säen und Ernten; angenehme Düfte und bekannte Farben wecken alte Erinnerungen.

Auch kleinere Projekte zeigen Wirkung. In Bayern richtete eine ehrenamtliche Initiative auf einer ungenutzten Sonnenterrasse des BRK-Seniorenheims Murnau einen „Demenzgarten“ ein. Mit Fördermitteln (LEADER) und Spenden konnten dort ein Insektenhotel, rollstuhlgerechte Beete und Sonnenschutz realisiert werden. Die Bewohner können sich nun frei im abgeschlossenen Garten bewegen – ein klarer Gewinn für ihr Wohlbefinden (mehr Bewegung, weniger Angst). In Köln verwandelte das Altenzentrum St. Marien brachliegende Außenflächen in einen „Garten der Wahrnehmung“ mit Wiese, Teich, erhöhtem Kräuterbeet und Obstbäumen. Ergänzt durch taktile Elemente (rollstuhlgerechter Tisch mit Tastmaterialien, Klangspiel) dient der 200 m² große Garten der Beschäftigung und Aktivierung. Bewohner werden je nach Fähigkeit eingeladen, in der Garten-AG mitzuarbeiten – die einst vernachlässigte Fläche wurde so zu einem lebendigen Raum, der viele an ihr früheres Leben anknüpfen lässt.

Ein besonderes Konzept verfolgt das Haus Morgenstern in Stuttgart: Dort teilen sich schwer dementielle Bewohner und benachbarte Kindergartenkinder einen Gartenbereich, sodass Alt und Jung sich treffen können. Solche Gemeinschaftsprojekte unterstreichen, dass Sinnesgärten nicht nur individuell stimulieren, sondern auch gesellschaftliche Begegnung fördern. Insgesamt zeigen die Praxisbeispiele: Durch gute Planung und Motivation der Mitarbeiter können Sinnesgärten in fast jeder stationären Einrichtung sinnvoll eingerichtet werden.

Integration des Sinnesgartens in den Betreuungsalltag

Damit der Sinnesgarten zum festen Bestandteil des Betreuungsalltags wird, müssen Betreuungskräfte ihn aktiv einbinden. Regelmäßige Gartenroutinen sollten im Wochenplan stehen: Das können tägliche Spaziergänge im Garten sein oder regelmäßig anberaumte Gartenprojekte (Pflanznachmittage, Ernteaktionen). Dabei orientieren sich die Betreuungskräfte an den Fähigkeiten der Bewohner: Für ältere, bewegungsstarke Gruppen eignen sich etwa Geh- und Gleichgewichtsübungen auf den Wegen, für weniger mobile Gruppen Sitzrunden in der grünen Umgebung. Erfahrene Betreuer haben gelernt, Aktivitäten wie gemeinsame Mahlzeiten, Kaffeetrinken oder Spielen auf die Terrasse zu verlegen – dies vermittelt Geborgenheit und fördert das Erinnern an Alltagshandlungen. Bei Spaziergängen kann ein konkretes Ziel definiert werden: Ein Hochbeet etwa dient als Motivationspunkt – wer es erreicht, darf dort ein beerenrotes Früchtchen pflücken und essen. Dieses Prinzip („Ziel mit Belohnung“) verbindet körperliche Bewegung mit einem erfühlbaren Erfolg, was die Motivation der Bewohner stark erhöht.

Zudem schulen Einrichtungen ihr Personal gezielt im Einsatz des Sinnesgartens. Beispielsweise werden sozial betreuende Kräfte in Gartentherapie-Konzepten unterwiesen: Sie erhalten Tipps zu Aussaat und Pflege sowie Spieleideen wie „Memory mit Gartenthemen“. So versteht das Team, wie es Bilder von Blumen, Obst oder Gemüsesorten als Erinnerungsimpulse im Alltag nutzen kann. Kompetenzen von Bewohnern, die man nicht für möglich gehalten hätte, treten beim gemeinsamen Gärtnern oft überraschend zutage. Wichtig ist, dass alle Aktivitäten im Freien dokumentiert und mit dem Pflege- und Betreuungsplan abgestimmt werden: Nur wenn Gartenangebote systematisch erbracht werden (z.B. als integrierter Baustein des Besuchsplans oder der Therapie) bleiben sie nachhaltig wirksam.

Nicht zuletzt gilt es, auf individuelle Bedürfnisse einzugehen. Die Betreuungskräfte beobachten den jeweiligen Tageszustand der Bewohner (Wachheit, Stimmung) und entscheiden flexibel, ob der Gartenbesuch sinnvoll ist oder nicht. So kann ein Ruhiger Morgen mit Blick ins Grüne genauso genutzt werden wie ein sonniger Nachmittag für eine Gymnastikstunde im Freien. Durch diese vielfältige Alltagsintegration wird der Sinnesgarten mehr als nur eine Zier: Er wird zum lebendigen Baustein der Tagesstruktur und der ganzheitlichen Betreuung, der Menschen mit Demenz Geborgenheit und Lebensfreude schenkt.

Sinnesgarten: Aktivierungsideen

Ein Sinnesgarten ist ein speziell gestalteter Außenbereich in Pflegeeinrichtungen, der alle Sinne – Riechen, Hören, Sehen, Fühlen, Schmecken – anspricht und ältere Menschen zu Aktivitäten anregt. Viele Bewohner verbinden damit schöne Erinnerungen: etwa den Duft von Erdbeeren oder das Summen von Bienen. Grünflächen im Garten reduzieren nachweislich Stress, fördern Konzentration, regen zu Bewegung an und stärken soziale Kontakte. Diese positiven Effekte machen den Sinnesgarten zu einem wertvollen Ort für körperliche Übungen, Gedächtnistraining und kommunikative Angebote.

Bewegungsfördernde Aktivitäten

Barfuß-Erlebnispfad

Material: Sand, Kieselsteine, Holzspäne, Moos oder andere Naturmaterialien für verschiedene Untergründe. Holzbretter oder flache Kästen zum Befüllen, Markierungshütchen und Bänke oder Stühle für Pausen.

Durchführung:

  1. Kennzeichnen Sie auf einem sicheren Wegabschnitt mehrere Felder: füllen Sie eins mit Sand, eins mit Kieseln, eines mit Holzspänen und eines mit Moos. Stellen Sie Bänke als Ruhepunkte bereit.

  2. Bitten Sie die Teilnehmenden, langsam und nacheinander ihre Schuhe auszuziehen und vorsichtig barfuß über die unterschiedlichen Felder zu gehen. Eine begleitende Betreuungskraft bietet Unterstützung und ermutigt.

  3. Lassen Sie die Teilnehmenden die Unterschiede beschreiben (warm, kitzelig, fest, weich), um zusätzlich die Sprache und Wahrnehmung zu aktivieren.

Praxisbeispiel: Frau Meier steht mutig und lächelnd barfuß auf dem Sandfeld. Vorsichtig tastet sie mit den Zehen den warmen Sand unter den Füßen. Im nächsten Feld kichert sie, als sie feuchte Kiesel spürt, und berichtet lächelnd: «Als Kind bin ich oft am Strand gelaufen.»

Hindernis-Parcours im Garten

Material: Hula-Hoop-Reifen oder bunte Reifen, Slalomstangen oder lange Äste, kleine Hürden (z.B. Strohballen, umgedrehte Pflanzkisten), Bodenmarkierungen (Farbkreide oder Pylonen), Seile.

Durchführung:

  1. Bauen Sie einen einfachen Parcours auf: etwa einen Slalom mit Stangen oder Hütchen, niedrige Hürden zum Überschreiten und einen schmalen Balancierpfad aus einer festgelegten Linie.

  2. Erklären Sie den Teilnehmenden den Ablauf: zuerst Slalom, dann über die Hürde steigen, abschließend den Balancierpfad entlangschreiten. Gehen Sie die Strecke eventuell einmal vor.

  3. Lassen Sie jeden nacheinander den Parcours absolvieren. Betreuerinnen und Betreuer sichern gegebenenfalls ab. Loben Sie jeden Schritt und animieren Sie zu langsamer, kontrollierter Bewegung.

Praxisbeispiel: Herr Schulz schlängelt sich konzentriert um bunte Hütchen im Slalom-Lauf. Anschließend balanciert er vorsichtig auf einer Holzplanke. Stolz klatschen die anderen Mitbewohner, als er den Parcours erfolgreich gemeistert hat.

Hufeisenwerfen

Material: Hufeisen-Set oder Wurfringe, ein Pfosten oder ein Holzkasten als Ziel, Markierungslinie (z.B. mit Kreide).

Durchführung:

  1. Stellen Sie einen Pfosten oder ein Zielobjekt in den Boden. Markieren Sie in einiger Entfernung eine Wurflinie. Erklären Sie die Wurftechnik: Mit Schwung unter dem Armwackeln das Hufeisen zum Ziel werfen.

  2. Lassen Sie die Teilnehmenden einzeln nacheinander werfen. Zählen Sie eventuell die Punkte oder Treffer. Helfen Sie bei Bedarf, halten Sie eine stabile Haltung und gesunden Schwung.

  3. Nach einigen Durchgängen tauschen Sie Rollen, damit alle einmal werfen und anfeuern können. Loben Sie präzise Würfe und animieren Sie zum ausgelassenen Mitfiebern.

Praxisbeispiel: Herr Lehmann wirft ein Hufeisen und trifft knapp am Pfosten vorbei. «Fast geschafft!», ruft eine Betreuerin lachend. Beim nächsten Versuch jubelt die Gruppe, als sein Wurf genau über den Pfosten landet. Herr Lehmann strahlt sichtlich.

Ringwurf in Pflanzkübel

Material: Bunte Plastikringe oder Sandsäckchen zum Werfen, große Pflanzkübel oder Töpfe als Ziele in unterschiedlicher Entfernung.

Durchführung:

  1. Stellen Sie mehrere Pflanzkübel im Garten auf – einige näher, einige weiter entfernt. Vergeben Sie Punktzahlen für jeweils unterschiedliche Entfernungen.

  2. Die Teilnehmenden stehen hinter einer Wurflinie. Jeder wirft abwechselnd drei Ringe/Säckchen, versucht sie in einen Kübel zu landen.

  3. Zählen Sie die Punkte gemeinsam zusammen und besprechen Sie, welche Würfe besonders gelungen sind. Feiern Sie jeden Treffer mit Applaus.

Praxisbeispiel: Frau Winter wirft einen Ring weit in einen hinteren Topf und lacht: «Das wollte ich treffen!» Die anderen feuern sie an. Als ihr Wurf tatsächlich im Topf landet, strahlt sie übers ganze Gesicht.

Tier-Figuren-Suche

Material: Kleine Garten-Tierfiguren aus Holz oder Kunststoff (Vogel, Eichhörnchen, Igel, Schmetterling etc.), Lupen (optional).

Durchführung:

  1. Verstecken Sie die Figuren in Blumenbeeten, Büschen und Bäumen des Sinnesgartens. Achten Sie auf sichere Verstecke in erreichbarer Höhe.

  2. Bitten Sie die Teilnehmenden, in kleinen Gruppen den Garten abzusuchen. Wer eine Figur findet, meldet dies laut. Die Betreuungskräfte bestätigen den Fund und nennen ggf. Art und Besonderheit des Tieres.

  3. Nachdem alle Figuren gefunden wurden, versammelt sich die Gruppe. Gemeinsam nennt jeder Teilnehmer das gefundene Tier und erzählt, was ihm dazu einfällt (z.B. eigene Erlebnisse oder Geräusche des Tieres).

Praxisbeispiel: Bei einem Strauch entdeckt Herr Müller eine kleine Holz-Eule. Er nimmt sie hoch und erzählt lächelnd: «So eine Eule habe ich als Kind oft im Wald gesehen.» Die Gruppe lauscht gespannt, dann wird die Figur an den nächsten Suchenden weitergegeben.

Balancieren auf dem Baumstamm

Material: Ein dicker Holzstamm oder Balken (ca. 5–10 cm breit) auf Bodenhöhe, eventuell erhöhte Holzböcke, Haltegriffe oder ein Sicherheitsgeländer.

Durchführung:

  1. Platzieren Sie den Baumstamm sicher auf Bodenhöhe (z.B. auf Baumstümpfen oder Böcken). Er sollte stabil liegen. Falls nötig, stellen Sie ein Geländer in Griffhöhe zur Seite als Sicherheitsstütze.

  2. Bitten Sie die Teilnehmenden nacheinander, langsam einen Fuß vor den anderen auf dem Stamm zu platzieren und so den Stamm entlangzugehen. Die Betreuungsperson geht in Griffnähe mit.

  3. Motivieren Sie die Teilnehmenden, die Arme auszustrecken und entspannt zu atmen. Loben Sie jeden gemeisterten Schritt. Nach jedem Durchlauf können die Plätze getauscht werden.

Praxisbeispiel: Vorsichtig balanciert Frau Schmidt über den Baumstamm. Sie atmet tief ein, als ein leichter Windhauch durch die Bäume weht. Stolz sagt sie: «So habe ich mich lange nicht gefühlt!»

Gymnastik mit Alltagsgeräten

Material: Gymnastikbänder oder leichte Tücher, weiche Bälle, Gymnastikstöcke (z.B. Besenstiele), stabile Stühle mit Armlehne.

Durchführung:

  1. Versammeln Sie die Gruppe im Schatten unter einem Baum oder einer Pergola. Geben Sie jedem Teilnehmenden einen Gymnastikstab, Ball oder Tuch.

  2. Leiten Sie einfache Übungen an: z.B. Armkreisen mit dem Stab, Schultern rollen, Beine heben im Sitzen, Ball hin- und hergeben, Tuch sanft durch die Luft schwingen.

  3. Sprechen Sie die Bewegungsabläufe langsam und bildhaft an. Machen Sie Pausen, damit alle mithalten können. Erkunden Sie zwischendurch, wie sich jeder bei der Übung fühlt.

Praxisbeispiel: Alle sitzen im Kreis. Gemeinsam schwingen sie Gymnastikbänder langsam über dem Kopf. Frau Ziegler lacht, als plötzlich ein Luftballon gegen ihren Hintern flattert. Die Gruppe stimmt ein bekanntes Bewegungslied an und bewegt die Arme im Takt.

Wassertransport-Staffel

Material: Ein Eimer mit Wasser (Start), ein leerer Eimer (Ziel), mehrere Gießkannen oder Tassen mit Griff.

Durchführung:

  1. Stellen Sie den gefüllten Eimer (Start) und den leeren Eimer (Ziel) einige Meter auseinander auf.

  2. Bilden Sie eine stehende Schlange. Der erste Teilnehmende schöpft mit einer Tasse Wasser und geht langsam zum Ziel-Eimer, um dort auszuschütten. Dann geht er zurück und übergibt die Tasse an die nächste Person.

  3. Fahren Sie fort, bis eine vereinbarte Menge Wasser transportiert wurde oder die Zeit um ist. Loben Sie sorgfältiges und zügiges Handeln.

Praxisbeispiel: Herr Tiedemann schöpft sorgfältig mit einem Becher Wasser, geht behutsam zum Ziel-Eimer und gießt aus. Beim Zurücklaufen spritzt ein Tropfen und alle kichern. Nach ein paar Runden ruft er stolz: «Wir haben schon den halben Eimer geschafft!»

Ballon-Volleyball

Material: Ein aufgeblasener, leichter Luftballon, evtl. ein dünnes Seil oder Band als Netz auf Hüfthöhe.

Durchführung:

  1. Spannen Sie ein Seil zwischen zwei Stützpfosten auf Hüfthöhe. Bilden Sie zwei Mannschaften.

  2. Der erste Spieler wirft den Luftballon vorsichtig über das Netz. Die beiden Teams schlagen sich den Ballon spielerisch gegenseitig zu, sodass er in der Luft bleibt.

  3. Nach einigen Schlägen oder nach einem kleinen Punkt steht alle auf, klatschen in die Hände und geben ein kurzes Feedback. Ziel ist der Spaß an der Bewegung, nicht der Wettbewerb.

Praxisbeispiel: Frau Koch hebt den Luftballon mit dem Handrücken über das Netz. Die Gruppe lacht, als der Ballon langsam über alle Köpfe hinweg und dann wieder zurückfliegt. «Und auf zum nächsten Satz!» ruft die Betreuungskraft fröhlich, und alle heben die Hände zum nächsten Schlag.

Rollator-Parcours

Material: Weiche Hütchen, flache Hindernisse (z.B. flache Holzkisten), farbige Markierungen am Boden.

Durchführung:

  1. Legen Sie einen leichten Parcours für Rollatoren fest: Slalom um Hütchen, Unterfahren einer niedrigen Barriere (wie eine umgedrehte Bank), Kurvenmarkierungen mit Kreide.

  2. Fordern Sie die Teilnehmenden auf, mit ihrem Rollator langsam den Parcours zu durchfahren. Gehen Sie ruhig nebenher, geben Sie Hilfestellung bei den Kurven.

  3. Ermutigen Sie gegenseitiges Anfeuern. Nach jedem Durchlauf tauschen sich Teilnehmende und Pflegekräfte aus, ob es Herausforderungen gab.

Praxisbeispiel: Herr Neumann steuert mit seinem Rollator vorsichtig durch das Slalom-Tor. Bei der kleinen Barriere unter einem Tisch hebt er kurz beide Hände, um sich festzuhalten. Als er glücklich durch ist, klopfen die anderen ihm auf die Schulter. Er sagt zufrieden: «Jetzt fühle ich mich schon etwas sicherer.»

Kognitive Anregungen

Pflanzenraten mit allen Sinnen

Material: Duftende oder texturreiche Pflanzen (z.B. Lavendel, Rosmarin, Minze, Rosen) in Töpfen, Augenbinden (optional), Bildkarten mit Pflanzenfotos.

Durchführung:

  1. Stellen Sie die Pflanzen nacheinander auf einen Tisch. Binden Sie bei Bedarf einem Bewohner die Augen zu.

  2. Die Person riecht an den Blüten oder Blättern und fühlt die Oberfläche mit den Fingern.

  3. Sie soll erraten, um welche Pflanze es sich handelt, und erzählen, welche Erinnerungen oder Begriffe ihr dazu einfallen. Danach wird die Pflanze geöffnet und gemeinsam betrachtet.

Praxisbeispiel: Herr Engelhardt schließt die Augen und riecht intensiv am Rosmarin. «Das erinnert mich an Braten in der Küche», sagt er. Er ertastet die stacheligen Nadeln, öffnet die Augen und erkennt die Pflanze korrekt. Die Gruppe nickt anerkennend.

Garten-Bingo

Material: Bingo-Karten mit Gartenmotiven (Biene, Marienkäfer, Vogel, Gänseblümchen, Schmetterling etc.), Spielfiguren oder Steinchen als Marker.

Durchführung:

  1. Jeder Teilnehmer erhält eine Bingo-Karte.

  2. Gehen Sie gemeinsam einen Rundgang durch den Garten. Wer ein auf seiner Karte abgebildetes Objekt findet (z.B. eine echte Biene auf einer Blume), ruft das Wort und platziert einen Marker.

  3. Sobald eine Karte eine vollständige Reihe (horizontal, vertikal oder diagonal) hat, ruft jemand «Bingo!» und erzählt, was er entdeckt hat. Beginnen Sie dann eine neue Runde mit einer leeren Karte.

Praxisbeispiel: Frau Otto entdeckt auf einem Bild einer Blume eine echte Biene und ruft laut «Biene!» Alle markieren das Feld auf ihrer Karte. Kurze Zeit später ruft Herr Kahn «Bingo», weil er fünf Blumen in einer Reihe abgedeckt hat. Stolz lächelt er in die Runde.

Fühlbox-Ratespiel

Material: Undurchsichtige Kisten oder Kartons mit Loch (Tastboxen), verschiedene Materialien (z.B. Kieselsteine, weiches Moos, Tannenzapfen, getrocknete Blätter).

Durchführung:

  1. Füllen Sie jede Box mit je einem Material.

  2. Die Teilnehmenden stecken einzeln ihre Hände hinein und ertasten die Dinge.

  3. Jeder beschreibt, wie sich das Material anfühlt (z.B. kalt, rau, flauschig) und rät, was es sein könnte. Am Ende wird das Material gemeinsam präsentiert und besprochen.

Praxisbeispiel: Herr Meier greift vorsichtig in eine Box: «Rund, glatt und irgendwie warm», sagt er. Als er fragt, zeigt die Betreuung die Kastanie aus der Box. Er lacht: «So eine hatte ich in der Tasche beim Spielen!»

Geräusche-Raten im Garten

Material: Ein Smartphone oder tragbarer Lautsprecher, Tonaufnahmen (Vogelgezwitscher, Regentropfen, Wind in den Bäumen, knisterndes Feuer), Augenbinden (optional).

Durchführung:

  1. Setzen Sie die Gruppe im Gartenkreis. Bitten Sie die Teilnehmenden, die Augen zu schließen.

  2. Spielen Sie nacheinander verschiedene Naturklänge ab. Die Teilnehmenden lauschen aufmerksam und notieren für sich, was sie gehört haben (z.B. Vogel oder Regen).

  3. Danach besprechen alle gemeinsam: Wer hat welchen Laut erkannt? Erklären Sie anschließend die Zusammenhänge (z.B. welcher Vogel zwitschert).

Praxisbeispiel: Sanft ertönt das Zwitschern eines Vogels. Frau Gärtnerin flüstert: «Rotkehlchen?» Die Betreuung bestätigt die richtige Antwort, worauf sie erstaunt lächelt. Beim nächsten Klang, Regentropfen, sagt Herr Lang: «So entspannend – als ob ich im Wald spazieren wäre.»

Frage-Rallye im Garten

Material: Beschriftete Zettel oder Tafeln mit einfachen Fragen zum Garten (z.B. «Welche Farbe hat eine Glockenblume?», Bilderrätsel), Aufsteller oder Pflöcke.

Durchführung:

  1. Stellen Sie mehrere Stationen mit Fragekarten im Garten auf (z.B. an Bäumen oder Bänken).

  2. Gehen Sie mit den Teilnehmenden die Strecke ab. An jeder Station liest eine Pflegekraft die Frage vor. Die Gruppe überlegt gemeinsam, bevor eine Antwort gegeben wird.

  3. Besprechen Sie nach jeder Antwort kurz die richtige Lösung. So werden Wissen und Wortschatz aufgefrischt.

Praxisbeispiel: An einer Station steht ein Schild: «Welche Blume hat vier Blütenblätter?». Herr Zinke überlegt kurz und sagt «Butterblume». Die Betreuerin lobt: «Richtig! Genau wie früher.« Daraufhin erzählen einige, dass sie in der Kindheit oft am Feldrand nach den kleinen Blumen suchten.

Samen- und Erbsen-Sortierspiel

Material: Verschiedene Samen und Nüsse (z.B. Erbsen, Linsen, Sonnenblumenkerne, Erdnüsse, Maiskörner) in kleinen Schalen. Ein Teller oder Brett zum Sortieren.

Durchführung:

  1. Füllen Sie die Schalen auf einem Tisch oder Rollwagen aus.

  2. Lassen Sie die Teilnehmenden jeweils eine Handvoll nehmen, auf Formen und Größen fühlen und dann die Samen nach Farbe oder Größe sortieren.

  3. Benennen Sie gemeinsam die Gefundenen (»Oh, das ist ein Erbsenkorn, das eine Linse«). Geben Sie Wissensinput (z.B. woraus Linsen oder Hülsenfrüchte gekocht werden).

Praxisbeispiel: Frau Petersen greift in eine Schale mit bunten Samen. «Diese hier sind grün», ruft sie. «Das sind Erbsen!» Beim Sortieren lacht sie: «Und diese braunen Sachen sind wie kleine Bohnen.» Die Gruppe nickt, als sie über Grillabende mit Linsensuppe spricht.

Garten-Erinnerungsgeschichten

Material: Fotokarten mit Motiven aus der Natur (Bauerngarten, Wiese im Frühling, altes Gartenhaus).

Durchführung:

  1. Zeigen Sie reihum jeweils ein Bild.

  2. Jede Person erzählt spontan eine kurze Geschichte oder Erinnerung, die das Bild weckt (z.B. »Als Kind spielten wir im Bauerngarten.«).

  3. Lassen Sie alle ausreden und stellen Sie Fragen, um Details herauszukitzeln. Diese Aktivität fördert Sprachfähigkeit und Erinnerungsvermögen.

Praxisbeispiel: Auf einer Fotokarte ist ein bunter Bauerngarten zu sehen. Herr Becker erzählt: «Genau so sah der Garten meiner Großmutter aus!» Die Runde lauscht gespannt, als er berichtet, wie er dort im Frühling Erdbeeren gepflückt hat.

Duft-Stationen erkunden

Material: Kleine Dosen oder Töpfchen mit getrockneten Kräutern und Blüten (z.B. Lavendel, Pfefferminze, Zitronenschale), frische duftende Pflanzen im Garten.

Durchführung:

  1. Richten Sie mehrere Duft-Stationen ein: jede mit einem markanten Geruch (z.B. Lavendelbeutel, Zitronenschale in einer offenen Dose, Schnittlauchzweige).

  2. Die Teilnehmenden besuchen nacheinander die Stationen, riechen jeweils intensiv am Duftspender.

  3. Lassen Sie die Personen beschreiben, was sie riechen, und welche Erinnerungen oder Gefühle die Düfte hervorrufen (z.B. Ferien, Küche, Entspannung).

Praxisbeispiel: Herr Neumann schnuppert an einem Kräuterbüschel: «Das riecht wie Limonade im Sommer!» Er lacht und erinnert sich an Kindergeburtstage. Beim Lavendel lehnt er sich zurück und sagt: «So habe ich mich immer beim Spazieren beruhigt gefühlt.»

Farben-Werkstatt

Material: Farbtafeln oder große Farbflächen (Rot, Gelb, Grün, Blau etc.), gesammelte Naturmaterialien in den jeweiligen Farben (Blätter, Blüten, Bänder).

Durchführung:

  1. Geben Sie jeder Person oder kleinen Gruppe eine Farbtafel vor.

  2. Die Teilnehmenden suchen im Garten passende Gegenstände in dieser Farbe (z.B. gelbe Blüte, grünes Blatt).

  3. Anschließend ordnen sie ihre Fundstücke auf der Farbtafel an. Ermuntern Sie, über die gewählten Farben zu sprechen (Assoziationen, Stimmungen).

Praxisbeispiel: Mit einer roten Tafel in der Hand sucht Frau Eder im Beerenbeet. Strahlend zeigt sie eine rote Rose und ein kleines rotes Seidenband. «Rot ist Liebe», sagt sie. Die Gruppe nickt und sammelt gemeinsam eine grüne Blättergarnitur für die nächste Runde.

Gartenwissen-Quiz

Material: Selbst erstellte Fragekarten zum Thema Garten und Natur (z.B. «Welche Pflanze summt im Sommer?», «Was wächst an einer Eiche?»), evtl. Würfel mit Zahlen als Alternative.

Durchführung:

  1. Setzen Sie sich in einen Kreis im Garten. Die Teilnehmenden ziehen nacheinander eine Fragekarte.

  2. Lesen Sie die Frage vor und lassen Sie alle gemeinsam nachdenken. Jeder darf eine Antwort vorschlagen.

  3. Geben Sie bei richtiger Antwort zusätzliche Informationen (z.B. Anekdoten). Belohnen Sie richtige Lösungen mit kleinen Punkten oder einem Senfbrezelsalz-Keks.

Praxisbeispiel: Die Frage lautet: «Welche Blume blüht zuerst im Frühling?». Frau Fischer überlegt und sagt: «Schneeglöckchen?» Die Betreuung bestätigt: «Stimmt, und bald kommen die Osterglocken.» Stolz lächelt sie, und die anderen nicken anerkennend.

Biografiearbeit

Erinnerungsblumen pflanzen

Material: Blumenzwiebeln oder Samen (Tulpen, Sonnenblumen, Dahlien), Pflanzschilder, wasserfeste Stifte, kleine Schaufeln.

Durchführung:

  1. Bitten Sie die Teilnehmenden, eine Lieblingsblume oder -pflanze aus früheren Jahren zu wählen.

  2. Legen Sie gemeinsam ein „Erinnerungsbeet“ an. Jeder pflanzt seine Zwiebel oder Saat und versieht das Pflanzschild mit seinem Namen oder einer kurzen Erinnerung (z.B. «Heimatgarten»).

  3. Während des Pflanzens erzählt jeder, warum er diese Blume gewählt hat und welche Erlebnisse damit verbunden sind.

Praxisbeispiel: Frau Müller vergräbt vorsichtig eine Tulpenzwiebel und sagt: «Meine Mutter liebte Tulpen – ihr Garten war voller davon.» Sie schreibt «Mama» auf das Schild und erinnert die Gruppe an das bunte Gartenfest von früher.

Fotoausstellung im Freien

Material: Fotos von früheren Garten- oder Familienfotos (wetterfest laminiert), Leinen oder Schnur, Wäscheklammern.

Durchführung:

  1. Bitten Sie die Teilnehmenden, alte Fotos mitzubringen (z.B. vom Hausgarten, Feiertagen im Freien).

  2. Hängen Sie die Fotos auf Schnüre im Sinnesgarten auf – wie eine kleine Ausstellung.

  3. Machen Sie einen Rundgang: Jeder beschreibt die eigene Fotografie und die Erinnerung dahinter. So entstehen Gespräche über das Leben und die Natur.

Praxisbeispiel: Auf einer Bank im Garten zeigt Herr Anders stolz ein Foto seiner Familienfeier unter Apfelbäumen: «Das war 1962, meine Frau in Weiß.» Er erläutert, wie damals alle Äpfel frisch gepflückt wurden. Die Gruppe hört zu und teilt ähnliche Erinnerungen.

Ernteerinnerungen teilen

Material: Frisches Obst und Gemüse aus dem Garten (z.B. Äpfel, Birnen, Tomaten, Zucchini), Teller, Messer zum Teilen, Servietten.

Durchführung:

  1. Ernten Sie gemeinsam reife Früchte und Gemüsesorten aus dem Sinnesgarten.

  2. Setzen Sie sich zusammen im Gartenkreis und probieren Sie die Ernte. Jeder, der mag, erzählt dabei von früheren Ernte-Erlebnissen (z.B. dem Apfelkuchen der Mutter oder dem ersten eigenen Gemüsegarten).

  3. Tauschen Sie sich über die Geschmäcker aus und loben Sie die frischen Aromen.

Praxisbeispiel: Frau Braun kostet eine saftige Tomate: «So frisch schmeckt nichts aus dem Supermarkt», sagt sie. Während sie einen Bissen macht, erzählt sie: «Zuhause machte meine Mutter jeden Sommer Tomatensalat mit Zucker.» Die anderen nicken und genießen den warmen Herbsttag.

Lieblingsblume auf dem Fensterbrett

Material: Blumentöpfe mit Erde, Setzlinge oder Samen (z.B. Ringelblume, Lavendel, Gänseblümchen), Buntstifte für Beschriftung.

Durchführung:

  1. Geben Sie jedem Teilnehmenden einen kleinen Topf. Jeder wählt eine Pflanze, die ihm viel bedeutet (z.B. eine Blume aus der Heimat).

  2. Pflanzen Sie die Samen/Setzlinge gemeinsam ein. Beschriften Sie die Töpfe mit Namen und Datum.

  3. Jeder erklärt seine Wahl: Warum ist diese Blume wichtig? Erzählen Sie Geschichten aus dem eigenen Gartenleben.

Praxisbeispiel: Herr Friedrich setzt sorgsam Samen für Sonnenblumen in seinen Topf. «Die hatte ich immer in unserem Schrebergarten», sagt er. Stolz, lacht er, «diese hier kommen bald hoch, und dann schaue ich aus dem Fenster wie früher.»

Geschichtenerzählen am Gartentisch

Material: Ein stabiler Gartentisch oder Rundbank, Stühle oder Bänke, Erzählkarten (Fragen/Impulse).

Durchführung:

  1. Versammeln Sie die Gruppe um einen Gartentisch oder auf einer Rundbank.

  2. Geben Sie ein Thema vor (z.B. «Erzählt von eurem ersten Garten» oder «Euer schönstes Sommerfest»).

  3. Lassen Sie reihum erzählen. Pflegende geben Impulse, stellen Fragen und halten die Runde in Gang.

Praxisbeispiel: Im Schatten des Apfelbaums erzählt Frau Lehmann: «Als Kind sammelte ich Marienkäfer im Gemüsegarten meiner Eltern.» Die Anderen hören zu und nicken. Sie berichtet weiter über die Abende, die sie im Garten verbracht hat.

Kräuterrezept aus alten Zeiten

Material: Frische Kräuter aus dem Garten (Schnittlauch, Petersilie, Minze), Mörser oder Messer, Schüssel, Butter und Brot.

Durchführung:

  1. Schneiden Sie gemeinsam die ausgewählten Kräuter klein.

  2. Lassen Sie die Teilnehmenden – einer nach dem anderen – die Zutaten in weiche Butter einkneten. Jeder rührt mit.

  3. Probieren Sie die fertige Kräuterbutter auf Brot. Wer mag, erzählt eine Anekdote, in welchem Familienrezept früher Kräuter eine Rolle spielten.

Praxisbeispiel: Herr Kaiser mahlt Schnittlauch mit dem Mörser und lächelt. «So machte meine Großmutter Kräuterbutter», sagt er. Nach dem Probieren nickt er begeistert: «Herrlich, das schmeckt genau wie früher!»

Blumen-Selbstporträt malen

Material: Papier, Buntstifte oder Wasserfarben, eine ausgewählte Blume oder Pflanze als Vorlage.

Durchführung:

  1. Jeder Teilnehmende sucht sich im Garten eine Blume aus, die ihm gefällt.

  2. Malen oder zeichnen Sie die Pflanze auf ein Blatt. Daneben kann der Teilnehmende sein eigenes Selbstporträt skizzieren.

  3. Lassen Sie jeden sein Bild erklären: Warum diese Blume? Was verbindet ihn mit dieser Pflanze?

Praxisbeispiel: Frau Dirks zeichnet eine rote Rose und ein Herz daneben. «Diese Blume hatte schon meine Urgroßmutter im Garten», sagt sie stolz. Die Runde nickt anerkennend, während sie über Familiengeschichte und Liebe spricht.

Gartengespräch zu zweit

Material: Gesprächsimpulskarten (z.B. «Erzähle uns von deiner Kindheit im Garten»), Gartenbänke oder ruhige Sitzplätze.

Durchführung:

  1. Bilden Sie Zweier-Gruppen, jeweils auf benachbarten Bänken.

  2. Ziehen Sie abwechselnd eine Impulskarte vor: z.B. «Welches Warte-Ereignis im Garten freut dich am meisten?»

  3. Die Partner erzählen einander die Antwort in kurzer Zeit. Wechseln Sie danach den Partner oder Impuls.

Praxisbeispiel: Auf der Bank fragt Herr Thoma seine Partnerin: «Hast du eine Lieblingspflanze aus deiner Kindheit?». Sie lächelt: «Ja, Gänseblümchen – ich habe damit Kränze gebunden.» Beide nicken sich wissend zu, froh über den gemeinsamen Austausch.

Blumenkranz flechten

Material: Frische Blumen (z.B. Gänseblümchen, Schleierkraut) und biegsame Gräser, dünner Draht oder Bindfaden.

Durchführung:

  1. Setzen Sie sich im Gartenkreis. Zeigen Sie, wie man Blumen und Gräser zu einem schmalen Kranz flechtet.

  2. Jeder gestaltet einen eigenen Blumen- oder Rosenkranz. Dabei können persönliche Geschichten erzählt werden (z.B. Hochzeiten, Feste).

  3. Lockern Sie zwischendurch die Runde, indem Sie die fertigen Kränze bewundern und Fragen stellen.

Praxisbeispiel: Frau Hartmann flechtet konzentriert eine Gänseblümchenkette und strahlt: «So sahen meine Blumenmädchenkränze aus», erzählt sie. Stolz setzt sie sich den Kranz ins Haar. Die anderen lächeln und applaudieren.

Weg der Jahreszeiten

Material: Naturmaterialien der aktuellen Jahreszeit (Frühlingsblüten, Sommergräser, Herbstlaub, Watte für Winter), großer Karton oder Markierungen auf dem Weg.

Durchführung:

  1. Legen Sie einen kleinen Pfad mit unterschiedlich gefärbten Naturmaterialien aus (z.B. Frühlingsblumen, Sommerblätter, Herbstlaub, weiße Watte für Schnee).

  2. Die Teilnehmenden gehen nacheinander langsam den Pfad entlang. Nach jedem Schritt oder Abschnitt kommentieren Sie zusammen, was dieser Abschnitt darstellt (»Du gehst gerade durch den Herbst mit bunten Blättern«).

  3. Bitten Sie die Teilnehmenden, an diesen Stellen eigene Erinnerungen an die jeweilige Jahreszeit zu teilen.

Praxisbeispiel: Herr Weber tritt auf gelbes Herbstlaub. Er flüstert: «Herbst... Früher haben wir Kastanien gesammelt.» Die Gruppe nickt: Jeder erinnert sich an seine Herbstrituale, während sie weiter über den Weg spazieren.

Sinnesaktivierung

Duftstationen im Garten

Material: Verschiedene Duftpflanzen und -kräuter (Lavendel, Minze, Rosen, Zitronenmelisse) in Beeten oder Töpfen, Duftöle oder getrocknete Pflanzenteile in kleinen Döschen.

Durchführung:

  1. Richten Sie Stationen mit unterschiedlichen Düften ein (z.B. ein Lavendelbeet, ein Minztopf, Duftöle in offenen Fläschchen).

  2. Gehen Sie mit den Teilnehmenden von Station zu Station. Lassen Sie jeden nacheinander am Duft riechen.

  3. Besprechen Sie gemeinsam, was die Düfte auslösen: Erinnerungen, Stimmungen oder neue Eindrücke (z.B. «Das riecht wie Omas Limonade»).

Praxisbeispiel: Vor dem Lavendelbeet schließt Frau Neumann die Augen und atmet tief ein: «Das duftet wie früher der Sommer», sagt sie lächelnd. Gemeinsam schnuppern alle an den Blumen und erzählen, wie bestimmte Düfte an Urlaub oder Heimat erinnern.

Fühlboxen-Ratespiel

Material: Undurchsichtige Kisten mit Loch, gefüllt mit Naturmaterial (z.B. glatte Kiesel, weiches Moos, stachelige Kastanien, abgeriebene Baumrinde).

Durchführung:

  1. Bereiten Sie mehrere Kisten vor – jede mit einem einzigen Material.

  2. Bitten Sie die Teilnehmenden reihum, mit einer Hand in die Kiste zu greifen und das Material zu fühlen.

  3. Jeder beschreibt, was er spürt (rau, kalt, weich, stachelig) und rätselt, um was es sich handelt. Am Ende wird der Inhalt gemeinsam gezeigt.

Praxisbeispiel: Herr Meier ertastet in einer Kiste etwas Stacheliges. «Eicheln?», fragt er. Als die Betreuerin eine Kastanie zeigt, lacht er: «Richtig! Die habe ich gern gesammelt.» Die anderen applaudieren.

Klangstationen im Garten

Material: Windspiele, Klangstäbe oder kleine Glocken, Wasserspiel (sprudelnder Brunnen) – jeweils im Garten installiert.

Durchführung:

  1. Platzieren Sie mehrere Klangobjekte im Garten, die ein leises Geräusch erzeugen (z.B. an Bäumen hängende Windspiele, ein sprudelnder Brunnen).

  2. Gehen Sie im Kreis oder ruhig umher und stoppen Sie kurz an jedem Objekt. Lauschen Sie gemeinsam den Klängen und lassen Sie die Teilnehmer beschreiben, wie die Töne wirken.

  3. Ermuntern Sie dazu, selbst die Windspiele sanft zu berühren oder Wasserströmungen zu fühlen.

Praxisbeispiel: Die Gruppe steht still unter einem Apfelbaum, an dem ein Windspiel hängt. Frau Müller schließt die Augen und lächelt, als das Glockenspiel leise erklingt. «Das ist so friedlich», sagt sie. Alle nicken und hören genüsslich zu.

Wassersinn erleben

Material: Kleiner Gartenteich, Wasserspiel oder eine Gießkanne, eine tiefe Schale mit Wasser, Duftöl (optional).

Durchführung:

  1. Zeigen Sie auf sprudelndes oder fließendes Wasser (Brunnen, Teich). Bitten Sie die Teilnehmenden, dieses zu beobachten und zu beschreiben (Ruhe, Plätschern).

  2. Lassen Sie dann alle ihre Hände ins Wasser tauchen: die Temperatur und Strömung fühlen.

  3. (Optional) Träufeln Sie ein paar Tropfen Lavendelöl ins Wasser, damit die Gruppe das Aroma kombiniert mit dem Wassersinnen beschreiben kann.

Praxisbeispiel: Herr Querfurt steckt vorsichtig seine Hand in das kühle Teichwasser. Er schließt die Augen: «Sehr angenehm, fast wie am Bach damals.» Die anderen atmen hörbar auf und genießen den leichten Duft, der in der Luft liegt.

Farbsinn-Station

Material: Bunte Gartendekoration (z.B. Seidentücher, Fahnen), verschiedene farbige Blumen und Stoffe. Farbtafeln oder beschriftete Karten mit Farbnamen.

Durchführung:

  1. Richten Sie eine Ecke für jede Farbe ein (z.B. Rot-Station mit roten Rosen, Stoffen, oder Blauecke mit blauen Schmetterlingen).

  2. Jede Gruppe besucht eine Station und sammelt Dinge in dieser Farbe (z.B. rote Blüten, grüne Blätter).

  3. Diskutieren Sie, welche Gefühle oder Erinnerungen die Farben auslösen.

Praxisbeispiel: Mit einer gelben Tafel in der Hand sucht Frau Engel im Garten nach Gelb. Sie hält eine Narzisse und ein gelbes Band hoch. «Gelb erinnert mich an Sonne und Wärme», sagt sie. Die Gruppe stimmt zu und macht ein Foto von ihrem Fund.

Geschmacksprobe im Garten

Material: Essbare Kräuter (z.B. Basilikum, Minze), Beeren oder kleine Früchte (z.B. Erdbeeren) aus dem Garten, kleine Teller.

Durchführung:

  1. Verteilen Sie Kräuterblättchen und Früchte auf Teller.

  2. Die Teilnehmenden probieren nacheinander je eine Kostprobe und benennen Geschmack und Geruch (süß, scharf, frisch).

  3. Lassen Sie erläutern, aus welchem Gericht oder Gerichtsteil früher Ähnliches bekannt ist.

Praxisbeispiel: Frau Oettel kostet eine frische Erdbeere: «So süß, wie bei meiner Oma im Garten!» Beim Kauen nickt sie zustimmend. Anschließend probiert sie Pfefferminze, kräuselt lachend die Stirn über die Schärfe.

Erde- und Sandfühlen

Material: Eine flache Schale mit feinem Sand, eine Schale mit Blumenerde.

Durchführung:

  1. Bitten Sie die Teilnehmenden, ihre Hände in Sand und Erde zu tauchen.

  2. Jeder beschreibt, wie sich das Material anfühlt (körnig, kühl, feucht) und welche Erinnerungen hochkommen (z.B. Spiel im Sandkasten).

  3. Diskutieren Sie gemeinsam: War das Materialien aus früheren Zeiten bekannt?

Praxisbeispiel: Herr Richter schließt die Augen und gräbt seine Hände in den feuchten Sand. Er seufzt: «Könnte stundenlang so graben wie früher am Strand.» Als er die Erde berührt, erinnert er sich an «den Geruch aus Omas Garten» und lächelt still.

Klanggeschichte mit Naturgeräusch

Material: Ein mobiles Gerät mit entspannten Naturklängen (Vogelzwitschern, leises Regenprasseln) oder ein reales Klangobjekt (Rassel, Regenmacher).

Durchführung:

  1. Bitten Sie alle, die Augen zu schließen und dem gewählten Naturgeräusch zuzuhören.

  2. Führen Sie eine geführte Entspannungsübung durch (z.B. tiefes Ein- und Ausatmen im Takt des Klangs).

  3. Lassen Sie die Teilnehmenden beschreiben, welche Bilder oder Gefühle der Klang geweckt hat.

Praxisbeispiel: Im Liegestuhl am Teich lauscht Frau Lehmann dem sanften Vogelgezwitscher. Sie atmet tief ein und sagt: «Ich sehe den Wald vor meinem Fenster – so ruhig.» Anschließend erzählt sie von früheren Morgenstunden im Garten.

Windspiele erkunden

Material: Klangobjekte, die der Wind bewegt (Windspiele aus Metall oder Holz, Glöckchen).

Durchführung:

  1. Hängen Sie Windspiele an Plätze im Garten, wo sie vom Wind berührt werden.

  2. Die Teilnehmenden setzen sich oder stellen sich mit Abstand. Bitten Sie alle, die Augen zu schließen und den Klängen zu lauschen.

  3. Anschließend teilen Sie Ihre Eindrücke: Welche Stimmung erzeugt das Geräusch? Was haben Sie gefühlt, als Sie zuhört haben?

Praxisbeispiel: Ein leiser Windhauch bewegt die Windspiele über Herrn Enders. Er schließt die Augen: «Das klingt wie Glöckchen», sagt er lächelnd. Die anderen nicken und sagen, dass sie eine ähnliche Ruhe spüren.

Entspannung im Garten

Material: Liegestühle oder bequeme Gartenliegen, leichte Decken oder Kissen, leise Hintergrundmusik (Vogelgesang, Bachgeplätscher).

Durchführung:

  1. Richten Sie einen ruhigen Bereich im Garten ein (z.B. unter einem Baum) mit Liegestühlen oder Matten.

  2. Bitten Sie alle, sich hinzulegen oder hinzusetzen, Augen zu schließen. Führen Sie eine kurze Atemübung an («Tief einatmen, langsam ausatmen»).

  3. Spielen Sie leise Naturklänge. Nach einigen Minuten beenden Sie die Übung mit einem langsamen Öffnen der Augen.

Praxisbeispiel: Unter einer alten Eiche liegt Herr Urban entspannt in einem Liegestuhl. Sanft zwitschern Vögel, während er tief ein- und ausatmet. Nach einigen Minuten sagt er lächelnd: «So ruhig war ich lange nicht.»

Jahreszeitliche und kreative Aktivitäten

Kräuterbutter herstellen

Material: Frische Kräuter aus dem Garten (Petersilie, Schnittlauch, Rosmarin), weiche Butter, Schüssel, Messer, Teller, Brot.

Durchführung:

  1. Zupfen Sie gemeinsam die Kräuter ab, waschen und hacken Sie sie fein.

  2. In einer Schüssel wird die weiche Butter mit den gehackten Kräutern vermengt. Jeder rührt einmal um.

  3. Schmieren Sie die Kräuterbutter auf Brot und verteilen Sie diese zum Probieren. Lassen Sie alle beschreiben, wie der Geschmack wirkt.

Praxisbeispiel: Herr Gruber rührt Schnittlauch in die Butter und probiert ein Stück Brot: «So gut wie bei meiner Oma früher!», sagt er. Die Runde nickt, alle loben den frischen Geschmack.

Herbstlaub-Kunstwerk

Material: Bunte Herbstblätter (verschiedene Formen und Farben), stabiles Papier oder Leinwand, Kleber, Klarlack (optional).

Durchführung:

  1. Sammeln Sie mit den Bewohnern herbstliches Laub aus dem Garten.

  2. Lassen Sie die Teilnehmenden aus den Blättern ein Bild oder Mandala auf dem Papier legen. Anschließend kleben sie die Blätter darauf fest.

  3. (Optional) Versiegeln Sie das Werk mit Klarlack. Sprechen Sie über die Farben des Herbstes und persönliche Erlebnisse zu dieser Zeit.

Praxisbeispiel: Frau Köhler legt gelbe Ahornblätter in Kreisform auf ein Blatt. Sorgsam klebt sie jeden Abdruck fest. Stolz hält sie ihr fertiges Herbstbild in die Runde: «Genauso bunt war unser Garten im letzten Jahr», sagt sie zufrieden.

Garten-Erntefest

Material: Gepflückte Gartenfrüchte (Tomaten, Kürbis, Äpfel), Messer und Teller zum Zerschneiden, Servietten.

Durchführung:

  1. Ernten Sie gemeinsam reifes Gemüse und Obst aus Beeten oder Kästen (z.B. Tomaten, Zucchini, Kürbisse).

  2. Schneiden Sie die Ernte in mundgerechte Stücke und verteilen Sie sie auf Tellern.

  3. Richten Sie ein kleines Picknick im Garten ein: Jeder isst ein Stück, während er vielleicht von eigenen Ernteerlebnissen erzählt.

Praxisbeispiel: Herr Hoffmann schneidet eine gelbe Zucchini auf. «Damit haben wir früher Zucchini-Auflauf gekocht», erinnert er sich. Nach dem Probieren lobt er: «Noch nie hat eine Zucchini so gut geschmeckt!»

Blumentöpfe bemalen

Material: Kleine Terrakotta-Tontöpfe, wasserfeste Acrylfarben, Pinsel, Wasserbecher, Zeitungspapier.

Durchführung:

  1. Decken Sie einen Tisch ab und verteilen Sie Pinsel und Farben.

  2. Jeder Bewohner bemalt einen Blumentopf nach Belieben (Muster, Punkte, persönliche Motive).

  3. Lassen Sie die Töpfe trocknen und begießen Sie sie anschließend mit Erde. Pflanzen Sie eine bunte Blume ein.

Praxisbeispiel: Frau Richter malt große gelbe Sonnenblumen auf ihren Topf. Mit breitem Grinsen sagt sie: «Diese Pottschen hier bekommt meine Lieblingsblume – die Sonnenblume aus Kindertagen!» Die anderen applaudieren ihrer Kreativität.

Vogelhäuschen bauen

Material: Holz-Bausatz für Vogelhaus (Holzteile, Schrauben, Nägel), Hammer, Pinsel und Holzfarbe, Dekoration (Moos, kleine Steine).

Durchführung:

  1. Zeigen Sie den Bewohnern, wie aus den Holzteilen ein einfaches Vogelhaus zusammengeschraubt oder -geklebt wird.

  2. Helfen Sie beim Nageln oder Schrauben. Danach kann das Vogelhaus bemalt und mit Moos oder Blättern beklebt werden.

  3. Hängen Sie das fertige Häuschen an einem Baum auf. Beobachten Sie später gemeinsam die ersten Besucher.

Praxisbeispiel: Herr Schmitt montiert konzentriert die Wände des Vogelhauses. Nachdem alles bemalt ist, hängt er es stolz an einen Apfelbaum. Mit einem Schmunzeln sagt er: «Morgen früh kommen sicher die Vögel zum Frühstücken.»

Blumendruck gestalten

Material: Weißes Papier oder Stoff, farbige Blumenblüten (z.B. Dahlien, Tagetes), Farbe, Borstenpinsel.

Durchführung:

  1. Legen Sie die Blüten auf das Papier. Drücken Sie vorsichtig mit dem Pinsel Farbe auf die Blätter.

  2. Decken Sie die Blüten mit einer zweiten Papierlage ab und drücken Sie leicht an.

  3. Ziehen Sie das obere Papier ab – es zeigt nun den Abdruck der Blüten in Farbe.

Praxisbeispiel: Herr Brunner drückt eine rote Dahlie auf ein grünes Blatt. Als er das Papier abhebt, ruft er begeistert: «Das sieht aus wie mein alter Garten!» Stolz zeigt er den bunten Blumentrunk.

Frühblüher pflanzen

Material: Blumenzwiebeln (Tulpen, Narzissen, Krokusse), kleine Schaufeln, Pflanztöpfe oder ein Beet, Erdschaufel.

Durchführung:

  1. Graben Sie mit den Teilnehmenden im Herbst Löcher für die Blumenzwiebeln (oder setzen Sie Töpfe).

  2. Jeder Bewohner pflanzt eine Zwiebel und steckt sein Namensschild dazu.

  3. Besprechen Sie die Vorfreude auf den Frühling und erläutern Sie, welche Blüten bald erscheinen.

Praxisbeispiel: Frau Langseth vergräbt eine Tulpenzwiebel im Hochbeet. «Diese Farben werden uns im Frühjahr erfreuen», sagt sie und lächelt in die Runde. Jeder freut sich schon jetzt auf das Blütenmeer.

Vogelfutter selber machen

Material: Tannenzapfen, Erdnussbutter (ungesalzen), Vogelfutter-Mix (Sonnenblumenkerne, Haferflocken, geschredderte Kokosraspel), Bindfaden.

Durchführung:

  1. Geben Sie jedem Bewohner einen Tannenzapfen und einen Löffel Erdnussbutter.

  2. Bestreichen Sie gemeinsam die Zapfen mit Erdnussbutter und rollen Sie sie in Vogelfutter-Mix. Binden Sie zuletzt Faden an.

  3. Hängen Sie die Futterzapfen an Äste oder Stangen auf. Beobachten Sie, welche Vögel sie besuchen.

Praxisbeispiel: Herr Maier bestreicht einen Zapfen sorgfältig mit Butter. Beim Eintauchen in die Körnermischung lacht er: «Jetzt kommen jeden Morgen die Spatzen auf Besuch!» Stolz hängt er den Zapfen an den Kirschbaum.

Moosbild gestalten

Material: Großer Rahmen oder festes Pappbrett, aufgesammeltes Moos, Bastelkleber.

Durchführung:

  1. Zeigen Sie, wie man das Moos zu einem Bild formt (Herz, Name, Tier).

  2. Kleben Sie das Moos gemeinsam auf den Untergrund und lassen Sie das Bild trocknen.

  3. Bewundern Sie das Kunstwerk und sprechen Sie über den grünen Werkstoff.

Praxisbeispiel: Frau Kunze ordnet langsam ein ausgestrecktes Moos-Herz auf dem Rahmen. Sie erklärt stolz: «Dieses Herz steht für unsere Hausgemeinschaft hier.» Die anderen nicken und freuen sich über das frische Grün.

Vier-Jahreszeiten-Collage

Material: Großer Karton, gesammeltes Naturmaterial für jede Jahreszeit (Frühlingsblüten, Sommerblätter, Herbstlaub, Watte oder Tannenzapfen für Winter), Kleber.

Durchführung:

  1. Teilen Sie den Karton gedanklich in vier Quadranten für Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

  2. Lassen Sie die Teilnehmenden das entsprechende Naturmaterial in jeden Quadranten kleben (z.B. bunte Blüten, grüne Gräser, rote Blätter, Watte).

  3. Tauschen Sie sich über die Jahreszeiten aus: Welche Jahreszeit war jeweils die schönste? Welche Wetterbilder verbinden Sie damit?

Praxisbeispiel: Herr Jungheim klebt gelbes Herbstlaub sorgfältig in das untere rechte Viertel. «Der Herbst war meine liebste Jahreszeit», sagt er. Die Gruppe bewundert die bunten Blätter und summt eine Melodie passend zur Collage.

Argomento Ausflüge, Garten & Natur

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